Bad Langensalza

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Langensalza
Bad Langensalza
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Langensalza hervorgehoben
51.10805555555610.646666666667185Koordinaten: 51° 6′ N, 10° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Unstrut-Hainich-Kreis
Höhe: 185 m ü. NHN
Fläche: 123,11 km²
Einwohner: 17.683 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99947
Vorwahlen: 03603, 036042 (Nägelstedt)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: UH, LSZ, MHL
Gemeindeschlüssel: 16 0 64 003
Stadtgliederung: Kernstadt; 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstr. 1
99947 Bad Langensalza
Webpräsenz: www.badlangensalza.de
Bürgermeister: Bernhard Schönau (FDP)
Lage der Stadt Bad Langensalza im Unstrut-Hainich-Kreis
Altengottern Anrode Bad Langensalza Bad Langensalza Bad Tennstedt Ballhausen Blankenburg Bothenheilingen Bruchstedt Dünwald Flarchheim Großengottern Großvargula Haussömmern Herbsleben Heroldishausen Hornsömmern Issersheilingen Kammerforst Kammerforst Kirchheilingen Kleinwelsbach Klettstedt Körner Kutzleben Vogtei Marolterode Menteroda Mittelsömmern Mühlhausen Mülverstedt Neunheilingen Vogtei Vogtei Vogtei Obermehler Oppershausen Oppershausen Rodeberg Schlotheim Schönstedt Schönstedt Südeichsfeld Sundhausen Tottleben Unstruttal Urleben Weberstedt WeinbergenKarte
Über dieses Bild
Marktkirche
Rathaus
Bergkirche
Turm der Bergkirche
In der Altstadt
Friederikenschlösschen
Schloss Dryburg
Stadtmuseum im Augustinerkloster

Bad Langensalza ist eine Kurstadt im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen (Deutschland). Sie ist nach der Kreisstadt Mühlhausen die zweitgrößte Stadt im Kreis und bildet das Mittelzentrum für dessen südöstlichen Teil sowie für einige Gemeinden im nördlichen Landkreis Gotha.

Bad Langensalza gehört zu den historisch bedeutendsten Städten im Thüringer Becken, wovon die reichhaltige historische Bausubstanz in der Altstadt zeugt. Sie ist mit einer ummauerten Fläche von gut 50 Hektar nach denen der Nachbarstädte Erfurt und Mühlhausen die drittgrößte Altstadt in Thüringen. Als eine der Waidstädte war Bad Langensalza sehr wohlhabend, sodass große Kirchen und eine mächtige Stadtmauer aus Langensalzaer Travertin, der direkt im Südwesten der Altstadt abgebaut werden konnte, errichtet wurden. Seit 1990 wurde die Altstadt zu einem großen Teil restauriert.

Später wurden in der Stadt Heilquellen erschlossen, die bis heute dem Kurbetrieb dienen. Damit einher ging die Anlage mehrerer Parks, wie Rosengarten und Japanischer Garten.

Geographie[Bearbeiten]

Bad Langensalza liegt im Thüringer Becken, dem fruchtbaren Tiefland entlang der Unstrut. Durch die Stadt selbst fließt die Salza, die etwa zwei Kilometer östlich der Stadt in die Unstrut mündet. Bad Langensalza liegt in einer unbewaldeten, intensiv landwirtschaftlich genutzten flach-welligen Landschaft, die nach Westen zum Hainich, nach Norden zu den Heilinger Höhen und nach Südosten zu den Fahner Höhen ansteigt. Bedingt durch diese Lage ist das Klima in Bad Langensalza verhältnismäßig mild und mit Jahresniederschlägen von etwa 500 Millimetern sehr trocken.

Die Stadt selbst gliedert sich in den relativ großen Altstadtkern, dessen Begrenzung die historische Stadtmauer darstellt, sowie mehrere städtische Erweiterungsgebiete aus der Zeit ab 1850. Zunächst dehnte sich die Stadt Richtung Bahnhof nach Süden und Südosten aus. Hier entstanden auch die ersten Industriegebiete. Es folgte eine Ausdehnung nach Südwesten, wo sich das 1950 eingemeindete Dorf Ufhoven befindet, das mittlerweile vollständig mit der Kernstadt zusammengewachsen ist. Seit 1950 dehnte sich die Stadt vor allem nach Norden aus, wo mehrere Wohn- und Gewerbegebiete entstanden. Durch die Kommunalreformen Anfang der 1990er-Jahre wurde das administrative Stadtgebiet stark vergrößert und erstreckt sich jetzt von den Wäldern des Nationalparks Hainich bis auf die östliche Seite der Unstrut.

Nachbarstädte von Bad Langensalza sind Mühlhausen, 20 Kilometer nordwestlich, Eisenach, 30 Kilometer südwestlich, Gotha, 20 Kilometer südlich, Erfurt, 30 Kilometer südöstlich, Sömmerda, 35 Kilometer östlich und Sondershausen, 35 Kilometer nordöstlich. Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen): Schönstedt, Großengottern, Altengottern, Bothenheilingen, Neunheilingen, Kleinwelsbach, Kirchheilingen, Sundhausen, Klettstedt und Großvargula im Unstrut-Hainich-Kreis, Tonna, Ballstädt, Westhausen, Hochheim und Wangenheim im Landkreis Gotha sowie Hörselberg-Hainich im Wartburgkreis.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Bad Langensalza gliedert sich in insgesamt 13 Ortsteile:

Ortsteil Einwohner
Kernstadt und Ufhoven 13.690
Aschara 491
Eckardtsleben 246
Großwelsbach 315
Grumbach 286
Henningsleben 257
Illeben 274
Merxleben 481
Nägelstedt 730
Thamsbrück 1.041
Waldstedt 108
Wiegleben 390
Zimmern 351

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Rot drei gezinnte silberne Rundtürme mit je drei Schießscharten und blauen Spitzdächern mit goldenen Knäufen und nach links wehenden goldenen Fahnen; jeder Turm mit einem schräg gestellten Wappen belegt: rechts in Gold ein schwarzer, in der Mitte in Blau ein rot-silbern gestreifter Löwe, links in Gold zwei blaue Pfähle.

Symbolik: Die drei Schilde zeigen den Meißner und den Thüringer Löwen und die Landsberger Pfähle. Die drei Türme sollen die Umschließung von drei Vorstädten mit gemeinsamer Stadtmauer symbolisieren.

Geschichte[Bearbeiten]

Ersterwähnung bis 1800[Bearbeiten]

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde erstmals ein Ort namens Salza – im lateinischen Text Salzaha – im Breviarium Sancti Lulli, dem Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld zur Zeit des Erzbischofs Lullus von Mainz († 786), urkundlich erwähnt. Das Kloster besaß im Ort zwei Hufen und zwei Höfe.[Anmerkung 1]

Am 1. Juni 932 erfolgte die erste sichere urkundliche Erwähnung des Dorfes Salzaha (Langensalza) in der Urkunde über einen Gütertausch im Westergau zwischen dem deutschen König Heinrich I. und dem damaligen Abt des Klosters Hersfeld, Megingoz.[2]

Im Jahr 1070 stiftete Ludwig der Springer aus dem Geschlecht der Ludowinger die Liebfrauenkirche in Salza. Drei Jahre später wurde im Reichshof Homburg an der Unstrut eine Fürstenversammlung abgehalten. Im Rahmen des Sachsenkriegs Heinrichs IV. fand am 9. Juni 1075 die Schlacht bei Homburg und Nägelstedt an der Unstrut statt. Das königliche Heer siegte über das vereinte aufständische sächsisch-thüringische Heer. Der Halberstädter Bischof Burchard II., einer der Anführer der Aufständischen, wurde in der Homburg festgesetzt.

1136 wurde die Stiftung des Benediktinerklosters Homburg erneuert. Kaiser Lothar III. bestimmte die Umwandlung des Nonnenklosters in ein Mönchskloster. Das Kloster gehörte zur Erzdiözese Mainz und wurde unter den Schutz von Papst Honorius gestellt.

Im Jahr 1196 verliehen Bernhard III. von Sachsen (?) und Heinrich V., Pfalzgraf bei Rhein, dem Kloster Homburg die Kirche St. Stephan in Salza samt Patronat und Grundbesitz.

Im staufisch-welfischen Thronstreit kam es 1212 zur Belagerung der Dryburg in Salza durch Kaiser Otto IV. Nach kurzem Widerstand gaben die Belagerten auf. Noch im selben Jahr soll der Kaiser dem Dorf das Stadtrecht verliehen haben. Die erste zuverlässige Nennung Salzas als Stadt („oppidum“) ist in einer Urkunde Werner von Eppsteins belegt. Der Erzbischof von Mainz verlängerte darin ein über die Stadt verhängtes Interdikt und untersagte den Bewohnern den Handel in Erfurt.

Die ersten Nachweise einer Münzstätte Langensalza (Salza) sind mit Brakteaten der Herren von Salza, geprägt von etwa 1255 bis 1300, erbracht worden.

Um 1300 wurde die Stadtmauer mit vier Eingangstoren fertiggestellt. Heute sind von der ältesten Stadtbefestigung noch vier Stadtmauertürme erhalten.

1325 gründeten Günther IV. von Salza und seine Söhne das Weißfrauenkloster.

Wegen eines Besitzstreites zwischen dem Landgrafen von Thüringen, Friedrich II., und dem Mainzer Erzbischof Heinrich von Virneburg (Thüringer Grafenkrieg) wurde die Stadt 1346 belagert und zerstört. 1356 schlossen sich Jacobstadt, Neustadt und Altstadt zusammen und bildeten einen gemeinsamen Rat. Es wurde eine Stadtmauer mit sieben Toren und mehr als dreißig Wachtürmen errichtet.

Nach der sächsischen Erbteilung im Jahr 1485 gehörten Stadt und Amt Salza zum albertinischen Herzogtum Sachsen.

Am 25. April 1525 begann ein Aufstand der Handwerker und Bauern im Zuge des Bauernkrieges. Die Aufständischen erzwangen zwölf Sitze im Stadtrat. 1578 wurde die Stadt erstmals als „Langensalza“ urkundlich erwähnt. Die Pappenheimer plünderten und brandschatzten Langensalza 1632 im Zuge des Dreißigjährigen Krieges.

Langensalza war 1584–1670 von Hexenverfolgung betroffen. Zwölf Frauen und ein Mann gerieten in Hexenprozesse. Drei Frauen starben unter der Folter bzw. im Gefängnis, drei wurden verbrannt. Die letzte Hinrichtung wurde 1670 an Maria Göldner vollzogen, die unter dem Vorwurf des Hostienmissbrauchs angeklagt worden war. In den Stadtteilen Grumbach, Nägelstedt, Thamsbrück und Zimmern gerieten 1658–1692 elf Frauen und ein Mann in Hexenprozesse, drei Frauen wurden hingerichtet.[3]

Die Stadt lag an der 1700 eingerichteten Fahrpostroute LeipzigKassel im Rahmen der Fernpostlinie MoskauAmsterdam.

Ein verheerender Stadtbrand legte 1711 Teile der Altstadt in Schutt und Asche. Die im prachtvollen Barockstil an ihrer Stelle entstandenen Bürgerhäuser prägen noch heute das Bild der Stadt. 1751 wurde das Friederikenschlösschen für die Herzoginwitwe Friederike von Sachsen-Weißenfels (1715–1775) errichtet. 1811 wurden Schwefelquellen entdeckt. Schon im Folgejahr eröffnete das erste Schwefelbad im Badewäldchen.[4]

Geschichte ab 1800[Bearbeiten]

Nach dem Wiener Kongress kam Langensalza 1815 durch die Aufteilung Sachsens zu Preußen. Im Deutschen Krieg wurden am 27. Juni 1866 in der Schlacht bei Langensalza preußische Truppen aus Minden und Hamburg von der Armee des Königreichs Hannover geschlagen, welche gleichwohl zwei Tage später vor der überlegenen preußischen Armee kapitulierte.

Im Juni 1938 wurde im Reinhardbrunner Hof eine antisemitische Hetzausstellung gezeigt, die einen propagandistischen Beitrag zur Verfolgung von Langensalzaer Juden gab. Ebenso wurden Sinti- und Roma-Familien verfolgt, von denen einige im KZ-Außenkommando Langensalza inhaftiert waren. Dort haben insgesamt etwa 1300 ausländische Frauen und Männer Zwangsarbeit verrichten müssen.[5]

Am 24. März 1944 erfolgte ein Luftangriff auf die Stadt. Eine Luftmine detonierte an der Treischmühle und beim Hotel "Zum Schwan", führte zu schweren Zerstörungen im Umkreis, und weite Teile der Innenstadt verloren Dächer und Fenster. Beginnende Brände durch Hunderte von Stabbrand- und Phosphorbomben quer durch die Stadt konnten gelöscht werden. Die Presse meldete acht Tote und acht vermißte Personen. Wahrscheinlich hatte ein (angeschossenes?) schweres britisches Bombenflugzeug den Angriff geflogen.[6]

Am 5. April 1945 wurde Langensalza durch amerikanische Truppen besetzt und Anfang Juli an die Rote Armee übergeben. So wurde es Teil der Sowjetische Besatzungszone (SBZ) und ab 1949 der DDR.

1952 wurde der Kreis Langensalza im Bezirk Erfurt gebildet. Durch die Zusammenlegung der Kreise Mühlhausen (MHL) und Langensalza (LSZ) zum Unstrut-Hainich-Kreis (UH) verlor Langensalza im Jahr 1994 aber wieder den Status einer Kreisstadt.

Seit dem 28. Juni 1956 trägt Langensalza den Namenszusatz Bad. Nach der Entdeckung von Sole und Mineralwasser im Jahr 1996 wurden die Kurgesellschaft Bad Langensalza mbH Thermalsole- und Schwefelbad (1997) und der Nationalpark Hainich (31. Dezember 1997) gegründet, die Rehaklinik an der Salza (1998), das Kurmittelhaus (Friederiken-Therme) (21. Mai 1999), der Rosengarten mit Rosenmuseum (Juli 1999), der Botanische Garten auf dem Gelände des ehemaligen Freibades (22. Juni 2002) und der Japanische Garten (16. August 2003) eröffnet.

Seit dem 22. Juni 2002 nennt sich Bad Langensalza „Rosenstadt“. Am 21. März 2005 erhielt Bad Langensalza von Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz während einer Festveranstaltung im Kultur- und Kongresszentrum die Anerkennungsurkunde als Schwefel-Sole-Heilbad. Damit gilt Bad Langensalza endgültig als staatlich anerkannter Kurort nach bundesdeutschen Kriterien. Am 26. August 2005 wurde der Baumkronenpfad im Hainich eröffnet.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Stadtteilübersicht

In den Jahren 1992 bis 1994 gab es drei Eingemeindungswellen und damit zusammenhängend Einwohnerzuwächse:

  • 1. Januar 1992: Eckardtsleben und Illeben
  • 6. Mai 1993: Grumbach (bei Bad Langensalza), Henningsleben, Waldstedt und Wiegleben
  • 8. März 1994: Aschara, Großwelsbach, Merxleben, Nägelstedt, Thamsbrück (Stadt) und Zimmern

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 1831: 5.996
  • 1875: 9.855
  • 1880: 10.538
  • 1890: 11.501
  • 1925: 11.979
  • 1933: 12.759
  • 1939: 14.539
  • 1946: 16.013 1
  • 1950: 18.245 2
  • 1960: 16.143
  • 1981: 16.563
  • 1984: 16.843
  • 1994: 20.992
  • 1995: 20.996
  • 1996: 20.952
  • 1997: 20.441
  • 1998: 20.118
  • 1999: 20.123
  • 2000: 19.917
  • 2001: 19.709
  • 2002: 19.861
  • 2003: 18.994
  • 2004: 18.814
  • 2005: 18.689
  • 2006: 18.567
  • 2007: 18.392
  • 2008: 18.296
  • 2009: 18.150
  • 2010: 17.986
  • 2011: 17.801

1 29. Oktober
2 31. August

Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 48,1 % zu folgendem Ergebnis:[7]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 27,9 % 7
Die Linke 19,1 % 5
SPD 18,3 % 4
FDP 34,7 % 8

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

einer der typischen Wehrtürme in der Stadtmauer
Das Klagetor gehört zur großteils erhaltenen Stadtbefestigung
Nachbildung der Kursächsischen Ganzmeilensäule auf erhöhtem Sockel in der Marktstraße
Preußischer Viertelmeilenstein aus dem 19.Jh. und Originalteile Kursächsischer Postmeilensäulen sowie Grenzsteine im Lapidarium am Stadtmuseum

Bad Langensalza verfügt über eine Altstadt mit reichhaltiger historischer Bausubstanz. Außerdem gehören die Kuranlagen, Gärten und Parks zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Museen[Bearbeiten]

Das Stadtmuseum Bad Langensalza befindet sich am Augustinerplatz in der historischen Altstadt, in den Räumen des einstigen Augustiner-Klosters. Die geologische Sammlung besitzt zahlreiche Zeugnisse pleistozäner Pflanzen. Diese finden sich häufig in dem Travertin-Gestein, welches noch immer am Stadtrand abgebaut wird. Einen Schwerpunkt der heimat- und stadtgeschichtlichen Ausstellung bilden die Kämpfe und Ereignisse des Jahres 1866.[8]

Bauten in der Altstadt[Bearbeiten]

Dominierendes Bauwerk in der Altstadt ist die Marktkirche. Sie wurde im gotischen Stil aus Langensalzaer Travertin errichtet und gehört zu den größten Stadtkirchen in Thüringen. Zudem ist ihr 81 Meter hoher Turm eine weithin sichtbare Landmarke. Die zweite große Pfarrkirche der Altstadt ist die Bergkirche, eine spätgotische, dreischiffige Basilika, die der historischen Jacobsvorstadt als Pfarrkirche dient.

Im Westen der Altstadt befinden sich zwei ehemalige Klöster. Im Augustinereremitenkloster ist heute das Stadtmuseum untergebracht. Vom Barfüßerkloster sind nur noch einige Gebäude erhalten.

Die beiden prägendsten Profanbauten der Altstadt sind das Rathaus und das Schloss Dryburg. Das Rathaus steht frei in der Mitte des Neumarkts. Die Vorgängerbauten wurden 1530 und 1742 durch Brände zerstört, lediglich der gotische Turm blieb erhalten. Dieser wurde beim Bau des heutigen Rathauses zwischen 1742 und 1751 mit einbezogen. Das Rathaus wurde ebenfalls aus Langensalzaer Travertin errichtet. Das Schloss Dryburg befindet sich nah dem Rathaus im Zentrum der Altstadt. Es wurde um 1200 als Stadtburg der Herren von Salza errichtet. Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss zwischen 1694 und 1712 im Rahmen mehrerer Umbauten. Es diente den Herzoginnen von Sachsen-Weißenfels als Witwensitz. Neben diesen öffentlichen Gebäuden sind in der Altstadt auch zahlreiche Fachwerk- und Stein-Bürgerhäuser aus der frühen Neuzeit erhalten.

Umgeben wird die Altstadt von der in großen Teilen erhaltenen Stadtmauer. Sie wurde 1365 nach einer Stadterweiterung angelegt und umfasste ursprünglich 24 Wehrtürme und sieben Tore. Davon sind neun Türme erhalten, darunter auch das Klagetor. Die Wallanlagen wurden teilweise zu Promenaden, Parks und Gärten umgestaltet.

Parks und Gärten[Bearbeiten]

Bad Langensalza ist bekannt für seine Kuranlagen, zum Beispiel die Friederiken-Quelle. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Rosengarten mit dem Rosenmuseum. Außerdem gibt es in Bad Langensalza ein Arboretum, einen botanischen Garten, einen Magnoliengarten, einen Travertingarten und den japanischen Garten Kofuko no Niva (Garten der Glückseligkeit) mit dem authentisch japanischen Teehaus "Sei Sen An".[9]

Im Friederikenschlösschen ist das Haus des Gastes untergebracht. Das Friedrikenschlösschen ist ein spätbarockes Lustschloss, das 1749/50 für Friederike von Sachsen-Gotha-Altenburg vor der östlichen Stadtmauer errichtet wurde.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Am letzten Wochenende im August findet in Bad Langensalza eines der größten Mittelalterfeste in Thüringen statt.

Zwei Fragmente Kursächsischer Postmeilensäulen von 1729, des Viertelmeilensteines Nr. 63 und der Ganzmeilensäule Nr. 64, im Museum sowie eine Nachbildung der Ganzmeilensäule Nr. 64 in der Marktstraße (markierter Originalstandort: Ortsausgang Richtung Mühlhausen/Thüringen) erinnern an die damalige Zugehörigkeit zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels und die Lage am 1700 eingerichteten Fahrpostkurs LeipzigKassel.

In der näheren Umgebung befindet sich der Nationalpark Hainich mit einer Vielzahl von Wanderwegen und dem Baumkronenpfad Hainich an der Thiemsburg.

Eines der ältesten Häuser in Bad Langensalza ist das Haus Rosenthal.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

  • Ein Gedenkstein in der Flur Mittelharth erinnert an einen unbekannten KZ-Häftling, der beim Todesmarsch Richtung KZ Flossenbürg ermordet wurde.
  • Ein Mahnmal an der Ecke Friedrich-Hahn-Straße/ Feldstraße erinnert seit 1984 an alle Opfer des KZ-Todesmarsches
  • Ein Gedenkstein auf dem Gelände der Thüringer Kammgarnwerke mahnt seit 1965, 22 ermordete Zwangsarbeiter des KZ-Außenkommandos nicht zu vergessen
  • Im Ehrenhain auf dem Neuen Friedhof Im Jacobifelde wird mit einem Obelisken über den Gräbern der sowjetischen Soldaten und umgekommenen Zwangsarbeiter(innen) gedacht
  • Ein Gedenkstein auf dem Neuen Friedhof erinnert an vier umgekommene polnische Zwangsarbeiter
Panorama mit Sicht auf den Hungerturm, den Turm vom Augustinerkloster, das Rathaus, die Bergkirche und die Marktkirche St. Bonifacius

Sport[Bearbeiten]

Bekannteste Vereine der Stadt sind der Thüringer Handball Club Erfurt/Bad Langensalza in der Handball-Bundesliga der Frauen sowie der ehemalige Fußball-Gau- und DDR-Ligist FSV Preußen Bad Langensalza. Zudem findet jährlich ein international besetztes Weitsprung-Meeting statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bad Langensalza war jahrhundertelang vor allem eine Handelsstadt, in der Erzeugnisse aus der Umgebung verkauft wurden. Ergänzt wurde die städtische Struktur durch Handwerker und Ackerbürger. Mit der Industrialisierung nach dem Eisenbahnanschluss 1870 siedelten sich auch Fabriken in der Stadt an, vor allem aus der Nahrungsindustrie, später auch aus dem Maschinenbau/Elektroindustrie. Die schon 1802 begonnene maschinelle Textilverarbeitung verlor schon im frühen 20. Jahrhundert an Bedeutung. Heute prägen insbesondere mittelständische Betriebe sowie der Tourismus mit den Kuranlagen und dem Nationalpark Hainich das wirtschaftliche Bild der Stadt.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt verfügt über keinen Autobahnanschluss, ist aber über drei Bundesstraßen mit den wichtigsten Nachbarstädten verbunden. Die Bundesstraße 84 führt von Eisenach im Südwesten nach Sondershausen im Nordosten, die Bundesstraße 176 schließt östlich am Andislebener Kreuz an die Bundesstraße 4 an und führt dann weiter nach Sömmerda im Osten, wobei die Bundesstraße 4 auch den Anschluss nach Erfurt im Südosten darstellt und die Bundesstraße 247 führt nach Mühlhausen im Nordwesten und Gotha im Süden. Landesstraßen führen nach Bad Tennstedt im Osten, nach Schlotheim im Norden und in den Hainich im Westen.

An das Eisenbahnnetz ist Bad Langensalza seit 1870 angeschlossen. Die Bahnstrecke Gotha–Leinefelde und die Bahnstrecke Erfurt–Bad Langensalza befinden sich in Betrieb, während die Bahnstrecke Bad Langensalza–Haussömmern seit 1969 stillgelegt ist. Bedient wird der Bahnhof im südlichen Stadtgebiet von Regionalexpress-Zügen der Linie Göttingen – Bad Langensalza – Gotha – Erfurt – Glauchau/Zwickau (Zwei-Stunden-Takt) und von Zügen der Erfurter Bahn auf den Linien Kassel – Bad Langensalza – Kühnhausen – Erfurt sowie Bad Langensalza – Gotha. Im Übrigen wird der öffentliche Personennahverkehr durch neun Regionalbuslinien der Regionalbus-Gesellschaft Unstrut-Hainich- und Kyffhäuserkreis sichergestellt.

Des Weiteren verfügt die Stadt über einen Flugplatz. Der nächste Verkehrsflughafen ist der Flughafen Erfurt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. http://www.breitunger-basilika.de/index.php?option=com_content&view=article&id=141&Itemid=267
  3. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 522–531; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 253.
  4.  Hans Joachim Kessler, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen (Hrsg.): Heilendes Wasser und sprudelnde Quellen. Begegnungen mit historischen Bädern in Thüringen. E. Reinhold Verlag, Altenburg 2001, ISBN 3-910166-44-X, Bad Langensalza, S. 38–45.
  5. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Heimatgeschichtliche Wegweiser. Bd 8. Erfurt 2003, S. 304. ISBN 3-88864-343-0.
  6. Hans-Joachim Blankenburg und Günther Sinnecker: Luftkrieg über Mittelthüringen 1944–1945. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2007. S. 151–162. ISBN 978-3-938997-52-9.
  7. Bekanntmachung der Stadt Bad Langensalza (PDF; 28 kB)
  8.  Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen (Hrsg.): Museen in Thüringen. Frankfurt am Main 1995, S. 31.
  9. http://www.badlangensalza.de/kur-tourismus/parks-und-gaerten/japanischer-garten/

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Hierbei ist zu bemerken, dass nicht genau bewiesen ist, welches Salza bei dieser Aufzählung gemeint ist. Neben Langensalza kann auch Salza bei Nordhausen in Frage kommen, denn dieses wird bereits am 15. September 802 in einer Urkunde Karl des Großen mit Bezug auf das Kloster Hersfeld erwähnt, diesmal genau mit der Lagebezeichnung im Helmegau.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Friedrich Göschel: Chronik der Stadt Langensalza bis 1346. Bd 1. Reprint 1818/2007 Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, ISBN 978-3-86777-000-2 (Digitalisat der Originalausgabe)
  • Carl Friedrich Göschel: Chronik der Stadt Langensalza 1346–1618. Bd 2. Reprint 1818/2007 Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, ISBN 978-3-86777-001-9.
  • Carl Friedrich Göschel: Chronik der Stadt Langensalza 1618–1711. Bd 3. Reprint 1842/2007 Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, ISBN 978-3-86777-002-6.
  • Carl Friedrich Göschel: Chronik der Stadt Langensalza 1711–1813. Bd 4. Reprint 1846/2007 Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, ISBN 978-3-86777-003-3.
  • Carl Friedrich Göschel: Chronik der Stadt Langensalza 1813-1819. Bd 5. Reprint 2007 Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, ISBN 978-3-86777-004-0.
  • Gustav Schütz: Chronik der Stadt Langensalza und der umliegenden Orte. [Langensalza, Dt. Dr.- und Versandthaus, 1900]. – Bad Langensalza, Reprint Drei-Türme-Verlag, 1990.
  • Harald Rockstuhl: Chronik der Stadt Bad Langensalza in Thüringen 986–2000. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2000. ISBN 978-3-929000-97-9.
  • Brigitte Buhlmann, Ingelore Thara: Kleines Lexikon der Persönlichkeiten der Stadt Bad Langensalza und von Ufhoven. Verlag Rockstuhl in Zusammenarbeit mit Urania Kultur- und Bildungsverein Gotha e. V., Bad Langensalza, 2001, ISBN 978-3-934748-60-6.
  • Waltraud Laeschke (Text), Harald Jadtke (Fotos): Bad Langensalza – Kur- und Rosenstadt in Thüringen. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2000. ISBN 3-934748-27-9.
  • Martin Kampmann: Bad Langensalza – Ansichten einer Stadt 1950–1979. Rockstuhl, Bad Langensalza 2005. ISBN 3-937135-89-8.
  • Albert Wenzel: Urkundenbuch der Stadt und des Kreises Langensalza während des Mittelalters – Band 1. Reprint 1908/2009 Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, ISBN 978-3-86777-051-4.
  • Dagmar Kleemann, Kerstin Runau: Gärten in Bad Langensalza Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2009, ISBN 978-3-86777-059-0.
  • Autorengruppe: Bad Langensalza – 20 Jahre Stadtentwicklung. Bauhaus-Universität Weimar, Weimar 2009, ISBN 978-3-86068-390-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Langensalza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Langensalza – Reiseführer