Sprengel Hildesheim-Göttingen

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Der Sprengel Hildesheim-Göttingen ist einer von sechs – nicht selbstständigen – Unterbezirken der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, die sich in die Sprengel Hannover, Hildesheim-Göttingen, Lüneburg, Osnabrück, Ostfriesland-Ems und Stade unterteilt. Sitz der Landessuperintendentur ist Hildesheim.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Sprengel liegt im Südosten Niedersachsens und der Hannoverschen Landeskirche. Im Westen grenzt er an die Evangelische Kirche von Westfalen, im Südwesten und Süden an die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, im Osten an die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, und an die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig (die zum Teil vom Sprengelgebiet eingeschlossen wird), sowie im Norden und Nordwesten an die Sprengel Lüneburg und Hannover.

Im Norden durchziehen die Bahnstrecken Berlin–Braunschweig–Hannover und Berlin–Braunschweig–Hildesheim das Sprengelgebiet, das in Nord-Süd-Richtung an der Bahnstrecke Hannover–Kassel liegt.

Einen ähnlichen Verlauf zeigen die Autobahnen, die das Gebiet des Sprengels durchqueren: die A 2 (Berlin–Hannover–Dortmund), die A 39 (Wolfsburg–Salzgitter–Hildesheim) und die A 7 (Hannover–Kassel).

Geschichte/Struktur[Bearbeiten]

Den Sprengel gibt es erst seit dem Inkrafttreten der landeskirchlichen Sprengelreform am 1. Juli 2007. Vorher gab es die getrennten Bezirke Hildesheim (bis 1957: Hildesheim-Harz) und Göttingen (bis 1957: Göttingen-Grubenhagen). Bei der Vereinigung der beiden Bereiche wurde der Kirchenkreis Hameln-Pyrmont aus dem aufgelösten Sprengel Calenberg-Hoya eingegliedert, während die beiden Kirchenkreise Gifhorn und Wolfsburg aus dem Sprengel Hildesheim an den Sprengel Lüneburg abgegeben wurden.

Die St.-Michaelis-Kirche zu Hildesheim ist die Predigtkirche des Landessuperintendenten.

Entstanden ist auf diese Weise der größte Sprengel der Hannoverschen Landeskirche mit zwölf Kirchenkreisen: Alfeld, Clausthal-Zellerfeld, Göttingen, Hameln-Pyrmont (Sitz: Hameln), Herzberg, Hildesheimer Land (Sitz: Elze), Hildesheim-Sarstedt (Sitz: Hildesheim), Holzminden-Bodenwerder (Sitz: Holzminden), Leine-Solling (Sitz: Northeim), Münden (Sitz: Hann. Münden), Osterode und Peine.

In diesem Gebiet liegen 433 Kirchengemeinden mit 580.000 Gemeindegliedern, die von 446 Pastoren sowie 150 Diakonen in Zusammenarbeit mit rund 500 Prädikanten sowie Lektoren, mit knapp 1000 Kirchenmusikern, mit fast 500 Küstern und mit mehr als 2200 Kirchenvorstehern sowie einer großen Zahl ehrenamtlicher Mitarbeiter versorgt werden. 693 Kirchen und Kapellen stehen als Gottesdienststätten zur Verfügung.

Im Gebiet des Sprengels sind die Einwohner überwiegend evangelisch-lutherischer Konfession. Ausnahmen bilden die Gebiete des Eichsfeldes und des Hildesheimer Bereiches, in denen es hohe Anteile der Bevölkerung mit römisch-katholischer Konfession gibt. Außerdem gibt es die evangelisch-reformierte "Herrschaft Plesse".

Landessuperintendenten[Bearbeiten]

Leitung[Bearbeiten]

Die Leitung des Sprengels obliegt dem Landessuperintendenten, der seinen Amtssitz in Hildesheim hat. Von hier aus werden bischöfliche Aufgaben wahrgenommen. Die Amtsinhaber werden daher oft auch "Regionalbischöfe" genannt.

Die Predigtkirche des Landessuperintendenten ist die St.-Michaelis-Kirche in Hildesheim.

Der Landessuperintendent ist per Amt Mitglied im Bischofsrat der Landeskirche.

Landessuperintendenten[Bearbeiten]

In den zuvor getrennten Sprengeln waren als Landessuperintendenten tätig:

  • In dem 2007 neugebildeten Sprengel Hildesheim-Göttingen blieb der bisherige Hildesheimer Landessuperintendent im Amt:

Sprengelbeirat[Bearbeiten]

Dem Landessuperintendenten stand bis 2009 der Sprengelbeirat zur Seite, dessen Mitglieder aus allen zwölf Kirchenkreisen des Sprengels kamen.

Ephorenkonvent[Bearbeiten]

Die leitenden Geistlichen der Kirchenkreise, die Superintendenten, bilden mit dem Landessuperintendenten den Ephorenkonvent des Sprengels. Einer dieser Amtsinhaber ist zugleich Stellvertreter des Landessuperintendenten.

Sprengeldienste[Bearbeiten]

Klosterkirche in Amelungsborn
Klosterkirche in Bursfelde
Gustav-Adolf-Kirche (Stabkirche) in Hahnenklee im Harz

Sprengelmitglieder der Landessynode[Bearbeiten]

Der Sprengel Hildesheim-Göttingen entsendet 15 Mitglieder in das höchste parlamentarische Gremium der hannoverschen Landeskirche, in die Landessynode.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Alpers: Kleine Kirchengeschichte Niedersachsens. Lutherhaus Verlag, Hannover 1965
  • Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers (Redaktion: Peter Kollmar und Jens-Peter Kruse), Hannover, 1988
  • Franz Wiebe: Kirchliche Chronik für den Sprengel Göttingen-Grubenhagen 1948-1952. Reise, Göttingen 1952
  • Franz Wiebe: Die kirchliche Sitte im Sprengel Göttingen-Grubenhagen. Reise, Göttingen 1952

Weblink[Bearbeiten]