Rügenwalder Mühle

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Rügenwalder Mühle Carl Müller GmbH & Co. KG
Logo Rügenwalder Mühle.gif
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1834
Sitz Bad Zwischenahn (Niedersachsen, Deutschland)
Leitung Christian Rauffus
Mitarbeiter 383 [1]
Umsatz 172 Millionen Euro [1]
Branche Lebensmittel
Produkte WurstwarenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.ruegenwalder.de
Stand: 27. August 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013

Die Rügenwalder Mühle Carl Müller GmbH & Co. KG ist ein Wurst und Schinken produzierendes Unternehmen der Lebensmittelindustrie. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Rauffus Beteiligungs-GmbH.

Geschichte[Bearbeiten]

Carl Müller gründete 1834 in der pommerschen Kleinstadt Rügenwalde eine Fleischerei. Nachfolger von Carl Müller wurde sein Sohn Johann August Wilhelm Müller. In der dritten Generation stellte Carl Wilhelm Gottfried Müller 1903 zum ersten Mal Teewurst her.[2]

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges musste der Standort in Rügenwalde im Zuge der Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung aufgegeben werden. Die Familie Müller floh 1946 in das niedersächsische Westerstede. Dort wurde der Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen und vom vierten Geschäftsführer Carl Wilhelm Müller 1956 nach Bad Zwischenahn verlagert. Unter Kurt Rauffus, Ehemann der Erbin Ruth Müller, wuchs das Unternehmen in der nächsten Generation zu einem Industriebetrieb an. Heute leitet sein Sohn Christian Rauffus den Betrieb in sechster Generation.

Neu erbaute Rügenwalder Mühle in Kayhausen am Zwischenahner Meer

Zur Produktpalette gehören heute Teewurst, Schinkenspicker, Mett, Leberwurst, Schinken, Frikadellen und Würstchen. Als ehemalig in Rügenwalde ansässiges Unternehmen darf es seine Teewurst unter der WortmarkeRügenwalder Teewurst“ auf dem Markt anbieten. Das Unternehmen erzielte 2011 einen Umsatz von knapp 172 Millionen Euro[1] und verkauft fast ausschließlich in Deutschland.[3]

2014 verhängte das Bundeskartellamt gegen 21 Wurstunternehmen, darunter Rügenwalder Mühle Carl Müller, eine dreistellige Millionenstrafe wegen illegaler Preisabsprachen.[4]

Öffentlichkeitsauftritt[Bearbeiten]

Logo des Wurstherstellers ist eine Mühle mit roten Würsten als Flügel. Eine echte zum Unternehmen gehörige Windmühle gab es aber weder in Rügenwalde noch später in Niedersachsen, bis die Firma 2011/2012 sich eine Salz mahlende Mühle am Ostufer des Zwischenahner Meers errichten ließ. Die Mühle ist aus Holz und Klinker gebaut und siebzehn Meter hoch.[5][6] Bei der Schlüsselübergabe war der Fernsehmoderator Jörg Pilawa als Werbepartner zugegen.[7]
Christian Rauffus unterstützte 2013 den Vorschlag eines Veggieday.[8] Die Süddeutsche Zeitung führte dazu ein Interview Rauffus mit dem Handelsblatt an. Es sei der SZ zufolge ein Trend zum Flexitarismus auszumachen, viele Menschen wollten Fleisch in Maßen und mit gutem Gewissen verspeisen, ebenso werde gelegentlich vegetarisches Essen immer beliebter.[8] Der Konzern plane angesichts des schrumpfenden Fleischmarktes, künftig fleischlose Produkte wie Sojaschnitzel anzubieten.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Jahresabschluss der Rügenwalder Mühle Carl Müller GmbH & Co. KG, Bad Zwischenahn, zum 31. Dezember 2011 im elektronischen Bundesanzeiger; abgerufen am 8. Dezember 2012
  2. Familiengeschichte der Rügenwalder Mühle
  3. Martin Dowideit: Der Mann mit der Mühle. handelsblatt.com, 27. August 2013, abgerufen am 27. August 2013
  4. http://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2014/15_07_2014_Wurst.html?nn=3591568
  5.  Oldenburgische Wirtschaft Juni 2012: Rügenwalder Mühle.
  6. Martin Dowideit im Handelsblatt vom 27. August 2013: Unternehmergespräch Rügenwalder Mühle: Wir essen zu viel Fleisch. Abgerufen am 4. Oktober 2013
  7. Nordwest-Zeitung am 15. November 2012
  8. a b c Vorschlag der Grünen, Wursthersteller lobt Veggie Day Süddeutsche 26. August 2013

Weblinks[Bearbeiten]