Schierling (Oberpfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Schierling
Schierling (Oberpfalz)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Schierling hervorgehoben
48.83472222222212.139722222222381Koordinaten: 48° 50′ N, 12° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Höhe: 381 m ü. NHN
Fläche: 77,62 km²
Einwohner: 7413 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84069
Vorwahl: 09451
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 196
Marktgliederung: 26 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausplatz 1
84069 Schierling
Webpräsenz: www.schierling.de
Erster Bürgermeister: Christian Kiendl (CSU / Christl. Wählergemeinschaft)
Lage des Marktes Schierling im Landkreis Regensburg
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Schierling ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern.

Der Markt ist ein bedeutender Gewerbestandort und die südlichste Gemeinde im Landkreis.

Vor dessen Tore besiegte Napoleon mit seinen Verbündeten in der "Schlacht bei Eggmühl" die Österreicher. Bereits zu Zeiten Kaiser Ottos I. bezog dieser bei der Belagerung von Regensburg an der von den Römern gebauten "Via Augusta", der Straße mit dem Namen ihres Kaisers Augustus, sein Hauptquartier in Schierling.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schierling liegt im niederbayerischen Hügelland zwischen Regensburg und Landshut am Rand der Hallertau und am südlichen Ende der Oberpfalz. Auch liegt der Ort im Tal der Großen Laber und an einer alten Römerstraße von Eining nach Straubing.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Schierling hat 26 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bis zur bayerischen Landkreisreform im Jahr 1972 gehörte Schierling zu Niederbayern, wurde dann aber nach Auflösung des alten Landkreises Mallersdorf dem Landkreis Regensburg zugeordnet und ist heute die südlichste Gemeinde der Oberpfalz. Seit dem Abschluss der Gemeindegebietsreform im Jahre 1978 besteht der Markt aus 11 ehemals selbstständigen Gemeindeteilen.

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Unterlaichling eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1973 kam Allersdorf hinzu. Am 1. Mai 1978 folgten Buchhausen, Eggmühl, Inkofen, Mannsdorf, Oberdeggenbach, Pinkofen, Wahlsdorf und Zaitzkofen.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Peter und Paul Schierling
Kirche St. Nikolaus Schierling

Schierling wurde im Jahre 953, anlässlich der Belagerung Regensburgs, erstmals unter Kaiser Otto I. urkundlich erwähnt.

Obwohl Schierling im Mittelalter als „Markt Schirling“ erwähnt wurde, ist Schierling erst zur 1000-Jahr-Feier im Jahr 1953 offiziell zum Markt ernannt worden.

Nachdem im Jahr 1418 die erste Pfarrkirche genannt ist, wurde zwischen 1720 und 1726 ein Neubau der Kirche als "Dom des Labertals" erwähnt.

Am 22. April 1809 besiegte Napoleon mit seinen Verbündeten Österreich in der "Schlacht bei Eggmühl" entscheidend. Diese Schlacht in der Laberaue und auf den angrenzenden Höhen wurde von Napoleon später als seine größte Bewährungsprobe bezeichnet. Sei 1909 steht ein Löwendenkmal, mahnend an die Tausende von Opfern, über dem ehemaligen Schlachtfeld.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister seit 1945[Bearbeiten]

Rathausplatz mit Pfarrkirche
  • 1945–1964: Josef Wallner (WAV, später parteilos)
  • 1964–1984: Ludwig Kattenbeck (CSU)
  • 1984–2008: Otto Gascher (CSU)
  • seit 2008: Christian Kiendl (FW, später CSU)

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 20 Mitglieder.

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 brachte folgendes Ergebnis:

  • CSU/Christliche Wählergemeinschaft: 11 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Freie Wähler: 4 Sitze
  • Bürgerliste: 3 Sitze
Wappen Schierling.png

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau zwei schräg gekreuzte silberne Reuthaken. Das Wappen wird seit 1953 geführt.

Sozialpolitisch und kirchlich engagiertes Schierling[Bearbeiten]

Als erste Gemeinde im Landkreis Regensburg hat sich Schierling der Aktion gegen ausbeuterische Kinderarbeit angeschlossen. Der Förderverein Schierlinger Schulen gilt mit über 300 Mitgliedern als einer der Größten in Bayern. In den 1990er Jahren machte die katholische Pfarrgemeinde durch eine außergewöhnlich große und über sechs Jahre andauernde Hilfsaktion für die Flüchtlinge in Kroatien auf sich aufmerksam. Im Jahr 2005 wurde im Rahmen der Gemeindemission vom katholischen Pfarrgemeinderat und dem evangelischen Kirchenvorstand eine „Friedens-Lichterkette“ zwischen den beiden Kirchen ermöglicht, an der sich – ebenso wie an der anschließenden Tauferneuerungsfeier – mehr als 1500 Bürger beteiligten. Die evangelische Kirchengemeinde bietet seit einigen Jahren eine viel beachtete Kulturwoche.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 1997 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit dem französischen Ort Penmarc’h an der bretonischen Atlantikküste.

Grund dieser Gemeindepartnerschaft ist die „Schlacht bei Eggmühl“ im Jahr 1809, als Napoleon zusammen mit den bayerischen Truppen einen Sieg gegen Österreich errang. Eggmühl war bis 1978 eine selbstständige Gemeinde und wurde dann in den Markt Schierling eingemeindet. Im französischen Penmarc’h steht seit 1897 ein Leuchtturm mit dem Namen „Phare d’Eckmühl“, der mit einer großzügigen Erbschaft der Tochter von General Davout erbaut wurde, der von Napoleon wegen seiner Erfolge zum „Fürst von Eggmühl“ ernannt wurde. Seit 1997 besteht zwischen dem Markt Schierling und der französischen Gemeinde Penmarc'h eine europäische Gemeindepartnerschaft. Penmarc'h war früher einer der bedeutendsten Fischereihäfen der Bretagne. Im Rahmen der Gemeindepartnerschaft finden Besuchsfahrten statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Schierling

Freigeschossiger Halbwalmdachbau mit Kapelle, 17./18. Jahrhundert, im Kern mittelalterlich; Stadel, giebelständiger Satteldachbau mit Schweifgiebel, Pilastergliederungen und rundbogigen Toren, Ziegel, 1728.

Gegliederte Mehrflügelanlage, mittelalterliche Weiherhausanlage, 15. Jahrhundert, Umbauten 16.-18. Jahrhundert; Ostflügel, dreigeschossiger Halbwalmdachbau mit Eckverstärkungen; Westflügel, ehem. Torbau, zweigeschossiger Walmdachbau mit Zwerchhäusern und Schweifgiebel; Südflügel, zweigeschossiger Walmdachbau über unregelmäßigem Grundriss; Nordflügel, dreigeschossiger Walmdachbau; Reste der Zwingermauer mit vier runden Türmen, Bruchstein, 1432.

Zweigeschossige Vierflügelanlage mit Satteldächern, um 1650, im Kern 16. Jahrhundert, an der Westwand Grabplatten des 15.-19. Jahrhunderts.

Heute Priesterseminar Herz-Jesu, dreigeschossiger Mansardwalmdachbau mit Eckrisaliten, Werksteinportalen und geohrten Fenstern, um 1730; mit Ausstattung; Reste der Schlosseinfahrt mit rustizierten Pfeilern, bauzeitlich.

Alle Baudenkmäler[Bearbeiten]

Sport und Vereine[Bearbeiten]

Der Turnverein Schierling, mit zahlreichen Sportabteilungen, gilt als einer der größten Vereine am Ort. Schierling und seine Ortsteile haben gut ausgebaute Sportanlagen. Insgesamt verfügt Schierling über ein reiches Vereinsleben.

Die Freiwillige Feuerwehr Schierling sowie die Feuerwehren der Ortsteile sorgen für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe im Gemeindegebiet und darüber hinaus.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1976 findet jährlich das „Bayerische Gstanzlsänger-Treffen“ statt, das als das älteste Bayerns gilt und vom ehemaligen Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz, Adolf Eichenseer, zusammen mit dem Markt Schierling ins Leben gerufen wurde. Seit 1990 findet am ersten Augustwochenende ein Open-Air, das „Labertalfestival“ statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Markt Schierling hat eine gute Infrastruktur mit zahlreichen Handwerks-, Dienstleistungs- und Handelsbetrieben. Die ärztliche Versorgung ist gut und Nahversorgungsunternehmen ausreichend vorhanden. In den letzten Jahren sind zahlreiche Wohn- und Gewerbeansiedlungen entstanden. Schierling hat sich zu einem anerkannten Gewerbestandort mit großer regionaler Bedeutung entwickelt.

Schierlinger Markt

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Schierling ist eine Zentrumsgemeinde mit beachtlichen und über die Gemeindegrenzen hinaus bekannten mittelständischen Betrieben, wie z. B. Labertaler Heil- und Mineralquellen, Webasto AG, Fahnen Kössinger, Kössinger Druck und keramische Dekorbrennerei, Holmer Maschinenbau Eggmühl, Malzfabrik Müller Inkofen, Glasrecycling Schirmbeck, Pilsbrauerei Schierling, Samvardhana Motherson Peguform.

Im Gemeindeteil Eggmühl betreibt das Bayerische Rote Kreuz ein Senioren- und Pflegeheim, außerdem befindet sich im Gemeindeteil Zaitzkofen das Internationale Priesterseminar Herz Jesu der Priesterbruderschaft St. Pius X..

Bundesweit bekannt wurde der Ort vor allem durch das „Schierlinger Roggen“ der damaligen fürstlichen Brauerei Thurn und Taxis. Braumeister Ludwig Schifferl gelang es als erstem in Deutschland, im 20. Jahrhundert wieder ein Roggenbier auf den Markt zu bringen.

Verkehr[Bearbeiten]

Schierling liegt an der Bundesstraße 15 und seit 2011 auch an der Bundesstraße 15n. Die über den Ort führende Bahnstrecke Eggmühl–Langquaid dient nur mehr sporadischen Güter- sowie Ausflugspersonenverkehren. Östlich des Gemeindezentrums verläuft zudem die Bahnstrecke München–Regensburg. Der Bahnhof Eggmühl ist ein regional bedeutsamer Haltepunkt, über den Schierling im Stundentakt an Regensburg und Landshut sowie im 2-Stunden-Takt an München angebunden ist. Als Zubringer zwischen Schierling und dem Bahnhof Eggmühl fungiert die Buslinie 25, die von Regionalbus Ostbayern betrieben wird.

Munitionsdepot[Bearbeiten]

Außerhalb des Ortes befindet sich ein Munitionshauptdepot der Bundeswehr (MunHptDep Schierling). Es wurde von 1937 bis 1939 als Luftwaffenmunitionsanstalt erbaut und wurde zum Jahresende 2009 aufgelöst. Seit der Auflösung steht das 176 Hektar große Gelände, auf dem sich unter anderem 20 Gebäude, 27 Kilometer Straßen und 97 Bunker befinden, durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zum Verkauf.

Noch heute finden sich in den Wäldern um die „Muna“ Erdungseisen, die von der Lagerung von Flugzeugmotoren in den letzten Kriegsmonaten 1945 zeugen. Dieses Depot barg aber zeitgleich auch die reichsweit größte Lagerstätte für mit dem chemischen Kampfstoff Tabun bestückte Giftgas-Granaten (Gasinhalt ca. 6000 t). Am 25. April 1945 wurde die „Muna“ von einem Geschwader amerikanischer Jagdbomber mehrmals bombardiert. Es entstand dabei jedoch nur ein vergleichsweise geringer Schaden. Die Erklärung zum Sperrgebiet und somit zur „weißen Zone“ durch das amerikanische Militär erfolgte zwei Tage vor der kampflosen Übergabe des Depots am 29. April 1945. Unter dem militärischen Schutz der Amerikaner wurden nach der Kapitulation die Bestände abtransportiert und vermutlich in der Ostsee versenkt.

Die politische Gemeinde und die Kirchengemeinden erfüllen in jedem Jahr am 1. Mai das Gelübde der Jahre 1945/46 mit einem „Dankgottesdienst zur Errettung aus Kriegsnot“.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Kläranlage
  • Wertstoffhof
  • Mehrzweckhalle
  • 2 Kindergärten in Schierling
  • Kindergarten in Eggmühl

Bildung[Bearbeiten]

  • Volkschule Schierling
  • Placidus-Heinrich-Schulen Schierling
  • Volksschule Eggmühl

Medien[Bearbeiten]

In der Gemeinde erscheint das Straubinger Tagblatt und die Mittelbayerische Zeitung sowie das Regensburger Wochenblatt, eine Ausgabe der Wochenblatt Verlagsgruppe. Im Gemeindegebiet können neben den überregionalen Programmen auch die Radiosender Radio Charivari, Radio Gong FM, Radio AWN und der regionale Fernsehsender TVA empfangen werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Placidus Heinrich (* 19. Oktober 1758 in Schierling; † 18. Januar 1825 in Regensburg; gebürtig Joseph Heinrich), Benediktinermönch und Naturforscher
  • Josef Wallner (* 10. Mai 1908 in Schierling; † 19. April 1991 in Mallersdorf-Pfaffenberg), Politiker (WAV und DP)

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Johann Straßer († 2008), Studiendirektor i. R.

Verfasste eine ausführliche Darstellung der sozialgeschichtlichen Entwicklung des ländlichen südostbayrischen Raumes und vielbeachtete Chronik des Ortes „Schierling und die Schierlinger“ bis zu den napoleonischen Kriegen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111215/235119&attr=OBJ&val=1032
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 517.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 657 und 658.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schierling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien