Ray Harryhausen

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Ray Harryhausen

Raymond Frederick „Ray“ Harryhausen (* 29. Juni 1920 in Los Angeles; † 7. Mai 2013 in London[1]) war ein US-amerikanischer Tricktechniker, der durch den Einsatz von Stop-Motion in Sindbads 7. Reise und Jason und die Argonauten bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Harryhausen entwickelte die Stop-Motion-Technik seines Lehrers Willis O’Brien zur Perfektion. Diese war lange Zeit wegweisend für Spezialeffekte beim Film. Harryhausen erweckte damit zahlreiche Fabelwesen, Dinosaurier und Geister auf der Leinwand zum Leben. Weltberühmt wurden unter anderem die Szenen aus den Sindbad-Filmen und die Kampfsequenzen aus Jason und die Argonauten.

Auch Regisseur Peter Jackson berief sich bei den Spezialeffekten zu seiner Film-Trilogie Der Herr der Ringe auf die Harryhausen-Filme.

Mit der Entwicklung neuer Tricktechniken seit Ende der 1970er Jahre – zunächst durch die Go-Motion-Technik und später insbesondere durch die Möglichkeiten der Computeranimation – verlor die Stop-Motion-Technik an Bedeutung und wurde bald verdrängt.

Ray Harryhausen lebte bis zu seinem Tod mit seiner Frau in London.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Im Verlaufe seiner Karriere wurde Harryhausen von der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films mehrere Male für den Saturn Award nominiert und mit mehreren Auszeichnungen geehrt. 1975 erhielt er für seine Arbeit an Sindbads gefährliche Abenteuer die Golden Scroll. Im Jahr 1982 wurde ihm der Life Career Award zugesprochen, ein Jahrzehnt darauf erhielt er den Special Award. 2006 schließlich wurde er erneut für sein Lebenswerk geehrt und nahm den George Pal Memorial Award entgegen.

Bei der Verleihung des Annie Award wurde ihm 1991 der Winsor McCay Award zugesprochen, 2003 gewann er einen Annie Award.

1992 erhielt er für sein Lebenswerk einen Ehren-Oscar, den Gordon E. Sawyer Award. 2003 ehrte ihn Hollywood mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. In Deutschland steht Harryhausens Lebenswerk im Zentrum der von Rolf Giesen entworfenen Dauerausstellung „Künstliche Welten“ im Filmmuseum Berlin.

Im Zuge der Verleihung des Empire Award im Jahr 2004 erhielt Harryhausen für sein Wirken den Empire Inspiration Award.

2006 wurde er mit Festival Honors auf dem eDIT Filmmaker’s Festival in Frankfurt am Main ausgezeichnet. Im Animationsfilm Die Monster AG ist das Szene-Restaurant der Stadt nach ihm als „Harryhausen’s“ benannt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Bildbände

  • zusammen mit Tony Dalton: The Art of Ray Harryhausen. Billboard Books, 2006, ISBN 0-8230-8400-0.
  • zusammen mit Tony Dalton: Ray Harryhausen: An Animated Life. Billboard Books, 2004, ISBN 0-8230-8402-7.

Mitarbeit

  • Ray Bradbury: Sauriergeschichten. (Dinosaur Tales, 1983), Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach, 1985[2], (Harryhausen als Verfasser des Vorwortes).
  • Piccolo Puppenspiele (Hrsg.): … und eine Saite spannen vom Herzen zum Verstand. Bonn 2003, (Festschrift zum 20-jährigen Bühnenjubiläum des Puppenspielers Gerd J. Pohl mit einem Beitrag von Harryhausen).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Film animation pioneer Ray Harryhausen's career – in pictures bei guardian.co.uk, abgerufen am 7. Mai 2013
  2. Bibliographie deutschsprachiger Science Fiction-Stories und Bücher - Autoren mit "B", abgerufen am 9. Mai 2013