Sonderkommando Elbe

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Piloten, Munition ect. unterschiedliche Zahlen je nach Version --Tomás (Diskussion) 10:46, 24. Mär. 2012 (CET)

Das „Sonderkommando Elbe“ (Skdo.) (auch „Rammkommando Elbe“) war ein Einsatz der Deutschen Luftwaffe in der Endphase des Zweiten Weltkrieges, um die Einflüge der angreifenden Bomberverbände der 8. US-Luftflotte trotz zunehmender materieller Unterlegenheit zu stoppen, zumindest aber zu reduzieren.

Planung[Bearbeiten]

Bereits im Herbst 1944 hatte der damalige Oberst Hajo Herrmann vorgeschlagen, die gegnerischen Bomber durch Rammen in der Luft zu vernichten. Seit Jahreswende 1944/45 wurden Freiwillige für einen Sondereinsatz der Jagdflieger geworben. Es wurde von 10 % Überlebenschance gesprochen. Die Bezeichnung Selbstopfer-Einsatz wurde allerdings nicht benutzt. Bei der Suche nach Piloten meldeten sich 2000 Freiwillige, von denen 300 ausgewählt wurden.

Die Meldung zu diesem Sondereinsatz erfolgte laut Angaben von Zeitzeugen ohne jeglichen Druck. Es stand jedem Freiwilligen offen, auch noch eine Stunde vor Einsatz von seiner Meldung zurückzutreten. Kein Angehöriger des Sonderkommandos hat davon Gebrauch gemacht.

Die deutschen Rammjäger unterschieden sich von den japanischen Kamikaze durch die theoretische Möglichkeit, nach dem Zusammenstoß mit dem Fallschirm auszusteigen. Das Rammen selbst war als einzige Möglichkeit vorgesehen, da die Rammflugzeuge praktisch keine Bewaffnung zum Führen von Luftkämpfen hatten.

Im März 1945 wurde das Sonderkommando Elbe mit 300 Piloten auf dem Flugplatz Stendal-Borstel (ca. 60 km nördlich von Magdeburg) aufgestellt, um auf dem Fliegerhorst einen Schulungslehrgang zu absolvieren. Lehrgangsleiter war Major Otto Köhnke.

Das Kommando verfügte über 184 Jagdflugzeuge vom Typ Messerschmitt Bf 109. Bei den Maschinen wurden die Waffen, die Panzerung um den Pilotensitz, der Sender und anderes entfernt. Es verblieb nur ein 13-mm-Maschinengewehr mit 50 Schuss Munition. Dies geschah, um die Flugzeuge leichter und wendiger zu machen, um die Gipfelhöhe auf 10.000 m Höhe zu erweitern und um Material zu sparen.

Einsatz[Bearbeiten]

Es ist nur eine Teilnahme dieses Kommandos im Rahmen des Unternehmens Werwolf bekannt, als am 7. April 1945 1.300 US-amerikanische Schwere Bomber, begleitet von 700 bis 800 Jagdflugzeugen, nach Deutschland einflogen. Die deutschen Jäger starteten von den altmärkischen Fliegerhorsten Stendal, Salzwedel, Gardelegen, dem Feldflugplatz Sachau bei Gardelegen, aus Magdeburg und von sächsischen Flugplätzen.

Insgesamt konnten 23 Bomber durch Rammen zum Absturz gebracht werden, weitere 28 Bomber wurden durch Me 262 des JG 7 abgeschossen. Bei den Luftkämpfen über dem Steinhuder Meer wurden 133 deutsche Jagdflugzeuge zerstört, 40 davon bei versuchtem oder erfolgreichem Rammen. Von den Selbstopferungspiloten wurden mehrere von amerikanischen Jagdfliegern erschossen, während sie mit dem Fallschirm absprangen.

Das Sonderkommando wurde am 17. April aufgelöst, und die Flieger wurden nach Berlin versetzt, um als Infanteristen gegen die Rote Armee zu kämpfen.

Gendenkstein nördlich von Bockelskamp, Landkreis Celle

Gedenken[Bearbeiten]

Nördlich von Bockelskamp, Gemeinde Wienhausen bei Celle befindet sich ein Gedenkstein für die Jagdflieger des Rammkommandos Elbe und des Sonderkommandos Bienenstock, den ehemalige Angehörige der Kommandos errichtet haben.

Film[Bearbeiten]

  • Christoph Weber (Regie): Das letzte Aufgebot - Hitlers Todespiloten. Dokumentarfilm mit Interviews von Überlebenden, Deutschland (WDR), 2005, 52 Min (Es wird auch ein Besatzungsmitglied eines von dem Rammkommando angegriffenen US-Bombers und einer der gegen die Elbepontonbrücken der Roten Armee eingesetzten Jagdpiloten interviewt).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Alsdorf: Auf den Spuren des „Elbe-Kommandos“ Rammjäger, Wölfersheim-Berstadt 2001, ISBN 3-7909-0746-4
  • Arno Rose: Radikaler Luftkampf. Die Geschichte d. dt. Rammjäger, Stuttgart 1977, ISBN 3-87943-541-3
  • Ulrich Saft: Das bittere Ende der Luftwaffe. „Wilde Sau“, Sturmjäger, Rammjäger, Todesflieger, „Bienenstock“, Langenhagen 1992, ISBN 3-9801789-1-9
  • Barry Smith: Kamikaze – und der Westen (PDF; 79 kB). In: Geog Meggle (Hrsg.): Terror und der Krieg gegen ihn: Öffentliche Reflexionen. Mentis, Paderborn 2003, S. 107–118.

Einzelnachweise[Bearbeiten]