Frikadelle
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Frikadellen (von italienisch frittatella, „Gebratenes“), sind flache, gebratene Klöße aus Hackfleisch.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Zubereitung
Zur Zubereitung wird zuerst Hackfleisch (in der Regel Rind oder Schwein, auch halb und halb gemischt) mit Ei und gehackten und evtl. auch vorgedünsteten Zwiebeln vermengt. Trockene Brötchen vom Vortag oder Toastscheiben werden entweder in Wasser oder in Milch bzw. Sahne eingeweicht und anschließend ausgepresst und in die Fleischmasse geknetet. Statt der eingeweichten Brötchen können auch Semmelbrösel verwendet werden.
Danach werden je nach Geschmacksrichtung verschiedene Gewürze untergemengt, z. B. Salz, Pfeffer, Petersilie, Majoran und evtl. Muskat. Je nach Rezept können auch noch Knoblauch und Senf hinzugegeben werden.
Anschließend wird die Masse zu handtellergroßen, flachen Ballen geformt, die in heißem Fett gebraten oder frittiert werden. Besonders in Österreich ist es üblich, die Ballen vor dem Braten noch in Semmelbröseln zu wenden.
Frikadellen werden entweder als Tellergericht mit Beilagen oder als Imbiss mit Senf und/oder im Brötchen ohne Beilagen serviert. Als Hamburger fanden sie Eingang in die ursprünglich amerikanische, inzwischen internationale Fast Food-Kultur.
[Bearbeiten] Bezeichnungen
Frikadellen sind regional unter zahlreichen Namen und Namensvarianten bekannt.
Die Bezeichnung Bulette ist im Nordosten des deutschen Sprachraumes gebräuchlich und stammt vom französischen boulette für „Kügelchen“. Der Name wurde zuerst durch die Hugenotten in Berlin geläufig und übertrug sich von dort [1].
Das seit dem 18. Jahrhundert bekannte, ursprünglich ostpreußische Klops geht vermutlich auf das neuschwedische kalops, „gebratene Fleischscheibe“ zurück, möglicherweise auch auf das niederdeutsche kloppen, „klopfen“ (ge- bzw. zerklopftes Fleisch) [2].
Die vornehmlich in Altbayern (nicht ganz Bayern) übliche Bezeichnung Fleischpflanzerl entwickelte sich aus der Bezeichnung Fleischpfannzerl, das Fleisch aus der Pfanne. Es wurde vorwiegend aus Fleischresten zubereitet. In Bayrisch-Schwaben ist die Bezeichnung Fleischküchle oder Fleischküchla (selten) üblich. Allerdings wird dieser Ausdruck vom bayrischen Dialekt immer mehr verdrängt. [3]
Weitere Bezeichnungen sind z. B. Gehacktesbällchen, Bratklößchen, Frikandellen, Hackplätzchen und Fleischkrapfen. Besonders große Frikadellen aus Rindfleisch werden auch deutsches Beefsteak genannt.
[Bearbeiten] Varianten
Fischfrikadellen oder Fischbuletten werden nach ähnlichem Rezept mit gehacktem Fisch zubereitet.
Eine österreichische Variante sind Faschierte Laibchen sowie Butterschnitzel, eine schwedische Köttbullar, eine südslawische (länglichere) Ćevapčići. In der Türkei werden Köfte aus Rinderhack hergestellt, in den arabischen Ländern auch aus Lammfleisch. Die griechische Entsprechung sind Souzuki beziehungsweise die mit Käse gefüllten Bifteki.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Pfeifer, Wolfgang: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, 5. Auflage München 2000, S. 182 f.
- ↑ Ebd., S. 673 sowie Deutsches Wörterbuch, Lemma Klops [1].
- ↑ Dialektbewußtsein - Der schwierige Stand des Schwäbisch-Alemannischen in Bayern

