Suchoi Su-25

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Suchoi Su-25
Russische Suchoi Su-25 „Frogfoot“ (2012)
Russische Suchoi Su-25 „Frogfoot“ (2012)
Typ: Erdkampfflugzeug
Entwurfsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: Suchoi
Erstflug: 22. Februar 1975
Indienststellung: 1981
Produktionszeit: Seit 1981 in Serienproduktion
Stückzahl: 1024

Die Suchoi Su-25 (russisch Сухой Су-25, NATO-Codename: Frogfoot) ist ein Erdkampfflugzeug, das in der Sowjetunion entwickelt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Su-25 begann im Jahre 1968. In dieser Zeit schuf bei Suchoi ein Team unter der Leitung von Schuri W. Iwaschetschkin erste Entwürfe einer intern T-8 genannten Maschine. Zunächst war das Interesse staatlicher Stellen zurückhaltend, dies änderte sich erst in den Jahren 1972/1973. Der erste Prototyp wurde im Jahr 1974 fertiggestellt. Am 22. Februar 1975 startete Wladimir Iljuschin mit dem ersten, noch mit zwei 25,5 kN Schub liefernden Triebwerken des Typs RD-9 und nach unten schwenkbarer 23-mm-Kanone ausgerüsteten, Prototyp T-8-1 in Schukowski zum Erstflug. Die weiter modifizierte T-8-2 (längere Tragflächen und modifizierte Klappen) flog erstmals am 26. Dezember 1975 mit W. P. Walsiljew. Beide Prototypen wurden später auf R-13-300 umgerüstet. Bei den ersten Serienmaschinen kamen jedoch die neuentwickelten Triebwerke des Typs R-95Sch mit 40,17 kN Schub zum Einsatz. Diese wurden in Tiflis (Georgien) gebaut, wo die erste Maschine (T-8-3) im Juni 1979 zum Erstflug startete. Diese Maschine und die umgerüstete T-8-1 wurden im Rahmen einer Truppenerprobung von April bis Juni 1980 bei insgesamt 44 Einsätzen in Afghanistan verwendet.

Die Su-25 stand in Konkurrenz zur Iljuschin Il-102, Suchoi setzte sich jedoch durch und erhielt Serienaufträge der sowjetischen Luftstreitkräfte.

Nach ihrer Identifizierung durch die NATO im Jahre 1977 erhielt die Su-25 zunächst die provisorische Bezeichnung Ramenskoje Ram-J. Den NATO-Codenamen Frogfoot erhielt sie erst im Jahre 1981. Ihr russischer Spitzname ist „Грач/Gratsch“ (Saatkrähe).

Entwurf[Bearbeiten]

Frontansicht einer Su-25

Im Vergleich zur US-amerikanischen Fairchild-Republic A-10 ist die Su-25 etwas kleiner dimensioniert, verfügt aber durch ihre beiden Triebwerke, die in seitlichen Gondeln am Rumpf (in schützenden Gehäusen aus rostfreiem Stahl) angebracht sind, über eine höhere Leistungsfähigkeit. Wie bei der A-10 sind auch bei Su-25 die Pilotenkabine und die wichtigsten Teile der Offensivelektronik durch eine geschweißte 12 bis 24 Millimeter starke Titanwanne geschützt. Die Pilotenkanzel ist mit einer Frontscheibe aus Panzerglas versehen. Das Flugzeug ist mit einem robusten Fahrgestell für Operationen auf Feldflugplätzen ausgestattet und benötigt eine Startbahn von rund 1200 Metern Länge. Unter den Tragflächen können je vier Gehäuse mitgeführt werden, welche die gesamte Ausrüstung für autonome Einsätze auf Feldflugplätzen enthalten, auf denen lediglich Treibstoff und Munition verfügbar sind. Die Su-25 verfügt über selbstabdichtende Tanks in Rumpf und Tragflächen mit einer maximalen Kapazität von 3.660 Litern Kraftstoff. Viele Systeme der Steuerung und Regelung sind zur Erhöhung der Überlebenswahrscheinlichkeit mehrfach ausgeführt oder durch spezielle Vorrichtungen aus Stahl zusätzlich geschützt.

Die Suchoi Su-25T ist eine aus der Suchoi Su-25 kampfwertgesteigerte und auch für die Panzerbekämpfung entwickelte einsitzige Allwetterversion, im hinteren Cockpit sind Avionik sowie ein Treibstofftank eingebaut. Der Erstflug des Prototyps T-8M fand am 17. August 1984 statt.

Einsatz[Bearbeiten]

Im Jahre 1982 wurde das Flugzeug in den Dienst der sowjetischen Streitkräfte gestellt. Es wurde in Afghanistan zunächst in einer Erprobungseinheit, später aber auch in regulären Einheiten eingesetzt. Während des Krieges wurden die Flugzeuge mit einem minimalen Wartungsaufwand und zum Teil von Feldflugplätzen aus eingesetzt. Die Su-25 hat sich bei der Bekämpfung der afghanischen Widerstandstruppen als äußerst effektiv erwiesen. Nach sowjetischen Angaben waren während des neunjährigen Einsatzes in Afghanistan lediglich 22 Totalverluste zu verzeichnen. Weitere Einsätze der Maschine in den 1980er-Jahren fanden im Krieg des Irak gegen den Iran und im Bürgerkrieg in Angola und im Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea statt. In den 1990er-Jahren wurden Maschinen dieses Typs in Tschetschenien und in Mazedonien eingesetzt und in Peru gegen Drogenschmuggler.

Mit dem Zerfall der Sowjetunion gelangten Su-25 in die Streitkräfte der Russischen Föderation (etwa 200 Stück), aber auch in andere Nachfolgestaaten.

Die DDR war an der Su-25 als Ersatz für die MiG-23BN interessiert. Da für die alten MiG-23BN jedoch keine Abnehmer gefunden wurden, kam das Geschäft nicht zustande.

Luft-Boden-Rakete S-8

Am 20. März 2008 explodierte in der Region Primorje nahe der Ortschaft Nowoselskoje und rund 143 Kilometer vor Wladiwostok eine Su-25 des Luftwaffenstützpunkts Tschernigowka, als sie während eines Übungsfluges eine Luft-Boden-Rakete vom Typ S-8 abfeuerte. Der Pilot kam bei dem Unglück ums Leben. Die russische Luftwaffe ordnete unterdessen ein Startverbot für alle Su-25 bis vorerst Ende April 2008 an.

Anfang August 2008 wurden Su-25 im Kaukasus-Konflikt 2008 Russlands mit Georgien von beiden Seiten eingesetzt.[1] Russland bestätigte den Abschuss von drei Su-25 durch die georgische Luftabwehr.[2][3] Die modernisierten Su-25SM, die vor allem gegen Flugabwehrstellungen eingesetzt wurden, hatten dagegen keine Verluste zu verzeichnen.

Am 1. November 2012 beschossen zwei iranische Su-25 ein unbemanntes US-Aufklärungsflugzeug vom Typ Predator im internationalen Luftraum vor der Küste des Iran mit ihren Bordkanonen. Die amerikanische Drohne wurde dabei nicht getroffen und kehrte unbeschädigt zu ihrem Stützpunkt zurück.[4][5]

Konflikt in der Ostukraine[Bearbeiten]

Während des Konfliktes in der Ostukraine setzte die ukrainische Luftwaffe ihre Su-25 gegen Bodenziele in der Ostukraine ein. Dabei wurden auch ungelenkte Luft-Boden-Raketen des Typs S-8 verschossen. Einmal wurden verschiedene Waffen-Varianten für den einzigen Angriff in einem städtischen Raum in der Stadt Luhansk mit 8 Toten diskutiert, auf CNN war die Rede von Kanonenbeschuss.[6] Einen Tag nach dem Abschuss einer An-26, am 15. Juli, wurde in Snischne ein Wohnhaus getroffen, allerdings erklärte die Luftwaffe, an diesem Tag sei wegen des Abschusses am Tag zuvor gar nicht geflogen worden.[7] [8] Su-25 der Ukrainischen Luftstreitkräfte wurden durch Separatisten über dem Osten der Ukraine angeblich mit tragbaren Einmann-Fla-Raketen abgeschossen, die Regierung macht für zwei Abschüsse in Grenznähe und großer Höhe jedoch Russland verantwortlich.[9][10][11][12] Andere Su-25 gingen infolge von Kampfbeschädigungen oder technischen Defekten verloren.[13] Die erste Su-25 wurde am 16. Juli 2014 abgeschossen.[14]

Modernisierung[Bearbeiten]

Instrumente und Steuerknüppel im Cockpit einer Su-25

Su-25SM[Bearbeiten]

Nach dem Zusammenbruch der UdSSR fand sich die Fertigungslinie der einsitzigen Su-25 in Tiflis (Georgien) wieder. Die Su-25T wurde nur als Vorserie gebaut und nie eingeführt. Die russischen Su-25 waren fortan vom Hersteller abgeschnitten, die Einsatzbereitschaft sank bis 1998 auf 30 Prozent. Um die Schlachtflugzeuge Su-25 ins 21. Jahrhundert zu bringen, begann im Jahr 2000 ein Modernisierungsprogramm. Vor allem Kampfwertsteigerungen im Bereich der Avionik und Bewaffnung sowie eine Überarbeitung der Zelle zur Dienstzeitverlängerung bringen die Leistung der teilweise 20 Jahre alten Flugzeuge auf ein angemessenes Niveau. Die erste Maschine „Rote 33“ flog am 5. März 2002, eine zweite Maschine „Rote 19“ im April 2003. Es folgte die Waffensystemerprobung bis September 2006. Die ersten sechs Maschinen wurden am 26. Dezember 2006 auf dem Militärflugplatz Kubinka an die WWS übergeben. Sie gingen zum 368. SchAP. Modernisiert werden die Flugzeuge im 121. Flugzeug-Ausbesserungswerk in Kubinka. Bis Ende 2007 folgten weitere sechs Maschinen („Rote 07“ bis „Rote 12“), für 2008 sind weitere acht Su-25SM geplant.

Die Kommunikations- und Navigationssysteme wurden so abgestimmt, dass die Su-25SM mit MiG-31BM, Su-34 und Su-24M2 zusammenwirken kann, was die Effektivität über dem Gefechtsfeld steigert. Auch eine Leitung via A-50M kann erfolgen. Das Cockpit ist mit zwei farbigen LCD-MFDs modern und übersichtlich gestaltet, jedoch aus Platzgründen auch mit Analoginstrumenten ausgestattet. Ebenfalls neu sind der Waffenleitrechner Pantera und das Radar Kopjo-25SM. Das Waffenleitsystem PrNK-25 Bars verknüpft nun alle Sensoren, zu denen auch der Laserzielbeleuchter Klijon-PS gehört. Der Bordcomputer soll der neuen BtsWM-Serie entstammen. Auch die Systeme für EloKa wurden modifiziert.

Su-25UBM[Bearbeiten]

Ausgehend von der Su-25SM wurde ein Modernisierungsprogramm für das Ausbildungsschlachtflugzeug Su-25UB ins Leben gerufen. Die zweisitzige Maschine soll nicht nur zur Ausbildung herangezogen werden, sondern auch verstärkt Nachteinsätze durchführen können. Auch fallen Grenzüberwachung, Aufklärung und Schiffsabwehr im Küstenvorfeld mit unter das Aufgabengebiet. In der hinteren Kabine findet bei Einsätzen der Waffensystemoffizier Platz. Die erste Su-25UBM „Weiße 21“ wurde bereits auf der MAKS-2007 präsentiert. Der Erstflug fand am 6. Dezember 2008 statt. Die Erprobung, einschließlich Waffentest, war im Dezember 2010 abgeschlossen.[15] Modernisiert werden die Maschinen bei UUAZ in Ulan-Ude. Da die Su-25UB hier auch im gleichen Werk gebaut wurde, scheint auch eine erneute Serienproduktion möglich. Zwölf Maschinen wurden Ende 2010 vom russischen Verteidigungsministerium bestellt.[16]

Die Avionik gleicht im Prinzip der in der Su-25SM eingesetzten, das Datenlinksystem der Su-25UBM wurde jedoch weiter modifiziert. So kann die Maschine zur Gefechtsfeldüberwachung, Luftraumüberwachung und Zielzuweisung genutzt werden. Das vordere Cockpit ist ähnlich dem der Su-25SM mit zwei farbigen LCD-MFDs ausgestattet. Im hinteren Cockpit finden sich drei LCD-MFDs sowie Systeme zur Steuerung TV-gelenkter Luft-Boden-Waffen. Zwei EloKa-Pods können unter den Tragflächen unabhängig angebracht werden, ohne dass dabei Waffenpylone genutzt werden müssen.

Die Zuladung steigt von vier auf fünf Tonnen. Mit EloKa-Pods können acht und sonst zehn Unterflügelpylone genutzt werden. Es können Luft-Boden-Lenkwaffen Ch-29L, Ch-29T, Ch-25ML, S-25LD oder steuerbare Bomben KAB-500Kr, KAB-500KB und KAB-500L, Antischiffraketen Ch-31A, Ch-35U oder Antiradarraketen Ch-31P mitgeführt werden. Vermutlich sind bereits Schnittstellen für die nächste Generation von Luft-Boden-Waffen vorhanden, deren Systeme dann nur noch integriert werden müssen. Obwohl alle russischen Quellen das Gegenteil behaupten, dürften die Systeme für den Panzerabwehrraketenkomplex Ataka-W vorhanden sein. An ungelenkten Luft-Boden-Waffen können Raketen S-8, S-13, S-24B, S-240OFM sowie Bomben AB-500, RBK-500, ZB-500, AB-250, RBK-250, AB-100 und Kanonenbehälter KMGU und SPPU-22 eingesetzt werden. Verblüffend ist die Fähigkeit zum Einsatz von Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen R-77 und R-27R. Zur Selbstverteidigung können Luftkampfraketen R-73M2 eingesetzt werden. Auch eine 30-mm-Kanone GSch-302 ist vorhanden. Die Su-25UBM kann zur Aufklärung vermutlich die gesamte Palette russischer Aufklärungsbehälter mitführen. Zur Überführung können bis zu vier Abwurftanks PTB-800 oder PTB-1150 mitgeführt werden.

Bisher gibt es nur ein Upgrade für exportierte Su-25K in Form der Su-25KM von Elbit. Usbekistan will alle 40 Su-25 auf diesen Standard bringen, auch die tschechischen und slowakischen Su-25K könnten diese Upgrade durchlaufen mit dem Ziel, die Maschinen NATO-kompatibel zu machen. Jedoch bietet das SM-/UBM-Programm weit mehr Fähigkeiten und die größere Bandbreite an möglichen Waffen. Nach dem Start des russischen Programms hieß es, die Ukraine und Weißrussland seien daran beteiligt. Inwieweit die Ukraine das mit ihrer zunehmenden Ausrichtung zur NATO noch nutzen kann bzw. darf, ist unklar, allerdings könnte Weißrussland im Zuge der russisch-weißrussischen Militärkoalition seine Su-25 problemlos dem russischen Upgrade unterziehen. Auch für andere Nutzer der Su-25K wäre es eine Alternative.

Vorerst wurde lediglich ein Vertrag zur Modernisierung der Su-25 des 368. SchAP unterzeichnet. Da jedoch auch die US Air Force ihre A-10A-Flotte für mindestens weitere 20 Jahre zur A-10C modernisieren will, ist zu erwarten, dass die WWS größere Posten ihrer Su-25 modernisieren wird. Auch die wachsende Gefahr durch Terror und somit wichtige Fähigkeiten zu Präzisionsschlägen machen die Modernisierung unabdingbar. Bis Ende 2008 werden 20 Su-25SM ausgeliefert sein. Das SM-/UBM-Programm ist kostengünstig durchzuführen und die modernisierten Maschinen teilen sich ein gemeinsames Logistiksystem mit Su-34 und Su-24M2, was die Kosten bedeutend senkt. Falls es gelingt, pro Jahr zehn bis 15 Su-25 zu modernisieren, könnten bereits 2015 zwischen 70 und 120 Flugzeuge ausgeliefert sein. Nachdem sich auch Gerüchte über eine erneute Erprobung der Su-39 wieder verbreiten, scheint klar zu sein, dass es mit dem SM-/UBM-Programm nicht getan sein wird. Obwohl Jakowlew auf Basis des Kampftrainers Jak-130 ebenfalls eine Reihe leichter Kampfflugzeuge (darunter eine Erdkampfversion) entwickelt, stehen die WWS zu ihrem bewährten Flugzeug, das auch in den kommenden 20 Jahren einen wichtigen Platz im Inventar einnehmen wird.

Suchoi Su-28

Su-28[Bearbeiten]

Die Suchoi Su-28 (auch als Su-25UT – Utschebno-trenirowotschny – bezeichnet) ist ein Strahl-Schulflugzeug auf der Basis der Su-25UB, das auf privater Initiative von Suchoi entwickelt wurde. Die Su-28 ist wesentlich leichter als Ihr Ausgangsmuster Su-25 und sollte die tschechoslowakische Aero L-39 Albatros ersetzen.

Su-39[Bearbeiten]

Bei der Su-39 handelt es sich um eine Weiterentwicklung des bewährten Modells Suchoi Su-25T.

Die Kampffähigkeit wurde bei der Su-39 weiter erhöht und die Avionik verbessert, sie besitzt nun neben Laser- auch TV- und Infrarotkomponenten. Die vorher im Rumpf eingebaute 30-mm-Kanone wurde aus Platzmangel auf die rechte Seite verlegt.

In der Entwicklungsphase firmierte das Projekt unter der Bezeichnung Su-25TM. Mitte der 1990er-Jahre wurden einige Dutzend der Maschinen gebaut und eine Reihe von Varianten für verschiedene Einsatzzwecke projektiert. Der Erstflug der ersten Serienversion war am 15. August 1995. Die technischen Verbesserungen umfassen unter anderem modernere Ortungs- und Zielerfassungssysteme, die Kapazität zum Tragen modernerer Waffensysteme sowie eine bessere Kühlung und damit Tarnung der Maschine.

Das russische Verteidigungsministerium ist vermutlich aus finanziellen Gründen der Ansicht, dass die Jakowlew Jak-130 und die von ihr abgeleitete Schlachtflugzeugversion Jak-131 ausreichen, um die Su-25 zu ersetzen. Die russischen Luftstreitkräfte hatten sich jedoch für die Su-39 ausgesprochen, weil deren Waffenlast höher und für die Piloten keine große Umstellung gegenüber der Su-25 nötig ist. Außerdem ist sie mit Vielstofftriebwerken ausgerüstet und leichter zu warten. Das Werk in Ulan-Ude ist seit 1995 auf die Serienproduktion vorbereitet. Es stehen zwölf unfertige Maschinen in den Werkhallen.

Versionen[Bearbeiten]

Eine Su-25K-Exportmaschine
Eine Su-25TM, später als Su-39 bezeichnet
Name Beschreibung
Su-25 (Frogfoot-A) Basisversion, zunächst mit R-95Sch-, später jedoch R-195-Triebwerken. Die Standard-Kanonen-Bewaffnung der Su-25 Frogfoot-A ist die zweiläufige 23-mm-Kanone GSch-23L im unteren linken Teil der Nase.
Su-25K (Frogfoot-A) Exportversion der Su-25, gebaut ab 1984.
Su-25 (Frogfoot-B) 1984, mit einer zweiläufigen 30-mm-Kanone, Typ GSch-302 /AO-17A (Kampfsatz: 250 Schuss Panzerbrand- bzw. Splitter-Spreng-Geschosse, die in einer definierten Reihenfolge in einem Gliederzerfallgurt befestigt sind).
Su-25UB (Frogfoot B) Zweisitzige Trainermaschine mit erhöhtem Seitenleitwerk und Beibehaltung der Möglichkeit zu Kampfeinsätzen. Der Prototyp (T-8-U1) flog erstmals am 10. August 1985. Ab 1986 Serienfertigung in Ulan-Ude.
Su-25UBK (Frogfoot-B) Zweisitziger Trainer für den Export. Gebaut 1986 bis 1989 in Ulan-Ude.
Su-25UBP (Frogfoot-B) Zweisitziger Trainer für Marine-Einsätze, ging nicht in Serie. Auch Bezeichnung für Maschinen, die in der Ukraine auf den Stand UTG gebracht wurden.
Su-28 bzw. Su-25UT (Frogfoot-B) Reiner Flugtrainer mit weniger starken Triebwerken. Erstflug am 6. August 1985. Kein Serienbau. Die Su-28 wurde in Paris-Le Bourget im Jahre 1989 vorgestellt und vorgeflogen.
Su-25UTG (Frogfoot-B) Zweisitziger Trainer auf Basis der Su-25UB für den Trägereinsatz auf der Admiral Kusnezow mit Fanghaken. Erstflug am 1. September 1988. Zehn Stück wurden 1989/90 ausgeliefert.
Su-25BM (Frogfoot-A) Unbewaffnete Zielschlepp-Version mit TO-70-Winde.
Su-25BMK (Frogfoot-A) Exportversion der Su-25BM
Su-25SM Einsitzige Version für den Einsatz modernster Lenkwaffen und modernisierter Avionik (z. B. eingebauter Laserzielbeleuchter). Die Zuladung steigt bei dieser Version auf 5000 kg. Wurde auf der MAKS 2001 in Schukowski gezeigt. Der Erstflug erfolgte am 2. März 2002. Die Lieferung der ersten sechs Stück erfolgte am 28. Dezember 2006. Siehe oben.
Su-25UBM Zweisitziger Kampftrainer, siehe oben. Erste Bodentests im Februar 2008.
Su-25KM (Skorpion) Mit Unterstützung der israelischen Firma Elbit aufgewertete Version mit modernerer Elektronik und der Möglichkeit, Waffensysteme aus dem Arsenal der NATO einsetzen zu können. Dennoch wurde auch bei ihr großer Wert auf die Robustheit des Gesamtsystems gelegt. Erstflug am 14. April 2002
Su-25T Speziell zur Panzerbekämpfung ausgerüstete Version auf Basis der Su-25UB Zelle mit erhöhtem Seitenleitwerk. Erstflug am 17. August 1984.
Su-25TM Modernisiertes Modell der Su-25T auf Basis der Su-25UB mit Radar Kopjo-25TM und größerer Kraftstoffkapazität.
Su-25TK Exportversion der Su-25TM, später in Su-39 umbenannt.
Su-25 M1 Ukrainisches Modernisierungsprogramm aus dem Jahre 2010. Dies beinhaltet die Verstärkung der Zelle, moderne Navigationsausrüstung, Multifunktionsdisplays, Zielzuweisungssystem, Selbstverteidigungssysteme und die auch in der der Su-39 bzw. Su-25TM verwendeten R-195-Triebwerke. Die Kosten für die Umrüstung eines Flugzeuges belaufen sich auf 1.232.000 US-$. Alle Su-25 sollten auf den Standard M1 umgerüstet werden. Die ersten Flugzeuge wurden 2011 an die ukrainische Luftwaffe übergeben. Es ist nicht bekannt, wie viele Flugzeuge bereits umgerüstet wurden.[17][18]

Produktion[Bearbeiten]

Die einsitzigen Versionen wurden in Tiflis gebaut, die zweisitzigen Versionen in Ulan-Ude. Es entstanden über 1300 Su-25 verschiedener Versionen.

Technische Daten[Bearbeiten]

Dreiseitenrisszeichnung
Röntgenschnitt der Suchoi Su-25
Kenngröße Daten der Su-25K Daten der Su-39
Länge: 15,36 m 15,33 m
Flügelspannweite: 14,36 m 14,52 m
Tragflügelfläche: 30,10 m² 31,10 m²
Flügelstreckung: 6,85 6,78
Tragflächenbelastung:   
  • minimal (Leergewicht): 309 kg/m²
  • maximal (maximales Startgewicht): 585 kg/m²
  • minimal (Leergewicht): 345 kg/m²
  • maximal (maximales Startgewicht): 691 kg/m²
Höhe: 5,20 m 4,80 m
Leergewicht: 9.315 kg 10.740 kg
Maximales Startgewicht: 17.600 kg 21.500 kg
Höchstgeschwindigkeit: 975 km/h 950 km/h
Steigrate: 65 m/s 65 m/s
Lastvielfache: +6,5/−2g +6,5/−2g
Dienstgipfelhöhe: 7.000 m ohne Außenlasten [19] 12.000 m
Maximale Flugreichweite: 1.950 km 2.250 km
Startstrecke: 550 m k. A.
Landerollstrecke: 400 m mit Bremsschirm k. A.
Maximale Waffenlast: 4.400 kg 5.000 kg
Besatzung: 1 Pilot 1 Pilot
Triebwerke: zwei Tumanski R-95Sh-Strahltriebwerke zwei Tumanski R-195-Strahltriebwerke
Schubkraft: 2 × 40,17 kN 2 × 42,13 kN
Schub-Gewicht-Verhältnis:   
  • maximal (Leergewicht): 0,88
  • minimal (maximales Startgewicht): 0,47
  • maximal (Leergewicht): 0,8
  • minimal (maximales Startgewicht): 0,4

Bewaffnung[Bearbeiten]

Eine Su-25 im ukrainischen Luftwaffenmuseum. An der Steuerbordtragfläche sind zwei Luft-Luft-Raketen R-60 montiert.
Festinstallierte Rohrbewaffnung auf der linken Bugunterseite
Waffenzuladung von 4.400 kg an zehn Außenlaststationen
Luft-Luft-Lenkflugkörper
  • 2 × APU-13MT-Startschienen für je 1 × GMKB Wympel R-3S (K-13 oder AA-2A „Atoll“) – infrarotgelenkt, selbstzielsuchend für Kurzstrecken (nur innere Aufhängepunkte)
  • 4 × APU-60-1-Startschienen für je 1 × Wympel R-60M (K-60 bzw. AA-8 „Aphid“) – infrarotgesteuert, selbstzielsuchend für Kurzstrecken
Luft-Boden-Lenkflugkörper
  • 4 × Swesda Ch-25ML (AS-10 „Karen“) – lasergelenkter Luft-Boden-Lenkflugkörper
  • 2 × Wympel Ch-29T (AS-14 „Kedge-A“) – tv-gesteuerter Luft-Boden-Lenkflugkörper
  • 4 × Swesda Ch-23M (AS-7 „Kerry“) – funkferngesteuerte Luft-Boden-Lenkflugkörper
  • 4 × PU-O-25L-Raketen-Startbehälter für eine S-25L – lasergelenkter Luft-Boden-Lenkflugkörper; Kaliber 340 mm
Ungelenkte Luft-Boden-Raketen
  • 8 × UB-32-A73-Raketen-Rohrstartbehälter für je 32 × ungelenkte S-5-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 57 mm
  • 8 × B-8M1-Raketen-Rohrstartbehälter für je 20 × ungelenkte S-8-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 80 mm
  • 8 × B-13L-Raketen-Rohrstartbehälter für je 5 × ungelenkte S-13-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 122 mm
  • 8 × APU-68UM3-Raketen-Startschiene für eine ungelenkte S-24B-Luft-Boden-Rakete; Kaliber 240 mm
  • 8 × PU-O-25-Raketen-Startbehälter für je eine ungelenkte S-25-OFM-Luft-Boden-Rakete; Kaliber 340 mm
Freifallende Bomben
  • 6 × ZAB-500-400 (407-kg-Brandbombe)
  • 8 × ZB-500RT (450-kg-Napalmbombe)
  • 6 × ODAB-500PM (500-kg-Aerosolbombe)
  • 6 × BetAB-500SP (447-kg-Anti-Pisten-Bombe)
  • 8 × Basalt OFAB-500U (515-kg-Freifallbombe)
  • 8 × Basalt RBK-500 (500-kg-Streubombe)
  • 8 × Basalt FAB-500M-62 (500-kg-Freifallbombe)
  • 8 × ZB-360 (350-kg-Napalmbombe)
  • 6 × Basalt KMGU-2 (270-kg-Submunitionsbehälter für Kleinbomben und Minen)
  • 8 × Basalt FAB-250M-54 (234-kg-Freifallbombe)
  • 8 × OFAB-250 (250-kg-Freifallbombe)
  • 8 × Basalt RBK-250 (250-kg-Streubombe)
  • 8 × ZAB-250 (250-kg-Brandbombe)
  • 16 × Basalt OFAB-120TB (120-kg-Aerosolbombe)
  • 16 × ZAB-100-105 (100-kg-Brandbombe)
  • 32 × Basalt OFAB-100 (100-kg-Freifallbombe)
  • 32 × Basalt FAB-100 (100-kg-Freifallbombe) an MBD2-67U-Bombenrack (ohne dieses lediglich 8)
Externe Behälter
Raketenwerfer UB-16

Bewaffnung ab Su-25T[Bearbeiten]

Luft-Luft-Lenkflugkörper
  • 6 × Wympel R-27R1 (AA-10 „Alamo“) – infrarotgelenkte Mittelstrecken-Luft-Luft-Lenkflugkörper
  • 8 × Wympel R-77 (AA-12 „Adder“ oder als Exportbezeichnung RWW-AE) – radargelenkte Langstrecken-Luft-Luft-Lenkflugkörper
  • 8 × Wympel R-73 (AA-11 „Archer“) – infrarotgelenkte Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkflugkörper
Marschflugkörper
Luft-Boden-Lenkflugkörper
Gelenkte Bomben
  • 4 × BD-3U-Aufhängung für je 1 × Region JSC KAB-500L (lasergelenkte 500-kg-Bombe)
  • 4 × BD-3U-Aufhängung für je 1 × Region JSC KAB-500KR (fernsehgelenkte 500-kg-Bombe)
Externe Behälter
  • 1 × Tekon/Elektron-APK-9E-Funkdatenübertragungsbehälter als Relais der Lenksignale für die Ch-59 und KAB-500KR

Selbstverteidigungssysteme[Bearbeiten]

Aufgrund der Erfahrungen aus dem Einsatz in Afghanistan versahen die Sowjets ihre Su-25 oberhalb der Triebwerksauslässe mit zwei bis vier in Doppelreihen und beidseits des Heckstachels nebeneinanderliegende Doppelreihen angeordneten Täuschkörperwerfern-ASO-2W.

Nutzerstaaten[Bearbeiten]

Bulgarische Su-25K
Su-25 der russischen Luftwaffe in Sonderbemalung
Ukrainische Su-25UB
Russische Luftstreitkräfte: 245
Russische Marine: 10

Trivia[Bearbeiten]

Die Su-25 ist in verschiedenen Flugsimulationen verfügbar, unter anderem in „Su-25 Stormovik“[42], „DCS World Su-25T“ und in „Lock On“.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fighting rages in Georgian separatist capital. Reuters, 8. August 2008 (englisch)
  2. General staff recognized the loss of two aircraft in South Osetia. Delfi.ee, 9. August 2008 (englisch)
  3. General staff recognized the loss of next two aircraft. Lenta.ru, 11. August 2008 (englisch)
  4. Iranische Kampfflugzeuge feuern auf US-Drohne Spiegel Online, 9. November 2012
  5. FIRST ON CNN: Iranian jets fire on U.S. drone CNN, 8. November 2012 (englisch)
  6. Diana Magnay, Tim Lister: Air attack on pro-Russian separatists in Luhansk kills 8, stuns residents. CNN, 3. Juni 2014, abgerufen am 30. Juli 2014 (englisch).
  7. Ukrainische Luftwaffe setzt Flüge wegen AN-26-Abschuss aus, RIA, 15. Juli 2014
  8. Zwölf Zivilisten bei Luftangriff getötet. tagesschau.de, 15. Juli 2014, abgerufen am 30. Juli 2014 (video): „Die Regierung wies jede Verantwortung zurück und erklärte, zum Zeitpunkt des Angriffs sei kein Militärflugzeug in der Luft gewesen.“
  9. spiegel.de 23. Juli 2014: Kämpfe in der Ostukraine: Kiew macht Russland für Kampfjet-Abschuss verantwortlich
  10. Pro-Russia separatists shoot down Ukrainian Su-25, inspect wreckage. In: /theaviationist.com. 23. Juli 2014, abgerufen am 30. Juli 2014 (englisch).
  11. Lukas I. Alpert: Russia Denies Shooting Down Ukrainian Fighter Jets. Kiev Said Missiles That Downed Su-25 Jets Came From Russian Territory. 24. Juli 201, abgerufen am 30. Juli 2014 (eb).
  12. Kampfjet abgeschossen, ukrainische Regierung beschuldigt Russland. standard.at, 17. Juli 2014, abgerufen am 30. Juli 2014.
  13. Su-25 attack aircraft crashes in Dnipropetrovsk. ITAR-TASS, 2. Juli 201, abgerufen am 30. Juli 2014 (englisch).
  14. a b Su-25. In: Overview: the Air Forces of Ukraine. AIRheads↑FLY, abgerufen am 30. Juli 2014 (englisch).
  15. Testing complete on Su-25UBM attack aircraft auf ruaviation.com, gesichtet am 2. September 2011
  16. What's next for the Russian Air Force? von Ilya Kramnik vom 3. Dezember 2010 auf rian.ru, gesichtet am 2. September 2011
  17. Su-25 M1 Frogfoot. Redstar, abgerufen am 3. August 2014 (englisch).
  18. Ukraine Air Force Modernization. globalsecurity.org. Abgerufen am 3. August 2014 (englisch).
  19. Technische Daten der Suchoi Homepage
  20. Equatorial Guinea National Guard. Scramble.nl. Retrieved: 3 January 2009.
  21. a b c d e f g h Gordon and Dawes 2004, S. 93–96.
  22. a b Gordon and Dawes 2004, S. 89–92.
  23. World Military Aircraft Inventory. Aerospace Source Book 2009. Aviation Week & Space Technology, 26 January 2009.
  24. Congolese fighter jet crashes during display. Reuters, 30 June 2007. Retrieved: 17 June 2008.
  25. Nine French soldiers killed in Cote d'Ivoire. People's Daily Online, 8 November 2004.
  26. France attacks Ivorian airbase. BBC News, 6 November 2004.
  27. Ivory Coast seethes after attack. BBC News, 7 November 2004.
  28. World Military Aircraft Inventory. 2007 Aerospace Source Book. Aviation Week & Space Technology, 15 January 2007.
  29. a b Directory: World Air Forces. Flight International, 11–17 November 2008.
  30. Gordon and Dawes 2004, S. 97.
  31. Iraq confirms arrival of Sukhoi Su-25 fighter jets from Russia. 29. Juni 2014, abgerufen am 29. Juni 2014 (englisch).
  32. Moskau und Bagdad schließen offenbar Rüstungsdeal. In: SpOn. 30. Juli 2014, abgerufen am 30. Juli 2014.
  33. Iran bolsters Su-25 fleet. Military aviation news, September 2006.
  34. Gordon and Dawes 2004, S. 99.
  35. Macedonian Air Force Su-25. aeroflight.co.uk, 15 September 2005.
  36. a b c d e f Gordon and Dawes 2004, S. 100–102.
  37. Disputed attack jets seen by U.N. envoys in Darfur. reuters.com.
  38. MilAvia Press.com. MilAvia Press.com. Abgerufen am 26. Januar 2012.
  39. Czech Su-25s. Scramble (magazine), retrieved: 26 July 2011.
  40. Su-25. ukrinform.ua. Retrieved: 3 August 2010.
  41. Lydia Tomkiw: Fighter jets shot down: How many planes has Ukraine lost? In: The christian science monitor. 23. Juli 2014, abgerufen am 30. Juli 2014 (englisch).
  42. Besprechung von Richard Sheffield aus der Ausgabe 6/1991 auf atarimagazines.com, gesichtet am 1. Oktober 2010

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ildar Bedretdinow: Schlachtflugzeug SU-25 und seine Modifikationen. Moskau 2002 (Originaltitel: Ильдар Бедретдинов: Штурмовик Су-25 и его модификации.), ISBN 5-901668-01-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Suchoi Su-25 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien