Obertraubling

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Obertraubling
Obertraubling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Obertraubling hervorgehoben
48.96583333333312.166944444444344Koordinaten: 48° 58′ N, 12° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Höhe: 344 m ü. NN
Fläche: 24,82 km²
Einwohner:

7824 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 315 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93083
Vorwahl: 09401
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 179
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Josef-Bäumel-Platz 1
93083 Obertraubling
Webpräsenz: www.obertraubling.de
Bürgermeister: Alfons Lang (CSU)
Lage der Gemeinde Obertraubling im Landkreis Regensburg
Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Cham Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Eichstätt Landkreis Kelheim Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Schwandorf Straubing Landkreis Straubing-Bogen Regensburg Forstmühler Forst Kreuther Forst Pielenhofer Wald rechts der Naab Alteglofsheim Altenthann Aufhausen Bach an der Donau Barbing Beratzhausen Bernhardswald Bernhardswald Brennberg Brunn (Oberpfalz) Deuerling Donaustauf Duggendorf Hagelstadt Hemau Holzheim am Forst Kallmünz Köfering Laaber Lappersdorf Mintraching Mötzing Neutraubling Nittendorf Obertraubling Pentling Pettendorf Pfakofen Pfatter Pielenhofen Riekofen Regenstauf Schierling (Oberpfalz) Sinzing Sünching Tegernheim Thalmassing Wenzenbach Wiesent (Gemeinde) Wörth an der Donau Wolfsegg (Oberpfalz) ZeitlarnKarte
Über dieses Bild

Obertraubling ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Regensburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Geografische Lage [Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt unmittelbar am südlichen Stadtrand von Regensburg.

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Obertraubling hat 15 amtlich benannte Ortsteile (Einwohnerzahl in Klammern)[2]:

Geschichte [Bearbeiten]

Spätestens seit 5000 v. Chr. leben Menschen im Gemeindegebiet. Dies beweisen Funde gut erhaltener verzierter steinzeitlicher Gefäße in Obertraubling und einer unbeschädigten kräftigen Steinaxt in Piesenkofen. Aus der Zeit um 1800 v. Chr. (Hügelgräber- beziehungsweise Bronzezeit) sind Hockergräber in Niedertraubling erhalten. Im 3. Jahrhundert n. Chr. existierte in Niedertraubling bereits ein römischer Bauernhof.

817 - 847: In der Amtszeit des Bischofs Baturich kam es zu einem beurkundeten Landtausch zwischen dem Bischof und dem edlen Maurentius, und damit zur ersten urkundlichen Erwähnung Obertraublings. Der Name geht auf das Adelsgeschlecht der "Traublinger" zurück, die im 11. Jahrhundert neben den „Gebelkofener'n“ die Grundherrschaft ausübten. Später waren die „Weichser“ und die „Nothaft“, die „Auer“ und die „Lerchenfelder“ die Grundherren. In Niedertraubling und Gebelkofen gab es Wasserschlösser. 1340 wurde die Burg Traubling gestürmt und 1492 im Löwler-Krieg belagert. 1618 - 1648: Im Dreißigjährigen Krieg wurden Obertraubling und Gebelkofen stark zerstört. Viele Höfe gingen in Flammen auf, die Pest besiegelte das furchtbare Kriegselend. 1799 - 1815: In der Napoleonischen Zeit war durch Truppendurchzüge und Einquartierungen die Bevölkerung stark belastet. 1842 wurde die sogenannte Walhallastraße zur Nachbargemeinde Barbing gebaut. 1859 fuhr der erste Zug von Regensburg nach München und hielt in der neu errichteten Station Obertraubling. 1873 wurde die Freiwillige Feuerwehr Obertraubling gegründet.

Im Jahr 1937 wurde im Nordosten von Obertraubling, auf dem jetzigen Gebiet der Stadt Neutraubling, ein Militärflugplatz errichtet und im Herbst 1938 eine Fliegerhorst-Kompanie stationiert. Ende 1940 errichtete man auf dem Gelände eine weitere Produktionsstätte der Messerschmitt AG und ein Kriegsgefangenenlager, die sogenannten Russenlager für rund 2750 Zwangsarbeiter. Vom 20. Februar bis zum 15. April 1945 befand sich auf dem Messerschmitt-Werk das KZ-Außenlager Obertraubling.[3]

Nach 1945 kam es zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben. 1977 wurde die Gemeindebücherei eröffnet. In unmittelbarer Nachbarschaft wurde in den 1980er Jahren das Regensburger BMW-Werk angesiedelt.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Niedertraubling eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgten Gebelkofen und Oberhinkofen.[4] Teile der aufgelösten Gemeinde Neudorf kamen am 1. Januar 1974 hinzu.[5]

Politik [Bearbeiten]

Gemeinderat [Bearbeiten]

  • Grief Gertraud (CSU); Franz Aukofer (CSU); Weigl Marcus (CSU); Schwarz Werner (CSU); Tetzlaff Rainer (CSU); Hofer Jürgen (CSU); Rothammer Petra (CSU); Treitinger Sebastian (CSU); Gruber Gottfried (CSU); Schaffer Anton (CSU); Heigl Josef (CSU)
  • Konrad Beate (SPD); Sinn Rainer (SPD); Rieger Franz (SPD)
  • Anton Stadler (UBO); Hankofer Wolfgang (UBO)
  • Span Karl (FW); Graß Rudolf (FW); Dechant Anna-Elise (FW); Hitzler Michael (FW)

Bürgermeister [Bearbeiten]

  • Sebastian Pindorfer (1926-1941)
  • Josef Wieland (1941-1945)
  • Max Hirtreiter (1945-1948)
  • Josef Bäumel (PWG) (1948-1967)
  • Hermann Zierer (CSU) (1967-1981)
  • Leo Graß (FW) (1981-1996)
  • Alfons Lang (CSU) (seit 1996)

Wappen [Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten von Blau und Silber; vorne zwei schräg untereinander angeordnete goldene Lilien, hinten ein dreifaches rotes Kreuz (Patriarchenkreuz) mit verlängertem Mittelbalken. Das Wappen wird seit 1968 geführt.

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Bauwerke [Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Georg in Obertraubling: Es gab wohl bereits eine romanische und später eine gotische Vorgängerkirche. 1759 wurde der Grundstein zu einer barocken Kirche gelegt. Nachdem diese Ende des 19. Jahrhunderts trotz Instandsetzungen immer baufälliger und zu klein wurde, begann man am 4. April 1907 mit dem Abbruch. Nach nur einem Jahr konnte das nach Plänen von Johann Baptist Schott aus München erbaute neue Gotteshaus bereits am 5. Juli 1908 benediziert werden. Aus der alten Kirche wurden einige Teile der Ausstattung übernommen. Der neobarocke Bau besitzt auch klassizistische und Jugendstilelemente. Der Turm mit mächtigem Helm und Zwiebel weist eine Höhe von 56 Metern auf. Der Hochaltar wie auch die Kirche selbst wurde erst am 25. Mai 1919 durch Bischof Antonius de Henle konsekriert. Das heutige Altarbild von Erwin Schöppl aus dem Jahre 1946 zeigt den heiligen Georg mit dem Drachen. Im Turm hängt ein fünfstimmiges Geläut aus der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock aus Gescher in Westfalen, das auf das so genannte „ausgefüllte Salve-Regina-Motiv“ gestimmt ist. Bedeutsam ist die im Dezember 2009 geweihte neue dreimanualige Orgel der namhaften Orgelbauwerkstätte Thomas Jann aus Allkofen, eines der mächtigsten Orgelwerke jüngerer Zeit in Kirchen des Landkreises. Sie birgt in einem teilweise historischen barocken Orgelgehäuse aus dem 18. Jahrhundert gut erhaltene Register des Vorgängerinstrumentes (Binder & Siemann, 1915) und neue Stimmen.
  • Wasserschloss in Niedertraubling, von Geschlecht der Traublinger erbaut, wurde 1343 erstmals erwähnt, 1852 abgebrochen, heute nicht mehr existent bis auf Reste des ehemaligen Weiherhauses
  • Wasserschloss in Gebelkofen, vierflügeliger Gebäudekomplex, in Privatbesitz, von Herren von Gebelkofen erbaut, 1200 erstmals erwähnt, dann im Besitz der Lerchenfelder, nach Zerstörung im 17. Jahrhundert 1750 neu aufgebaut
  • St. Martin in Piesenkofen: Die Bausubstanz stammt teilweise noch aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Die Kirche wurde wohl vom Adelsgeschlecht der Pysenchovener erbaut. Der Hochaltar im Rokokostil besitzt ein Altarblatt von Martin Speer (1751).
  • St. Petrus in Niedertraubling: Die Kirche aus dem 17. Jahrhundert besitzt unter anderem eine spätgotische Terrakotta-Figur der Pietá um 1470. Der Turm stammt aus dem Jahr 1533. Der Hochaltar von Paul Dilger (1720) wurde 1885 von der Pfarrei Köfering erworben.
  • St. Michael in Oberhinkofen: Die Kirche wird erstmals 1508] erwähnt. Die heutige Kirche stammt aber im ältesten Teil aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert. Der 32 Meter hohe Turm bekam 1900 anstatt der barocken Zwiebelhaube einen Spitzhelm.
  • St. Johannes in Gebelkofen

Bildung [Bearbeiten]

  • Hermann-Zierer-Grundschule Obertraubling
  • Realschule Obertraubling
  • Gemeinde- und Pfarrbücherei
  • Staatliche Realschule Neutraubling

Literatur [Bearbeiten]

  • Peter Schmoll: Messerschmitt-Giganten und der Fliegerhorst Regensburg-Obertraubling, Regensburg 2002, ISBN 3-934863-09-4
  • Ulrich Fritz: Obertraubling, in: Wolfgang Benz (Hg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager Band 4. C.H. Beck München, 2006; ISBN 3-406-52964-X
  • Heike Wolter, u.a.: Sterben und Überleben im KZ-Außenlager Obertraubling, Edition Riedenburg 2011.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111215/222855&attr=OBJ&val=1024
  3. Helmut Halter: Stadt unterm Hakenkreuz, Universitätsverlag Regensburg 1994, S. 377
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 573.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 657.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Obertraubling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien