Scots Guards

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Scots Guards in der Nähe des Windsor Castle

Scots Guards (dt.: Schottische Garde) ist der Name eines Regiments der Guards Division der British Army. Es ist eines der fünf Leibregimenter von Königin Elisabeth II..

Geschichte[Bearbeiten]

Die Scots Guards sind das drittälteste der Garderegimenter zu Fuß der britischen Armee. Seine Ursprünge führt das Regiment auf das Jahr 1642 zurück, wenngleich es mehrfach umbenannt wurde. Der heutige Name wurde 1877 von Königin Victoria verliehen. Als drittältestes Fußgarderegiment kann man es unter anderem daran erkennen, dass die Knöpfe der Paradeuniformen in Dreier-Gruppen angeordnet sind. Der Wahlspruch des Regiments entspricht dem des schottischen Distelordens: Nemo Me Impune Lacessit = Niemand reizt mich ungestraft[1].

Soldaten der Scots Guards kämpften im 18. und 19. Jahrhundert in allen größeren Kriegen des Britischen Empires. In den beiden Weltkriegen waren Bataillone des Regiments an nahezu allen Fronten in Europa und Nordafrika eingesetzt, an denen britische Truppen kämpften. Nach dem II. Weltkrieg hat das Regiment am Falklandkrieg, aber auch an vielen Einsätzen im Rahmen von UN-Friedensmissionen teilgenommen. Auch am Persischen Golf war es schon eingesetzt.

Ein gewöhnlicher Soldat der Scots Guards wird Guardsman genannt (während er in regulären Einheiten Private heißt), eine Auszeichnung, die König Georg V. nach dem Ersten Weltkrieg einführte.

Heute wird das erste Bataillon des Regiments Dienst als mechanisierte Infanterie eingesetzt. Eine besondere Kompanie, die die Tradition des zweiten Bataillons fortführt, wird als Wacheinheit verwendet. Das Regiment nimmt regelmäßig an vielen wichtigen protokollarischen Ereignissen in Großbritannien teil, z. B. an Trooping the Colour und Remembrance Sunday.

Der derzeitige Ehrenoberst des Regiments ist der Herzog von Kent, Prinz Edward, ein Cousin von Königin Elisabeth II.

Battle Honours[Bearbeiten]

Das Regiment hat eine vergleichsweise lange Liste von Battle Honours (ehrenvolle Erwähnungen von Schlachten, an denen es teilgenommen hat), die teilweise auf der Regimentsfahne aufgeführt sind.

Battle honours (englische Bezeichnungen)

  • vor dem Ersten Weltkrieg: Namur, Dettingen, Lincelles, Ägypten, Talavera, Barrosa, Fuentes d'Onor, Salamanca, Nive, Peninsula, Waterloo, Alma, Inkerman, Sevastopol, Tel-er-Kebir, Egypt 1882, Suakin 1885, Modder River, Südafrika 1899–1902
  • Erster Weltkrieg: Retreat from Mons, Marne 1914, Aisne 1914, Ypern 1914 1917, Langemarck 1914, Gheluvelt, Nonne Bosschen, Givenchy 1914, Neuve Chapelle, Aubers, Festubert 1915, Loos, Somme 1916 1918. Flers Courcelette, Morval, Pilckem, Poelcapelle, Cambrai 1917 1918, St. Quentin, Albert 1918, Bapaume 1918, Arras 1918, Drocourt-Quéant, Hindenburg Line, Havrincourt, Canal du Nord, Selle, Sambre, France and Flanders 1914–18
  • Zweiter Weltkrieg:
    • Nord-West Europa: Stien, Norway 1940, Quarry Hill, Estry, Venlo Pocket, Rhineland, Reichswald, Kleve, Moyland, Hochwald, Rhine, Lingen, Uelzen, North-West Europe 1944–45
    • Nord Afrika: Halfaya 1941, Sidi Suleiman, Tobruk 1941, Gazala, Knightsbridge, Defence of Alamein Line, Medenine, Tadjera Khir, Medjez Plain, Grich el Oued, Djebel Bou Aoukaz 1943 I, North Africa 1941–43,
    • Italien: Salerno, Battipaglia, Volturno Crossing, Roccheta e Croce, Monte Camino, Campoleone, Carroceto, Trasimene Line, Advance to Florence, Monte San Michele, Catarelto Ridge, Argenta Gap, Italy 1943–45
  • Nachkriegszeit: Tumbledown Mountain, Falkland Islands 1982, Gulf 1991

Erkennungszeichen[Bearbeiten]

Auf Distanz sind die verschiedenen Regimenter zu Fuß nicht zu unterscheiden. Jedoch sind sie an bestimmten Details zu erkennen.

  • Die Scots Guards tragen an ihrer Bärenfellmütze keine Feder.
  • Am Kragen tragen sie die Distel, das traditionelle Symbol Schottlands.
  • Acht Knöpfe verteilt zu jeweils 3, nachfolgender Pause und dann 2 (von oben: 3,0,3,0,2) befinden sich über dem Gürtel.
  • An der Mütze der normalen Dienstuniform tragen die Soldaten ein kariertes Band in rot, weiß und blau.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Loraine F. Petre, Wilfrid Ewart und Maj-Gen Sir Cecil Lowther: Scots Guards in the Great War 1914–1918. – London : John Murray, 1925
  • David Erskine: Scots Guards 1919–1955. – London : W. Clowes, 1956
  • Murray Naylor: Among friends : the Scots Guards, 1956–1993. – London : Leo Cooper, 1995

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel im Magazin Scottishfield

Weblinks[Bearbeiten]