Reginald Bretnor

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Reginald Bretnor gebürtig Alfred Reginald Kahn; (* 30. Juli 1911 in Wladiwostok, Russisches Kaiserreich; † 22. Juli 1992 in Medford, Oregon[1]) war ein US-amerikanischer Science-Fiction-Schriftsteller.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Bretnors Vater Grigory Kahn, ein gebürtiger Russe, zog 1917 mit seiner Familie von Sibirien nach Japan. Bretnors Mutter war britische Staatsbürgerin und erhielt nach ihrer Heirat mit Grigory die russische Staatsbürgerschaft. 1920 zog die Familie dann in die Vereinigten Staaten. 1948 heiratete Reginald Bretnor die Bibliothekarin und Übersetzerin Helen Harding, die 1967 verstarb. Seine zweite Heirat schloss er mit Rosalie McShane, selbst eine Autorin, die unter dem Pseudonym Rosalie Bodrero schrieb.

Dokumenten des Southern Oregon Historical Society-Archivs zufolge leistete er seinen Militärdienst in der letzten Kavallerieeinheit der US Army ab, die er aus gesundheitlichen Gründen im August 1941 verließ. 1942 versuchte er einen Wiedereintritt, wurde aber abgewiesen. Das Office of War Information stellte ihn dann ein, damit er Propaganda gegen Japan schrieb, einige seiner Dokumente sind heute im SOHSA einzusehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er für das Außenministerium der Vereinigten Staaten, bis eine erneute Krankheit ihn zwang, seinen Beschäftigung aufzugeben.[2]

Zusätzlich zu Kriegen, Waffen und Science Fiction interessierte er sich für Katzen. Er übersetzte Les Chats, eines der ersten bekannten Bücher über Katzen (im Original von François-Augustin Paradis de Moncrif, 1727). Im Anschluss schrieb er selbst Artikel über Katzen. Zeit seines Lebens besaß er Katzen, zu denen er laut eigener Aussage auch eine seelische Verbindung hat.

Bretnor und einigen anderen SF und Fantasyautoren wird nachgesagt, dem Order of the Trapezoid von Anton Szandor LaVey angehört zu haben, bevor dieser seine Church of Satan gegründet hat.[3]

Die meisten Werke von Bretnor sind Kurzgeschichten, die meist skurrile Handlungen haben, oder zumindest ironisch geschrieben sind. Ebenso schrieb er über militärische Theorien und gab einige der ersten Bücher heraus, die sich kritisch mit Science Fiction als Literaturgattung beschäftigten.

Unter dem Pseudonym Grendel Briarton (einem Anagramm seines Namens), gab er über 80 [4] Vignetten mit dem zeitreisenden Protagonisten Ferdinand Feghoot, benannt nach Feghoots[5] in Form von Yarns heraus. Die Geschichten mit und um Feghoot spielen immer vor dem Hintergrund einer Zeitreise (Vergleichbar mit Doctor Who). Allerdings löst Bretnor die Geschichten sehr oft mithilfe eines bösen Wortwitzes. In seinen Abenteuern arbeitet Feghoot für die "Society for the Aesthetic Re-Arrangement of History" ("Gesellschaft zur ästhetischen Neugestaltung der Geschichte") und reist mittels eines Geräts durch die Zeit, das keinen Namen hat, aber typografisch als ")(" dargestellt wird.

Bibliografie[Bearbeiten]

Kurzgeschichten (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Maybe Just A Little One, 1947
  • One of the Family, 1950
  • The Man On Top, 1951
  • Finale, 1952
  • Mrs. Poppledore's Id, 1952
  • Sugar Plum, 1952
  • Cat, 1953
  • Gratitude Guaranteed, 1953
  • Maybe Just a Little One, 1953
  • The Soul of the Oisuta, 1953
  • Genius of the Species, 1954
  • High Man, Low Man, 1954
  • The Doorstop, 1956
  • The Past and Its Dead People, 1956
  • Mrs. Pigafetta Swims Well, 1959
  • Bug-Getter, 1960
  • All the Tea in China, 1961
  • Dr. Birdmouse, 1962
  • You Have To Know The Tune', 1962
  • Demigod, 1964
  • The Gadge System, 1966
  • Earthwoman, 1967
  • Party Night, 1969
  • Old Uncle Tom Cobleigh and All, 1973
  • The Proud Foot of the Conqueror, 1985

Papa Schimmelhorn[Bearbeiten]

  • The Gnurrs Come From the Voodvork Out, 1950
  • Little Anton, 1951
  • Papa Schimmelhorn and the S.O.D.O.M. Serum, 1973
  • Count Von Schimmelhorn and the Time-Pony, 1974
  • The Ladies of Beetlegoose Nine, 1976
  • Papa Schimmelhorn's Yang, 1978
  • Die Schimmelhorn-Akte, 1987, ISBN 3-453-00417-5, The Schimmelhorn File: Memoirs of a Dirty Old Genius, 1979
  • Schimmelhorns Gold, 1987, ISBN 3-453-00418-3, Schimmelhorn's Gold, 1986
  • Nobelist Schimmelhorn, 1987

Ferdinand Feghoot[Bearbeiten]

  • Through Time and Space with Ferdinand Feghoot, 1956 (I und II)
  • Through Time and Space with Ferdinand Feghoot, 1957 (III bis V)
  • Through Time and Space with Ferdinand Feghoot, 1958 (VI bis XI)
  • Through Time and Space with Ferdinand Feghoot, 1959 (XII bis XXI)
  • Through Time and Space with Ferdinand Feghoot, 1960 (XXII bis XXXVI)
  • Through Time and Space with Ferdinand Feghoot, 1961 (XXXVII bis XLIX)
  • Through Time and Space with Ferdinand Feghoot, 1962 (L bis LVIII)
  • Through Time and Space with Ferdinand Feghoot, 1963 (LIX bis LXVII)
  • Through Time and Space with Ferdinand Feghoot, 1964 (LXVIII)

Auf deutsch sind einige wenige Geschichten unter Durch Raum und Zeit mit Ferdinand Feghoot erschienen. Im Original zusätzlich noch sehr viele Anthologien in unterschiedlichsten Zusammenstellungen.

Als Herausgeber[Bearbeiten]

  • The Future at War I: Thor's Hammer, 1979
  • The Future at War II: The Spear of Mars, 1980
  • The Future at War III: Orion's Sword, 1980

Sachbücher[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fred Flaxman: Bretnor Biografie. Bretnor.com. Abgerufen am 21. November 2012.
  2. Bretnor Biografie. SOHSA. Abgerufen am 22. November 2012.
  3. Blanche Barton: The Church of Satan—A Brief History. Abgerufen am 21. November 2012.
  4. MoF & SF Autorenliste Briarton. sfsite.com. Abgerufen am 21. November 2012.
  5. Einer Erzählform, die sich einer bestimmten Form des Wortwitzes bedient.