Schlacht bei Eggmühl

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Schlacht bei Eggmühl
Teil von: Fünfter Koalitionskrieg
Stellung der französischen und österreichischen Streitkräfte am Morgen der Schlacht
Stellung der französischen und österreichischen Streitkräfte am Morgen der Schlacht
Datum 22. April 1809
Ort bei Eggmühl
Ausgang Sieg der Franzosen
Konfliktparteien
Frankreich 1804Erstes Kaiserreich Frankreich
Königreich BayernKönigreich Bayern Bayern
Osterreich KaisertumKaisertum Österreich Österreich
Befehlshaber
Frankreich 1804Erstes Kaiserreich Napoléon Bonaparte Osterreich KaisertumKaisertum Österreich Karl von Teschen
Truppenstärke
50.000 83.000
Verluste
6.000 12.000

Die Schlacht bei Eggmühl fand am 22. April 1809 bei Eggmühl[1], einem Dorf in der heutigen Oberpfalz, südlich von Regensburg, statt. Die Schlacht gehört zu einer Reihe von eng zusammenhängender Gefechten und Schlachten, die zwischen dem 19. und 23. April 1809 im Bereich der Abens, der Großen Laaber, Landshut und Regensburg stattgefunden haben. Da diese Gefechte alle sehr eng zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussten, werden sie in der älteren Literatur meist als „Feldzug von Regensburg“ gemeinsam dargestellt (→ Hauptartikel Schlacht von Regensburg).

Verlauf[Bearbeiten]

Durch die Schlacht von Abensberg am 20. April war der linke Flügel des österreichischen Heeres unter Feldmarschalleutnant Hiller bis über die Kleine Laaber zurückgetrieben worden. In der Nacht zogen sich die Österreicher nach Landshut zurück. Hier griffen sie am nächsten Tag Napoléon Bonaparte von Norden und Masséna von Freising her an (21. April) und warfen sie mit großen Verlusten über die Isar zurück. Unterdessen hatte der österreichische Generalissimus Erzherzog Karl südlich der Donau zwischen (Bad) Abbach und Eggmühl Stellung bezogen und drohte dadurch, mit vier Armeekorps die französischen Truppen (etwa 46.000 Mann)[2] unter Marschall Davout[3], der in dem Gebiet etwa zwischen Schierling und Dünzling stand, zu umgehen. Am äußersten linken Flügel der österreichischen Armee an der Großen Laaber war das IV. österreichischen Armeekorps (16.000 Mann) unter Fürst Rosenberg postiert, das damit zugleich Dreh- und Angelpunkt[4] der geplanten österreichischen Umfassungsbewegung war.[5]

Kurz nach Mittag des 22. Aprils erschien, für die Österreicher völlig überraschend, Kaiser Napoleon mit 65.000 Mann auf der Chaussee von Landshut südlich von Eggmühl.[6] Bei ihm waren die Armeekorps der Marschälle Lannes, Masséna und des Generals Oudinot sowie ein Teil der schweren Kavalleriereserve unter Marschall Bessières, der größte Teil der Württemberger unter General Vandamme, ein großer Teil der bayerischen Kavallerie und ein Teil der bayerischen Division Wrede.[7]

Das Dorf Eggmühl, das von Truppen des IV. österreichischen Armeekorps besetzt war, wurde unter heftigem Beschuss österreichischer Batterien auf den Höhen hinter Eggmühl von den Franzosen eingenommen. Fürst Rosenberg zog sich zunächst auf die Höhen bei Laichling zurück und suchte dort den Vormarsch der Franzosen möglichst lange zu blockieren. Inzwischen marschierte die französischen Vorhut, vor allem Kavallerie, auf der großen Chaussee im Rücken der österreichischen Armee weiter in Richtung Regensburg. Bei Köfering und Obertraubling traf sie allerdings auf dort seit dem Morgen wartende österreichische Reserven, die schließlich ihren Vormarsch aufhielten. Bis zum Abend zogen sich auf der ganzen Linie die österreichisch Armeekorps, von ihrer jeweiligen Nachhut kämpfend gedeckt, bis zu den Höhen südlich von Regensburg zurück (etwa auf eine Linie zwischen Burgweinting und Pentling). Die Kämpfe südlich der Stadt Regensburg endeten erst mit Einbruch der Nacht.[8]

In der folgenden Nacht zogen sich die Österreicher nach der Erstürmung von Regensburg (Schlacht von Regensburg) über die Donau und anschließend durch die Oberpfalz weiter nach Böhmen zurück.

Für seine herausragenden Verdienste erhob Kaiser Napoleon am 28. November 1809[9] Marschall Davout zum Fürsten von Eckmühl[10]. Dessen Tochter stiftete den nach dieser Schlacht benannten Phare d'Eckmühl an der bretonischen Küste.

Nach der Schlacht bei Eggmühl war auch der Stadtteil Eckmühl der Stadt Oran im ehemals französischen Algerien benannt.

Denkmalsanlage bei Eggmühl (2009)

Eggmühltag[Bearbeiten]

Von 2004 bis 2009 wurde jährlich im Juni durch den Reservistenverband der Bundeswehr, den Bayerischen Soldatenbund, die Bundeswehr und die Gemeinde Schierling zum Gedenken an das historische Ereignis eine Schlachtennachstellung mit über 1000 Teilnehmern vor allem aus Frankreich, Österreich und Deutschland mit historischen Kostümen und Waffen veranstaltet.[11]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. der Name des Ortes wurde damals durchgehend „Eckmühl“ geschrieben, weshalb in der (älteren und der nicht-deutschsprachigen) Literatur zumeist von der „Schlacht von Eckmühl“ die Rede ist, und aus diesem Grund wurde Marschall Davout auch zum „Fürsten von Eckmühl“ erhoben (und nicht von „Eggmühl“).
  2. K.K. Generalstab (Hrg.): Der Feldzug des Jahres 1809 in Süddeutschland. Bd. 1, ÖMZ 1862/63 (1865), S. 150.
  3. unter dem Befehl von Davout stand zu diesem Zeitpunkt auch ein Teil der bayerischen Truppen unter Marschall Lefebvre
  4. vgl. den beigefügten Lageplan, der die Positionen der feindlichen Heere am frühen Morgen des 22. Aprils widerspiegelt
  5. Lossau: Charakteristik der Kriege Napoleons. Bd. 3, 1847, S. 75–82.
  6. zusammen mit den Truppen der Marschälle Davout und Lefebvre verfügte Napoleon damit über rund 110.000 Mann
  7. Pelet: Kaiser Napoleons Feldzug in Deutschland 1809. Bd. 2, 1824, S. 56ff; Völderndorff: Kriegsgeschichte von Bayern unter König Maximilian Joseph I. Bd. 2, 1826, S. 95ff.
  8. Lossau: Charakteristik der Kriege Napoleons. Bd.3, 1847, S. 82–88.
  9. Jourquin, Dictionnaire des Maréchaux du Premier Empire (1976)
  10. Titel auf französisch „prince d´Eckmühl“
  11. http://www.altegarde-hschbtl862.de/files/2009/AG_FlyerEggm.pdf