Franz Konwitschny
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Franz Konwitschny (* 14. August 1901 in Fulnek, Nordmähren; † 28. Juli 1962 in Belgrad) war ein deutscher Dirigent.
Zunächst hatte Konwitschny zwei Jahre Geigenunterricht an der Akademie des Musikvereins in Brünn. Vom April 1923 bis 1925 war er Schüler von Hans Bassermann am Konservatorium der Musik in Leipzig. Während dieser Zeit war er aushilfsweise als Geiger und Bratscher im Gewandhausorchester beschäftigt. 1927 ging Konwitschny nach Stuttgart, zunächst als Korrepetitor, später als 1. Kapellmeister am Staatstheater.
[Bearbeiten] Karriere im NS-Staat
Zwischen 1933 und 1938 war er Generalmusikdirektor in Freiburg/ Breisgau. 1937 Eintritt in die NSDAP (Nr. 5 508995). Am 16.10.1937 dirigierte Konwitschny die Schlußkundgebung der 2. Badischen Gaukulturwoche (Motto: Rasse und Kultur). Im Dezember 1942 Gastdirigent in der Ghettostadt Litzmannstadt/Lodz, laut Litzmannstädter Zeitung vom 17.12.1942 faszinierte der "von stärkster Vitalität getragene Musizierstil" (Quelle: Ernst Klee, Das Kulturlexikon zum Dritten Reich - Wer war was vor und nach 1945, S. Fischer Verlag, Frankfurt, ISBN 978-3-10-039326-5 )
Er wirkte auch an der Staatsoper in Hamburg und war in den Kriegsjahren 1943/44 Chefdirigent des Orchesters in Ludwigshafen, der heutigen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.
[Bearbeiten] Karriere im Nachkriegsdeutschland
Konwitschny setzte seine Karriere nach 1945 unbeschadet fort, 1946 berief ihn die Stadt Hannover als musikalischen Oberleiter von Oper und Konzert (bis 1949). Von 1949 bis 1962 wirkte er als Gewandhauskapellmeister in Leipzig. Gleichzeitig besetzte er von 1953 bis 1955 das Amt des Generalmusikdirektor der Dresdner Staatsoper sowie von 1955 bis 1962 das Amt des Generalmusikdirektors der Deutschen Staatsoper in Berlin. 1951 wurde ihm der Professoren-Titel verliehen. 1952 folgte die Ehrung mit dem Nationalpreis der DDR. Am 14. August 1961 wurde er Ehrenmitglied des Gewandhausorchesters.
Franz Konwitschny verstarb während einer Konzertreise am 28. Juli 1962 in Belgrad. Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt.
Besonders bekannt wurde Konwitschny als Dirigent der Opern von Richard Wagner und von Konzerten mit Werken von Ludwig van Beethoven, Richard Strauss, Max Reger und Anton Bruckner.
Sein Sohn Peter Konwitschny (* 1945) ist ein bekannter Opernregisseur.
[Bearbeiten] Weblinks
- Einträge zu Franz Konwitschny im Katalog des Deutschen Musikarchivs
Johann Adam Hiller (1781–1785) | Johann Gottfried Schicht (1785–1810) | Johann Philipp Christoph Schulz (1810–1827) | Christian August Pohlenz (1827–1835) | Felix Mendelssohn Bartholdy (1835–1843) | Ferdinand Hiller (1843–1844) | Felix Mendelssohn Bartholdy (1845–1847) | Julius Rietz (1848–1860) | Carl Reinecke (1860–1895) | Arthur Nikisch (1895–1922) | Wilhelm Furtwängler (1922–1928) | Bruno Walter (1929–1933) | Hermann Abendroth (1934–1945) | Herbert Albert (1946–1948) | Franz Konwitschny (1949–1962) | Václav Neumann (1964–1968) | Kurt Masur (1970–1996) | Herbert Blomstedt (1998–2005) | Riccardo Chailly (seit 2005)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Konwitschny, Franz |
| KURZBESCHREIBUNG | Deutscher Dirigent und Gewandhauskapellmeister |
| GEBURTSDATUM | 14. August 1901 |
| GEBURTSORT | Fulnek, Nordmähren |
| STERBEDATUM | 28. Juli 1962 |
| STERBEORT | Belgrad |

