Shambhala (Königreich)

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Shambhala (auch Shambala, Shamballa, tibetisch: བདེ་འབྱུང་; Wylie: bde 'byung, ausgesprochen De-jang) ist im tibetischen Buddhismus ein mystisches Königreich, das irgendwo in Zentralasien verborgen sein soll. Es wird in diversen antiken Texten erwähnt, wie zum Beispiel im Kalachakra oder einigen antiken Schriften der Shangshung, welche den tibetischen Buddhisten im Westen von Tibet zeitlich vorangingen. Texte des Bön sprechen von einem sehr ähnlichen Königreich namens Olmolungring.

Wo auch immer seine historischen Wurzeln liegen mögen, Shambhala wurde nach und nach immer mehr als das Reine Land der Buddhisten angesehen, ein sagenhaftes Königreich, dessen Realität genauso phantastisch oder spirituell wie physisch oder geographisch ist. In dieser Form kam der Mythos von Shambhala in die westliche Welt, um dort nicht-buddhistische ebenso wie buddhistische spirituell Suchende und auch ansatzweise die Populärkultur im Allgemeinen zu beeinflussen.

Theosophisches Evolutionskonstrukt[Bearbeiten]

Shambhala wurde im Pantheon der strengen Ranggliederung der Theosophische Gesellschaft rezipiert, die behauptete, dass der Herr der Welt zuoberst in Shambhala wohne, das kurzerhand in der unwegsamen Wüste Gobi lokalisiert wurde. Die Theosophen transzendierten Tibet vom geografischen zum politischen Dach der Welt, wo eine imaginierte zukünftige Weltregierung ihren Hauptsitz haben würde. Diese von Helena Blavatsky erfundenen Vorstellungen wurden von den Theosophen, dem Hochstapler und Spion Ignaz Trebitsch-Lincoln, von Neonazis und neonazistischen Autoren wie Miguel Serrano, Gerald Suster, Pauwels/Bergier und Trevor Ravenscroft aufgegriffen und weiterentwickelt.[1]

Es soll ein Ziel Nicholas Roerichs auf seinen Reisen gewesen sein, Shambhala zu finden: er vermutete es im Altai-Gebirge. Nach der Besetzung der Mongolei durch Japan 1937 versuchte Japan, die Legende für politische Zwecke zu nutzen, indem das Gerücht gestreut wurde, Japan sei Shambala.

Trivia[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Brauen: Traumwelt Tibet: westliche Trugbilder. Verlag Paul Haupt Berne, Bern; Stuttgart; Wien 2000, ISBN 3-258-05639-0. S.47, S. 247 und S.234.