Südsee

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Alte Karte von Peru mit dem „Mar del zur

Der Begriff Südsee ist eine gebräuchliche Bezeichnung für den Südpazifik.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Der Begriff wurde 1513 vom spanischen Konquistador Vasco Núñez de Balboa geprägt, als dieser die Landenge von Panama durchquert hatte und das vor ihm liegende Meer (Pazifik) Mar del sur („Südmeer“, „Südsee“) nannte.

Von Núñez de Balboas 190 Soldaten waren nur noch 69 übrig als sie an den Berg kamen, von dessen Gipfel man den großen See sehen sollte. In diesem Augenblick befahl er der Mannschaft stehen zu bleiben. Keiner sollte ihm folgen, denn diesen ersten Blick auf den unbekannten Ozean wollte er mit keinem teilen. Am 25. September 1513 sah er als erster Weißer den Pazifik. Nachdem er sich lange das Meer angesehen hatte, rief er seine Kameraden herbei, um seine Freude und seinen Stolz zu teilen.

Vier Tage später ging Núñez de Balboa an der Mündung des Sabanflusses einige Schritte ins Meer und nahm, als er salziges Weltmeerwasser feststellte, das Südmeer für seinen König in Besitz.

[Bearbeiten] Geografie

Geografisch gehören zur Südsee alle Bereiche südlich des Breitengrades von Panama.

Zentrale Inselgruppen sind

Der Begriff Südsee wird häufig synonym mit Ozeanien und im engeren Sinne mit Polynesien verwendet (Polynesisches Dreieck).

[Bearbeiten] Südseeparadies

William Hodges: James Cooks Schiffe HMS Resolution und Adventure 1776 in der Bucht von Matawai (Tahiti)

Im übertragenen Sinn ist die Südsee eine weit entfernte - oft idealisierte - Weltregion.

Als James Cook 1773 zum zweiten Mal nach Tahiti kam, befanden sich in seiner Begleitung die beiden naturwissenschaftlich gebildeten Deutschen Johann Reinhold Forster und Georg Forster.

Ein Morgen war's, schöner hat ihn schwerlich je ein Dichter beschrieben, an welchem wir die Insel O-Taheiti zwei Meilen vor uns sahen.

Die Berichte der frühen Entdecker bestimmten lange Zeit das Bild der Europäer von der Südsee. So schrieb zum Beispiel Joseph Banks:

Ein Arkadien, dessen Könige wir sein werden

Louis Antoine de Bougainvilles romantisch angehauchter Reisebericht Voyage autour du monde sowie Georg Forsters 1777 erschienene Reisebeschreibung A Voyage Round The World schienen Jean-Jacques Rousseaus Menschenbild vom „Edlen Wilden“ zu bestätigen, den die Europäer auf Tahiti gefunden zu haben glaubten. Er beschreibt es als „jardin d'Eden“ (Garten Eden) , der seinen Bewohnern alles böte, was sie zum Leben brauchten. Die Insulaner sah er als freundliche Menschen, die noch nicht von der Zivilisation verdorben seien. Der Bericht inspirierte Denis Diderot zu seinem Essay Supplément au voyage de Bougainville, einer Verteidigungsschrift der sexuellen Freiheit.

Paul Gauguin: No te aha oe riri

Zu diesem Bild hat auch der französische Maler Paul Gauguin beigetragen. Seine Bilder geben nicht die Wirklichkeit wieder, sondern das exotische Paradies, das der Maler sich erträumte.

Von diesen Sehnsüchten profitierte auch der deutsche Schriftsteller Erich Scheurmann mit seinem fiktiven Reiseberichten eines Südseehäuptlings, die er zwischen 1915 und 1920 unter dem Titel Der Papalagi veröffentlichte. Das Buch wurde fünfzig Jahre nach dem Erscheinen zum Kultbuch und allein in deutscher Sprache mehr als 1,7 Millionen Mal verkauft.

[Bearbeiten] Sonstiges

Die so genannte Dänische Südsee ist ein Teil der Ostsee.

[Bearbeiten] Literatur

  • Dirk Sangmeister: Das Feenland der Phantasie. Die Südsee in der deutschen Literatur zwischen 1780 und 1820. In: Horst Dippel u. Helmut Scheuer (Hrsg.): Georg Forster Studien II. Berlin: Berlin Verlag Arno Spitz, 1998. S. 135-176.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

  • Literatur über Südsee in Bibliothekskatalogen: DNB, GBV (Ozeanien)
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