Samael (Band)
| Vorph beim Hunter Fest 2007 | ||
| Allgemeine Informationen | ||
| Genre(s) | Metal, Crossover, Electronica | |
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| Gründung | 1987 | |
| Website | http://www.samael.info/ | |
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| Vorphalack (Vorph) | ||
| Pat Charvet (bis 1988) | ||
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Gesang, Gitarre
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Vorphalack (Vorph) | |
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Gitarre
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Makro (seit 2004) | |
| Masmiseim (Mas) (seit 1991) | ||
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Schlagzeug, Keyboard
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Xytraguptor (Xy) (seit 1991) | |
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Keyboard
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Rodolphe H. (1993–1996) | |
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Gitarre
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Kaos (1996–2002) | |
Samael ist eine schweizerische Metal- und Crossover-Band aus Sion, die 1987 gegründet wurde.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
1987 wurde Samael von Vorphalack und Pat Charvet in Sion gegründet. Die Band absolvierte ihren ersten Auftritt als Duo und spielte auch das erste Demo Into the Infernal Storm of Evil zu zweit ein. Erst später vervollständigte der Bassist Masmiseim, der vorher bei Alastis gespielt hatte, die Band. Auf dem Debütalbum Worship Him, das als erstes Album des französischen Labels Osmose Productions veröffentlicht wurde, wurde der Bass allerdings noch von Vorphalack eingespielt. Stilistisch ist Worship Him, das Xytraguptors und Vorphalacks 1987 verstorbenem Vater gewidmet wurde,[1] reiner Black Metal, der allerdings wenig Gemeinsamkeiten mit der meist sehr schnellen Spielweise der zur gleichen Zeit debütierenden skandinavischen Black-Metal-Bands aufweist, sondern über weite Strecken eher schleppend gespielt wird.[2] Øystein „Euronymous“ Aarseth von Mayhem war von ihrem Album begeistert und meinte, er wünschte, er hätte mit ihnen über einen Vertrag mit seinem Label Deathlike Silence Productions gesprochen.[3] Mayhem und Samael standen miteinander über Briefwechsel und Tape-Trading in Kontakt, bevor die norwegische Black-Metal-Szene durch ihre kriminellen Aktivitäten für Aufmerksamkeit sorgte.[1] Nachdem der Mayhem-Sänger Dead sich 1991 erschoss, bekam der Samael-Bassist Masmiseim ein Stück von dessen Gehirn zugesandt.[1] Die späteren rechtsextremen Aussagen einiger norwegischer Musiker erklärt sich Vorphalack als zwangsläufige Folge ihrer Versuche, Extreme auf die Spitze zu treiben und Tabus zu brechen. Eine solche Sichtweise sei „von Grund auf völlig falsch“, aber er könne „den Weg in ein solches Loch nachvollziehen.“[1] Samael selbst veröffentlichte damals ein T-Shirt, auf dem Jesus Christus mit der nationalsozialistischen Parole „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“ verbunden wurde; dies war jedoch reine Provokation und sollte das Christentum als totalitär kritisieren.[1]
Nach der Veröffentlichung von Worship Him wechselte Samael zu Century Media, wo das zweite Album Blood Ritual veröffentlicht wurde; zur „Schaffung einer dunklen Atmosphäre“[1] wurden Keyboards eingesetzt. Zum dritten Album Ceremony of Opposites, das bereits weniger puristisch war, kam mit Rodolphe H. ein fester Keyboarder in die Band. Während Xytraguptor die Musik schrieb, war Vorphalack alleine für die Texte verantwortlich, die intellektueller und tiefsinniger wurden; ihm zufolge ist Ceremony of Opposites das textlich extremste Album.[1]. Rodolphe H.s wenige Jahre später erfolgender Ausstieg zog größere Veränderungen in der Band nach sich. Anstatt einen neuen Keyboarder zu suchen, wechselte Xytraguptor an die Keyboards.
Mit der EP Rebellion erfolgte 1995 ein deutlicher Stilbruch. Auf ihr finden sich erstmals elektronische Elemente, teils technoid und filmmusikalisch; mit Static Journey war dort erstmals ein rein elektronischer Titel zu hören, bei After the Sepulture (New Version) ist eine leichte Tendenz zum Industrial Metal auszumachen.
Das folgende Album Passage wurde erstmals mit einem Drumcomputer eingespielt, da ein neuer Schlagzeuger für Xytraguptor nicht in Frage kam.[1] Auf Passage sind „Tribal“-Elemente zu hören (Jupiterian Vibe), die Black-Metal-Elemente wurden auf ein Minimum reduziert und durch elektronische, bisweilen an Bands wie Laibach erinnernde Klänge verdrängt; auf mögliche Laibach-Einflüsse angesprochen, gab Vorph an, Laibach zu schätzen, aber nicht sagen zu können, „ob und wie weit sie uns direkt beeinflussen“.[4] Die Musik wurde sinfonischer und verstärkt mit Keyboard-Chören unterlegt. Bei Shining Kingdom flossen Pop-Elemente ein, The Ones Who Came Before basiert zum Teil auf einem konstanten Techno-Beat, der gelegentlich durch die Erhöhung der BPM durchbrochen wird, während das Gitarrenspiel bei A Man in Your Head an ein für Crossover und Alternative Metal typisches Riff angelehnt ist. Waldemar Sorychta, der Hausproduzent von Century Media, sagte während der Aufnahmen zur Band, er vermute, dass sie in Zukunft einen anderen Produzenten bräuchte, der sich im elektronischen Bereich besser auskenne.[1] 1997 wurde Xytraguptors klassische und instrumentale Einspielung von Passage unter dem Namen Xytras von Century Media veröffentlicht.
1998 erschien die EP Exodus, auf der Samael erneut mit elektronischer Musik experimentierten: Die Titel Son of Earth und From Malkuth to Kether weisen Techno- und Breakbeats auf, wobei letztere aufgrund des Einsatzes breakbeat-untypischer Perkussion nur hintergründig in Erscheinung treten. Die Metal-Elemente blieben jedoch erhalten, während die Band „einer permanenten künstlerischen Metamorphose unterworfen“[1] war; Vorph meinte in einem späteren Interview:
„Ich denke, es macht keinen Sinn, diese Elemente auszulöschen. Wir haben als Metalband angefangen und sind immer eine geblieben. Wir haben versucht, und weiterzuentwickeln, Dinge auszuprobieren. Dabei wollen wir unsere Roots aber nicht verlieren. Es ist wichtig, dass man eine feste Grundlage hat, von der aus man neue Wege gehen, zu der man aber auch zurückkehren kann.“
– Vorph: [1]
Auf Worship Him angesprochen meinte Vorph, es sei definitiv nicht die Art von Musik, die er heute bevorzuge; es sei „nicht genug“, trotzdem stehe er dazu. Er „würde es nicht verleugnen“, aber es passe nicht mehr zu seiner Sicht der Dinge und zu Samael.[1] In Bezug auf die satanistischen Texte äußerte er:
„Ich war damals eigentlich vor allem am Okkultismus interessiert. Alles, was nicht in der Schule oder in den arrivierten Wissenschaften gelehrt wurde, hat mich interessiert, also nicht die Bücher, die die gewöhnlichen Leute lasen, haben mich gefesselt. Ich war auf der Suche nach dem „ganz Anderen“. Ich will nicht sagen, dass ich da irgendetwas gefunden habe, aber ich bin auf Dinge, auf Sichtweisen gestoßen, von denen ich Elemente für mich nutzen konnte. Ich habe sie eigentlich nur kompiliert und zusammengesetzt.“
– Vorph: [1]
1999 erschien nach einer Tournee mit Grip Inc.[1] das Album Eternal, das ohne Sorychta zunächst unter dem Arbeitstitel The Cross aufgenommen wurde. Samael entschieden sich für den späteren Titel Eternal, da sie befürchteten, dem gleichnamigen Titelstück The Cross würde zuviel Bedeutung beigemessen. Alle Stücke sollten gleichberechtigt nebeneinanderstehen.[5] Die Texte wurden persönlicher und handeln unter anderem von Emotionen; das vordergründig antichristliche Lied The Cross allerdings hat auch eine patriotische Seite. Musikalisch bietet Eternal ein Konglomerat aus Crossover und Electronica-/Downbeat-Elementen; bei Ways fanden wiederholt Breakbeats Verwendung, bei dem Stück I Techno-Rhythmen. Darüber hinaus sind Symphonic-Metal- und Industrial-Metal-Anleihen durchgängig auf dem Album vertreten. Gesang und Musik zeigen insbesondere bei Titeln wie Nautilus & Zeppelin Parallelen zu Laibach. Being verwendet hingegen Elemente des Vaudeville Blues.[5] Eine genaue stilistische Zuordnung des Werks erweist sich als schwierig, da es Elemente aus Alternative Metal, Heavy Metal, Blues, Hard Rock, Symphonic Metal, Pop, Techno, Electronica und Industrial Metal vermischt.
Nach der Veröffentlichung kam es zum Bruch zwischen der Band und ihrer Plattenfirma. Die Meinungsverschiedenheiten ergaben sich vor allem aus der strittigen Frage, wie viele Platten Samael noch an ihren Vertragspartner Century Media abzuliefern hatten;[6] zudem gab das Label laut Vorph Versprechen, die es nicht hielt. Zum Beispiel sei es für die Band extrem wichtig gewesen, live spielen und touren zu können, in diesem Bereich sei „nicht alles optimal gelaufen.“[1] Nach mehreren Jahren wurden die Differenzen beigelegt und Samael brachten ein neues Album mit dem Titel Reign of Light heraus, das sie auf ihrem eigenen Label Galactical Recordings produzierten und an das schwedische Label Regain Records lizenzierten. Das Album ist mit Electronica und Alternative Metal durchsetzt, zunehmend traten Elemente der Neuen Deutschen Härte hervor. Auf musikalischer Ebene ist Reign of Light eine Intensivierung des Vorgängers Eternal. Wie schon auf dem 1996er Album Passage wurden auf Reign of Light Tribal- und World-Music-Elemente verarbeitet. Die bei Moongate und Heliopolis verwendeten Raga-Elemente verleihen diesen einen leicht orientalischen, psychedelischen Anstrich. Die hierfür verwendete Sitar wurde von Sami Yli-Sirniö (Kreator) eingespielt. Den weiblichen Gesang auf Moongate steuerte Sandra Schleret bei. Abgemischt wurde das Album von Stefan Glaumann (Rammstein, Clawfinger).
Century Media wiederum veröffentlichte das Doppelalbum Era One/Lesson in Magic #1, das rein elektronisch arrangierte, deutlich an Ambient und Electronica angelehnte Musik enthält und ursprünglich nicht für eine Veröffentlichung unter dem Namen Samael vorgesehen war. Gitarren erscheinen nur noch sporadisch und in stark verfremdeter Form, wie etwa bei Home, das zudem durch Tabla-Perkussion begleitet wird. Der laibach-artige Gesang wurde bei Titeln wie Night Ride, Diamond Drops, Above As Below und Koh-I-Noor weitgehend beibehalten. Voyage greift hingegen auf Synth-Rock-Elemente zurück. Das einzige, auf Rhythmusgitarren basierende Lied des Albums ist Universal Soul.
2007 unterschrieben Samael einen Vertrag bei dem deutschen Label Nuclear Blast, unter dem am 1. Juni 2007 das Album Solar Soul erschien. Das Album lässt sich musikalisch zwischen Passage und Eternal eingliedern und bietet – bis auf den verstärkten Einsatz weiblichen Gesangs bei Suspended Time – keine grundlegenden Neuerungen.
Am 6. März 2009 erschien das achte Album Above. Above stellt eine Rückkehr zum Black Metal dar, doch anders als in den Anfangsjahren sind die Lieder vergleichsweise schnell und produktionstechnisch ausgefeilter. Überraschend ist auch das deutlich punk-lastige Stück Virtual War, das sich zwischen Discharge und Impaled Nazarene bewegt. Einige dieser Rhythmen waren bei früheren Aufnahmen der Band zu hören, und Mas schlug vor, diese wieder in den Klang von Samael zu integrieren.[7] Polygames wurde mit Impaled Nazarene in der Ugra-Karma-Ära verglichen.[8]
[Bearbeiten] Diskografie
| Chartplatzierungen Erklärung der Daten |
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| Alben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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[Bearbeiten] Studioalben
- 1991: Worship Him, wiederveröffentlicht 2005 mit Bonustiteln
- 1992: Blood Ritual
- 1994: Ceremony of Opposites, wiederveröffentlicht 2005 inklusive Rebellion-EP
- 1996: Passage, wiederveröffentlicht 2007 inklusive Exodus-EP
- 1999: Eternal, wiederveröffentlicht 2007 mit Bonustiteln
- 2004: Reign of Light, wiederveröffentlicht 2007 mit Bonus-DVD
- 2006: Era One & Lesson in Magic #1 (Doppel-CD)
- 2007: Solar Soul
- 2009: Above
- 2011: Lux mundi
[Bearbeiten] Singles und EPs
- 1988: Medieval Prophecy (7"-Single)
- 1993: After the Sepulture (7"-Single)
- 1995: Rebellion
- 1998: Exodus
- 2004: Telepath
- 2005: On Earth
- 2007: Valkyries’ New Ride (Promo-MCD und MP3-Single über die Seite von Nuclear Blast)
- 2009: Illumination
- 2010: Antigod
[Bearbeiten] Demos
- 1987: Into the Infernal Storm of Evil
- 1988: Macabre Operetta
- 1989: From Dark to Black
[Bearbeiten] Live-Alben
- 2003: Black Trip (Doppel-DVD)
[Bearbeiten] Kompilationen
- 1994: 1987–1994 (Doppel-CD: Worship Him und Blood Ritual)
- 2003: Since the Creation … (Vinyl-Box-Set der bisherigen Alben)
- 2007: Aeonics – An Anthology (Best of-CD)
- 2008: Medieval Prophecy
- 2010: A Decade in Hell (Box-Set)
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website (englisch)
- Samael bei MusicBrainz (englisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i j k l m n o Burghardt: METALGLORY Magazine - Interviews - Samael Eternal Black Trip. 12. Juni 2003, abgerufen am 22. Februar 2010.
- ↑ Małgorzata Gołębiewska: SAMAEL - Worship Him. Abgerufen am 1. Juni 2010 (polnisch).
- ↑ Interview mit Euronymous (Mayhem) in Bård „Faust“ Eithuns Orcustus
- ↑ Fafnir: SAMAEL (VORPH) Interview vom 12.10.2004. Terrorverlag, 12. Oktober 2004, abgerufen am 11. März 2011.
- ↑ a b Anja Lochner: Interview mit Samael. In: Orkus, Ausgabe 7-8/99, Juli/August 1999, S. 37.
- ↑ vampster.com: Interview mit Vorph
- ↑ Mark Fisher: Lucem Fero. März 2009, abgerufen am 23. November 2009 (englisch).
- ↑ Andres Castro: Tartarean Desire - Samael - Above - review by Andres Castro. Abgerufen am 23. November 2009 (englisch).
- ↑ a b c d musicline.de: Samael in den deutschen Albumcharts
- ↑ a b c d e hitparade.ch: Samael in der Schweizer Hitparade