Renatus (Oranien-Nassau)

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Renatus von Oranien-Nassau
Wappen des Renatus von Oranien-Nassau

Renatus (frz. René) von Châlon (* 5. Februar 1519 in Breda; † 18. Juli 1544 in Saint Dizier) war der erste Fürst von Oranien aus dem Haus Nassau.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Er war der Sohn des Grafen Heinrich III. von Nassau-Breda, der die reichen nassauischen Besitzungen in den Niederlanden regierte und Miterzieher des in den habsburgischen Niederlanden geborenen Kaisers Karl V. war, wodurch sich dessen gutes Verhältnis zum Haus Nassau erklärt. So wurde Heinrich von den Habsburgern auch zum Statthalter von Holland, Zeeland und Friesland erhoben, erreichte also bereits eine vergleichbare Position wie später Wilhelm der Schweiger, der Sohn von Heinrichs Bruder Wilhelm dem Reichen.

Er war ein Sohn aus Heinrichs zweiter Ehe mit Claude aus dem französischen Adelshaus von Chalon. Dadurch erlangte das Haus Nassau die Anwartschaft auf das Fürstentum Orange in Südfrankreich, wo zu dieser Zeit Philibert von Chalon, der Bruder Claudes, regierte; der kinderlose Fürst setzte 1520 Renatus zu seinem Erben ein, sodass dieser nach dem Tod Philiberts 1530 erster nassauischer Fürst von Oranien wurde; ein Titel, der dem Rang nach über der nassauischen Grafenwürde stand, sodass es fortan üblich wurde, das Haus als Oranien bzw. Oranien-Nassau zu bezeichnen. Auch das Wappen und die Devise der Fürsten von Orange wurde übernommen.

1531 wurde Renatus, wie zuvor bereits Heinrich III. und Wilhelm der Reiche, von Karl V. in den Ritterorden vom Goldenen Vlies aufgenommen. Nach dem Tod Heinrichs III. (1538) erbte Renatus schließlich auch den niederländischen Besitz und wurde Statthalter von Holland, Friesland und Seeland. Als Alleinerben setzte Renatus, unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Kaiser, seinen Onkel Wilhelm ein. Dieser entschied, dass Wilhelms Sohn Wilhelm der Schweiger, wenn dieser zum Katholizismus überträte, Renatus' Erbe werden sollte (Wilhelm der Reiche war Protestant).

Familie[Bearbeiten]

Renatus heiratete 1540 Anna von Lothringen (1522-1568), Tochter des Herzogs Anton II. von Lothringen (1489-1544). Mit ihr hatte er eine Tochter, Maria, die 1544 geboren wurde aber schon 3 Wochen nach der Geburt starb.

Er hatte einen illegitimen Sohn, Palamedes von Chalon († um 1600), dieser heiratete Polyxena von Mansfeld, Tochter des Karl von Mansfeld.

Tod[Bearbeiten]

Renatus starb während der Belagerung der Stadt Saint-Dizier durch die Truppen Kaiser Karls V., der sie sechs Monate lang widerstehen konnte. Seine Witwe war derart betrübt über den Verlust ihres jungen Gatten, dass sie der Überlieferung nach drei Jahre lang trauerte. Schließlich beauftragte sie den Bildhauer Ligier Richier zur Verwindung ihres Verlustes mit der Schaffung einer Statue, skelettiert, das Herz erhoben in der linken Hand haltend als stilisiertes Beispiel, dass Liebe und Treue über den Tod hinaus wirken. Renatus Herz verblieb, den damaligen Gebräuchen entsprechend, am Ort seines Todes, während die weiteren sterblichen Überreste zu seinem Geburtsort Breda überführt und dort bestattet wurden. Das von der Statue hoch gehaltene Herz galt lange Zeit als Aufbewahrungsort seines eigenen, mumifizierten Herzens.

Literatur[Bearbeiten]