Schmiedeberg (Erzgebirge)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schmiedeberg
Schmiedeberg (Erzgebirge)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schmiedeberg hervorgehoben
50.83805555555613.676388888889435Koordinaten: 50° 50′ N, 13° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Höhe: 435 m ü. NN
Fläche: 40,76 km²
Einwohner:

4490 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01762
Vorwahlen: 035052, 03504 (Obercarsdorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEBVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 350
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pöbeltalstraße 1
01762 Schmiedeberg
Webpräsenz: www.schmiedeberg.net
Amtsverweser: Ulrich Kretzschmar (CDU)
Lage der Gemeinde Schmiedeberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Klingenberg Hohnstein Sebnitz Königstein (Sächsische Schweiz) Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Klingenberg Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Schmiedeberg Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Schmiedeberg ist eine Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Die Gemeinde befindet sich etwa 23 km südlich der Landeshauptstadt Dresden und ca. 6 km südlich der Stadt Dippoldiswalde. Sie liegt im Tal der Roten Weißeritz am Nordhang des Osterzgebirges. In Schmiedeberg mündet der Pöbelbach.

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Zur Gemeinde Schmiedeberg gehören die Ortsteile:

Geschichte [Bearbeiten]

Die Ortsteile Naundorf als Nuwindorf und Sadisdorf Saidesdorf werden im Jahr 1404 erstmals urkundlich erwähnt. Am 29. September 1412 wird Schmiedeberg als Smedewerg erstmals erwähnt. 1492 erscheint ein Hammer zu Neuschmiedeberg in dem die Eisenerze aus Schellerhau und Berggießhübel verarbeitet wurden und welcher als eines der ältesten Hammerwerke des Erzgebirges gilt. Den Namen verdankt der Ort seinen zahlreichen Hütten des ansässigen Bergbaues. 1521 wird das Flößen auf der Weißeritz erstmals erwähnt. Ursprünglich gehörte der Ort zur Herrschaft Weesenstein, im 16. Jahrhundert wurde es der Herrschaft Bärenstein, unter der Familie Kölbel, belehnt. Aus dem Vorwerk mit Zinnabbaurechten wurde dann das Rittergut Schmiedeberg. 1644 wird noch vom Bergflecken Schmiedeberg gesprochen, 1752 vom Bergstädtlein. 1675 erhielt der Ort das Stadtrecht, erlangte jedoch nie eine städtische Verfassung. Im 18. Jahrhundert wurde der Eisenhammer und der Eisenhüttenbetrieb von der Altenberger Zwitterstockgesellschaft übernommen.

Schmiedeberg wird seit 1833 nur noch Dorf genannt. 1880 wurde das Hammerwerk stillgelegt, das Eisenwerk überdauerte bis zur Wende.1897 wütet ein schweres Hochwasser im Tal der Roten Weißeritz (→ Hochwasser und Naturkatastrophen in Sachsen). 1898 erhält Schmiedeberg Fernsprechanschluß. 1912 wurde die Graugießerei gebaut. Am 21. März 1933 wird am Gemeindeamt die Hakenkreuzfahne aufgezogen, Hitler, Hindenburg, Mutschmann wurden Ehrenbürger von Schmiedeberg. 1946 wurden die „Vereinigten Werkstätten Schmiedeberg“ mit 150 Arbeitsplätzen gegründet (1949 aufgelöst bzw. in VEB überführt). Die VEB Gießerei- und Maschinenbau Ferdinand Kunert beschäftigte bis zur Wende Hunderte Arbeiter, wodurch sich der Ort stark vergrößerte.

Blick auf Schmiedeberg

Gedenkstätten [Bearbeiten]

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Ammelsdorf[2] 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Obercarsdorf
Dönschten[2] (*) 1. März 1994
Hennersdorf[2] 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Obercarsdorf
Naundorf[3][4] (*) 1. Juli 1950
Niederpöbel[5] 1. Oktober 1935
Obercarsdorf[2] 1. Januar 2001
Oberpöbel[6] vor 1875 Eingemeindung nach Schönfeld
Sadisdorf[2] 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Obercarsdorf
Schönfeld[2] 1. Januar 1996

(*) Dönschten und Naundorf wurden von 1945 bis 1949/1950 von Schmiedeberg aus verwaltet.[7]

Entwicklung der Einwohnerzahl [Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung des Ortes

Entwicklung der Einwohnerzahl (Datenstand ab 1998: 31. Dezember)[8]:

  • 1548/52 – 25 besessene Mann und 25 Inwohner (etwa 150 Einwohner)
  • 1748/64 – 21 besessene Mann und 19 Häusler (etwa 200 Einwohner)
  • 1834 – 0.439 Einwohner
  • 1871 – 0.513 Einwohner
  • 1890 – 0.749 Einwohner
  • 1910 – 2.402 Einwohner
  • 1925 – 2.432 Einwohner
  • 1939 – 2.518 Einwohner
  • 1946 – 3.184 Einwohner
  • 1960 – 8.832 Einwohner
  • 1990 – 5.649 Einwohner [9]
  • 1998 – 3.462 Einwohner
  • 2004 – 5.006 Einwohner
  • 2007 – 4.679 Einwohner
  • 2008 – 4.679 Einwohner
  • 2009 – 4.636 Einwohner
  • 2010 – 4.557 Einwohner

Politik [Bearbeiten]

Gemeinderat [Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[10]
Wahlbeteiligung: 54,6 % (2004: 59,5 %)
 %
50
40
30
20
10
0
40,0 %
32,6 %
20,2 %
7,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,4 %p
+5,8 %p
+3,9 %p
-5,4 %p

Die 18 Sitze des Gemeinderates verteilen sich seit der Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen wie folgt:

CDU SPD FWG LINKE
7 Sitze (−1) 4 Sitze (+1) 6 Sitze (+1) 1 Sitz (−1)

Partnergemeinden [Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]

  • Schmiedeberger Gießerei GmbH
  • Sachsenküchen (1908 gegründet)
Kirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“
historische Siegelmarke der Gemeinde Schmiedeberg

Verkehr [Bearbeiten]

Die B 170 führt durch das Gemeindegebiet. Hier zweigt auch die B 171 Richtung Marienberg ab. Etwa 20 km südlich liegt die Grenze zur Tschechischen Republik.

Im Jahr 1882 erhielt der Ort eine Eisenbahnverbindung mit Freital und Dippoldiswalde über die schmalspurige Weißeritztalbahn. Seit dem Hochwasser 2002 ist die Strecke nicht mehr in Betrieb, ein Wiederaufbau ab Dippoldiswalde ist bis 2014 geplant.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Die Schmiedeberger Kirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit wurde nach Plänen von George Bähr zwischen 1713 und 1718 erbaut. In ihr befindet sich eine Orgel und ein Kanzelaltar. Der aus Sandstein gefertigte Taufstein stammt vom Dresdner Hofbildhauer Johann Benjamin Thomae.

Im Stadtgebiet liegt der 200 Meter lange Eisenbahnviadukt der Weißeritztalbahn sowie Spuren der geplanten Pöbeltalbahn. Das Stadtgebiet gehört zum Naturraum Osterzgebirge. Im Vereinshaus befindet sich ein Schulmuseum.

Personen mit Bezug zum Ort [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Richard Steche: Schmiedeberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 74.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Schmiedeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. a b c d e f Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  5. Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  6. Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren
  7. Sachsenbuch, Band 1, Dresdener Verlagsgesellschaft mbH, Dresden, 1947
  8. Gerhardt Müller: Zwischen Müglitz und Weißeritz. Werte der deutschen Heimat Bd. 8. Berlin 1964. / Statistisches Landesamt Sachsen
  9. Datenstand zum 3. Oktober 1990
  10. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_ver.prc_ver?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14628350