Schmiedeberg (Dippoldiswalde)

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50.83805555555613.676388888889434Koordinaten: 50° 50′ 17″ N, 13° 40′ 35″ O

Schmiedeberg
Große Kreisstadt Dippoldiswalde
Ortswappen von Schmiedeberg
Höhe: 434 m ü. NHN
Eingemeindung: 1. Januar 2014
Postleitzahl: 01744
Vorwahlen: 035052, 03504
Schmiedeberg (Sachsen)
Schmiedeberg

Lage von Schmiedeberg in Sachsen

Schmiedeberg ist ein Ortsteil der sächsischen Großen Kreisstadt Dippoldiswalde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Ort wurde 1412 ersterwähnt und gehört seit 2014 zu Dippoldiswalde.

Geografie[Bearbeiten]

Schmiedeberg befindet sich etwa 23 km südlich der Landeshauptstadt Dresden und ca. 6 km südlich des Stadtzentrums von Dippoldiswalde. Der Ort liegt im Tal der Roten Weißeritz am Nordhang des Osterzgebirges. In Schmiedeberg mündet der Pöbelbach.

Geschichte[Bearbeiten]

historische Siegelmarke der Gemeinde Schmiedeberg

Am 29. September 1412 wird Schmiedeberg als Smedewerg erstmals urkundlich erwähnt. 1492 erscheint ein Hammer zu Neuschmiedeberg in dem die Eisenerze aus Schellerhau und Berggießhübel verarbeitet wurden und welcher als eines der ältesten Hammerwerke des Erzgebirges gilt. Den Namen verdankt der Ort seinen zahlreichen Hütten des ansässigen Bergbaues. 1521 wird das Flößen auf der Weißeritz erstmals erwähnt. Ursprünglich gehörte der Ort zur Herrschaft Weesenstein, im 16. Jahrhundert wurde es der Herrschaft Bärenstein, unter der Familie Kölbel, belehnt. Aus dem Vorwerk mit Zinnabbaurechten wurde dann das Rittergut Schmiedeberg. 1644 wird noch vom Bergflecken Schmiedeberg gesprochen, 1752 vom Bergstädtlein. 1675 erhielt der Ort das Stadtrecht, erlangte jedoch nie eine städtische Verfassung. Im 18. Jahrhundert wurde der Eisenhammer und der Eisenhüttenbetrieb von der Altenberger Zwitterstockgesellschaft übernommen.

Schmiedeberg wird seit 1833 nur noch Dorf genannt. 1880 wurde das Hammerwerk stillgelegt, das Eisenwerk überdauerte bis zur Wende.1897 wütet ein schweres Hochwasser im Tal der Roten Weißeritz (→ Hochwasser und Naturkatastrophen in Sachsen). 1898 erhält Schmiedeberg Fernsprechanschluß. 1912 wurde die Graugießerei gebaut. Am 21. März 1933 wurde am Gemeindeamt die Hakenkreuzfahne aufgezogen; Hitler, Hindenburg und Mutschmann erhielten die Ehrenbürgerschaft.

1946 wurden die „Vereinigten Werkstätten Schmiedeberg“ mit 150 Arbeitsplätzen gegründet (1949 aufgelöst bzw. in VEB überführt). Die VEB Gießerei- und Maschinenbau Ferdinand Kunert beschäftigte bis zur Wende Hunderte Arbeiter, wodurch sich der Ort stark vergrößerte. Der VEB Waggonbau Ammendorf errichtete im Pöbeltal für die Kinder seiner Betriebsangehörigen das Ferienlager "Geschwister Scholl".[1]

Die erste Eingliederung nach Schmiedeberg erfolgte 1935 durch die Eingemeindung von Niederpöbel.[2] Im Jahr 1950 wurde der Nachbarort Naundorf eingemeindet.[3][4] Nach der Wende kamen die Gemeinden Dönschten (1994) und Schönfeld zu Schmiedeberg. Im Jahr 2001 erfolgte der Zusammenschluss von Obercarsdorf mit seinen Ortsteilen und Schmiedeberg.[5] Bis zur Eingliederung Schmiedebergs in die Große Kreisstadt Dippoldiswalde hatte die Gemeinde damit die zehn Ortsteile Ammelsdorf, Dönschten, Hennersdorf, Naundorf, Niederpöbel, Obercarsdorf, Oberpöbel, Sadisdorf, Schmiedeberg und Schönfeld.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung des Ortes

Entwicklung der Einwohnerzahl (Datenstand ab 1998: 31. Dezember)[6]:

Jahr Einwohner
1548/52 25 besessene Mann und 25 Inwohner (etwa 150 Einwohner)
1748/64 21 besessene Mann und 19 Häusler (etwa 200 Einwohner)
1834 0.439
1871 0.513
1890 0.749
1910 2.402
1925 2.432
1939 2.518
Jahr Einwohner
1946 3.184
1960 8.832
1990 5.649[7]
1998 3.462
2004 5.006
2008 4.679
2010 4.557
2012 4.467

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Schmiedeberg sind unter anderem die Schmiedeberger Gießerei GmbH und die 1908 gegründeten Sachsenküchen ansässig.

Die B 170 führt durch den Ort. Hier zweigt auch die B 171 Richtung Marienberg ab. Etwa 20 km südlich liegt die Grenze zur Tschechischen Republik.

Im Jahr 1882 erhielt der Ort eine Eisenbahnverbindung mit Freital und Dippoldiswalde über die schmalspurige Weißeritztalbahn. Seit dem Hochwasser 2002 ist die Strecke nicht mehr in Betrieb, ein Wiederaufbau ab Dippoldiswalde ist bis 2014 geplant. Schmiedeberg war zudem der geplante Ausgangspunkt für die nicht verwirklichte Pöbeltalbahn nach Moldau im heutigen Tschechien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“

Die Schmiedeberger Kirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit wurde nach Plänen von George Bähr zwischen 1713 und 1718 erbaut. In ihr befindet sich eine Orgel und ein Kanzelaltar. Der aus Sandstein gefertigte Taufstein stammt vom Dresdner Hofbildhauer Johann Benjamin Thomae.

In der Umgebung liegen der 200 Meter lange Eisenbahnviadukt der Weißeritztalbahn sowie Spuren der geplanten Pöbeltalbahn. Im Vereinshaus befindet sich ein Schulmuseum.

Personen mit Bezug zum Ort[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Polle: Führer durch das Weißeritzthal nach Schmiedeberg und seiner Umgebung. Sekundärbahn Hainsberg - Kipsdorf. Huhle, Dresden 1885 (Digitalisat)
  • Richard Steche: Schmiedeberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 74.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schmiedeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Facebook-Eintrag
  2. Sachsenbuch, Band 1, Dresdener Verlagsgesellschaft mbH, Dresden, 1947
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  5. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  6. Gerhardt Müller: Zwischen Müglitz und Weißeritz. Werte der deutschen Heimat Bd. 8. Berlin 1964. / Statistisches Landesamt Sachsen
  7. Datenstand zum 3. Oktober 1990