Paradise Lost (Band)

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Paradise Lost beim Metalmania-Festival in Katowice (Polen) 2007
Paradise Lost beim Metalmania-Festival in Katowice (Polen) 2007
Allgemeine Informationen
Genre(s) Death Doom, Gothic Metal, Dark Rock
Gründung 1988
Website http://www.paradiselost.co.uk/
Gründungsmitglieder
Nick Holmes
Gregor Mackintosh (außerdem Studio-Keyboard: seit 1998/1999, teilweise Live-Keyboard: 1999)
Gitarre
Aaron Aedy
Steve Edmondson
Matthew Archer (bis 1994)
Aktuelle Besetzung
Gesang
Nick Holmes
Gitarre,
Studio-Keyboard
Gregor Mackintosh (außerdem Studio-Keyboard: seit 1998/1999, teilweise Live-Keyboard: 1999)
Gitarre
Aaron Aedy
Bass
Steve Edmondson
Schlagzeug
Adrian Erlandsson (seit 2009)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug, Studio-Hintergrundgesang
Lee Morris (1994-2004)
Schlagzeug
Jeff Singer (Studio-/Live-Schlagzeug: 2005-2007, Schlagzeug: 2007-2008, Tournee-Schlagzeug: 2009, 2011, 2012)
Live-Unterstützung und Session-Musiker
Gesang
Kay Field (Studio-Gesang: 1989)
Gesang
Sarah Marrion (Studio-Gesang: 1992)
Gesang
Denise Bernard (Studio-Gesang: 1993)
Gesang
Shereena Smith (Studio-Gesang: 1998/1999)
Gesang
Lee Dorian (Studio-Gesang: 2002)
Gesang
Devin Townsend (Studio-Gesang: 2002)
Gesang
Leah Randi (Studio-Gesang: 2005)
Gesang
Heather Thompson (Studio-Gesang: 2005)
Gitarre,
Keyboard,
Hintergrundgesang
Milly Evans (Tournee-Gitarre: 1999, 2009-2010, Tournee-Keyboard/-Hintergrundgesang: 2011)
Keyboard
Robert John Godfrey (Studio-Keyboard: 1992)
Keyboard
Andrew Holdsworth (Studio-Keyboard: 1993, 1995)
Keyboard
Jamie Muhoberac (Studio-Keyboard: 2002)
Keyboard
Rhys Fulber (Studio-Keyboard: 2002, 2005)
Keyboard
Chris Elliot (Studio-Keyboard: 2005)
Schlagzeug
Mark Heron (Tournee-Schlagzeug: 2008)
Schlagzeug
Peter Damin (Studio-Schlagzeug: 2009)
Variante des Paradise-Lost-Schriftzugs

Paradise Lost [ˌpæɹədaɪsˈlɒst] ist eine englische Band aus Halifax, West Yorkshire. Ursprünglich aus dem Death Metal stammend, übte sie in den frühen 1990er Jahren entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Death Doom und des Gothic Metal aus. Die Band benannte sich nach dem epischen Gedicht Paradise Lost des englischen Dichters John Milton.

Derzeit besteht die Gruppe aus dem Sänger Nick Holmes, den Gitarristen Gregor Mackintosh und Aaron Aedy, dem Schlagzeuger Adrian Erlandsson sowie dem Bassisten Steven Edmondson.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Beeinflusst durch Gruppen wie Celtic Frost[1] und Candlemass[1], entschlossen sich Nick Holmes, Gregor Mackintosh und Matthew Archer Ende 1987, Paradise Lost zu gründen.[2] Im Jahr darauf komplettierten Aaron Aedy und Steve Edmondson die Band. Edmondson übernahm dabei den Bass, sodass sich Holmes, der anfangs diese Funktion nebenbei ausübte, auf den Gesang und die Texte konzentrieren konnte.[2] Bis 1989 wurden drei Demos veröffentlicht: das im Dezember 1988 eingespielte Tape Paradise Lost[2] sowie Frozen Illusion und Plains of Desolation. Auf diesen zelebrierten Paradise Lost Death Metal mit Doom-Einflüssen und machten sich damit in der englischen Death-Metal-Szene neben Gruppen wie Bolt Thrower schnell einen Namen. Sie unterschrieben in der Folge einen Plattenvertrag beim englischen Label Peaceville Records und veröffentlichten dort im Jahre 1990 das Debütalbum Lost Paradise, auf dem sie ähnlich wie auf den Demos düsteren Doom-/Death-Metal spielten. Im folgenden Jahr erschien das Album Gothic, ein Referenzwerk, das einem ganzen Genre, nämlich dem Gothic Metal, seinen Namen geben sollte.[1] Obwohl die Death-Metal-Einflüsse im Gesang auf diesem Album noch vorherrschend waren, wurde nun bei drei Liedern weiblicher Gesang der Gastsängerin Sarah Marrion verwendet, Orchesterpassagen und Keyboardklänge wurden erstmals eingesetzt. Zu der Zeit waren Paradise Lost ein Teil der später sogenannten „Big Three“ des Doom Metal zusammen mit My Dying Bride und Anathema, die alle bei Peaceville unter Vertrag standen.

Nick Holmes live 2007

Mit dem dritten Album Shades of God erfolgte 1992 der Wechsel zu Music for Nations. Das alte, verschnörkelte Logo – Markenzeichen vieler Death-Metal-Bands – war verschwunden und auch der Klang hatte sich im Vergleich zu den beiden Vorgängeralben gewandelt, insbesondere an Nick Holmes’ Gesang wurde eine Abkehr vom Death Metal offenkundig, insofern lässt sich dieses Album am ehesten als Doom Metal mit leichten Death-Metal-Einflüssen beschreiben. Das auf der CD-Version als Bonustitel enthaltene Lied As I Die gehört zu den erfolgreichsten der Band. Auf dem 1993 veröffentlichten Album Icon waren kaum noch Death-Metal-Einflüsse zu hören. In der Folge bestritt man Tourneen u.a. mit Sepultura. 1995 veröffentlichte die Band das Album Draconian Times und erreichte innerhalb der Metal-Szene ihre größte Popularität, unter anderem spielte sie vor 120.000 Zuschauern als Headliner auf dem Dynamo Open Air.

Ab Mitte der 1990er Jahre veränderte die Band ihren Stil mit jeder neuen Veröffentlichung signifikant, wobei vor allem die stärkere Miteinbeziehung elektronischer Elemente die Richtung vorgab. So überraschte das 1997er-Album One Second durch teils bedächtigeres, aber andererseits auch dynamischeres Songwriting. Rezensenten befürchteten, ältere Fans könnten vor den Kopf gestoßen werden, nannten die Platte aber auch ein „rundes und aufregendes Rock-Album der Spitzenklasse“.[3]

Höhepunkt dieser Entwicklung war das Album Host von 1999, dessen elektronische Klänge und ruhige Grundstimmung stark an Depeche Mode erinnerten und außer einer immanenten Melancholie nichts mehr mit dem Gothic Metal gemein hatten. Der Frage nach der Zuordnung zu einem musikalischen Stil begegnete Sänger Nick Holmes mit der eigenen Genredefinition Dark Rock.[4]

Uns ging es, ohne viel nachzudenken, immer darum, die Musik zu machen, die wir selbst hören. […] Gregor hatte nie etwas mit Metal zu tun. Seit ich ihn kenne, hört er Punk und Gothic. Ich selbst höre einfach alles, von Thrash über Pop bis hin zu Klassik. Wenn ein Song gut ist und man ihn liebt, sollte man dazu stehen.[5]

Nick Holmes

In der Folge wandte sich die Band mit ihrem 2001 veröffentlichten Album Believe in Nothing und der 2002 erschienenen Platte Symbol of Life sukzessive wieder härteren Tönen zu, ohne jedoch zu ihren Wurzeln im Metal zurückzukehren.

Ende Februar 2005 erschien das zehnte Album der Band, schlicht Paradise Lost betitelt. In der limitierten Ausgabe waren zusätzlich String-Dub-Mixes von Over the Madness und Don’t Belong enthalten.

Das elfte Studioalbum mit dem Titel In Requiem erschien am 18. Mai 2007. Noch vor dem offiziellen Verkaufsdatum kürte das Magazin Metal Hammer In Requiem zum Album des Monats. Es weist Einflüsse von Shades of God oder Icon auf, vernachlässigt dabei, wie auch Nick Holmes meinte, nicht Paradise Losts musikalisches Schaffen der letzten zehn Jahre. Wie schon bei den beiden Vorgängeralben gab es neben einer Standardversion noch eine limitierte Version, die zwei Bonustitel enthielt. Im November 2007 wurde eine DVD-Dokumentation mit dem Titel Over the Madness veröffentlicht.

Am 23. Mai 2008 erschien eine Live-DVD sowie -CD mit den Titel The Anatomy of Melancholy. Das Konzert hierfür fand am 12. April 2007 in London statt. Im August 2008 erklärte Schlagzeuger Jeff Singer seinen Ausstieg bei Paradise Lost aus persönlichen Gründen. Die Position des Schlagzeugers wurde im März 2009 mit Adrian Erlandsson besetzt, der bereits bei At the Gates, Nemhain, The Haunted, Samsas Traum und Cradle of Filth aktiv war.[6]

Am 25. September 2009 erschien in Deutschland und Europa das zwölfte Studio-Album Faith Divides Us – Death Unites Us. Auf der anschließenden Europatournee wurde Gregor Mackintosh wegen eines Krankheitsfalles in seiner Familie durch Milly Evans, den Keyboarder von Terrorvision, ersetzt.

Die DVD Draconian Times MMXI wurde am 4. November 2011 veröffentlicht. Neben diversen Bonusmaterial ist ein Mitschnitt eines Konzerts vom 1. April 2011 in London enthalten. Aus Anlass des 15-jährigen Jubiläums wurde hierbei das Studio-Album Draconian Times aus dem Jahre 1995 komplett live gespielt.

Tragic Idol ist das 13. Studioalbum der Band. Es erschien am 20. April 2012 in Deutschland, am 23. April im übrigen Europa und am 24. April 2012 in den USA.

Zum 25-jährigen Band-Jubiläum veröffentlichte Paradise Lost am 18. Oktober 2013 die Compilation Tragic Illusion 25 (The Rarities). Dieses Album enthält den neuen Song Loneliness Remains und neu aufgenommene Versionen von Gothic und Our Savior.

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben
Icon
  DE 31 04.10.1993 (24 Wo.) [7]
Draconian Times
  DE 15 26.06.1995 (14 Wo.) [7]
  AT 21 13.08.1995 (9 Wo.) [8]
  CH 20 09.07.1995 (4 Wo.) [9]
  UK 16 24.06.1995 (3 Wo.) [10]
One Second
  DE 8 28.07.1997 (10 Wo.) [7]
  AT 10 27.07.1997 (12 Wo.) [8]
  CH 40 27.07.1997 (4 Wo.) [9]
  UK 31 26.07.1997 (2 Wo.) [10]
Host
  DE 4 07.06.1999 (8 Wo.) [7]
  AT 33 06.06.1999 (4 Wo.) [8]
Believe in Nothing
  DE 10 12.03.2001 (6 Wo.) [7]
  AT 31 11.03.2001 (6 Wo.) [8]
  CH 41 11.03.2001 (4 Wo.) [9]
Symbol of Life
  DE 16 04.11.2002 (6 Wo.) [7]
  CH 77 03.11.2002 (1 Wo.) [9]
Paradise Lost
  DE 18 14.03.2005 (4 Wo.) [7]
  AT 34 13.03.2005 (2 Wo.) [8]
  CH 59 13.03.2005 (2 Wo.) [9]
In Requiem
  DE 12 04.06.2007 (4 Wo.) [7]
  AT 28 01.06.2007 (2 Wo.) [8]
  CH 41 03.06.2007 (2 Wo.) [9]
The Anatomy of Melancholy (live)
  DE 42 09.06.2008 (1 Wo.) [7]
Faith Divides Us – Death Unites Us
  DE 22 09.10.2009 (3 Wo.) [7]
  AT 54 09.10.2009 (1 Wo.) [8]
  CH 52 11.10.2009 (1 Wo.) [9]
Tragic Idol
  DE 6 04.05.2012 (5 Wo.) [7]
  AT 15 04.05.2012 (3 Wo.) [8]
  CH 23 06.05.2012 (2 Wo.) [9]
  UK 73 05.05.2012 (1 Wo.) [10]
Singles[11]
The Last Time
  DE 60 22.05.1995 (2 Wo.)
  UK 60 20.05.1995 (1 Wo.)
Forever Failure
  UK 66 07.10.1995 (1 Wo.)
Say Just Words
  UK 53 28.06.1997 (1 Wo.)
Mouth
  DE 89 12.02.2001 (1 Wo.)
Erased
  DE 80 02.12.2002 (2 Wo.)
Forever After
  DE 77 28.02.2005 (3 Wo.)
The Enemy
  DE 84 30.04.2007 (1 Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung

Demos[Bearbeiten]

  • 1988: Paradise Lost
  • 1989: Frozen Illusion
  • 1989: Plains of Desolation

Alben[Bearbeiten]

Singles und EPs[Bearbeiten]

  • 1990: In Dub
  • 1992: As I Die
  • 1994: Gothic EP
  • 1994: Seals the Sense
  • 1995: Forever Failure
  • 1995: The Last Time
  • 1997: True Belief '97
  • 1997: Say Just Words
  • 1997: One Second
  • 1999: Permanent Solution
  • 1999: So Much Is Lost
  • 2001: Fader
  • 2001: Mouth
  • 2002: Erased
  • 2005: Forever After
  • 2007: The Enemy

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1997: The Single Collection
  • 1998: Reflection
  • 2009: Drown in Darkness – The Early Demos
  • 2013: Tragic Illusion 25 (The Rarities)

VHS[Bearbeiten]

  • 1990: Live Death
  • 1993: Harmony Breaks
  • 1999: One Second Live

DVD[Bearbeiten]

  • 2002: Evolve
  • 2005: Live Death
  • 2007: Over the Madness
  • 2008: The Anatomy of Melancholy
  • 2011: Draconian Times MMXI

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c Matthias Mader: Paradise Lost – Die letzten Innovatoren, Iron Pages, Ausgabe 24, S. 5, Oktober/November 1993
  2. a b c Rock Power: Kein Trend ist der Trend, S. 26, 1993
  3. Holger Stratmann: PARADISE LOST. One Second. In: Rock Hard, Nr. 123.
  4. Interview mit Nick Holmes, Zillo Musik-Magazin, Nr. 7/8, 1999, S. 27.
  5. Sven Freuen: Interview mit Paradise Lost, Zillo Musikmagazin, Ausgabe 7/8/95, S. 82, Juli/August 1995
  6. The-Pit.de: Neuer Drummer, abgerufen am 17. März 2009
  7. a b c d e f g h i j k Chartverfolgung auf musicline.de (Zugriff am 11. Februar 2008)
  8. a b c d e f g h austriancharts.at: Paradise Lost in der österreichischen Hitparade (Zugriff am 12. Februar 2008)
  9. a b c d e f g h hitparade.ch: Paradise Lost in der Schweizer Hitparade (Zugriff am 12. Februar 2008)
  10. a b c chartstats.com (Zugriff am 17. Januar 2009)
  11. Chartverfolgung auf musicline.de (Zugriff am 11. Februar 2008)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paradise Lost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien