Schloß Hubertus (1973)

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Filmdaten
Originaltitel Schloß Hubertus
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1973
Länge 96 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Harald Reinl
Drehbuch Werner P. Zibaso
Produktion Horst Hächler
für CTV 72
Musik Ernst Brandner
Kamera Ernst W. Kalinke
Schnitt Ingeborg Taschner
Besetzung

Schloß Hubertus ist ein deutscher Heimatfilm von Harald Reinl aus dem Jahr 1973. Nach 1934 und 1954 war es die dritte Verfilmung des Romans Schloß Hubertus von Ludwig Ganghofer.

Handlung[Bearbeiten]

Nach einem Jahr in der Klosterschule ist Grafentochter Kitty ins Schloss Hubertus zu ihrem Vater Graf Egge zurückgekehrt – der jedoch weilt wie immer auf der Jagd, sodass Kitty nur die Gesellschaft von Tante Gundula bleibt, die eifrig auf die Tugend ihrer Nichte achtet. Auch als beide dem Grafen entgegengehen wollen, von einem Gewitter überrascht werden und vom gräflichen Jäger Franz sowie vom Maler Hans gerettet werden, hat Gundula nur die Flucht zurück ins Schloss im Sinn. Kitty, die Gefallen am Maler gefunden hat, lässt sich am nächsten Tag von ihm porträtieren.

Am nächsten Tag wiederum – Graf Egge ist immer noch einem kapitalen Bock auf der Spur und kehrt trotz des Vorsatzes, zum Schloss zu gehen, immer wieder zurück zum Berg – erscheinen auch die Brüder Kittys: Willy ist Fähnrich und heimlich mit einem Mädchen aus dem Dorf zusammen, Robert ist voller Standesdünkel, hat ständig Spielschulden und sieht in seinem Vater nur eine ergiebige Geldquelle, und Tassilo ist Jurist und plant, die Opernsängerin Anna Herwegh zu heiraten. Alle drei Lebensentwürfe sind dem Vater fremd, der nur für die Jagd lebt.

Da der Vater auch nach mehreren Tagen nicht vom Berg kommt, gehen die Brüder zu ihm, um mit ihm einen Tag zu jagen. Graf Egge weist ihnen Jagdreviere zu, in denen kaum Wild wechselt. Als Tassilo dennoch einen Rothirsch erlegt, stellt sich heraus, dass die tödliche Kugel nicht aus Tassilos Büchse kam, sondern aus der seines Hilfsjägers Franz. Egge entlässt Franz und handelt so ganz im Sinne des gräflichen Jägers Schipper. Der war früher Wilderer und ist mit Dorfbewohner Lenz zusammen auf die Jagd gegangen. Beide waren damals von Jäger Hornegger, Franz’ Vater, überrascht worden. Beide schossen auf ihn und Hornegger starb. Wer den tödlichen Schuss abgegeben hat, wissen beide nicht. Während Lenz sein Gewissen mit Alkohol zu betäuben versucht – dies ist umso schwerer, weil seine Schwester Mali mit Franz zusammen ist –, hat sich Schipper in die Dienste des Grafen geschlichen, um Horneggers Sohn Franz zu ruinieren und so außer Sichtweite zu bringen.

Egge plagen zunehmend gesundheitliche Probleme, so hat er Schmerzen im Knie. Auch die familiären Probleme setzen ihm zu. Als er hört, dass sein Sohn Tassilo eine Sängerin heiraten will, verstößt er ihn. Weil Robert ihn ausnimmt und die zu begleichenden Schulden immer höher werden, sagt er sich auch von Robert los. Willy, den er als einzigen „geratenen“ Sohn ansieht, stirbt, als er beim Fensterln abstürzt. Zur Beerdigung Willys treffen die Söhne und Kitty wieder aufeinander.

Beim Grafen setzt ein erstes Umdenken ein und er holt Franz zurück in seinen Dienst. Beim ersten Jagdgang entdecken sie ein Adlernest, das Egge ausheben will. Da es sehr hoch liegt, lässt er im Dorf Holzleitern anfertigen, über die er die Steilwand erklimmen will. Obwohl Franz ihm abrät, beginnt Egge den Aufstieg allein. Er wird von einem erwachsenen Adler angegriffen, der das Nest verteidigen will, und erleidet Verletzungen. Er bricht den Aufstieg jedoch nicht ab. Am Nest angekommen, gerät er in eine Wolke Adlerkot – der ätzende Staub lässt ihn erblinden.

In der Zwischenzeit wurde Tassilo in München von einem Kameraden seines Bruders Robert aufgesucht. Robert hat sich beim Spielen hoch verschuldet. Tassilo verspricht, für die Schulden des Bruders aufzukommen. Als er zu Robert eilt, um ihm dies mitzuteilen, hat der gerade Selbstmord begangen. Nur Kitty erlebt eine kurze Zeit des Glücks: Mit Gundulas Erlaubnis besucht sie den Maler Hans, der gerade ein Stipendium für eine Romreise erhalten hat und so zumindest eine achtbare Partie geworden ist. Erst bei der Rückkehr ins Schloss Hubertus erfährt Kitty, dass der Vater schwer verletzt ist. Auch Tassilo kommt ans Krankenbett des Vaters. Der vergibt ihm und zeigt sich auch mit Kittys Geliebtem einverstanden – und verstirbt.

Lenz ist wieder zum Wilderer geworden, da seine kleine Tochter schwer krank ist. Er glaubt, in Schipper noch den damaligen Verbündeten zu haben und erzählt ihm, wo er wildern wird. Schipper wiederum eilt zu Franz und gibt vor, zwei Wilderer belauscht zu haben, von denen einer behauptete, der Mörder von Franz’ Vater zu sein. Franz eilt zum Berg und überrascht Lenz. Als er ihn abführen will, erscheint Schipper und erschießt Lenz, wird gleichzeitig aber auch von Lenz’ Kugel tödlich getroffen. In den letzten Augenblicken vor seinem Tod offenbart Schipper Franz, dass er der Mörder seines Vaters war. Die Leichen von Lenz und Schipper werden vom Berg getragen. Lenz’ Schwester Mali ist über den Tod des Bruders entsetzt – Franz nimmt sie in die Arme und tröstet sie: Auch für sie und ihn werden bessere Tage kommen.

Produktion[Bearbeiten]

Im Film das Schloss Hubertus: Schloss Anif in Österreich

Schloß Hubertus wurde vom 21. August bis zum 7. Oktober 1973 auf Schloss Anif, in Berchtesgaden und im bayerischen Wimbachtal gedreht. Der Film wurde am 19. Dezember 1973 im Kur-Theater Berchtesgaden uraufgeführt. Im Fernsehen lief er erstmals am 21. Juni 1980 im ZDF.

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films meinte, dass die Verfilmung „auf die Möglichkeiten des Scopeformats vertraut“.[1]

Cinema befand: „Winnetou- und Wallace-Regisseur Harald Reinl inszenierte seine Version als bieder-bunten Alpengruß. Fazit: Trotz hoher Berge ganz schön flach.“[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Brüne (Hrsg.): Lexikon des Internationalen Films. Band 7. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1990, S. 3285.
  2. Vgl. cinema.de