Valendas

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Schweizer Architekten siehe Hans Eduard von Berlepsch-Valendas.
Valendas
Wappen von Valendas
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Surselvaw
Kreis: Safien
Gemeinde: Safientali2
Postleitzahl: 7122
Koordinaten: 740588 / 18351946.7889.28810Koordinaten: 46° 47′ 17″ N, 9° 16′ 48″ O; CH1903: 740588 / 183519
Höhe: 810 m ü. M.
Fläche: 22.79 km²
Einwohner: 288 (31. Dezember 2012)
Einwohnerdichte: 13 Einw. pro km²
Website: www.valendas.ch
Valendas

Valendas

Karte
Valendas (Schweiz)
Valendas
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2013

Valendas (im lokalen Walserdialekt Faladòòs [fɐlɐˈdɔːs]; in der rätoromanischen Nachbarschaft Valendau [ˌvalənˈdaʊ̯]?/i) war bis am 31. Dezember 2012 eine politische Gemeinde im Kreis Ilanz im Bezirk Surselva des Kantons Graubünden in der Schweiz. Der Ortsname Valendas soll aus Val-endá (Tal von der Seite) entstanden sein. Valendas gilt als Ortsbild von nationaler Bedeutung.[1]

Am 1. Januar 2013 fusionierte sie mit den Gemeinden Versam, Safien und Tenna zur neuen Gemeinde Safiental und wechselte dabei in den Kreis Safien.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein aufrecht stehender goldener (gelber) Löwe, begleitet von drei goldenen Kugeln (2:1)

Das Wappen ist eine Kombination der Wappen der Herren von Valendas (drei schwarze Kugeln in Silber (Weiss) ) mit dem Wappen der mit ihnen verschwägerten Mont auf Löwenberg, das auch die Farben des ehemaligen Gemeindewappens bestimmte.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt auf einer Terrasse über der rechten Seite der Vorderrheinschlucht (Ruinaulta) am Nordhang des Piz Riein auf einer Höhe von 810 m. Neben dem Dorf gehören die Weiler Brün, Carrera, Dutjen (bestehend aus Ober- und Unterdutjen) und Turisch sowie Einzelgehöfte zur ehemaligen Gemeinde. Der tiefste Punkt des ehemaligen Gemeindegebietes liegt auf einer Höhe von 635 Metern, der höchste Punkt ist der Tellistock (2605 m).

Vom gesamten ehemaligen Gemeindegebiet von beinahe 23 km² sind 1110 ha bewaldet und 635 ha Gebirge. Nur 98 der 493 ha des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens sind Maiensässe. Der Rest des ehemaligen Gemeindeareals von 41 ha ist Siedlungsfläche.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Ursprünglich bestand die Bevölkerung aus Bündnerromanen. Die Weiler dagegen wurden von Walsern besiedelt. Bereits vor Jahrhunderten besiedelten diese dann auch das Dorf, so dass heute die gesamte ehemalige Gemeinde deutschsprachig ist. Von den Ende 2004 306 Bewohnern waren 295 Schweizer Staatsangehörige. Die ehemalige Gemeinde ist traditionell reformierter Konfession.

Verkehr[Bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde ist durch die Postautolinie Ilanz-Versam ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Ausserdem teilt sie mit Sagogn die Haltestelle Valendas-Sagogn der Rhätischen Bahn.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Testament von Bischof Tello von 765 wird der Ort unter dem Namen Valendano erstmals erwähnt. Im 12. Jahrhundert taucht ein Adelsgeschlecht von Valendas auf, das verschiedenen Freiherren diente. Später übernahmen die Grafen von Werdenberg deren Besitz. Die Einwohner kauften sich 1526 vom Zehnten frei und erwarben 1529 die Burg Valendas, welche danach zerfiel. In der Zeit der Helvetischen Republik gehörte der Ort zum Distrikt des Glenner im Kanton Rhätien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Verein «Valendas Impuls» wurde 2004 gegründet. Er organisiert verschiedene Anlässe wie beispielsweise die Musiktage Valendas und setzt sich für eine nachhaltige Dorfentwicklung und Pflege des Dorfbildes ein.

  • Ruine der Burg Valendas
  • Unter Denkmalschutz steht die reformierte Dorfkirche.
  • Das Jooshaus, ein Bauernhaus mit angebautem Stall und gemauertem Wohnturm, war seit 50 Jahren unbewohnt und kam 2010 durch eine Schenkung der Erbengemeinschaft an den Verein «Valendas Impuls». Die ältesten Teile gehen auf das 14. Jahrhundert zurück.
  • Das Engihuus oberhalb des Brunnens stammt im Kern aus dem Jahr 1517. 2013/14 wurde das Haus von Gion A. Caminada zum «Gasthaus am Brunnen» umgestaltet und am 28. Juni 2014 eröffnet..[2]
  • Das Untere Marchionhaus wurde vor 1681 in mehreren Bauphasen auf Vorgängerbauten errichtet.
  • Der Holzbrunnen von Valendas gilt als einer der grössten Europas; das Original stammte aus dem Jahr 1760. 2011 wurde der Brunnen mit seinem 4.8 mal zwölf Meter grossen Becken nach 30 Jahren letztmals ersetzt. Der Brunnen steht seit 1981 unter kantonalem Denkmalschutz.
  • Neben dem Türalihus steht das Rothuus, das 1782 über zwei Vorgängerbauten erbaut wurde.
  • Das Türalihus („Türmchenhaus“) stand mehrere Jahrzehnte leer und drohte zu zerfallen. In einem ersten Arbeitsgang wurden Fassade und Dach restauriert. Geplant ist der Einbau von zwei Ferienwohnungen.
  • Erweiterung Bergschulhaus, 2001, Architekt: Curdin Michael[3]
  • Aussichtsplattform Alix mit Blick in die Ruinaulta[4]
Panoramabild, bei der Dorfkirche links beginnend über die Ruinaulta mit Blick in die Gruob bis zur fruchtbaren Terrasse rechts

Literatur[Bearbeiten]

  • Donat Caduff: Augenschein in Valendas. Verlag Bündner Monatsblatt, Chur 2005, ISBN 3-905342-32-4.
  • Paul Joos (Fotografien), Christoph Schwyzer (Texte): Valendas. Die Welt im Dorf. Limmat-Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-85791-646-5.
  • Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Rüegger, Chur/Zürich 2003, ISBN 3-7253-0741-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Valendas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.admin.ch/ch/d/sr/451_12/app1.html Admin.ch
  2. http://www.graubuenden.ch/news/2014/06/23/neu-gasthaus-zum-brunnen-valendas-1836.html Graubünden.ch
  3. Erweiterung Bergschulhaus
  4. Aussichtsplattformen