Weißenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Weißenberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weißenberg
Weißenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weißenberg hervorgehoben
51.214.666666666667197Koordinaten: 51° 12′ N, 14° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 197 m ü. NHN
Fläche: 50,92 km²
Einwohner: 3280 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02627
Vorwahl: 035876
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 610
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
August-Bebel-Straße 1
02627 Weißenberg
Webpräsenz: www.stadt-weissenberg.de
Bürgermeister: Michael Staude (parteilos)
Lage der Stadt Weißenberg im Landkreis Bautzen
Tschechien Dresden Landkreis Görlitz Landkreis Meißen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Arnsdorf Bautzen Bernsdorf Bischofswerda Bretnig-Hauswalde Burkau Crostwitz Cunewalde Demitz-Thumitz Doberschau-Gaußig Elsterheide Elstra Frankenthal (Sachsen) Göda Großdubrau Großharthau Großnaundorf Großpostwitz Großröhrsdorf Malschwitz Haselbachtal Hochkirch Hoyerswerda Kamenz Königsbrück Königswartha Kubschütz Laußnitz Lauta Lichtenberg (Lausitz) Lohsa Malschwitz Nebelschütz Neschwitz Neukirch (bei Königsbrück) Neukirch/Lausitz Obergurig Ohorn Oßling Ottendorf-Okrilla Panschwitz-Kuckau Pulsnitz Puschwitz Radeberg Radibor Räckelwitz Ralbitz-Rosenthal Rammenau Schirgiswalde-Kirschau Schmölln-Putzkau Schönteichen Schwepnitz Sohland an der Spree Spreetal Steina (Sachsen) Steinigtwolmsdorf Wachau (Sachsen) Weißenberg Wilthen Wittichenau Brandenburg PolenKarte
Über dieses Bild

Weißenberg, sorbisch Wóspork, ist eine Landstadt im sächsischen Landkreis Bautzen in der Oberlausitz. Die eigentliche Stadt hat etwa 1000 Einwohner, mit den umliegenden Dörfern sind es ungefähr 3500.

Geografie[Bearbeiten]

Weißenberg liegt etwa 16 km östlich der Großen Kreisstadt Bautzen nördlich des Strohmberges am Löbauer Wasser.

Die Stadt wird begrenzt von Malschwitz und Hohendubrau im Norden, Vierkirchen im Osten, Löbau im Südosten, Hochkirch im Südwesten sowie Kubschütz im Westen.

Stadtgliederung/Ortsteile[Bearbeiten]

  • Belgern (sorbisch Běła Hora, das bedeutet eigentlich „Weißer Berg“), 76 Einwohner
  • Cortnitz (Chortnica), 42 Einwohner
  • Drehsa (Droždźij), 258 Einwohner
  • Gröditz (Hrodźišćo), 283 Einwohner
  • Grube (Jama), 33 Einwohner
  • Kotitz (Kotecy), 202 Einwohner
  • Lauske (Łusk), 174 Einwohner
  • Maltitz (Malećicy), 274 Einwohner
  • Nechern (Njechorń), 155 Einwohner
  • Nostitz (Nosaćicy), 207 Einwohner
  • Särka (Žarki), 180 Einwohner
  • Spittel (Špikały), 52 Einwohner
  • Weicha (Wichowy), 114 Einwohner
  • Weißenberg, 1038 Einwohner
  • Wuischke (Wuježk), 37 Einwohner
  • Wurschen (Worcyn), 318 Einwohner[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Rathaus auf dem August-Bebel-Platz

Die Stadtgründung von Weißenberg an der Via Regia geht auf den böhmischen König Ottokar I. um 1228 zurück. Die damalige Bezeichnung war Wizenburg und verwies auf die weiße Burg des Städtchens.[3]

1625 konnte sich das Städtchen von seinem adligen Herren für 8.500 Taler freikaufen. Die Stadt musste aber noch einen ritterlichen Schutzherren annehmen.

Noch im 18. Jahrhundert wurde Weißenberg als ein größtenteils sorbisch bewohnter Marktflecken genannt, wobei alle Einwohner auch des Deutschen mächtig waren.[4] Arnošt Muka ermittelte in den 1880er Jahren eine Einwohnerzahl von 1242, darunter waren ihm zufolge damals noch 300 Sorben (24 %).[5]

Der heutige Ortsteil Wurschen ist am Triumphbogen in Paris verewigt, da die Schlacht bei Bautzen vom 20. und 21. Mai 1813 in Frankreich zuweilen Bataille de Wurschen genannt wird.

Am 17. April 1945 kam das Kampfgeschehen des Zweiten Weltkrieges erstmals nach Weißenberg, als sowjetische Artillerie den Bahnhof der Stadt unter Beschuss nahm. Am darauffolgenden Tag wurde Weißenberg von sowjetischen Truppen besetzt.[6]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 51,1 % (2009: 50,1 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
61,8 %
31,0 %
2,9 %
n. k.
4,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+10,7 %p
-13,3 %p
-0,5 %p
-1,1 %p
+4,4 %p

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Wählervereinigung Weißenberg (WV W): 9 Sitze
  • CDU: 5 Sitze

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Weißenberg verfügt über eine Grundschule. Im Ort ist außerdem eine Freie Oberschule ansässig.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weißenberg pflegt eine Partnerschaft mit der Gemeinde Deckenpfronn im Landkreis Böblingen am Rande des Schwarzwaldes.

Museen[Bearbeiten]

Alte Pfefferküchlerei

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Měrćin Nowak-Njechorński (1900–1990), sorbischer Maler, Grafiker, Publizist und Schriftsteller.
  • Pawoł Nedo, deutsch Paul Nedo (1908–1984), sorbischer Pädagoge und Ethnologe, Vorsitzender der Domowina
  • Wolfgang Beyer, Stadthistoriker und ehemaliger Leiter des Landambulatoriums Weißenberg
  • Ellie von Bleichröder, (* 17. September 1894 in Drehsa), Enkelin des Bankiers Baron Gerson von Bleichröder und eine Prominente Insassin des KZ Theresienstadt. [8]

Personen mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Weißenberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 577.
  • Weißenberg. Bilder erzählen, Horb am Neckar 1994

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Angaben der Stadtverwaltung Weißenberg, Stand: 31. Dezember 2008
  3. Jan Meschgang: Die Ortsnamen der Oberlausitz. Domowina Verlag, Bautzen 1973, S. 144.
  4. Richard Andree: Wendische Wanderstudien. Stuttgart 1874, S. 59
  5. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 108
  6. Bautzener Tageblatt vom 2. Mai 1945, Bericht über die Kämpfe um Bautzen
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  8. http://www.ghetto-theresienstadt.info/pages/b/bleichroedere.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weißenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien