Salza (Adelsgeschlecht)

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Gemehrtes Wappen der Gesamtfamilie nach Siebmachers Wappenbuch (Tafel 180, Braunschweigische)

Das Adelsgeschlecht der Grafen, Freiherren und Herren von Sal(t)za gehört dem Thüringischen Uradel an und verbreitete sich nach dem Baltikum, nach Böhmen, nach der Oberlausitz, nach Russland, Sachsen, Schlesien und Schweden. Angehörige der Familie leben heute in Deutschland und in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Oberlausitzer Zweig der Familie, von dessen ursprünglich bestehenden drei Linien Lichtenau, Linda (ausgestorben im 18. Jahrhundert) und Schreibersdorf (ausgestorben im 17. Jahrhundert) nur noch die Linie Lichtenau blüht, ist von nachweislich 1298 bis heute, nur unterbrochen vom Zeitraum 1945 bis 2007, in seiner Heimat ansässig.

Geschichte[Bearbeiten]

Das ursprünglich edelfreie Geschlecht von Salza stammt aus dem gleichnamigen Ort Salza, heute Bad Langensalza, wo sie auf der Dribogk/Dryburg und auf der Wasserburg Ufhoven saßen. Der Stammvater Burchard von Salza wird urkundlich zwischen 1162 und 1195 erwähnt. 1174 erscheinen Hugo von Salza und seine Brüder Günther und Hermann in den Quellen. Sie waren als kaiserliche Beamte im Besitz des Münzrechts und besaßen im 13. Jahrhundert in Salza eine Münzstätte, die durch Münzfunde nachgewiesen ist. 1345 veräußerte die Familie Herrschaft und Stadt Salza. Der Oberlausitzer Zweig erscheint erstmals 1298 mit „Heilmannus de Sale“ und „Heinricus de Sale“, Inhabern landesherrlicher Lehngüter im Land Görlitz und zugleich Mitgliedern des Rates der Stadt Görlitz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt auf Rot ein weißes Widderhorn.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sebastian Beutler: Ein riesiger Verlust. Mit Hermann Freiherr von Salza und Lichtenau stirbt nicht nur ein Vertreter des Oberlausitzer Adels. Mit ihm geht viel mehr. In: Sächsische Zeitung Dresden, Redaktion Löbau-Zittau, Wochenendbeilage vom 2/3. November 2013, S. 19
  • Walter von Boetticher: Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635–1815. Band 2, Dresden 1913, S. 687–711
  • Walter von Boetticher: Der Adel des Görlitzer Weichbildes um die Wende des 14. und 15. Jahrhunderts. Görlitz 1927, S. 203ff.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherren A Band IX 1975, S. 436–439, Adelslexikon
  • Irmela Hennig: "Wir gehen einer ganz normalen Arbeit nach". Fast 200 große und kleiner Güter gab es einst in der Oberlausitz. Einige Adlige kehrten nach der Wende in ihre Heimat zurück. Die SZ sprach mit Hermann Freiherr von Salza und Lichtenau über das Leben des Lausitzer Adels früher und heute. In: Sächsische Zeitung Dresden, Löbauer Zeitung, Wochenendausgabe vom 29./30. Oktober 2011, S. 9
  • Richard Jecht: Geschichte der Stadt Görlitz. Görlitz im 14. Jahrhundert. Görlitz 1923, S. 28ff.
  • Otto Posse: Die Familie von Salza und Lichtenau. Separatdruck In: Die Siegel des Adels der Wettiner Lande bis zum Jahre 1500. Band 3, Dresden 1908, S. 62–75
  • Carl von Salza und Lichtenau (Hg.): Regesten des aus dem alten deutschen Herrenstande hervorgegangenen Geschlechts Salza. Leipzig 1853
  • Saltza in: Genealogisches Handbuch der baltischen Ritterschaft, 1930
  • Regesten des aus dem alten deutschen Herrenstande hervorgegangenen Geschlechts Salza in der Google-Buchsuche

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: House of Salza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien