Schmiedeberg (Erzgebirge)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | |
| Höhe: | 435 m ü. NN | |
| Fläche: | 40,76 km² | |
| Einwohner: |
4490 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 110 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01762 | |
| Vorwahlen: | 035052, 03504 (Obercarsdorf) | |
| Kfz-Kennzeichen: | PIR, DW, FTL, SEB | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 28 350 | |
| Gemeindegliederung: | 10 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Pöbeltalstraße 1 01762 Schmiedeberg |
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| Webpräsenz: | ||
| Amtsverweser: | Ulrich Kretzschmar (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Schmiedeberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | ||
Schmiedeberg ist eine Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Die Gemeinde befindet sich etwa 23 km südlich der Landeshauptstadt Dresden und ca. 6 km südlich der Stadt Dippoldiswalde. Sie liegt im Tal der Roten Weißeritz am Nordhang des Osterzgebirges. In Schmiedeberg mündet der Pöbelbach.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Zur Gemeinde Schmiedeberg gehören die Ortsteile:
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Geschichte [Bearbeiten]
Die Ortsteile Naundorf als Nuwindorf und Sadisdorf Saidesdorf werden im Jahr 1404 erstmals urkundlich erwähnt. Am 29. September 1412 wird Schmiedeberg als Smedewerg erstmals erwähnt. 1492 erscheint ein Hammer zu Neuschmiedeberg in dem die Eisenerze aus Schellerhau und Berggießhübel verarbeitet wurden und welcher als eines der ältesten Hammerwerke des Erzgebirges gilt. Den Namen verdankt der Ort seinen zahlreichen Hütten des ansässigen Bergbaues. 1521 wird das Flößen auf der Weißeritz erstmals erwähnt. Ursprünglich gehörte der Ort zur Herrschaft Weesenstein, im 16. Jahrhundert wurde es der Herrschaft Bärenstein, unter der Familie Kölbel, belehnt. Aus dem Vorwerk mit Zinnabbaurechten wurde dann das Rittergut Schmiedeberg. 1644 wird noch vom Bergflecken Schmiedeberg gesprochen, 1752 vom Bergstädtlein. 1675 erhielt der Ort das Stadtrecht, erlangte jedoch nie eine städtische Verfassung. Im 18. Jahrhundert wurde der Eisenhammer und der Eisenhüttenbetrieb von der Altenberger Zwitterstockgesellschaft übernommen.
Schmiedeberg wird seit 1833 nur noch Dorf genannt. 1880 wurde das Hammerwerk stillgelegt, das Eisenwerk überdauerte bis zur Wende.1897 wütet ein schweres Hochwasser im Tal der Roten Weißeritz (→ Hochwasser und Naturkatastrophen in Sachsen). 1898 erhält Schmiedeberg Fernsprechanschluß. 1912 wurde die Graugießerei gebaut. Am 21. März 1933 wird am Gemeindeamt die Hakenkreuzfahne aufgezogen, Hitler, Hindenburg, Mutschmann wurden Ehrenbürger von Schmiedeberg. 1946 wurden die „Vereinigten Werkstätten Schmiedeberg“ mit 150 Arbeitsplätzen gegründet (1949 aufgelöst bzw. in VEB überführt). Die VEB Gießerei- und Maschinenbau Ferdinand Kunert beschäftigte bis zur Wende Hunderte Arbeiter, wodurch sich der Ort stark vergrößerte.
Gedenkstätten [Bearbeiten]
- Grabstätte und Gedenktafel auf dem Friedhof des Ortsteiles Hennersdorf für drei unbekannte KZ-Häftlinge, die beim Todesmarsch aus einem der Außenlager der KZ Flossenbürg oder KZ Buchenwald von SS-Männern ermordet wurden
- Grabstätte und Gedenkstein auf dem Friedhof des Ortsteiles Sadisdorf erinnern an 26 KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch aus einem der KZ-Außenlager am Sadisdorfer Herrenweg von SS-Männern durch Genickschuss ermordet wurden
- Ein Gedenkstein an der B 170 im Park neben der Gemeindeverwaltung erinnert an sieben KZ-Häftlinge eines Todesmarsches zum Außenlager Dresden SS-Pionierkaserne des KZ Flossenbürg, die im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
| Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkung |
|---|---|---|
| Ammelsdorf[2] | 1. Januar 1994 | Eingemeindung nach Obercarsdorf |
| Dönschten[2] (*) | 1. März 1994 | |
| Hennersdorf[2] | 1. Januar 1994 | Eingemeindung nach Obercarsdorf |
| Naundorf[3][4] (*) | 1. Juli 1950 | |
| Niederpöbel[5] | 1. Oktober 1935 | |
| Obercarsdorf[2] | 1. Januar 2001 | |
| Oberpöbel[6] | vor 1875 | Eingemeindung nach Schönfeld |
| Sadisdorf[2] | 1. Januar 1994 | Eingemeindung nach Obercarsdorf |
| Schönfeld[2] | 1. Januar 1996 |
(*) Dönschten und Naundorf wurden von 1945 bis 1949/1950 von Schmiedeberg aus verwaltet.[7]
Entwicklung der Einwohnerzahl [Bearbeiten]
Entwicklung der Einwohnerzahl (Datenstand ab 1998: 31. Dezember)[8]:
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Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Die 18 Sitze des Gemeinderates verteilen sich seit der Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen wie folgt:
| CDU | SPD | FWG | LINKE |
|---|---|---|---|
| 7 Sitze (−1) | 4 Sitze (+1) | 6 Sitze (+1) | 1 Sitz (−1) |
Partnergemeinden [Bearbeiten]
- Mšené-lázně in Tschechien
- Deißlingen in Baden-Württemberg
- Fluorn-Winzeln in Baden-Württemberg
- Grafenrheinfeld in Bayern
- Kirchheimbolanden in Rheinland-Pfalz
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
- Schmiedeberger Gießerei GmbH
- Sachsenküchen (1908 gegründet)
Verkehr [Bearbeiten]
Die B 170 führt durch das Gemeindegebiet. Hier zweigt auch die B 171 Richtung Marienberg ab. Etwa 20 km südlich liegt die Grenze zur Tschechischen Republik.
Im Jahr 1882 erhielt der Ort eine Eisenbahnverbindung mit Freital und Dippoldiswalde über die schmalspurige Weißeritztalbahn. Seit dem Hochwasser 2002 ist die Strecke nicht mehr in Betrieb, ein Wiederaufbau ab Dippoldiswalde ist bis 2014 geplant.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Die Schmiedeberger Kirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit wurde nach Plänen von George Bähr zwischen 1713 und 1718 erbaut. In ihr befindet sich eine Orgel und ein Kanzelaltar. Der aus Sandstein gefertigte Taufstein stammt vom Dresdner Hofbildhauer Johann Benjamin Thomae.
Im Stadtgebiet liegt der 200 Meter lange Eisenbahnviadukt der Weißeritztalbahn sowie Spuren der geplanten Pöbeltalbahn. Das Stadtgebiet gehört zum Naturraum Osterzgebirge. Im Vereinshaus befindet sich ein Schulmuseum.
Personen mit Bezug zum Ort [Bearbeiten]
- Samuel Friedrich Gerstäcker (* 15. November 1788 in Schmiedeberg; † 1. Juni 1825 in Kassel), Opernsänger (Tenor), Vater von Friedrich Gerstäcker
- Minna Reichelt (1842–1906), Diakonissin, Lehrerin und Journalistin
- Ernst Emil Lohse (* 9. Juli 1885 in Schmiedeberg; † 14. Februar 1949 in Dresden), Lehrer, Volkskundler, Kunsthistoriker
- Alfred Hesse (1904–1988), Künstler, Maler
- Gottfried Schmiedel (* 24. August 1920 in Schmiedeberg; † 11. November 1987 in Dresden), Musikkritiker, Publizist
- Tina Bachmann (* 1986), Biathletin
Literatur [Bearbeiten]
- Richard Steche: Schmiedeberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 74.
Weblinks [Bearbeiten]
- Schmiedeberg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Ihre Gemeinde Schmiedeberg
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ a b c d e f Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
- ↑ Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
- ↑ Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
- ↑ Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
- ↑ Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren
- ↑ Sachsenbuch, Band 1, Dresdener Verlagsgesellschaft mbH, Dresden, 1947
- ↑ Gerhardt Müller: Zwischen Müglitz und Weißeritz. Werte der deutschen Heimat Bd. 8. Berlin 1964. / Statistisches Landesamt Sachsen
- ↑ Datenstand zum 3. Oktober 1990
- ↑ http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_ver.prc_ver?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14628350
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