Ramsey Clark

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Ramsey Clark (1968)
Ramsey Clark bei einer Rede, 2010

William Ramsey Clark (* 18. Dezember 1927 in Dallas, Texas) ist ein US-amerikanischer Jurist, Politiker der Demokratischen Partei und Friedensaktivist, der von 1967 bis 1969 der 66. Justizminister (Attorney General) unter Präsident Lyndon B. Johnson war.

Clark erhielt außerdem den Gandhi Peace Award.

Laufbahn[Bearbeiten]

Geboren im Jahr 1927 ist Clark der Sohn von Tom C. Clark, der ebenfalls Justizminister sowie Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten war.

Clark diente in der Armee bei den Marines in den Jahren 1945 und 1946. Anschließend erhielt er den B. A. von der University of Texas in Austin im Jahre 1949 und den M. A. und J. D. der University of Chicago 1950.

Er wurde am Supreme Court 1956 zugelassen. Von 1951 bis 1961 war er Teilhaber und Partner der Anwaltsfirma Clark, Reed and Clark. Ab 1961 arbeitete er unter Präsident John F. Kennedy als Assistant Attorney General für das Justizministerium; 1965 wurde er Deputy Attorney General und somit Stellvertreter von Minister Nicholas Katzenbach. Als dessen Nachfolger trat er am 10. März 1967 dem Kabinett von Präsident Johnson bei, in dem er bis zum 20. Januar 1969 verblieb. Bereits seit Katzenbachs ausscheiden im Oktober 1966 hatte Clark die Geschäfte des Justizministers interimsweise ausgeübt. Während seiner Zeit im Justizministerium wurde dort der Atomwaffensperrvertrag ausgearbeitet.

Unter Leitung von Ramsey Clark wurde im Februar 1992 ein Tribunal gebildet, welches die USA in 19 Anklagepunkten beschuldigte, im Golfkrieg gegen den Irak Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Das Tribunal setzte sich aus 21 Richtern der verschiedensten Ethnien und Religionen zusammen.

Am 27. November 2005 gab Clark bekannt, dass er den ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein verteidigen wolle. Er übernahm zusammen mit seinen katarischen Kollegen Najib al-Nuaimi die Verteidigung Husseins - der Prozess wurde unter dem Vorsitz von Richter Rizgar Muhammad Amin geführt.

Am 18. März 2006 nahm er an der Beerdigung des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milošević teil. Vor dem Parlament in Belgrad, wo Miloševićs Sarg aufgebahrt war, hielt er eine Rede: „Die Geschichte wird beweisen, dass Milošević im Recht war. Anklagen sind nur Anklagen. Das Tribunal hatte keine Beweise.”[1]

2008 erhielt er den Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen[2].

Werke[Bearbeiten]

  • Ramsey Clark: Wüstensturm (US-Kriegsverbrechen am Golf). Lamuv Verlag, Göttingen 1993, ISBN 3-88977-323-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.dailytimes.com.pk/default.asp?page=2006%5C03%5C19%5Cstory_19-3-2006_pg4_11 (Version vom 30. September 2007 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  2. United Nations Human Rights Prize 2008. United Nations Human Rights, 2. April 2008, abgerufen am 30. Dezember 2008 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ramsey Clark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Ramsey Clark – Zitate (Englisch)