Shapley-Sawyer-Konzentrationsklasse

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Die Shapley-Sawyer-Konzentrationsklassen bilden ein qualitatives Klassifizierungssystem, mit dem Harlow Shapley und seine Doktorandin Helen Sawyer Hogg ab 1927 Kugelsternhaufen auf fotografischen Aufnahmen nach ihrer scheinbaren Konzentration ordneten. [1] Die Skala reicht von eins bis zwölf, wobei römische Zahlen verwendet werden. Die am stärksten konzentrierten Haufen werden der Klasse I zugeordnet, wie beispielsweise M75. Mit abnehmender Konzentration nimmt die Klassennummer zu und reicht bis zur Klasse XII, wie beispielsweise bei NGC 4372. Die Klassengrenzen wurden von Shapley und Sawyer Hogg so gesetzt, dass die zwölf Klassen jeweils etwa die gleiche Anzahl der 1927 bekannten 95 Kugelsternhaufen enthielten. Der hellste Haufen am Nordhimmel (Messier 13) gehört zur Klasse V.

Die Konzentrationsklassen werden heute beispielsweise von Amateurastronomen noch verwendet, um den zu erwartenden optischen Eindruck bei der Beobachtung von Kugelsternhaufen zu beschreiben. Für wissenschaftliche Zwecke sind quantitative Maße zur Beschreibung der Struktur der Haufen zu bevorzugen, wie man sie etwa durch Anpassung parametrischer Modelle an die gemessenen Flächenhelligkeitsprofile erhält.[2]

Quellen[Bearbeiten]

  1.  Harlow Shapley, Helen B. Sawyer: A Classification of Globular Clusters. In: Harvard College Observatory Bulletin. 849, 1927, S. 11-14 (http://articles.adsabs.harvard.edu/full/1927BHarO.849...11S).
  2.  James Binney, Michael Merrifield: Galactic Astronomy. Princeton University Press, 1998, ISBN 0691025657.