Enziane

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Enziane
Clusius-Enzian (Gentiana clusii)

Clusius-Enzian (Gentiana clusii)

Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Tribus: Gentianeae
Untertribus: Gentianinae
Gattung: Enziane
Wissenschaftlicher Name
Gentiana
L.
Kochscher Enzian
(Gentiana acaulis)
Clusius-Enzian
(Gentiana clusii)
Gelber Enzian
(Gentiana lutea)
Tüpfel-Enzian
(Gentiana punctata)
Frühlings-Enzian
(Gentiana verna)
Macauleys Enzian
(Gentiana x Macauleyi hort.)
Österreichische 1-Cent-Münze

Die Enziane (Gentiana) sind eine Pflanzengattung aus der großen Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).

Früher wurden auch die Gattungen Kranzenziane (Gentianella), Fransenenziane (Gentianopsis) und Haarschlund (Comastoma) zu einer großen Gattung Enziane (Gentiana s.l.) gezählt.

Laut Plinius dem Älteren leitet sich der Name Gentian von Gentius, König von Illyrien (180 – 168 v. Chr.) ab, der die Heilwirkung von Enzianarten (vermutlich Gentiana lutea) entdeckt haben soll.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorkommen

Die Gattung umfasst weltweit 300 bis 400 Arten, vorwiegend in den Gebirgen der nördlich gemäßigten Zonen, aber auch in den Anden. Enziane fehlen in Afrika. In Europa wachsen etwa 35 Arten vorwiegend in den Alpen.

[Bearbeiten] Beschreibung

Enzian-Arten sind ein-, zwei-, oder mehrjährige krautige Pflanzen. Die einfachen Laubblätter stehen kreuzgegenständig und haben einen glatten Blattrand. Die Blätter bilden bei vielen Arten eine grundständige Rosette.

Die Blüten stehen einzeln oder in meist zymösen Blütenständen. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind (vier- oder) meist fünf- (oder sechs- bis acht-) -zählig. Die grünen Kelchblätter sind verwachsen. Die Kronblätter sind, oft lang röhrig, glockenförmig oder radförmig verwachsen und können ganz unterschiedliche Blautöne haben oder sie sind gelb bis weißlich. Die Staubblätter ragen nicht über die Kronblätter hinaus und die Staubfäden sind mehr oder weniger geflügelt. Der Fruchtknoten ist oberständig. Der Griffel ist kurz oder fehlt. Es werden Kapselfrüchte gebildet, die viele Samen enthalten. Die Samen können geflügelt oder ungeflügelt sein.

Bei den meisten Arten schließen sich die Blüten bei bewölktem Himmel und kühler Luft, auch bei Erschütterungen durch Hagel, Regen und starken Wind.

[Bearbeiten] Symbolik

Viele Enzianarten haben die im Pflanzenreich seltene reinblaue Blütenfarbe, weshalb diese Enziane zum Symbol der Treue wurden.

[Bearbeiten] Sonstiges

Die „Wurzelstöcke“ einiger Arten werden seit dem Mittelalter zur Herstellung von Schnaps, als Arzneimittel und zur Appetitanregung verwendet. Im Gegensatz zu den auf vielen Flaschenetiketten abgebildeten blau blühenden Enzianen werden zur Schnapsbrennerei die großwüchsigen Arten, insbesondere der Gelbe Enzian (Gentiana lutea), verwendet, außerdem wird auch G. purpurea, G. punctata und G. pannonica dafür genutzt.

Auch als Bitterstoff (Amarum) findet Enziane Verwendung. So wird aus der Wurzel bestimmter Arten die bitterste natürliche Substanz der Welt gewonnen, dass Amarogentin. Amarogentin ist auch in einer Verdünnung von eins zu 58 Millionen noch deutlich wahrnehmbar.[1]

Bei vielen Enzianarten schmecken auch die oberirdischen Teile bitter und werden deswegen vom Weidevieh gemieden. Dies ist ein Grund dafür, dass sich Enzianarten auf den beweideten Almwiesen besonders gut halten konnten.

Viele Enzianarten blühen mehrjährig.

Alle Enzianarten stehen unter Naturschutz, das heißt, sie dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden. Daher werden zur Zeit Versuche unternommen, den für die Schnapsherstellung benötigten Enzian zu kultivieren, und ein großer Teil der für Schnapsgewinnung und Arzneimittel benötigten Drogen wird schon als Spezialkultur auf Äckern angebaut und geerntet.

Auf den österreichischen Euro-Centmünzen ist der Enzian abgebildet.

[Bearbeiten] Arten (Auswahl)

Es gibt etwa 300 bis 400 Enzianarten (Gentiana):

[Bearbeiten] Literatur

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3
  • M. A. Fischer, W. Adler, K. Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5
  • Hansjörg Küster: Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa, München 1999, ISBN 3-406-45357-0

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Geschmackssensoren für die bitterste natürliche Substanz der Welt identifiziert. Deutsches Institut für Ernährungsforschung (Pressemitteilung). Abgerufen am 15. Oktober 2009.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Enziane (Gentiana) – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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