Seeburg (Mansfelder Land)

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51.48861111111111.70222222222290Koordinaten: 51° 29′ 19″ N, 11° 42′ 8″ O

Seeburg
Wappen von Seeburg
Höhe: 90 m ü. NN
Fläche: 14,84 km²
Einwohner: 576 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06317
Vorwahl: 034774
Amsdorf Aseleben Erdeborn Dederstedt Hornburg Lüttchendorf Neehausen Röblingen am See Seeburg Stedten Wansleben am See Landkreis Mansfeld-SüdharzKarte
Über dieses Bild

Lage von Seeburg in Seegebiet Mansfelder Land

Seeburg

Seeburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort Seeburg liegt am Ostufer des Süßen Sees, ca. 12 Kilometer südöstlich von Eisleben. Der Ort hat eine direkte Anbindung an die B 80 in Richtung Halle (17 Kilometer) und Eisleben.

Das etwa zwei Kilometer östlich am Bindersee liegende Rollsdorf ist ein Ortsteil von Seeburg.

Uferpromenade am Süßen See in Seeburg

Geschichte[Bearbeiten]

In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld (Hersfelder Zehntverzeichnis) wird Seeburg als zehntpflichtiger Ort Seoburc im Friesenfeld genannt. Der erste Abschnitt, der auf 830 bis 850 datiert wird, enthält den Ort, der zweite Abschnitt die Burg, so dass beide über 1.100 Jahre alt sind. Noch immer nicht geklärt ist der Streit, ob Seeburg auch die für die Jahr 743, 744 und 748 erwähnte Burg in Sachsen ist, deren Namensvielfalt (Fränkische Reichsannalen: Hoohseoburg, Einhards Annalen: Hohseoburg, Metzer Annalen: Hocsioburg, Hocseburgh, Reginos Chronik: Hocseoburch) viele Deutungsmöglichkeiten bietet. Da Seeburg zentral im Hosgau – an der Schnittstelle zwischen dessen Nord- und Südbereich – lag, und dieser in seiner Ersterwähnung Hohsegowe hieß, hat man einen Zusammenhang zwischen Gau- und Burgnamen vermutet. Archäologische Nachgrabungen haben aber keine Belege für eine Burg des achten Jahrhunderts gefunden. Durch diese Bodenuntersuchungen ist aber der alte Umfang der Burg offenbart worden: sie reichte von der heutigen Dorfkirche im Osten bis zur Westspitze der Halbinsel, auf der das heutige Schloss liegt. Kombiniert mit dem Ortsnamen kann man also davon ausgehen, dass Seeburg seine Entstehung der fränkischen Burganlage verdankt, aus dieser entstand, und dass daher beide bereits vor dem Jahr 850 bestanden haben. In der Burg befand sich eine romanische Kapelle im Westen, die im Mittelalter zur Propsteikirche St. Petrus und Lambert erhoben wurde, und heute als unscheinbarer romanischer Sakralbau erhalten ist, eine gotische Schlosskirche im Zentralteil, und die heutige Dorfkirche in der westlichen Vorburg, die „Fleckenkirche“ St. Nikolaus. Mit der Schlosskapelle besitzt Seeburg daher vier Sakralbauten. Dass es ein Flecken war, ist anzunehmen. Zeitweise war die Seeburg Sitz eines eigenen Grafengeschlechts Querfurter Ursprungs, aus dem u. a. der Gründer des Klosters Kaltenborn Wichmann I. von Seeburg, und dessen Enkel, der Erzbischof von Magdeburg Wichmann von Seeburg entstammen.

Verwaltungsstruktur[Bearbeiten]

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Seeburg, Amsdorf, Aseleben, Erdeborn, Hornburg, Lüttchendorf, Neehausen, Röblingen am See, Stedten und Wansleben am See zur Einheitsgemeinde Seegebiet Mansfelder Land zusammen.[1] Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Seegebiet Mansfelder Land, zu der Seeburg gehörte, aufgelöst.

  • Bürgermeister der Einheitsgemeinde Seegebiet Mansfelder Land: Jürgen Ludwig
  • Ortsbürgermeister der Ortschaft Seeburg mit dem Ortsteil Rollsdorf: Günther Saken

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jedes Jahr findet „See in Flammen“ (im Juli) und das „Siedlerfest“ statt.[2]

Schloss Seeburg[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel: Schloss Seeburg

Die alte Volks- und Fluchtburg Seeburg fand bereits im Jahre 743 in den Metzer Annalen des Fränkischen Reiches als „Hochseeburg“ Erwähnung. Das Schloss war die Hauptburg des Hassegaus in vorgeschichtlicher Zeit. Danach diente es als mittelalterliche Grafenburg und Renaissance-Schloss. Nach einem Verfall im 19. Jahrhundert wurde die beeindruckende Befestigungsanlage in malerischer Umgebung in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder aufgebaut.

Denkmalgeschütztes Chausseehaus in Rollsdorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Zur Bundesstraße 80, die Eisleben und Halle (Saale) verbindet, sind es in südlicher Richtung ca. 600 Meter.

Zur Bundesautobahn 38, der sog. Südharzautobahn, Abfahrt Lutherstadt Eisleben, gelangt man über die B 80 nach etwa 9 Kilometern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Willi Ule: Die Mansfelder Seen und die Vorgänge an denselben im Jahre 1892. Dingsda-Verlag, Querfurt 1994, ISBN 3-928498-29-0
  • Hermann Größler: Sagen der Grafschaft Mansfeld und ihrer nächsten Umgebung. Dingsda-Verlag, Querfurt 1992, ISBN 3-928498-02-9
  • Hermann Größler: Nachlese von Sagen und Gebräuchen der Grafschaft Mansfeld und ihrer nächsten Umgebung. Dingsda-Verlag, Querfurt 1991, ISBN 3-928498-07-X
  • Hartmut Lauenroth: Zur Geschichte Seeburgs – Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Herausgeber: Gemeinde Seeburg, 2009, ISBN 978-3-938642-47-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seeburg (Mansfelder Land) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  2. Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land: Über uns. Abgerufen am 28. Juni 2012.