Rivonia-Prozess

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Der Rivonia-Prozess war ein Gerichtsprozess von Oktober 1963 bis Juni 1964 in Pretoria, Südafrika. Er ist nach Rivonia, einem Vorort von Johannesburg benannt, in dem die Verurteilten, mit Ausnahme Nelson Mandelas, bei einer Razzia festgenommen worden waren.

Der Prozess richtete sich gegen Mitglieder von Umkhonto we Sizwe, dem militärischen Arm des African National Congress (ANC). Sie waren Widerstandskämpfer gegen das Apartheidsregime, die sich für Freiheit und Gleichberechtigung einsetzten. Die Rechtsgrundlage des Prozesses bildeten der Sabotage Act General Laws Amendment Act (Act No. 76 / 1962) und der Suppression of Communism Act aus dem Jahr 1950.[1]

Inhaltsverzeichnis

Angeklagte [Bearbeiten]

Verteidiger [Bearbeiten]

Ankläger [Bearbeiten]

Ankläger war die Republik Südafrika, vertreten durch Percy Yutar, stellvertretender Generalstaatsanwalt von Transvaal.

Richter [Bearbeiten]

Vorsitzender Richter war Quartus de Wet, Gerichtspräsident von Transvaal.

Urteil [Bearbeiten]

Vor der Urteilsverkündung appellierte der Weltsicherheitsrat an die südafrikanische Regierung, den Prozess zu beenden und die Angeklagten freizulassen. Vier Länder, darunter die USA und das Vereinigte Königreich, enthielten sich.[2]

Die Angeklagten wurden wegen Sabotage, Umsturzversuches und kommunistischer Aktivitäten zu lebenslanger Haft verurteilt. Ursprünglich war die Todesstrafe beantragt worden, welche aber wegen weltweiter Proteste auf lebenslänglich herabgesetzt wurde.

Sieben der Verurteilten, Sisulu, Mhlaba, Govan Mbeki, Kathrada, Motsoaledi, Mlangeni und Mandela, wurden auf die Gefängnisinsel Robben Island im Atlantik vor Kapstadt gebracht.

Bernstein und Kantor wurden freigesprochen. Bob Hepple stellte sich der Anklage als Kronzeuge zur Verfügung und wurde entlassen. Denis Goldberg, der einzige Weiße der Gruppe, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, verbrachte seine Strafe im Zentralgefängnis von Pretoria (Pretoria Central Prison), damals der einzige Hochsicherheitstrakt für weiße politische Gefangene in Südafrika.

Die Verurteilten verbüßten ihre Haftstrafe bis 1989 bzw. 1990. Erst 1990, im Zuge der Abschaffung der Apartheid, wurden die Angeklagten rehabilitiert.

Literatur [Bearbeiten]

  • Nelson Mandela: Der lange Weg zur Freiheit. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-13804-3 (Autobiographie)
  • Nelson Mandela: No Easy Walk to Freedom: Articles, Speeches, and Trial Addresses of Nelson Mandela. London 1965 (Herausgeberin Ruth First[3][4])
  • Joel Joffe: Der Staat gegen Mandela. Die Jahre des Kampfes und der Rivonia-Prozeß. Dietz, Berlin 2006, ISBN 3-320-02076-5, Report

Film [Bearbeiten]

  • Der Rivonia-Prozess. Zweiteiliges Dokumentarspiel des ZDF, 1966, 2 x 75 Min., Regie: Jürgen Goslar, Darsteller: Jürgen Goslar, Nino Korda, Bert Fortell[5]
  • Angeklagt: Nelson Mandela. Der Rivonia-Prozess. Dokumentation und Doku-Drama, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Südafrika, 2004, 52 Min., Buch und Regie: Pascale Lamche, Produktion: ZDF[6]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. The Rivonia Trial. The historical background to Mandela's final public speech for 27 years. (abgerufen am 25. Januar 2010)
  2. Nelson Mandela: Long Walk to Freedom. Little, Brown and Company, New York City 2008, ISBN 978-0-316-03478-4, S. 512.
  3. bibliographischer Eintrag im Katalog der National Library of Australia
  4. kurze Inhaltsangabe auf www.abebooks.de
  5. Inhaltsangabe, Stab, Besetzung abgerufen am 8. Februar 2011
  6. Inhaltsangabe von arte