S-24 (Rakete)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
S-24 (Rakete)

S-24B
S-24B

Allgemeine Angaben
Typ: Luft-Boden-Rakete
Heimische Bezeichnung: S-24, C-24, ADR-240
NATO-Bezeichnung: S-24
Herkunftsland: SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Hersteller: OKB-16 (Konstruktionsbüro Nudelman)
Entwicklung: 1950er
Indienststellung: 1960
Einsatzzeit: im Dienst
Technische Daten
Länge: 2,22 m
Durchmesser: 240 mm
Gefechtsgewicht: 235 kg
Spannweite: 600 mm
Antrieb: Feststoffraketentriebwerk
Geschwindigkeit: über Mach 1,2
Reichweite: 2–3 km
Ausstattung
Lenkung: keine
Zielortung: keine
Gefechtskopf: 123-kg-Splittergefechtskopf
Zünder: Aufschlagzünder oder Näherungszünder
Waffenplattformen: Flugzeuge, Hubschrauber
Listen zum Thema

Die S-24 ist eine ungelenkte Luft-Boden-Rakete, die in der Sowjetunion entwickelt wurde und nach wie vor bei den russischen Luftstreitkräften eingesetzt wird.

Entwicklung[Bearbeiten]

Mitte der 1950er-Jahre bekam das OKB-16 (Konstruktionsbüro Nudelman) den Auftrag zur Entwicklung eines Nachfolgemodelles der problembehafteten Luft-Boden-Rakete S-21. Im Jahr 1958 fanden die ersten Schießversuche mit den Flugzeugen MiG-21 und Su-7 statt. Die S-24 wurde ende 1960 bei den Luftstreitkräften der Sowjetunion eingeführt.[1] Die S-24 ist als das Gegenstück der US-amerikanischen Zuni-Rakete anzusehen.

Technik[Bearbeiten]

Die S-24-Rakete mit Kaliber 240 mm ist drallstabilisiert und hat zusätzlich am Heck vier Stabilisierungsflügel. Der Drall der Rakete entsteht durch sechs schräg angeordnete Düsen am Heck. Diese erzeugen einen Drall von 470 Umdrehungen pro Minute.[2] Die Rakete besteht aus einem Stahlrohr. Im vorderen Teil des Rohres befindet sich der Gefechtskopf, im hinteren Teil das Feststoffraketentriebwerk. Dieses hat eine Brenndauer von rund 1,1 Sekunden und beschleunigt die Rakete auf über Mach 1,2.[3] Die Kursabweichung liegt bei 0,3–0,4 %, was auf eine Bekämpfungsdistanz von 2 km 6–8 m entspricht.

Der Splittergefechtskopf der Ausführung S-24 wiegt 123 kg, wovon 23,5 kg auf den Sprengstoff entfallen. Der Gefechtskopf zerlegt sich beim Einschlag in 4.000 Splitter mit einem Wirkungsradius von 300 bis 400 m.[2] Bei der Ausführung S-24N wird der Splittergefechtskopf durch den RV-24-Näherungszünder rund 30 m über dem Boden zur Detonation gebracht und entfaltet so eine optimale Splitterwirkung. Die Ausführung S-24B ist mit einem gehärteten Sprengkopf zur Bekämpfung von verbunkerten Zielen bestückt. Der V-575-Verzögerungszünder kann in Abhängigkeit zur Zielbeschaffenheit entsprechend eingestellt werden (Verzögerung oder Aufschlag).[2]

Auf Grund ihrer Größe wird die S-24 nicht wie andere ungelenkte Luft-Boden-Raketen aus Mehrfach-Startbehältern gestartet. Die S-24 wird mittels einer Raketen-Startschiene an dem Waffen-Pylon des Flugzeuges befestigt. Anfänglich wurde die PU-12-40U-Startschiene verwendet.[1] In den 1980er-Jahren kam die APU-7D-Startschiene dazu. Die S-24-Raketen können aber auch ab der Universalstartschiene APU-68U eingesetzt werden.[3]

Versionen[Bearbeiten]

Einsatz[Bearbeiten]

S-24-Raketen kamen bei verschiedenen kriegerischen Auseinandersetzungen zum Einsatz: im Ersten Afghanistankrieg, im Ersten Golfkrieg, im Jugoslawienkrieg, im Ersten Tschetschenienkrieg, dem Kaukasuskrieg 2008 sowie bei Konflikten auf dem afrikanischen Kontinent.

Plattformen[Bearbeiten]

Flugzeuge:

Hubschrauber:

Verbreitung[5][Bearbeiten]

Die S-24 wurde in der Sowjetunion eingeführt. Die Waffe fand in den Teilnehmerstaaten des Warschauer Pakts als auch in Staaten in Afrika Verbreitung. Weiter wurde die S-24 von einigen weiteren Staaten beschafft, die sowjetische Kampfflugzeuge und Hubschrauber oder deren chinesische Derivate einsetzten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b С-24 airwar.ru, Zugriff: 28. August 2013
  2. a b c d Yefim Gordon: Soviet/Russian Aircraft Weapons since World War Two. Midland Publishing, 2004, S. 175.
  3. a b Duncan Lennox: Jane’s Air Launched Weapons Systems Edition 2003. Jane's Information Group.
  4. a b Russian Air Force prepares to test guided rockets IHS Jane’s 360, Zugriff: 28. August 2013
  5. cat-uxo.com auf [1], abgerufen am 21. August 2014

Weblinks[Bearbeiten]