Schenkon

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Schenkon
Wappen von Schenkon
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1099i1f3f4
Postleitzahl: 6214
UN/LOCODE: CH SEN
Koordinaten: 652939 / 22500547.1738838.136952522Koordinaten: 47° 10′ 26″ N, 8° 8′ 13″ O; CH1903: 652939 / 225005
Höhe: 522 m ü. M.
Fläche: 6.76 km²
Einwohner: 2678 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 396 Einw. pro km²
Website: www.schenkon.ch
Karte
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Schenkon ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde, welche im regionalen Dialekt Schänke genannt wird, liegt am Nordostende des Sempachersees östlich von Sursee. Das Dorf und die Ortsteile Greuel und Zellfeld im Nordwesten sind mittlerweile zusammengewachsen. An einem Hang an der Strasse Sursee-Beromünster 1 km nördlich des Dorfs ist durch eine rege Bautätigkeit der Ortsteil Tannberg (590 m.ü.M.) entstanden. Östlich davon liegt der Weiler Tann (663 m.ü.M.). Der Weiler Zopfenberg (621 m.ü.M.) liegt 2,5 km in nördlicher Richtung des Dorfs und der weitest entfernte Weiler Zollhus (505 m.ü.M.; 2,8 km nordwestlich des Dorfs) in der Ebene zwischen Sursee und Geuensee am Zollbach.

Schenkon grenzt an Eich, Geuensee, Beromünster und Sursee.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 671
1900 572
1930 578
1960 756
1970 701
1980 1'154
1990 1'667
2000 2'104
2010 2'539

Die Einwohnerzahl geht infolge Abwanderung in die Industriezentren in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts stark zurück (1850–1900: –14,8 %). Nach einer Stillstandsphase steigt sie von 1930 bis 1960 erheblich an (1930–1960: +30,8 %). Die 1960er-Jahre bringen einen Bevölkerungsrückgang. Seit 1970 hat sich die Zahl der Bewohner mehr als verdreifacht (Gründe: landschaftliche Lage, Bau der Autobahn, niedrige Steuern; 1970–2004: +243,9).

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 96,44 % Deutsch, 0,62 % Italienisch und 0,38 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

In früheren Zeiten gehörte die gesamte Einwohnerschaft der römisch-katholischen Kirche an. Heute (Stand 2000) gibt es 80,94 % römisch-katholische und 10,93 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 4,61 % Konfessionslose und 0,38 % Muslime.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Von den 2'488 Einwohnern Ende 2006 waren 2'397 Schweizer und 91 (3,7 %) Ausländer. Anlässlich der letzten Volkszählung waren 92,25 % (einschliesslich Doppelbürger 95,29 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Italien, Deutschland, Serbien-Montenegro (meist Albaner), Kroatien und den Niederlanden.

Verkehr[Bearbeiten]

Tann (Gemeinde Schenkon)
Blick auf Schenkon und den Sempachersee

Die Gemeinde ist durch die Postautolinie Sursee–Schenkon–Sempach-Station und die Buslinie Sursee–Schenkon–Beromünster ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Sowohl Sursee wie Sempach-Station sind Haltestellen an der Bahnstrecke Olten–Luzern.

Das Dorf Schenkon liegt an der Hauptstrasse 2 Sursee–Sempach. Der Ortsteil Zellfeld ebenso - und zusätzlich an der Hauptstrasse 23 Sursee–Beromünster. Der nächstgelegene Autobahnanschluss Sursee an der A2 ist nur 2 km entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Am Sempachersee wurden Überreste von Pfahlbauten aus prähistorischer Zeit gefunden. Reste einer römischen Villa und Alemannengräber beweisen, dass Schenkon auch in frühhistorischer Zeit besiedelt war. Erste namentliche Erwähnung findet der Ort als Scenchofen in einer Besitzbestätigung von Kaiser Friedrich I. gegenüber dem Chorherrenstift Beromünster im Jahr 1173. Später gehörte es zu den Besitzungen der Habsburger und wurde zu einem Teil des Michelsamts . Die Herren von Schenkon übten für die Habsburger die Herrschaft aus. Im Jahr 1415 eroberte die Stadt Luzern das Michelsamt. Bis 1798 blieb der Ort ein Teil der Landvogtei Michelsamt. Dann gehörte es bis 1803 zum Distrikt Sursee und seither zum damals neu geschaffenen Amt Sursee.

Ruine Schenkon[Bearbeiten]

Auf Gemeindegebiet befindet sich die Burgstelle der ehemaligen Burg Schenkon. Diese wurde erstmals 1203 urkundlich erwähnt, im Jahr 1302 dann ausdrücklich im Zusammenhang mit den Herren von Schenkon. Vielleicht schon im Sempacherkrieg zerstört, wurde die Ruine 1736 vom Rat der Stadt Luzern zum Abbruch freigegeben und diente zum Wiederaufbau der zwei Jahre zuvor abgebrannten Stadt Sempach. 1899 fanden archäologische Grabungen statt, doch anschliessend wurde die damals noch stattliche Ruine erneut als Steinbruch benützt. Heute erinnern nur noch wenige, 1992 gesicherte Überreste an die einstige Burg.[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Schenkon ist eine sogenannte Steueroase, das heisst eine äusserst steuergünstige Gemeinde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schenkon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Fritz Hauswirth: Burgen und Schlösser der Schweiz. Band 5: Luzern, Zug. Kreuzlingen 1969, S. 92–94 (mit Planzeichnung der Ausgrabung 1899 von Robert Durrer); Ruine Schenkon