Sandelholzbaum

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Sandelholzbaum
Santalum album (Chandan) in Hyderabad, AP W IMG 0027.jpg

Sandelholzbaum (Santalum album)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Sandelholzartige (Santalales)
Familie: Sandelholzgewächse (Santalaceae)
Gattung: Santalum
Art: Sandelholzbaum
Wissenschaftlicher Name
Santalum album
L.

Der Sandelholzbaum (Santalum album) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae).[1] Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dieses Halbschmarotzers ist nicht sicher bekannt. Der Sandelholzbaum wird in vielen tropischen Gebieten angebaut und vielseitig genutzt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Borke
Zweig mit gegenständigen, gestielten, einfachen Laubblättern
Illustration aus Köhler's Medizinalpflanzen
Blütenstand mit roten Blüten
Reife Steinfrucht

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]

Der Sandelholzbaum wächst als immergrüner, kleiner Baum[2], der Wuchshöhen in Australien von bis zu 4 Metern und in Indien von bis zu 20 Metern erreicht.[3] Der zylindrische Stamm kann einen Umfang von über 1,5 Metern erreichen. Manchmal wächst er auch als aufrechter oder selten kletternder Strauch[2], der Wuchshöhen von bis zu 4 Metern erreicht. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl.[4] Bei jungen Bäumen ist die Borke glatt sowie rötlich bis dunkelbraun, dunkelgrau bis fast schwarz. Bei älteren Exemplaren weist die Borke tiefe vertikale Risse auf und ist innen rot.[3] Die unteren Äste sind manchmal überhängend. Die Zweige sind etwas kantig-gerillt.[4]

Die meist gegenständig[3] oder manchmal kreuzgegenständig[4] an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert.[3][2] Die relativ dünnen, gelblichen Blattstiele sind 5 bis 15 cm lang und besitzen zwei Furchen.[4] Die relativ dünne, einfache Blattspreite ist bei einer Länge von selten 2,5 bis[4], meist 3 bis 8 Zentimetern und einer Breite von selten 1,5 bis,[4] meist 3 bis 5 Zentimetern eiförmig, eiförmig-elliptisch[3], lanzettlich-elliptisch oder länglich[4] mit stumpfer, keilförmiger oder spitzer Spreitenbasis[4] und gerundetem oder zugespitzem oberen Ende.[3] Der Blattrand ist gewellt, flach oder etwas zurückgebogen.[4] Die Blattoberseite ist glänzend hellgrün und die -unterseite etwas blasser sowie blaugrün.[3][4] Auf jeder Seite des Mittelnerves sind sechs bis zehn Seitennerven vorhanden.[4]Die Netznerven sind deutlich erkennbar.[3][4]

Blütenstand und Blüte[Bearbeiten]

In end- oder seitenständig auf 4 bis 20 Millimeter langen Blütenstandsschäften stehenden rispigen oder traubigen,[4] zymösen[3] 2 bis 5 Zentimeter langen[4] Gesamtblütenständen befinden sich kleine Büschel mit je bis zu sechs Blüten.[3] Die Tragblätter fallen früh ab. Der Blütenstiel ist höchstens 3 Millimeter lang.[4]

Die geruchlosen, zwittrigen Blüten sind 4 bis 6 Millimeter lang und meist vier-, selten fünfzählig.[4] Die Blütenhüllblätter sind anfangs strohfarben, gelblich, grün und verfärben sich rötlich oder violett.[4][3] Die meist vier Blütenhüllblätter sind auf einer Länge von etwa 2 Millimetern glockenförmig verwachsen und der freie Bereich ist dreieckig-eiförmig. Hinter den meist vier Staubblättern befinden sich Haarbüschel, die solang sind wie diese. Auf der Mitte der Perianthröhre befinden sich meist vier Nektardrüsen. Der Diskus besitzt vier erhabenen aufrecht-zurückgebogenen 1,2 bis 1,5 Millimeter lange, fleischige Lappen, die anfangs orangefarben-braun und sich schwärzlich-rot verfärben. Der Fruchtknoten ist ober- bis halbunterständig. Der kurze Griffel endet in kleinen, leicht dreilappigen Narbe.[4]

Frucht und Samen[Bearbeiten]

Die fast ungestielte, einsamige Steinfrucht ist bei einem Durchmesser von etwa 1 Zentimeter kugelig[3] oder ellipsoidal.[4] Die fleischige Steinfrucht besitzt eine zunächst rote und sich bei Reife purpurfarben, blau bis schwärzlich-rot färbendes, glattes Exokarp[4], ein hartes geripptes, glattes Endokarp und sie ist von einer Narbe gekrönt.[3] Die Samen besitzen keine Samenschale (Testa).[4] Die Tausendkornmasse beträgt 97 g.[5]

Chromosomensatz[Bearbeiten]

Chromosomenzahl beträgt meist 2n = 20, selten 18.[4][6]

Ökologie[Bearbeiten]

Es erfolgt epigäsische Keimung.[4] Der Halbschmarotzer (Hemiparasit) Santalum album parasitiert an Wurzeln anderer Baum-Arten, um sich mit Wasser und anorganischen Salzen zu versorgen. Zu den Wirtspflanzen zählen Senna siamea und Drypetes lasiogyna.

Neben der Selbstbestäubung kommt es zur Bestäubung durch verschiedene Insekten wie Bienen, Schmetterlinge und Käfer. Die Samen werden hauptsächlich durch Vögel verteilt, die die Früchte fressen.

Der Sandelholzbaum ist anfällig gegenüber Phytoplasmen, die im Extremfall zum Absterben des Exemplares führen, während die Wirtspflanzen von pathogenen Pilzen wie Fusarium und Phytophthora befallen werden können.

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Nach PROSEA ist das ursprüngliche Verbreitungsgebiet nicht sicher bekannt, man vermutet es auf den zum südöstlichen Indonesien gehörenden Äußeren Bandabogen, von denen Timor sowie Sumba als die wichtigsten Inseln anzusehen sind.[4] Das natürliche Verbreitungsgebiet von Santalum album reicht nach Angaben der IUCN von Indien (Karnataka, Tamil Nadu) über China und den Philippinen bis zu den Kleinen Sundainseln.[7]

Santalum album gedeiht im natürlichen Verbreitungsgebiet weit verstreut in laubabwerfenden Trockenwäldern. In seinen Heimatgebieten ist Santalum album laut der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 1998 als „Vulnerable“ = „gefährdet“ bewertet. Als Hauptursache für die Gefährdung gilt Raubbau (siehe auch Abschnitt Verwendung).[7]

Nach PROSEA reicht das heutige Vorkommen vom Bondowoso Distrikt im östlichen Java ostwärts bis Timor, Sulawesi und bis zu den Molukken und bis zum nördlichen Australien.[4] Anbaugebiete des Sandelholzbaumes gibt es heute in vielen tropischen Gebieten beispielsweise Sri Lanka, im südlichen Indien, in China, Taiwan, Australien und Indonesien.[4]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Santalum album erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 349[8].[9] Synonyme für Santalum album L. sind: Sirium myrtifolium L., Santalum ovatum R.Br., Santalum myrtifolium (L.) Roxb.[4]

Verwendung[Bearbeiten]

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Das Sandelholz ist hoch geschätzt für seinen Duft und wird zur Herstellung von Parfüms und Kosmetika. Aus dem Kernholz wird das Sandelholzöl distilliert. Das Holz wird für Schnitzarbeiten geschätz.[2]

Ein ätherisches Öl wird aus den unterirdischen Pflanzenteilen und dem Kernholz extrahiert. Sandelholzöl wird in Parfüms, Kosmetika, Seifen und für medizinischen Anwendungen verwendet. Holzspäne dienen als Räuchermittel. Aus dem Holz werden Kunstobjekte geschnitzt.[10]

Das Kernholz findet wegen des enthaltenen Sandelholzöls zur Parfümherstellung und als Räuchermittel für religiöse Zeremonien Verwendung. Hauptproduzent des Sandelholzes ist Indien. Infolge des Raubbaues sind die Preise für das Holz zwischen 1990 und 2009 von 3800 Euro pro Tonne auf 85000 Euro gestiegen.[11]

Anbaubedingungen[Bearbeiten]

Drei bis vier Jahre nach dem Pflanzen beginnt der Sandelholzbaum zum ersten Mal zu blühen und vollausgewachsen ist er nach 60 bis 80 Jahren. In Indien kommt der Sandelholzbaum in Höhenlagen von 0 bis zu 2500 Metern vor, aber er gedeiht am besten in Höhenlagen zwischen 600 und 1000 bis 1500 Metern.[10] Ab dem Alter von 15 Jahren bildet der Sandelholzbaum pro Jahr ungefähr ein Kilogramm Kernholz. Dabei begünstigen suboptimale Wachstumsbedingungen einen höheren Ölanteil im Kernholz.[11] Santalum album gedeiht auf feuchten, sandigen Böden und verträgt weder Staunässe noch Frost.

Wappen Dilis

Symbolik[Bearbeiten]

Das alte, koloniale Wappen Dilis enthält die Darstellung eines Sandelholzbaumes (vgl. hier).

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Santalum album im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 17. Juli 2014.
  2. a b c d Henk J. Beentje, P. M. Polhill: Santalceae., Flora of Tropical East Africa, Royal Botanic Gardens, Kew, 2005. ISBN 978-1842461136: Santalum album L., cultivated Sandalwood. online.
  3. a b c d e f g h i j k l m Orwa et al., 2009: Santalum album L. Santalaceae bei Agroforestry Database 4.0 - Volltext-PDF.
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa R. Yusuf, 1999: Santalum album L. bei PROSEA = Plant Resources of South-East Asia.
  5. Datenblatt bei Seed Information Database.
  6. Santalum album bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  7. a b Santalum album in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2014. Eingestellt von: Asian Regional Workshop (Conservation & Sustainable Management of Trees, Viet Nam, August 1996), 1998. Abgerufen am 17. Juli 2014
  8. Carl von Linné 1753 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  9. Santalum album bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 17. Juli 2014.
  10. a b Datenblatt bei Ecocrop der FAO = Food and Agriculture Organization of the UN.
  11. a b ftd.de (abgerufen am 18. Mai 2013) (Version vom 10. Mai 2011 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santalum album – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Danica T. Harbaugh, Bruce G. Baldwin: Phylogeny and biogeography of the sandalwoods (Santalum, Santalaceae): repeated dispersals throughout the Pacific. In: American Journal of Botany, 2007, Volume 94, Issue 6, S. 1028-1040. doi:10.3732/ajb.94.6.1028
  • J. M. Johnson: Dispersal of sandalwood (Santalum album) by birds in Tamilnadu. In: Journal of the Bombay Natural History Society, Volume 79, 1981, S. 672-675.
  • Anupama Chembath, M. Balasundaran, P. Sujanapal: Phylogenetic Relationships of Santalum album and its Adulterants as Inferred from Nuclear DNA Sequences. In: International Journal of Agriculture and Forestry, Volume 2, Issue 4, 2012, S. 150-156. doi:10.5923/j.ijaf.20120204.03