Garten Eden

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Dieser Artikel behandelt den biblischen Garten Eden. Zu anderen Bedeutungen von „Garten Eden“ siehe Der Garten Eden.

Der Garten Eden (hebr.גן עדןGan Eden; sumerisch Guan Eden, Rand der himmlischen Steppe) wird in der griechischen Übersetzung des Tanach als Paradies bezeichnet. Er taucht auch im 1. Buch Mose (Genesis) der Bibel auf, das ihn im 2. Kapitel (Gen 2) beschreibt und im 3. Kapitel (Gen 3) von der Vertreibung des Menschen daraus erzählt.

Detail aus dem Triptychon „Der Garten der Lüste“: Der Garten Eden aus der Sicht von Hieronymus Bosch

Ursprung des Begriffs Garten Eden[Bearbeiten]

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„Eden“ bezeichnete im Sumerischen die Steppe. Es gab als weitere Erwähnung den Landstrich „Himmlisches Eden“, einen Ort, der fruchtbar zu sein schien, später aber unfruchtbar wurde. Diese Beschreibung trifft historisch auf die Änderung der Verhältnisse zu, wie sie laut Feststellung der Klimaforschung am Ende der letzten Eiszeit in der Levante erfolgten: Die einst grüne Steppe trocknete aus und zwang die Menschen, ihre nur noch saisonal verfügbare Nahrung mittels Vorratshaltung zu strecken, was Anlass zum Ackerbau gab, der auch in Bezug auf die Vertreibung aus dem Paradies als neue Ernährungsbasis benannt wird.

Biblische Beschreibung der Lage des Garten Eden[Bearbeiten]

Auf der Ebstorfer Weltkarte aus dem Hochmittelalter, die weniger die physische Geographie der Welt als die Weltgeschichte ins Bild setzt, ist das Paradies im Nord-Osten als ummauerter Bereich eingezeichnet.

Es heißt in Gen 2,10–14 EU:

„Ein Strom entspringt in Eden, der den Garten bewässert; dort teilt er sich und wird zu vier Hauptflüssen. Der eine heißt Pischon; er ist es, der das ganze Land Hawila umfließt, wo es Gold gibt. Das Gold jenes Landes ist gut; dort gibt es auch Bdelliumharz (Guggul) und Karneolsteine (Onyx). Der zweite Strom heißt Gihon; er ist es, der das ganze Land Kusch umfließt. Der dritte Strom heißt Tigris; er ist es, der östlich an Assur vorbeifließt. Der vierte Strom ist der Eufrat.“

Mit dieser Überlieferung gibt es jedoch ein grundsätzliches Problem in der Präzision der Ortsangaben: In der jüdischen Tradition wurde der Name ‏גן עדןGan Eden zum Sammlungsort der Gerechten nach dem Tod (siehe auch: Auferstehung oder Himmel (Religion)), und die Spekulation über dessen geographische Lage auf Erden wurde vermieden. Hierzu sei die Weigerung des Judentums betont, sowohl den Ort des Paradieses, des Berges der Offenbarung, des Berges Sinai und anderes genau festzulegen, um die Gefahren der Anbetung, Anrufung, des Kultus der Wallfahrt, wie der Verehrung heiliger Stätten oder der Idolatrie (=„Götzendienst“) etc. zu vermeiden, da selbst der Name Gottes nur sehr zurückhaltend gebraucht wird.

Lokalisationsversuche[Bearbeiten]

David Rohl[Bearbeiten]

Der britische Ägyptologe David Rohl lokalisierte den Garten Eden im Gebiet von Täbris, der Hauptstadt der iranischen Provinz Ost-Aserbaidschan (Eden-Hypothese, 1998). Eden soll in der Ebene gelegen haben, die von der Stadt bis zum Urmiasee reicht. Der See könnte als Quelle der in der Bibel genannten vier Hauptflüsse gegolten haben, denn das Wort Urmia bedeute im Altsyrischen in etwa ‚Wiege des Wassers‘. Neben den Flussbezeichnungen Tigris für Hiddekel und Euphrat für Perat nimmt er den Qizil Uzan (Sefid Rud) für Pischon und den Aras für Gihon an. Letzterer hieß bis ins 7. Jahrhundert Gyhun. Der Gihon umfloss das Land Kusch (Gen 2,13 ELB). Vom Namen eines Berges, dem Kuscha-Dagh (‚Berg von Kusch‘), leitet Rohl ab, dass die Region am Fluss Aras einst unter dem Namen Kusch bekannt war. Die Regionen oberes- und unteres Nochdi (iranisch für ‚bei Nod‘) östlich der Ebene von Täbris setzt er mit dem biblischen „Land Nod, östlich von Eden“ gleich, in das Kain nach dem Brudermord an Abel auswanderte.[1][2][3][4]

Manfried Dietrich[Bearbeiten]

Der deutsche Professor für Altorientalische Philologie Manfried Dietrich formulierte hingegen die These, dass in der mesopotamischen Vorlage zur Genesis-Erzählung der Garten Eden der Tempelgarten Eridu sein könnte. Er stützte die These darauf, dass auch in der älteren Mythologie des Zweistromlandes der Tempelgarten als exklusiver Bereich der Götter bei der Erschaffung der Menschen eine Rolle spielt. In der wenig bekannten kurzen sumerischen Schrift Die Spitzhacke wird dies beschrieben. Die vier Flüsse würden nach dieser Version nicht im Garten Eden entspringen, sondern dort zusammenfließen.[5] Dabei hielt er den Fluss Pischon für den Uqnû-Karun und den Gihon für den Ūlāya-Kercha.[6]

Juris Zarins[Bearbeiten]

Der Archäologe Juris Zarins von der Missouri State University ist hingegen der Ansicht, dass der Garten Eden in einem heute überfluteten Flussdelta im Bereich des nördlichen Persischen Golfes lag. Neben den Flüssen Tigris und Eufrat (Euphrat) identifiziert er den Fluss Pischon als die trocken gefallenen Wadi Batin und Wadi Rimah, den Gihon als den Karun.[7][8] Die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies spiegelt seiner Meinung nach den Übergang vom Wildbeutertum zu Ackerbau und Viehzucht: „Das Land an den vereinigten vier Flüssen muss der Garten Eden gewesen sein. Denn es war wegen seines reichlichen Wassergehalts ungewöhnlich fruchtbar. Wir sprechen hier vom Neolithikum, in dem die damaligen Jäger und Sammler zu Ackerbauern und Viehzüchtern wurden. Die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies ist lediglich eine verzerrte Darstellung des Übergangs der damals lebenden Menschen von Jägern zu Ackerbauern.“ Weiter meint er: „Adam und Eva entsprächen dann den frühen Ackerbauern. Sie sündigten, indem sie Gottes Allmächtigkeit herausforderten. Anstatt auf Gottes Gnade zu hoffen, nahmen sie die Dinge selbst in die Hand und vertrauten auf ihr Wissen und Können beim Ackerbau.“ Die Mündung der vier sich vereinigenden Flüsse habe um 6000 v. Chr. auf Grund des eiszeitlich bedingt etwa 150 Meter niedrigeren Meeresspiegels viel weiter südöstlich gelegen: „Die biblische Geschichte von der Sintflut ist demnach nur eine Metapher für die Überflutung dieses Landes durch das Meer.“[9]

Überlegungen zu Ackerbau und Viehzucht[Bearbeiten]

Der Beginn des Ackerbaus, in der biblischen Urgeschichte ein Leitmotiv, weist wiederum ins Hochland des fruchtbaren Halbmonds, in das Vorland des Taurusgebirges nordöstlich der Stadt Urfa, in der sich neben dem Balıklıgöl die (vermeintliche) Geburtsgrotte Abrahams befindet. Biologen des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung in Köln konnten bei einem Vergleich des Erbguts von 68 modernen Einkornsorten diese auf eine gemeinsame Herkunftspflanze zurückführen, eine Wildpflanze, die noch heute an den Hängen des erloschenen Vulkans Karacadağ wächst. Dies lässt den Schluss zu, dass die Domestizierung des Getreides hier begann. Etwa 100 Kilometer südwestlich des Karacadağ befindet sich die Ausgrabungsstätte Göbekli Tepe (‚Nabelberg‘). Der Grabungsleiter, der Prähistoriker Klaus Schmidt, hält die um 9000 v. Chr. erbaute Stätte für einen Sakralbau. Dass er Jäger und Sammler als Baumeister ansieht, ist durch kein Beispiel belegbar. In dieser Zeit streiften u. a. Herden von Gazellen und Wildeseln durch Obermesopotamien, die aus 100.000 und mehr Tieren bestanden, so der Paläozoologe Joris Peters. Die Jagdbeute wurde in großen Fleischhäusern gelagert, die Urform der Sesshaftigkeit, das Wildgetreide eingezäunt, um es vor dem Abernten vor Verbiss zu schützen. Ähnliches schildert das Alte Testament, wenn Gott den Menschen beauftragt, den Garten Eden „zu bebauen und ihn zu bewahren“ (Gen 2,15 ELB). Dies änderte sich als das Biotop erschöpft war. Nun wurden Schafe, Ziegen und der Auerochse zum Hausrind domestiziert und Getreide angebaut. In der Übergangszeit kam es zu Nahrungskrisen und Hungersnöten. Der Vergleich von Skeletten steinzeitlicher Jäger mit den ersten Bauern zeigt, dass die frühen Farmer härter arbeiteten, häufiger an Krankheiten litten und früher starben, möglicherweise mythologisch verarbeitet als Erinnerung an die Vertreibung aus dem Paradies.[10]

Weitere Theorien[Bearbeiten]

In jüngster Zeit wurde von Francesca Stavrakopoulou und anderen Forschern vorgeschlagen, die Erzählung vom Garten Eden sei in Wahrheit eine poetisch überformte Erinnerung an das Babylonische Exil und an die dieser vorangehende Zerstörung des Ersten Tempels in Jerusalem: Adam sei ursprünglich der letzte König gewesen, der den Tempel, der wie alle altorientalischen Heiligtümer zugleich ein Garten gewesen sei und als Wohnstatt Gottes gegolten habe, betreut habe.[11] Aufgrund seines Fehlverhaltens und seines Hochmuts habe Gott aber schließlich das Heiligtum verlassen und zudem verfügt, dass Adam und sein Volk aus dem Paradies bzw. Jerusalem und Juda zu vertreiben seien. Aus diesem Grunde stünden die Wächter, die die Rückkehr verwehren, auch im Osten von Eden. Erst eine spätere Überarbeitung habe diese Geschichte nicht mehr auf die Vertreibung der Juden aus Jerusalem bezogen, sondern zu einer Schöpfungsgeschichte umgedeutet. Diese Wissenschaftler verweisen auf die zweite, mutmaßlich ältere Erwähnung von Eden im Alten Testament: Der Prophet Hesekiel prophezeie in Hes 28 (rückblickend) den Sturz eines Herrschers, der aufgrund seiner Hybris aus Eden vertrieben worden sei:

„Erhebe ein Klagelied über den König und sprich zu ihm: So spricht der Herr, Jehova: Du, der du das Bild der Vollendung warst, voll von Weisheit und vollkommen an Schönheit, du warst in Eden, dem Garten Gottes; allerlei Edelgestein war deine Decke: Sardis, Topas und Diamant, Chrysolith, Onyx und Jaspis, Saphir, Karfunkel und Smaragd und Gold. Das Kunstwerk deiner Tamburine und deiner Pfeifen war bei dir; an dem Tage, da du geschaffen wurdest, wurden sie dir bereitet. Du warst ein schirmender, gesalbter Cherub; ich hatte dich dazu gemacht; du warst auf Gottes heiligem Berg, du wandeltest inmitten der Edelsteine. Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tage an, da du geschaffen worden, bis Unrecht in dir gefunden wurde. Durch die Größe deines Handels wurde dein Inneres mit Gewalt erfüllt, und du sündigtest; und ich habe dich entweiht vom Berge Gottes hinweg und habe dich vertrieben aus der Mitte der feurigen Steine. Dein Herz hat sich erhoben ob deiner Schönheit, du hast deine Weisheit zunichte gemacht wegen deines Glanzes; und ich habe dich zu Boden geworfen, habe dich vor Königen dahingegeben, damit sie ihre Lust an dir sehen.“

Eine andere Theorie setzt den Garten Eden mit dem sumerischen Dilmun gleich, das im Bereich des heutigen Bahrain vermutet wird.

Die vier Paradiesflüsse[Bearbeiten]

Region zwischen den Meeren im Nahen Osten

Die geographische Lage Edens lässt sich – abhängig von der Deutung der Flussnamen im Text – nach Ansicht vieler Gelehrter bestimmen, indem man die Beschreibung des „Stromes, der von Eden ausging“ und sich dann in vier „Hauptflüsse“ – Pischon, Gihon, Hiddekel östlich von Aschur (Assur) und Perat – teilte, zu Rate zieht. Allerdings ist die Identifikation der Flüsse umstritten. Außer im Falle des Perat/Euphrat ist die Gleichsetzung der Ströme mit den bedeutendesten Flüssen der damaligen Welt nämlich ihrerseits abhängig von der Interpretation der Geschichte als Schöpfungserzählung.

Perat[Bearbeiten]

Der Perat wird in der Regel als Euphrat (griechisch), Furat (kurdisch/arabisch), Firat (türkisch), Pu-rat-tu (alt-assyrisch) und Ufrat identifiziert. Die aus dem Altpersischen stammende Version Ufrat, von der die meisten anderen Bezeichnungen abgeleitet wurden, stammt vom zusammengesetzten Begriff Huperethuua ab, was „gut zu überqueren“ bedeutet. Das Wort Hu heißt „gut“ und Peretu „Furt“.

Hiddekel[Bearbeiten]

Der Hiddekel wird gewöhnlich mit dem Tigris gleichgesetzt; allerdings wird hier mitunter eingewandt, dass die Etymologie unklar ist. Dass der Hiddekel mit dem Tigris identisch ist, ist mithin nicht gesichert.

Gihon[Bearbeiten]

Die Bibel gibt keine Hinweise, welcher Fluss der Gihon ist. Erst Flavius Josephus setzte im 1. Jahrhundert n. Chr. den Gihon mit dem Nil gleich, Hippolytus von Rom mit dem Indus, Epiphanius von Salamis in einem Brief von 394, der die Irrtümer des Origines behandelt, ebenfalls. Er fließe vom Paradies nach Äthiopien und Ägypten, um schließlich ins Mittelmeer zu münden.[12] Nach Beda Venerabilis war der Gihon ebenfalls der Nil, er lokalisierte seine Quelle aber im Atlas. Nach Johann von Joinville in seiner Geschichte des Heiligen Ludwig von Frankreich (1305–1309) fanden ägyptische Fischer manchmal Ingwer, Rhabarber, Aloe und Zimt in ihren Netzen, die der Wind von den Bäumen des Paradieses in den Fluss geweht habe.[13]

Das mit dem Fluss Gihon verknüpfte Kusch bedeutete in späterer Zeit meistens Äthiopien. Daher stammt vermutlich auch die Identifikation mit dem Nil. Ursprünglich war aber vermutlich eher ein anderer Ort gemeint. In Frage kämen der sumerisch-akkadische Stadtstaat Kisch in Mesopotamien, für den ab etwa 2800 v. Chr. Überlieferungen bestehen, oder auch die hethitische Stadt Kusch(ar) bzw. Kuššara, die aber bisher nicht lokalisiert werden konnte.

Manfried Dietrich identifiziert den Gihon mit dem Karkheh, David Rohl hingegen mit dem Fluss Aras.

Pischon[Bearbeiten]

Der Fluss Pischon ist mit dem Land Chawila verbunden. Flavius Josephus setzte den Pischon mit dem Ganges gleich. Ephraem der Syrer und Bischof von Severian von Gabala in Syrien mit der Donau (de mundi creatione). Epiphanius von Salamis (Anacoratus) glaubte, der Pischon werde in Indien und Äthiopien Ganges und von den Griechen Indus genannt. Er entspringe im Paradies, das er unterirdisch verlasse.[12] Er umfließe danach das Land der Elymäer (Iran), um dann nach Äthiopien und weiter nach Süden zu fließen. Beda Venerabilis identifizierte den Pischon ebenfalls mit dem Ganges, seine Quelle liege im Kaukasus. Abraham Ortelius schloss sich der Ansicht Severians an. Auf seiner Weltkarte von 1601 (Geographia sacra) entspricht der Pischon aber auch dem Hydaspes in Mesopotamien [14]. Manfried Dietrich identifiziert den Pischon mit dem Karun, David Rohl mit dem Fluss Qizil Uzan (Sefid Rud).

Euphrat und Tigris entspringen beide in der Nähe der türkischen Stadt Elazığ. Das Finden zweier weiterer Flüsse in dieser Quellregion, die dann Nebenflüsse des einen oder anderen bzw. beider sind oder waren, ist möglich, z. B. den Murat als längsten Quellfluss des Euphrats.

Alle Flüsse dieser Region fließen entweder direkt oder indirekt in den Persischen Golf, was einer Vereinigung der Ströme gleichkommen würde, wenn auch nach der gängigen Lesart des Textes an deren falschen Ende. Zuvor weiten sie sich jedoch in den Ebenen Mesopotamiens zu einem mehr oder weniger stark verknüpften Fluss-System aus, wobei hier zwar einzelne, natürliche Verlegungen im Lauf der Zeit bekannt sind, jedoch keine Hinweise auf Zuordnungen im Kontext des obigen Textes gegeben sind.

Bei Überschreitung der Kämme der Gebirgsmassive in der östlichen Türkei findet man auch Flüsse, die ins Schwarze Meer oder ins Kaspische Meer münden. Wäre also die heutige Zentraltürkei Ausgangspunkt der Textbeschreibung, so wäre die Lokalisierung zwangsläufig weiter nördlich.

Die Deutung der Schätze[Bearbeiten]

Mit Gold, Bedolach und Schoham wird die Region Chawila charakterisiert.

Gold kann keinem konkreten Ort zugeordnet werden.

Bedolach (Guggul) wird gerne als Harz übersetzt, das gelblichen, durchsichtigen Glanz bei gummiartiger Struktur aufweist. Teils werden Vergleiche mit Myrrhe gezogen. Es gibt auch die Lesart als Erz, was insbesondere in jüdischen Schriften die Vorzugsform ist. Auch die Interpretation als Perle oder gar Kristall (evtl. rötlich leuchtend) findet sich wiederholt. Allerdings erstarren Harze manchmal perlenförmig und werden dann milchig weiß, was nicht zuletzt von John Parkinson, einem englischen Botaniker des 16. Jahrhunderts, für Guggul aus Baktrien beschrieben wurde.

Schoham ist der hebräische Name für Onyx. Es sollen zwei solche Steine auf den Schulterstücken des Priesters Ephod die Erinnerung symbolisiert haben. Mit Schoham verbindet sich der gleichnamige Ort in Israel, der auf historischen Mauern steht. Für die Ortsfindung von Eden ist dies jedoch nicht hilfreich, da hier ganz spekulativ lediglich schon in früher Zeit die gleichnamigen Steine bevorzugt verarbeitet worden sein sollen.

Es gibt Ansätze der symbolischen Interpretation dieser Stoffe, die vom Anfang des Gottesreichs zum Endzeitpunkt (wie in der Offenbarung des Johannes als neues Jerusalem und dessen Baustoffe bezeichnet) einen Verständnisbogen schlagen. Esoterisch-kaballistische Ansätze verstehen Bedolach als die Mitte des freien Seins (im Kontext an Abrahams Vorfahren vergeben), die als Kristall symbolisiert wird und weiterhin eingerahmt wird von Gold auf der einen Seite und dem Gegensatz Silber auf der anderen Seite.

Der Mensch im Garten Eden[Bearbeiten]

Adam und seine Frau im Garten Eden,
Lucas Cranach d. Ä. (1530)

Der Mensch (hebräisch Adam) wird aus Erde (hebräisch adama) gebildet (Gen 2,7 LUT). In einem weiteren Schöpfungsakt entstehen aus dem einen Menschenwesen der Mann (hebräisch „isch“) und die Frau (hebräisch „ischah“) (Gen 2,22-23 LUT). Diese sprachliche ‚Überschneidung‘ bezeugt die enge Zusammengehörigkeit und die grundsätzliche Wesensgleichheit von Mann und Frau. Luther versuchte diesen sprechenden Gleichklang in seiner Bibelübersetzung abzubilden, indem er „ischah“ mit „Männin“ übersetzte. Die beiden waren die einzigen menschlichen Bewohner Edens.
Nach der Erzählung erhält die Frau ihren Eigennamen Eva (hebr.: חוּה, Chawwah) erst nach dem Sündenfall und vor der Vertreibung aus dem Garten (Gen 3,20 LUT). Der Mann übernimmt den Namen Adam, der ursprünglich den ganzen Menschen bezeichnete (Gen 3, ab Vers 8 LUT).

Nach babylonischer Mythologie war der Hauptgrund für die Erschaffung der Menschen, Nahrung für die Götter anzubauen. In der Bibel ist es umgekehrt: Gott schafft die Pflanzen als Nahrung für den Menschen, die Tiere als sein Gefährte gegen das Alleinsein.

Die Vertreibung aus dem Garten[Bearbeiten]

Judentum[Bearbeiten]

Das Judentum kennt keine Sünden, die vererbt werden könnten. Deshalb gehen Adams oder der Väter Handlungen gegen die Gebote des Herrn nicht auf die nachfolgenden Menschen über. Der Mensch hat einen freien Willen (beḥirah) und ist nur für seine eigenen Sünden verantwortlich. Der Mensch hat eine Neigung zum Bösen (jetzer ha-ra]) (Genesis 8,21 oder Psalm 51,7) wie eine Neigung zum Guten (jetzer tow) und Gottes Gebote helfen, den guten Trieb in den Menschen zu entwickeln. Dies ist letztlich positiv für die Menschen und für die Umwelt und führt zur Tikkun Olam („Verbesserung der Welt“).

Christentum[Bearbeiten]

Vertreibung aus dem Garten Eden, Caedmon Manuskript (um 1000)
Vertreibung aus dem Paradies,
Giovanni di Paolo (1445)

Es gibt in der christlichen Vorstellung - außer der „Erbsünde“ - keine Sünden, die von einem Menschen auf den anderen übertragen oder vererbt werden könnten.

Der Apostel Paulus schrieb in Römer 5,12+18 EU „Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt…“ und „…durch die Übertretung eines einzelnen kam es für alle Menschen zur Verurteilung.“ Daraus entwickelte man die Lehre von der Erbsünde, die es in allen großen christlichen Traditionen gibt.

Der Mensch entscheidet selbst, ob er seine Handlungen aus dem Guten oder dem Bösen heraus setzt. Somit ist er für seine Entscheidungen verantwortlich. Der Mensch kann schon zu irdischen Lebzeiten darum bitten, dass ihm seine Sünden vergeben werden.

Die Kirchenväter führten aus, dass die Menschen ohne Jesus Christus, der bereits vor der Erschaffung der Welt von Gott geliebt war (Joh 21,24 EU), in der Erbsünde leben und sterben müssten. Durch die Schriften von Augustinus wurde die Lehre von der Erbsünde fester Bestandteil der Lehre der westlichen Kirchen.

Vertreibung aus dem Paradies, Plastik auf der Eingangstür zum Hamburger Michel
„Sündenfall“ des Menschen, Lucas Cranach d. Ä. (1530)

Eine syrische Tradition der christlichen Theologie wertet den „Fall“ Adams und Evas aus dem paradiesischen Garten in eine „gottlose“, gottferne Welt, als vererbte Sünde oder Sündhaftigkeit, die auf alle Menschen übergeht und erst durch Jesus Christus (der schon vor der Erschaffung der Welt war (Joh 21,24 EU)), überwunden wird. Dies wird erwähnt in den beiden auf arabisch überlieferten Adamsbüchern und im Buch „Die Schatzhöhle“, das Efraïm dem Syrer zugeschrieben wurde.

Seit Adams Zeiten lebt der Mensch nur noch im „inneren Wissen“ um den Garten Eden, weil Adam und Eva die Welt, die die Natur ist, mehr liebten als das ausschließliche Leben im Angesicht Gottes. Erst Jesus führt den Menschen wieder - im übertragenen Sinn - zurück in den Garten Eden, indem er ihn von seinen Sünden, die aus der Natur sind, erlöst. Damit bereitet Jesus jene „Wohnung“ vor (Joh 14,2 EU), die der Mensch, als verherrlichte Gestalt, die wie die „Sonne“ leuchtet (Mt 13,43 EU), im Himmelreich beziehen wird.

Islam[Bearbeiten]

Im Islam wird die Vertreibung von Adam und Eva auch als eine Art Neubeginn betrachtet. Das christliche Konzept eines Sündenfalls wird ausdrücklich zurückgewiesen.[15] Durch die Vertreibung aus dem Paradies wurde dem Islam nach die Beziehung zwischen Adam und Allah (Gott) nicht gestört. Adam gilt den Muslimen als erster Muslim und zugleich auch als erster Prophet des Islams. Der islamischen Überlieferung nach wurden Adam und Eva an verschiedenen Punkten auf der Erde ausgesetzt und mussten erst eine Zeitlang auf der Erde auf der Suche zueinander umherwandern, weshalb im Islam die Geschichte von Adam und Eva auch als eine besondere Liebesgeschichte dargestellt wird. Der Überlieferung nach sollen an allen Plätzen auf der Erde, an denen Adam sich bei seiner Suche nach Eva zum Schlafen legte, später große Städte entstehen.

Nach islamischem Glauben fanden sich Adam und Eva erst nach langer Suche am Berg Arafat im heutigen Saudiarabien wieder, wo sie sich umarmten und dabei Allah priesen. Auf dem Berg Arafat hielt der Prophet Mohammed im Jahr 632 seine Abschiedspredigt.

Weitere Deutungsansätze[Bearbeiten]

Psychologische Deutungen[Bearbeiten]

Die Erzählung in Genesis 3, die christlich als „Sündenfallerzählung“ gewertet, hebräisch neutraler als „Vertreibung Adams und Evas aus dem Garten Eden“ bezeichnet wird, ist vielfach philosophisch und psychologisch gedeutet worden. Der deutsche Idealismus sah in ihr den Mythos vom Erwachen des Bewusstseins und ging so weit, den Menschen nach dem Essen der Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse nicht mehr als „Menschen“ im Vollsinn zu betrachten. Psychologische Deutungen wollen darin eine verschlüsselte Darstellung des Adoleszenzkonflikts erkennen, in dem sich die „unschuldige“ Elternbindung stufenweise löst und eine erwachsene, durch Freiheit und Schuldfähigkeit gekennzeichnete Identität entsteht. Dabei wird der Baum der Erkenntnis auch auf die Entdeckung der Sexualität hin gedeutet.

Wie der deutsche Islamexperte und Psychologe Andre Ahmed Al Habib schreibt, wird in der islamischen Mystik die Suche von Adam und Eva zueinander als die Suche nach Gott (Allah) angesehen. Bei der Suche zueinander wird Adam und Eva Geduld (arab.: Sabr) und Gottvertrauen (arab.: Tawakul) abverlangt. In der irdischen körperlichen Vereinigung wird jedoch eine große Ekstase freigesetzt (arab.: Ishq), die das Band zwischen den beiden Liebenden und zwischen den Liebenden und Gott (arab.: Allah) festigt.

Dieses Motiv der Liebenden, die in der Suche zueinander mit Gott in Zwiesprache stehen, um dann bei der Vereinigung zueinander Gott zu preisen ist dabei ein durchgehendes Motiv in der islamischen Literatur, so z.B. in den Geschichten von „Tausend und Einer Nacht“, der Geschichte von „Leila und Madschnun“ von Nizami, den Geschichten im „Divan“ von Hafiz, oder den Geschichten von Rumi im „Mathnawi“.

Deutungen in Kunst und Literatur[Bearbeiten]

Garten Eden von Adi Holzer (2012)

In der europäischen Kunst und Literatur ist die Erzählung von der Vertreibung aus dem Paradies allgegenwärtig. In Goethes Faust schreibt Mephisto im Professorentalar dem wissbegierigen Studienanfänger ins Stammbuch, was die Schlange versprach und was als Überschrift offenbar über dem ganzen Drama des Erkenntnisdrangs und der Grenzüberschreitungen stehen soll: „Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum“ - „Ihr werdet sein wie Gott und das Gute und Böse erkennen“.

In der christlichen Ikonografie wird das Kreuz (eine Mitte, vier Kreuzenden) als Lebensbaum mit der einen Paradiesquelle dargestellt, der die vier Flüsse (= vier Evangelien) entspringen. Die romanische Miniatur eines Zwiefaltener Codex (um 1250) stellt die vier Flüsse als Wasserkreuz dar mit dem einen Lamm Gottes im Zentrum, den vier Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Klugheit (Weisheit), Tapferkeit und Mäßigung in den vier Ecken und den vier Evangelisten und ihren Symbolen in den vier Rechteckfeldern des ‚Mandalas’. Die Umschrift des Bildes lautet, dass die Lehre des vierteiligen Evangeliums die ganze Erde erfüllt und bewässert (wie der ‚Dunst’ in Gen 2,6), „sie also wieder zum blühenden Paradiesgarten macht“, indem die Wasser umkehren und wieder zurückfließen (vgl. Koh 1,7). [16]

Zahlenmystische Deutung[Bearbeiten]

Die Zahlenmystik oder Zahlensymbolik deutet die in den Wörtern enthaltenen Buchstaben auf einen verborgenen Sinn hin, den sie insbesondere an Zahlen und Zahlenverhältnissen festmacht. Für die Schöpfungsgeschichte könnte eine solche zahlenmystische Auslegung folgendermaßen lauten:

„Die Zahlenstruktur ‚ein Fluss – vier Flüsse‘ (Gen 2,10) verweist auf das für alle Wirklichkeit grundlegende Verhältnis Einheit – Vielheit oder Göttlichkeit – Weltlichkeit, wie es auch im erstgeschaffenen ‚Dunst’ (hebr. e-d = 1-4), der die Erde tränkt (Gen 1,6), zum Ausdruck kommt oder im Namen Adam (hebr. a-d-m = 1-4-40). Dieses 1–4-Prinzip „ist in gewissem Sinne wie der Kern, der sich in allen ihn umgebenden Schichten, in allen ihn umgebenden Kreisen äußert, sich in ihren projiziert.“[17]

So bildet auch die menschliche Hand mit dem einen opponierbaren Daumen (vgl. Daumendrücken) und den vier Fingern sowie die menschliche Gestalt mit dem einen Kopf (Denken, Geist) und den vier Gliedmaßen des Leibes dieses 1–4-Prinzip ab. „Die Gelenke entsprechen also offensichtlicht ebenfalls diesem Muster. Man kann beim Menschen noch an zahlreichen anderen Stellen und auf vielerlei Weise dieses 1–4-Prinzip wieder finden.“[18] Verwiesen werden kann etwa auf die Atemluft (1 Teil Sauerstoff, vier Teile Stickstoff) oder das Verhältnis: eine Atmung – vier Herzschläge.

In der einen (Herz-)Mitte des Paradieses stehen der Baum des Lebens (Zahlenwert 233) und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (Zahlenwert 932 = 4 x 233) ebenfalls im Verhältnis 1–4. „Im Lebensbaum in der Mitte des Gartens mit den vier von ihm ausgehenden Strömen schlägt sozusagen das kosmische Herz Gottes in seiner Schöpfung. Dieses kosmische Herz aber … durchpulst mit seiner 1–4-Symbolik die gesamte Schöpfung.“[19] Der Zahlenwert der hebräischen Namen der vier Flüsse ergibt in der Summe 1600 = 40².“

Der Paradiesbegriff in verschiedenen Religionen und Mythologien[Bearbeiten]

Paradies ist ein aus dem altiranischen (avestisch) stammendes Wort für ein umgrenztes „eingehegtes Gebiet“ wie einen herrschaftlichen Park, einen Tier-, Lust- oder Zaubergarten; in der griechischen Übersetzung der Bibel wurde er zur Bezeichnung des „Garten Eden“ verwendet.

Parallelen bestehen zur Vorstellung eines Goldenen Zeitalters in der griechisch-römischen Mythologie. Auch dem Begriff des „Edlen Wilden“, der die Vertreibung aus dem Paradies im Entstehen der Zivilisation/Hochkultur verortet, liegen ähnliche Vorstellungen zugrunde.

Das Paradies im Zarathustrismus[Bearbeiten]

Im Zoroastrismus (auch Zarathustrismus), nach Zarathustra, gelangen die Seelen nach dem Tod an die Činvat-Brücke. Hier wird Gericht über Gute und Böse gehalten. Die Guten gelangen in die seligen Gefilde des Paradieses Garodemäna (später Garotman), des „Orts der Lobgesänge“; die Seele des Bösen aber gelangt an den „schlechtesten Ort“, das heißt in die Hölle. Parallelen zur späteren christlichen Lehre vom jüngsten Gericht und zur Eschatologie im Islam sind unverkennbar.

Das Paradies im Judentum[Bearbeiten]

Im Judentum spielen Paradiesvorstellungen keine so wichtige Rolle wie im Islam und im Christentum. Sie sind in der Hebräischen Bibel nur an vergleichsweise wenigen Stellen verortet. Außer in GenEU kommen sie lediglich in Jes 65,17-25 EU und einigen wenigen anderen Stellen vor, stellen dort aber - genau wie in der davon abgeleiteten Vorstellung des Christentums - neben der Ursprungsvorstellung auch die eschatologische Perspektive vor.

Das Paradies im Christentum[Bearbeiten]

Lucas Cranach, Adam und Eva im Paradies

Zunächst muss man im Christentum zwischen verschiedenen eschatologischen Vorstellungen unterscheiden, die in den einzelnen Traditionen teilweise als unterschiedlich und teilweise als getrennt gesehen werden.

Genau genommen muss man den Begriff Paradies gemäß der Bibel auf die Zeit vor dem Sündenfall anwenden, als Adam und Eva in einem paradiesischen Zustand im sogenannten Garten Eden lebten. Es gab keine Feindschaft zwischen Mensch und Tier, keine Dornen und Disteln, der Mensch konnte sich ohne Mühe ernähren. Was das Leben der Erlösten nach dem Tod angeht, so bezeichnet die Bibel diesen Zustand als Ewiges Leben oder Reich Gottes, was sich vom Paradies in einigen Punkten unterscheidet. Johannes, dem Schreiber der Offenbarung, wird von Gott ein Blick in dieses neue Reich gewährt (siehe Offenbarung 21–22). In diesem Reich wird Gott selber regieren, es wird ein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit sein. Tod, Krankheit und Mühe werden der Vergangenheit angehören. Es wird keine Nacht mehr geben, Gott selbst wird das Licht sein. Im Gegensatz zum Paradies im Islam wird es im Reich Gottes Mann und Frau nicht mehr geben, alle Menschen werden gleich sein (Lukas 20,34-36). Die klaren Aussagen über das Leben nach dem Tod in der Bibel sollen deutlich machen, dass es sich dabei nicht um eine Projektion menschlicher Wünsche handelt, sondern um eine ganz andere von Gott geplante Wirklichkeit.

Weitere Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Die Zeugen Jehovas sehen im Paradies und in der Erschaffung der ersten beiden Menschen den Beginn einer von Gott geschaffenen, vollkommenen menschlichen Gesellschaft. Durch den Sündenfall sei dieser Aufbau nur unterbrochen gewesen. Während des tausendjährigen Königreiches Gottes würde der ursprüngliche Zustand der Vollkommenheit wiederhergestellt und Menschen ewiges Leben im Paradies auf der Erde ermöglicht werden.

Mormonen glauben, der Garten Eden habe sich in Jackson County im Staat Missouri befunden. Dort wird ein Landstrich südlich der Stadt Independence als Eden verehrt. Dort habe der Gründer der Bewegung, Joseph Smith, einen Altar entdeckt, den Adam nach seiner Vertreibung aus dem Paradies erbaut hätte.[20]

Das Paradies im Islam[Bearbeiten]

Der Islam kennt zwar sehr anschauliche Beschreibungen von einem Paradies voller Wonne, mit Früchten und kühlen Bächen, Paradiesjungfrauen, mit Kissen und weichen Teppichen usw., ein einheitliches Wort dafür gibt es aber nicht.

Meist gebraucht man Wörter, die einen Garten bezeichnen, nur ist das klassische hocharabische Wort für „Garten“ ‏جنdschan meist durch das persische Lehnwort ‏بستانbustaan ersetzt. Das klassisch hocharabische ‏جنّةdschanna ist hingegen koranisch. Auch gibt es das Wort Paradies als Lehnwort ‏فردوسfirdaws und Garten Eden ist auch nicht unbekannt ‏جنّة عدنdschanna adn. Die Vorstellung von einem in verschiedene Stufen geteilten Paradies mit dem „Siebten Himmel“ als höchster Stufe ist recht populär. Cennet = „Garten Eden“ .

Insgesamt ist die Vorstellung eines Paradieses voller weltlicher Freuden im Islam profan sehr verbreitet, auch wenn islamische Theologen versuchen, die Vorstellung von sinnlichen Freuden mehr abstrakt zu deuten.

Das Paradies als Garten[Bearbeiten]

Die transzendierten Vorstellungen vom „Paradies“ als Garten und dem Leben darin sind sehr vielfältig und geben einen interessanten Einblick in die Bedürfnisse und Sehnsüchte der jeweiligen Kultur:

  • die Kelten hatten Avalon, den „Apfelgarten“
  • die Germanen hatten Walhall, die „Wohnung der Gefallenen“
  • die Griechen hatten den Garten der Hesperiden auf einer Insel im Westen mit seinen Goldenen Äpfeln
  • Epikur, ein griechischer Philosoph, versammelte seine Anhänger in einem Garten (Kêpos), der allen dort Ataraxie und Sorgenlosigkeit in Aussicht stellte.
  • War es für die Christen in dem meist ländlichen Mittelalter die Stadt – das Himmlische Jerusalem (Offb. 21) –, rückte später der Garten Eden (Gen. 2) in den Vordergrund.
  • Die Klostergärten geben uns bis heute das Bild wieder von einer (geometrisch) geordneten, in sich geschlossenen Welt.
  • Höhepunkt dieser Vorstellung war der französische Garten im Barock.
  • Seit der Aufklärung wird der Paradiesgarten jedoch immer mehr einer Urlandschaft gleichgesetzt, einer Welt noch vor der Zivilisation.
  • Für den ökologisch bewussten Menschen der heutigen Zeit ist das Paradies meist eine Wildnis, ein Urwald oder Biotop, in dem die durch Kultur und Technik hervorgerufene Entfremdung überwunden wäre.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sebastian Brock (Hrsg.): Hymns on paradise. Crestwood 1990.
  • Klaus W. Hälbig: Der Schlüssel zum Paradies. Die Symbolik des Kreuzes Christi - Zwölf Bildmeditationen. St. Ottilien 1996.
  • Heinrich Krauss: Das Paradies. Eine kleine Kulturgeschichte. München 2004.
  • Alessandro Scafi: Mapping Paradise: A history of Heaven on earth. British Library, London 2006.
  • Jürgen Tubach, Armenuhi Drost-Abgarjan und Sophia G. Vashalomidze (Hrsg.): Sehnsucht nach dem Paradies: Paradiesvorstellungen in Judentum, Christentum, Manichäismus und Islam. Beiträge des Leucorea-Kolloquiums zu Ehren von Walther Beltz (†) [Ed. by Karl Hoheisel and Wassilios Klein. Studies in Oriental Religions 59]. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2010.
  • Jürgen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 36, Langenweißbach 2003, ISBN 3-930036-70-3.
  • Friedrich Weinreb: Schöpfung im Wort. Die Struktur der Bibel in der jüdischen Überlieferung. Zürich ²2002.
  • Eden. In: Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche (RE). 3. Auflage. Band 5, Hinrichs, Leipzig 1898, S. 158–162.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikiquote: Paradies – Zitate
 Wiktionary: Paradies – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David M. Rohl: Legend: The Genesis of Civilisation; Arrow Books, 1998; ISBN 0-7126-8229-5
  2. Jeffery Donley. The Everything History of the Bible Book, Adams Media, 2006; ISBN 1-59337-556-5; S. 59
  3. Etta B. Donaldson: A Journey to the Garden of Eden; in: The American Magazine, Crowell-Collier Publishing Co., 1893; S. 439
  4. Andrew Burke, Mark Elliott: Iran; Footscray, Vic: Lonely Planet, 2004; ISBN 1-74059-425-8; S. 133
  5.  Manfried Dietrich: Das biblische Weltbild und seine altorientalischen Kontexte. In: Bernd Janowski, Beate Ego (Hrsg.): Forschungen zum Alten Testament. Nr. 32, Mohr Siebeck, Tübingen 2001, ISBN 3-16-148251-4, Das biblische Paradies und der babylonische Tempelgarten, S. 281 ff. (Online, abgerufen am 9. Januar 2013).
  6.  Manfried Dietrich: Das biblische Weltbild und seine altorientalischen Kontexte. In: Bernd Janowski, Beate Ego (Hrsg.): Forschungen zum Alten Testament. Nr. 32, Mohr Siebeck, Tübingen 2001, ISBN 3-16-148251-4, Das biblische Paradies und der babylonische Tempelgarten, S. 320 (Online, abgerufen am 9. Januar 2013).
  7.  J. Stephen Lang: 1,001 More Things You Always Wanted to Know About the Bible. Thomas Nelson Inc, Nashville 2001, ISBN 978-1-59555-314-0, 691. The lost rivers of Eden, S. 331 (Online, abgerufen am 8. Januar 2013).
  8. http://www.adams-garden.com/legend01.html
  9.  Philipp Saller: Wissenschaftler auf der Suche nach dem Garten Eden. Acht Sehnsuchtsorte der Paradiesforscher. In: P.M. Magazin. Nr. 12/2012, Gruner + Jahr, Hamburg Dezember 2012, 1. Persischer Golf, S. 31.
  10. Matthias Schulz: Wegweiser ins Paradies. Spiegel Online, 3. Juni 2006, abgerufen am 9. Januar 2013.
  11. Francesca Stavrakopoulou: Tree-hogging in Eden: Divine rejection and royal restriction in Genesis 2-3. In: Mike Higton u. a. (Hgg.): Theology and Human Flourishing. Eugene/Oregon 2011.
  12. a b Alessandro Scafi, Mapping Paradise, A history of Heaven on earth (London, British Library 2006), 44
  13. Alessandro Scafi, Mapping Paradise, A history of Heaven on earth (London, British Library 2006), 52
  14. Alessandro Scafi, Mapping Paradise, A history of Heaven on earth (London, British Library 2006), Taf. 16
  15. Belege?
  16. Klaus W. Hälbig: Der Schlüssel zum Paradies. Die Symbolik des Kreuzes Christi – Zwölf Bildmeditationen, St. Ottilien 1996, S. 105-110.
  17. Friedrich Weinreb: Schöpfung im Wort. Die Struktur der Bibel in jüdischer Überlieferung, Zürich ²2002, S. 80 (vgl. S. 74-77).
  18. Friedrich Weinreb: Schöpfung im Wort. Die Struktur der Bibel in jüdischer Überlieferung, Zürich ²2002, S. 81.
  19. Irmgard Heß: Mann und Frau in der Bibel. Ein verlorenes Menschenbild jenseits patriarchalischer und feministischer Strukturen, Münsterschwarzach 1996, S. 35.
  20.  Philipp Saller: Wissenschaftler auf der Suche nach dem Garten Eden. Acht Sehnsuchtsorte der Paradiesforscher. In: P.M. Magazin. Nr. 12/2012, Gruner + Jahr, Hamburg Dezember 2012, 8. Jackson County Missouri, S. 36.