Harald Reinl

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Harald Reinl (* 8. Juli 1908 in Bad Ischl, Österreich; † 9. Oktober 1986 in Puerto de la Cruz, Teneriffa) war ein österreichischer Regisseur von über 60 Filmen sowie Drehbuchautor und Cutter.

Leben[Bearbeiten]

Reinl machte erste Bekanntschaft mit dem Film, als der Bergfilmpionier Arnold Fanck auf den brillanten Skifahrer aufmerksam wurde und ihn als Statisten in mehreren seiner Filme einsetzte. In der Folge wurde der promovierte Jurist Assistent bei Leni Riefenstahl und hatte in dieser Funktion u.a. an Tiefland mitgearbeitet. Dieser Film entstand zwischen 1940 und 1944 mit aus KZs zwangsrekrutierten Sinti und Roma, die nach Beendigung des Films ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden. Im Jahre 1949 stellte er als Regisseur seinen ersten Langfilm Bergkristall fertig, der bereits ein typischer Reinl-Film ist.

In Solange du lebst verherrlichte Reinl 1955 offen die faschistische Bombardierung der Spanischen Republik durch die „Legion Condor“. Später wurde Reinl insbesondere durch seine Edgar-Wallace- und Karl-May-Verfilmungen in den 60er-Jahren bekannt, aber auch zahlreiche Adaptionen von Jerry Cotton-Romanen gehen auf sein Konto. Reinl ist vor allem für den naiven Erzählstil seiner Filme bekannt und versteht es meisterhaft, die Großartigkeit der Natur als Filmkulisse in seine Streifen einzubinden.

Viele seiner Filme zeichnet eine romantische Atmosphäre aus. Seinen Karriere-Höhepunkt erreichte er bei den in den sechziger Jahren in Jugoslawien gedrehten Karl-May-Filmen. Da Reinl in seiner Jugend selbst begeisterter Karl-May-Leser war, erwies sich die Übertragung der Regieaufgabe durch den Berliner Produzenten Horst Wendlandt als Glücksgriff für die Serie. Reinl drückte den bekanntesten Filmen (Winnetou-Trilogie, Schatz im Silbersee) seinen Stempel auf.

1976 wurde Reinl als Regisseur zusammen mit Pierre Brice als Hauptdarsteller von der damals noch im Aufbau befindlichen Freilichtbühne im sauerländischen Elspe für das Stück Der Schatz im Silbersee verpflichtet. Er konnte dem Stück durch seinen filmischen Inszenierungsstil wesentliche Impulse geben. Wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Veranstalter kam es allerdings zum Bruch und er verließ die Bühne noch im gleichen Jahr.

Reinl, der von 1946 bis 1950 mit Corinna Frank und von 1954 bis 1968 mit der Schauspielerin Karin Dor verheiratet war, drehte danach mit nachlassendem Erfolg noch verschiedene Abenteuerfilme, Komödien, Dokumentarfilme und zwei Teile der bisher letzten Ludwig Ganghofer-Serie. Mit Die Nibelungen inszenierte er 1966 für den Produzenten Artur Brauner den bis dahin teuersten Film der BRD nach 1945.

Sein Leben nahm ein tragisches Ende im Haus von Bekannten auf Teneriffa, als er während der Vorbereitungen für den Film Attila, der Mörderwolf von seiner dritten Frau, der ehemaligen tschechischen Schauspielerin Daniela Maria Delis, im Streit erstochen wurde. Delis galt als alkoholkrank.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1950 Internationale Filmfestspiele von Venedig für Zehn Jahre später
  • 1964 Goldene Leinwand für Der Schatz im Silbersee
  • 1964 Bambi für Der Schatz im Silbersee
  • 1964 Goldene Leinwand für Winnetou 1. Teil
  • 1965 Bambi für Winnetou 1. Teil
  • 1965 Goldene Leinwand für Winnetou 2. Teil
  • 1965 Goldmedaille der Deutschen Filmtheater
  • 1966 Bambi für Winnetou 2. Teil
  • 1966 Goldene Leinwand für Winnetou 3. Teil
  • 1970 Filmfestival Triest 2. Preis für Erinnerungen an die Zukunft
  • 1971 Academy-Award-Nominierung Oscar für Erinnerungen an die Zukunft
  • 1983 21. internationaler Kinder- und Jugendfilmwettbewerb in Gijon: Platero (großer Preis) für „Im Dschungel ist der Teufel los“

Filmografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]