Sant’Onofrio al Gianicolo

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Vorhof der Kirche
Rudolf von Alt (?), Blick von Sant’Onofrio auf Rom, 1835

Sant’Onofrio al Gianicolo ist eine Kirche im Rione Trastevere in Rom.

Die dem Hl. Onophrios geweihte Kirche liegt an der der Salita Sant’Onofrio am Fuß des Gianicolo. Das Kloster mit Kreuzgang und die Kirche gelten als die frühesten Bauwerke der Renaissance in Rom.

Architektur und Innenausstattung[Bearbeiten]

Zum Vorhof, von dem aus man einen spektakulären Blick auf Rom und den Petersdom hat, führt eine breite Treppe mit zwei Absätzen. Der Brunnen im baumbestandenen Hof wurde 1924 aus mehreren in den kommunalen Museen gelagerten historischen Fundstücken zusammengesetzt.[1] Flankiert wird der Vorhof auf der einen Seite von einem Portikus mit Säulenarkaden. In drei Lünetten-Fresken ist das Leben des Hl. Onofrio dargestellt. Das folgende Geschoss wird durch schmale rechteckige Fenster, die sich mit quadratischen, schmal profilierten Feldern abwechseln, flachen Lisenen und Friese gegliedert.

Im Portikus zur Rechten des Portals, gegenüber der ehemaligen Wohnung des Kustoden, ist der Eingang zum Kreuzgang des Klosters. In der Lünette über dem Renaissanceportal befindet sich ein Fresko mit einer Madonna mit Kind von Claudio Ridolfi aus dem Jahr 1600.

Die einschiffige Kirche ist kreuzgewölbt, mit einer polygonalen Apsis abgeschlossen, das Schiff wird von drei bzw. zwei Kapellen an den Seiten begleitet.

Altarbilder und Wandfresken[Bearbeiten]

Grabmäler, Epitaphe, Erinnerungstafeln[Bearbeiten]

Erinnerungstafeln an die Besuche von Goethe und Chateaubriand

Sant’ Onofrio ist mit einer Fülle von Grabmälern, Epitaphen, Wappen von Bauherren und unterschiedlichen Erinnerungstafeln ausgestattet. Zwei Tafeln neben der Treppe zum Kloster erinnern an die Bauherren der Salita, Papst Sixtus V. und Papst Clemens VIII., der die Pflasterung der Straße veranlasst hat.

In die hohe Stützmauer im Garten vor der Kirche sind zwei Erinnerungstafeln an die Besuche von Goethe und Chateaubriand in Sant’Onofrio eingelassen.

Im Portikus neben dem Eingang zur Kirche befindet sich das Grabmal des Kirchengründers, Nicola da Forca Palena, sowie die Wappen von Stifterfamilien, die das Kloster finanziell unterstützt haben; im Gang zum Kloster die Grabmäler des italienischen Lyrikers und Dramatikers Alessandro Guidi (1650–1712) und des römischen Kunstförderers Giuseppe Rondinini (1725–1801).

In der Kirche selbst zu sehen sind das Grab von Torquato Tasso mit einer schlichten Marmorplatte und einem Epitaph mit Porträt des Dichters, eine Stiftung von Kardinal Bonifazio Bevilacqua Aldobrandini (1571–1627) von 1608 und das aufwendige Grabmonument für Tasso des römischen Bildhauers Giuseppe de Fabris (1790–1860) von 1857, außerdem die Grabmäler für den Kardinal Filippo Sega (1537–1596) mit einem Porträt von Domenichino, den Kardinal Giuseppe Mezzofanti, für Giovanni Sacco, Sekretär von Julius II., ausgeführt von Bildhauern aus der Schule von Andrea Bregno.

Kreuzgang

Der Kreuzgang[Bearbeiten]

Zum Kloster gehört ein Kreuzgang aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, der über das Atrium der Kirche zugänglich ist. Das schlichte Untergeschoss mit säulengestützten Arkadenöffnungen ist kreuzgewölbt, die Lünetten enthalten Fresken mit Darstellungen aus dem Leben des Hl. Onophrius von Vespasiano Strada, Claudio Ridolfi und Cavalier d’Arpiano. Das darüberliegende Loggiageschoss zeichnet sich durch schlanke, polygonale Säulen aus.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kloster wurde 1419 als Eremitage durch den Hieronymitenmönch Nicola da Forca Palena gegründet, der am Gianicolo ein Grundstück mit Weinberg erworben hatte. Finanziert wurde der Bau durch Spenden unter anderem von Kardinal Gabriele Coldumer, dem späteren Papst Eugen IV.

Mit dem Bau der Kirche wurde 1439 begonnen, die Innenausstattung wurde bis ins 16. Jahrhundert durchgeführt. Sixtus V. ließ 1446 im Zuge seiner städtebaulichen Erschließung Roms die heutige Salita Sant’ Onofrio anlegen, die das Kloster mit der Porta Santo Spirito, einem der ältesten Eingangstore zum Vatikan, verbindet. Berühmter Gast des Klosters war Torquato Tasso, der das Kloster wegen seiner Krankheit aufgesucht hatte und dort am Tag vor seiner Dichterkrönung am 25. April 1595 verstarb. Auf Anordnung des Papstes wurde Tasso in Sant’ Onofrio begraben.

1930 gingen die Bestände des Tasso-Museums in den Besitz des Hl. Stuhls über. Am 15. August 1945 übernahm der Orden der Ritter vom Hl. Grab in Jerusalem Kirche und Kloster. Im gleichen Jahr wurden Kirche und Kloster restauriert. Seit 1946 gehören Kirche und Klostergebäude zum Orden der Frati Francescani dell’Atonement.

Museum[Bearbeiten]

Im Kloster gibt es ein kleines Tasso-Museum, Museo del Tasso, in dem Manuskripte und frühe Druckausgaben seiner Werke gezeigt werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fontana di piazza S. Onofrio

Literatur[Bearbeiten]

  • Anna Ferrri-Bravo (Hrsg.): Roma. Guida d’Italia. 3. Auflage, Mailand 2007, ISBN 88-365-4134-8, S. 598–602.
  • Anton Henze u. a. (Hrsg.): Reclams Kunstführer Rom. 5. Auflage, Stuttgart 1994, ISBN 3-15-010402-5, S. 245–246.

Weblinks[Bearbeiten]

41.89720912.461504Koordinaten: 41° 53′ 50″ N, 12° 27′ 41,4″ O