Schwäbisch-Hällisches Landschwein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwäbisch-Hällisches Landschwein
Ruhepause im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck
Ferkel vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein

Das Schwäbisch-Hällische Landschwein, auch Schwäbisch-Hällisches Schwein (SH) oder umgangssprachlich Hällisch-Fränkisches Landschwein beziehungsweise Mohrenköpfle genannt, ist eine alte Hausschweinrasse mit Verbreitungsschwerpunkt im Nordosten Baden-Württembergs, insbesondere im namengebenden Landkreis Schwäbisch Hall.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Eber der Rasse werden etwa 90 cm hoch (Widerrist) und 275–350 kg schwer, die Sauen etwa 80 cm hoch und 222–275 kg schwer. Kopf, Hals und Hinterbeine der Tiere sind schwarz, Vorderbeine und Körper sind nicht pigmentiert. Von ihrer Färbung rührt auch die verbreitete umgangssprachliche Bezeichnung „Mohrenköpfle“.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der württembergische König Wilhelm I. führte 1820 zur Förderung der Landwirtschaft chinesische Maskenschweine ein, durch deren Kreuzung mit einheimischen Rassen die Schwäbisch-Hällischen Schweine entstanden. Auch die anderen europäischen Sattelschweinerassen entstanden auf ähnliche Weise. Farbliche Kennzeichen sind der schwarze Kopf und das schwarze Hinterteil. Die Abgrenzung erfolgt durch einen Säumungsstreifen, wo weiße Haare auf schwarz pigmentierter Haut wachsen.

Die erste Züchtervereinigung wurde 1925 gegründet. Dank ihrer hohen Fleischqualität und sehr guten Muttereigenschaften wurden noch in den 1940er Jahren im Landkreis Schwäbisch Hall fast ausschließlich Schwäbisch-Hällische Schweine gehalten. In späteren Jahren wurden sie von anderen Rassen verdrängt, deren Fleisch dem inzwischen erwachten Wunsch der Verbraucher nach magerem Fleisch eher entsprach. Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre galten sie sogar schon als ausgestorben (Ingenieurarbeit Ernst Gerstlauer 1979 FH Weihenstephan). Engagierte Landwirte begannen 1984 mit nur sieben reinrassigen Mutterschweinen und einem Eber eine neue Zucht. In Schwäbisch Hall wurde 1986 die Züchtervereinigung Schwäbisch-Hällisches Schwein gegründet. Die größten Erfolge waren die mehrmaligen Bundessiege für die beste Fleischqualität bei der Internationalen Grünen Woche Berlin.

1987 erklärte die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) das Schwäbisch-Hällische Landschwein zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“.

Schwäbisch Hällische Schweine werden heute überwiegend in Betrieben gehalten, die der Züchtervereinigung Schwäbisch Hällisches Landschwein sowie dem Schweinezuchtverband Baden-Württemberg angeschlossen sind.

Herkunftsschutz[Bearbeiten]

Im Jahr 1998 wurde "Schwäbisch Hällisches Qualitätsschweinefleisch" als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) ins Register der europaweit geschützten Herkunftsbezeichnungen aufgenommen[3]. Schwäbisch Hällisches Qualitätsschweinefleisch muss von Tieren stammen, die gemäß einer festgelegten Spezifikation aufgezogen, gemästet und geschlachtet wurden[4]. Dabei müssen die Tiere unter anderem mit gentechnikfrei erzeugtem Futter aus der Region und ohne Masthilfsstoffe gefüttert werden.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Rudolf Bühler und Günter Postler, Züchtervereinigung Schwäbisch Hällisches Schwein e.V. (Hrsg.): Ökologischer Gesamtzuchtwert Schwäbisch-Hällisches Schwein (= Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL). Nr. 12923). Wolpertshausen 2004 (Abschlussbericht zum Forschungsprojekt ÖZW-SHS 02OE396, http://orgprints.org/12923/, abgerufen am 21. Juli 2013).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwäbisch-Hällisches Landschwein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Regionale Gastronomie tischt auf: Mohrenköpfle sichern die Zukunft (PDF; 86 kB)
  2. Die Tageszeitung (taz) vom 13. Januar 2006 : „Ein Schwein von Welt“
  3. http://ec.europa.eu/agriculture/quality/door/registeredName.html?denominationId=649
  4. Verbindliche Erzeugerrichtlinien|http://www.haellisch.de//images/Erzeugerrichtlinien_SH_ggA.pdf