Staatskapelle Berlin

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G. Mahler: Sinfonie der TausendWiener Singverein – Slovenský filharmonický zbor – Wiener Sängerknaben – Staatskapelle Berlin – Pierre Boulez Goldener Saal (2009)

Die Staatskapelle Berlin gilt als eines der führenden Orchester der Welt. Bereits im Jahre 1570 urkundlich erwähnt, residiert das Ensemble seit 1742 im Opernhaus am Boulevard Unter den Linden und spielt sowohl Konzerte als auch Opern- und Ballettaufführungen.

Geschichte[Bearbeiten]

Neujahrskonzert im Schauspielhaus (1987)

Die Überlieferung einer Kapellordnung aus dem Jahre 1570 lässt vermuten, dass die damalige „Kurfürstliche Hofkapelle“ schon früher existierte. Mit ihr begründet sich die lange Tradition des heutigen Orchesters. 1684 spielt das Orchester die ersten Opernaufführungen in einem Saal des Berliner Stadtschlosses. Bei der Standeserhöhung des Brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. zum König von Preußen wird das Ensemble 1701 in Königliche Kapelle umbenannt. Zu diesem Zeitpunkt umfasste es etwa 30 Musiker. Nach einer vorübergehenden Umwandlung in ein militärisches Orchester, werden die Musiker 1741 durch Friedrich den Großen mit dem Orchester aus Rheinsberg zusammengeführt. Diese Königliche Hofkapelle zu Berlin bestreitet daraufhin 1742 die Eröffnung der Lindenoper. Als heutzutage bekannteste Musiker waren zu diesem Zeitpunkt Carl Philipp Emanuel Bach und Franz Benda Mitglieder der Hofkapelle, die von Johann Joachim Quantz geleitet wurde. Mehr und mehr prägen die Musiker der Hofkapelle auch das Konzertleben Berlins. Am 1. März 1783 gibt das Orchester im Hotel Paris unter Hofkapellmeister Johann Friedrich Reichardt das erste Konzert für eine breitere Öffentlichkeit.

1811 werden die Berliner Oper und das Nationaltheater und ihre Orchester vereinigt. 1820 beruft der König mit Gasparo Spontini den ersten ((General-Music-Director)). Dieser steigert die Qualität des Orchesters erheblich und gründet den „Spontini-Fond“ für in Not geratene Kapellmitglieder. 1829 nehmen Musiker der Königlichen Hofkapelle an der legendären Wiederaufführung der „Matthäuspassion“ von Johann Sebastian Bach unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy teil. Mit dem nachfolgenden Generalmusikdirektor Giacomo Meyerbeer werden ab 1842 die Aufgaben des Orchesters erweitert und eine regelmäßige Konzertreihe für Abonnenten ins Leben gerufen. Durch einen Brand im Jahre 1843 bis auf die Grundmauern zerstört, wird das Opernhaus Unter den Linden unter der Leitung von Carl Ferdinand Langhans innerhalb eines reichlichen Jahres wieder aufgebaut inclusive eines Saales mit ca. 1800 Plätzen. In den folgenden Jahren wirkt die Hofkapelle bei etlichen Ur- und Erstaufführungen mit, unter anderem unter Richard Wagner, Felix Mendelssohn Bartholdy und Otto Nicolai, der 1848 zum Hofkapellmeister bestellt wird. Seit dem 14. April 1890 finden die Sinfoniekonzerte nicht mehr im Apollosaal, sondern in eben jenem großen Langhanssaal statt.

Richard Strauss, seit 1898 Erster Hofkapellmeister, wird 1908 Generalmusikdirektor des Orchesters, 1913 erhält Leo Blech diesen Titel ebenfalls. In den Zwanziger Jahren dirigieren so bedeutende Künstler wie Hermann Abendroth, Fritz Busch, Bruno Walter und Wilhelm Furtwängler. 1923 wird Erich Kleiber Generalmusikdirektor. 1934 legt Furtwängler sein Amt als Operndirektor nieder, bleibt dem Haus jedoch als Dirigent erhalten. Clemens Krauss, Johannes Schüler, Werner Egk dirigieren während der Dreißiger Jahre. Von 1938 an leitet Herbert von Karajan mehrere Opernvorstellungen. 1940 dirigiert er sein erstes Sinfoniekonzert mit der Staatskapelle, bevor er von 1941 bis 1945 GMD wird. Unter seiner Leitung erfolgt auch die erste Stereoaufnahme im Jahre 1944.

Sechs Wochen nach Kriegsende spielt die Staatskapelle ihr erstes Konzert und eröffnet am 30. Juni 1945 die erste Nachkriegssaison. Die ersten Konzerte werden unter anderem mit Wilhelm Furtwängler, Joseph Keilbert, Yehudi Menuhin und Erich Kleiber musiziert. Letztgenannter fordert den Wiederaufbau der Traditionsspielstätte Unter den Linden und übernimmt die musikalische Leitung der Deutschen Staatsoper. Der Admiralspalast wird bis zur Wiedereröffnung 1955 mit den „Meistersingern von Nürnberg“ von Richard Wagner zur Ausweichspielstätte im Herzen von Berlin. Im selben Jahr wird Franz Konwitschny GMD. Als weitere Dirigenten werden Lovro von Matacic, Horst Stein, Hans Löwlein, Heinz Rögner und Heinz Fricke verpflichtet. In der Zeit von 1964 bis 1991 ist Otmar Suitner Chefdirigent des Orchesters und derjenige, welcher durch eine rege Tonproduktions- und Tourneétätigkeit die Reputation der Staatskapelle auch im Ausland sehr fördert. Am 30. Dezember 1991 gibt Daniel Barenboim sein erstes Konzert als neuer Chefdirigent des Orchesters und Generalmusikdirektor der Staatsoper.

Gegenwart[Bearbeiten]

Daniel Barenboim bei Staatsoper für alle, 2014

Heute ist die Staatskapelle Berlin eines der führenden Orchester der Welt. Während vieler Konzertreisen und Operntourneen hat es sich mit seinem besonderen warmen, dunklen, von Kennern auch „Deutscher Klang“ genannt, internationale Anerkennung erworben und besonders durch zyklische Aufführungen ausgewählter Komponisten außerordentliche Anerkennung in Wien, New York, Tokio und, nicht selbstverständlich, auch in Berlin erworben.

So sind insbesondere der Beethovenzyklus mit allen Sinfonien und Klavierkonzerten, dirigiert und am Klavier gespielt von Daniel Barenboim, der Schumann/Brahmszyklus, die Zyklen aller Mahlersinfonien, aller Brucknersinfonien sowie das legendäre Wagnerfest 2002 mit zehn Opern in vierzehn Tagen Ausdruck der besonderen künstlerischen Kraft dieses Orchesters und seines Chefs auf Lebenszeit Daniel Barenboim.

Bedeutende Künstler wie Claudio Abbado, Zubin Mehta, Sir Simon Rattle, Placido Domingo, Waltraud Meier, René Pape, Alfred Brendel, Maurizio Pollini, der erste Gastdirigent Michael Gielen, der Ehrendirigent Pierre Boulez und viele Andere prägten und prägen die Qualitäten dieses Klangkörpers nachhaltig.

Die Orchesterakademie der Staatskapelle Unter den Linden, gegründet 1997, bildet in sehr fundierter und komplexer Art und Weise junge Instrumentalisten aus. Regelmäßiger Unterricht bei Kapellmitgliedern, eigene Kammermusikkonzerte, Vorbereitung auf Probespiele und natürlich das Mitspielen neben erfahrenen Kollegen am Pult in Konzerten, Opern, Balletten, auf Reisen und bei Aufnahmen gibt den Akademisten unschätzbare Erfahrungen mit auf den Weg. Viele von Ihnen sind nicht nur in anderen hervorragenden Orchestern anzutreffen, sondern auch im eigenen Ensemble an Spitzenpositionen tätig.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Das Orchester hat in den letzten Jahren eine Reihe von Auszeichnungen errungen:

  • Orchester des Jahres 2008 (Auszeichnung der Zeitschrift Opernwelt):
Staatskapelle Berlin[1]
  • Echo Klassik 2007 (Ensemble/Orchester des Jahres, Kategorie Neue Musik):
Mahler, Sinfonie Nr. 9. Mit Barenboim (Warner, 2007).
  • Orchester des Jahres 2006 (Auszeichnung der Zeitschrift Opernwelt):
Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim
  • Grammy Award 2003 (Best Opera Recording):
Wagner, Tannhäuser. Mit Barenboim (Dirigent), Eaglen, Hampson, Meier, Pape und dem Chor der Deutschen Staatsoper Berlin.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Staatskapelle Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.opernwelt.de/de/Jahrbuch/bilanz/index.html