Saint-Félix-Lauragais

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Saint-Félix-Lauragais (Sant Felitz de Lauragués)
Wappen von Saint-Félix-Lauragais
Saint-Félix-Lauragais (Frankreich)
Saint-Félix-Lauragais
Region Midi-Pyrénées
Département Haute-Garonne
Arrondissement Toulouse
Kanton Revel
Gemeindeverband Communauté de communes du Lauragais-Revel-Sorèzois.
Koordinaten 43° 27′ N, 1° 53′ O43.4497222222221.8883333333333325Koordinaten: 43° 27′ N, 1° 53′ O
Höhe 178–341 m
Fläche 51,88 km²
Einwohner 1.323 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 26 Einw./km²
Postleitzahl 31540
INSEE-Code

Saint-Félix-Lauragais – Blick auf den Ort mit den schneebedeckten Pyrenäen im Hintergrund

Saint-Félix-Lauragais (occitanisch: Sant Felitz de Lauragués) ist eine französische Gemeinde mit 1323 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Haute-Garonne in der Region Midi-Pyrénées.

Lage[Bearbeiten]

Saint-Félix-Lauragais liegt in der Landschaft des Lauragais, etwa 50 Kilometer (Fahrtstrecke) in südöstlicher Richtung von Toulouse entfernt. Etwa 20 Kilometer südlich liegt Castelnaudary. Die Kantonshauptstadt Revel liegt nur 10 Kilometer östlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 1.192 1.110 1.188 1.177 1.301 1.348

Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sank die Zahl der Einwohner kontinuierlich von anfänglich etwa 3.000 auf nur noch etwa 1.100 ab. Erst in den letzten Jahrzehnten ist wieder ein leichter Anstieg festzustellen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wie in den meisten Orten des Lauragais (auch Pays de la Cocagne = 'Schlaraffenland' genannt) spielte der Anbau von Färberwaid (pastel) im Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine enorm wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der wohlhabenden Gemeinde.

Doch bereits im 18. Jahrhundert wurde der Anbau von pastel aufgegeben – es war durch den neuen Farbstoff Indigo allmählich vom Markt verdrängt worden. Seitdem müssen sich die Bauern im Lauragais wieder von Getreide (Weizen) und ein wenig Viehzucht (Schafe) ernähren. In Erinnerung an bessere Zeiten findet seit 1972 alljährlich am Osterwochenende in Saint-Félix-Lauragais die Fête de la Cocagne statt.

Seit der Jahrtausendwende wurden in der Nähe einige Windparks installiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie aus – heute im Muséum de Toulouse aufbewahrten – Fundstücken (u. a. Steinbeile) hervorgeht, war die Umgebung von Saint-Félix bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Im Mittelalter war der Ort unter Namen Saint-Félix-de-Caraman bekannt. Im Jahre 1167 (oder 1170?) fand in der Burg eine Katharer-Synode unter der Leitung des Bogomilen-Bischofs Niketas statt, an der führende Katharer aus der Region um Carcassonne, aber auch aus Nordfrankreich und der Lombardei teilnahmen. Für das Jahr 1205 ist ein Konvent der parfaits (= 'Vollkommenen') in Saint-Félix urkundlich nachgewiesen. Während des Albigenserkreuzzugs (1209–1229) dürfte der Ort sehr gelitten haben – jedenfalls wurde die Burg zerstört und für das 13. Jahrhundert spricht man von einer Neugründung der Stadt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Église Saint-Félix
  • Die ehemalige Kollegiatkirche (Église Saint-Félix) ist ein Backsteinbau aus dem frühen 14. Jahrhundert im Stil der tolosaner Gotik mit einem alles überragenden Turm, der sich von einem kubischen Unterbau hin zu einem oktogonalen Glockengeschoss mit Spitzhelm entwickelt. Der Turm erhebt sich über dem Eingang auf der Nordseite der Kirche etwa in der Mitte des Kirchengebäudes – er kann also weder als Vierungsturm noch als Westturm bezeichnet werden. Das Innere des Bauwerks besteht aus einem 27 Meter langen, 15 Meter breiten und 13 Meter hohen Kirchenschiff mit seitlichen Kapellen. Nach einem Brand gegen Ende des 16. Jahrhunderts, bei dem die ursprünglichen Gewölbe einstürzten, erhielt das Kirchenschiff Schwibbögen, über die eine Holztäfelung in Form einer Spitztonne gelegt wurde. Teile des Innenraums wurden im 19. Jahrhundert – teilweise auch schon früher – farbig gefasst. Das Kirchengebäude wurde im Jahre 1920 als Monument historique anerkannt.[1]
  • Südlich der Kirche – inmitten des Hauptplatzes – steht eine auf 16 Holzstützen ruhende Markthalle aus dem 15. Jahrhundert. Das Gebäude wurde im Jahre 1926 als Monument historique anerkannt.[2]
  • Gleich daneben befindet sich ein schmiedeeisernes Kreuz, welches im Jahr 1927 unter Schutz gestellt wurde.[3]
  • Die Fassade des ehemaligen Pfarrhauses (presbytère) aus dem 15. Jahrhundert zeigt bereits Fenster mit Fensterkreuz. Sie ist seit 1927 als Monument historique anerkannt.[4] Unmittelbar daneben befindet sich ein Haus aus dem 15. Jahrhundert, dessen spätgotische Fassade im Jahr 1950 ebenfalls unter Schutz gestellt wurde.[5]
  • Außerdem existieren noch Reste der alten Wehranlagen (remparts), die ebenfalls seit 1927 als Monument historique anerkannt sind.[6]
ehemalige Windmühlen
  • Das Geburtshaus des Komponisten Déodat de Séverac aus dem 18. Jahrhundert wurde im Jahr 1990 unter Denkmalschutz gestellt.[7]
  • Von der ehemaligen Burg (château) von Saint-Félix existieren nur noch in Teile; sie wurde wahrscheinlich von den Truppen Simon de Montforts im Jahr 1211 zerstört. An ihrer Stelle wurde vom 13. bis zum 18. Jahrhundert ein neues Schloss erbaut, das aber nicht zu besichtigen ist (Privatbesitz). Donjon und Kapelle aus dem 13. bzw. 14. Jahrhundert sind seit 1994 als Monument historique anerkannt.[8]
  • In der Nähe des Ortes stehen noch die Stümpfe einiger – längst aufgebener – Windmühlen.
  • Ein in der Ebene gelegenes Wasserbauwerk sowie eine Brücke an einem der Zuflusskanäle (rigoles) des Canal du Midi wurden ebenfalls unter Schutz gestellt.[9][10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Société académique d’architecture: Les bastides du Lauragais et du pays de Foix : Carcassonne, Chalabre, Mazères, Mirepoix, Montgeard, Revel, Roquefixade, Saint-Félix-Lauragais, Villefranche-de-Lauragais. Diagram, Toulouse 1991

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saint-Félix-Lauragais – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Église Saint-Félix, Saint-Félix-Lauragais in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Halle, Saint-Félix-Lauragais in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Croix en fer forgé, Saint-Félix-Lauragais in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Presbytère, Saint-Félix-Lauragais in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Maison, Saint-Félix-Lauragais in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  6. Remparts, Saint-Félix-Lauragais in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  7. Maison natale Déodat de Séverac, Saint-Félix-Lauragais in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  8. Château, Saint-Félix-Lauragais in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  9. Epanchoir du Laudot, Saint-Félix-Lauragais in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  10. Pont Vieux de Cailhavel, Saint-Félix-Lauragais in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)