Starzel (Neckar)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Starzel
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Die Starzelschlucht bei Schlatt mit Wasserfall „Junginger Gieß“

Die Starzelschlucht bei Schlatt mit Wasserfall „Junginger Gieß“

Daten
Gewässerkennzahl DE: 238152
Lage Deutschland, Baden-Württemberg, Zollernalbkreis, Landkreis Tübingen
Flusssystem Rhein
Abfluss über Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle südlich von Hausen im Killertal
48° 15′ 48″ N, 9° 3′ 18″ O48.2633333333339.055830
Quellhöhe unter 830 m[1]
Mündung in Bieringen in den Neckar48.4491666666678.8547222222222354Koordinaten: 48° 26′ 57″ N, 8° 51′ 17″ O
48° 26′ 57″ N, 8° 51′ 17″ O48.4491666666678.8547222222222354
Mündungshöhe 354 m[2]
Höhenunterschied 476 m
Länge 42,8 km[3][4]
Einzugsgebiet 177,375 km²[5][4]
Abfluss[4] an der Mündung
AEo: 178 km²
MQ
Mq
1,87 m³/s
10,5 l/(s km²)
Linke Nebenflüsse Reichenbach, Zimmerbach, Talbach
Kleinstädte Hechingen
Gemeinden Burladingen, Jungingen, Rangendingen, Hirrlingen, Rottenburg am Neckar

Die Starzel ist ein rechter Nebenfluss des Neckars in Baden-Württemberg. Sie entsteht unmittelbar am Albtrauf an der Europäischen Wasserscheide, rund drei Kilometer südlich von Hausen im Killertal (einem Stadtteil von Burladingen), wenige hundert Meter nördlich des zu Albstadt gehörenden Weilers Neuweiler. Aus historischen Gründen wird das von der Starzel geschaffene, rund 14 Kilometer lange Tal am Nordrand der Schwäbischen Alb von der Quelle bis nach Hechingen Killertal genannt. Namengebend ist das Dorf Killer, dessen Pfarrei für das ganze Tal zuständig war. Der Name Killer setzt sich historisch aus Kirche und Weiler zusammen.

Geologie und Geomorphologie[Bearbeiten]

Das in ihrem Oberlauf „Killertal“ genannte Tal der Starzel. Von vorne die Dörfer Killer, Starzeln und Hausen im Killertal, alles Stadtteile von Burladingen.
Starzelprallhang bei Hechingen-Stein mit Grenzaufschluss zwischen Jura und Keuper

Vom Weißen Jura bis zum Muschelkalk durchläuft die Starzel sämtliche Schichten des Jura und etwa zwei Drittel der Trias. Ihr Tal entstand durch rückschreitende Erosion, indem sich der Bach von Nordwesten immer weiter in die Schichtstufen der Schwäbischen Alb und ihres Vorlandes eingeschnitten hat. Das Tal der Starzel greift weit in die Hochfläche der Schwäbischen Alb ein und wird im Westen vom 956 Meter hohen Raichberg und im Osten vom bis zu 840 Meter hohen Heufeld flankiert. Es beginnt mit dem Quellgebiet der Starzel und ihrer Nebenbäche an der Wasserscheide zwischen dem Flusssystem des Rheins und dem der Donau. Eine Besonderheit sind die sogenannten Wasserfallschichten, ein harter Sandstein, der über blättrigen Schiefertonen gelagert ist. Zwischen Jungingen und Schlatt hat die Starzel einen acht Meter hohen Wasserfall gebildet, die Junginger Gieß. Auf weiten Strecken bewegt sie sich in einem naturnahen Bachbett. Zwischen Jungingen und Hechingen hat sie sich schluchtartig eingetieft. Unterhalb von Bietenhausen streift sie das Naturschutzgebiet Kapfhalde, das an einem rechten Prallhang liegt[6].

Zuflüsse[Bearbeiten]

der benannten Zuflüsse mit Zuflussseite, Zuflussort, Länge[3] (inklusive Hauptstrang-Oberläufe) und Einzugsgebiet[7], wo verfügbar. Siehe bei den → Weblinks. Andere Quellen sind vermerkt.

  • Neubrunnen (rechts, in Burladingen-Hausen im Killertal, 1,9 km)
  • Scharlenbach (links, in Burladingen-Starzeln, 3,5 km und 6,1 km²)
  • Goosbach (links, in Burladingen-Killer, 0,7 km)
  • Lindenbach (rechts, in Killer, 1,9 km)
  • Buchenbach (rechts, nach Killer, 1,9 km und 3,9 km²)
  • Hirschbach (rechts, vor Jungingen, 1,1 km)
  • Sulzgraben (rechts, Ortsbeginn Jungingen, 0,8 km)
  • Mühlbächle (rechts, in Jungingen, 1,8 km)
  • Bernenbächle (links, Ortsende Jungingen, 2,3 km)
  • Lotterbächle (links, nach Jungingen, 1,4 km)
  • Weilerbächle (rechts, Grenze Jungingen/Hechingen, 1,0 km)
  • Buchbächle (rechts, Ortsbeginn Hechingen-Schlatt, 1,2 km)
  • Wettbächle (links, in Schlatt, 1,1 km)
  • Heiligenbach (rechts, in Schlatt, 3,7 km und 5,7 km²)
  • Mönchbach (rechts, Gemarkungsgrenze Schlatt/Hechingen, 2,4 km)
  • Reichenbach (links, in Hechingen, 9,5 km und 19,4 km²[5])
  • Feilbach (links, in Hechingen, 1,6 km)
  • Bräunestall (links, in Hechingen, 1,3 km)
  • Sulzbach (links, in Hechingen, 2,0 km)
  • Ettenbach (rechts, Ortsende von Hechingen zur Gemarkung von Hechingen-Stein, 4,5 km und 5,5 km²)
  • Winterhaldenbach (rechts, Ortsende Stein, 3,0 km und 1,9 km²)
  • Tufelbach (rechts, nach Stein, 0,7 km)
  • Zimmerbach (links, bei Hechingen-Stauffenburger Hof, 12,1 km und 25,3 km²)
  • Ramsbach (rechts, vor Gemeindegrenze Hechingen/Rangendingen, 2,2 km)
  • Mönchgraben (rechts, Ortsbeginn Rangendingen, 1,9 km)
  • Talbach (auch Dorfbach) (links, Ortsende Rangendingen, 6,1 km und 9,7 km²)
  • Sendelgraben (links, nach Rangendingen, 3,4 km und 1,4 km²)
  • Bruckbach (links, nach Rangendingen, 3,6 km und 4,6 km²)
  • Omengraben (links, Gemarkungstgrenze Rangendingen/Rangendingen-Höfendorf, 4,2 km und 3,5 km²)
  • Ganggraben (rechts, bei Rangendingen-Bietenhausen, 2,4 km und 5,1 km²)
  • Tobelsgraben (links, an der Kreisgrenze bei Hirrlingen-Untere Mühle, 2,5 km und 1,4 km²)
  • Haldengraben (rechts, bei Rottenburg am Neckar-Frommenhausen, 0,6 km)

Orte an der Starzel[Bearbeiten]

Die Starzel fließt in Bieringen in den Neckar

Auf ihrem rund 41 Kilometer langen Weg nach Nordwesten durchquert bzw. streift die Starzel folgende Städte und Ortschaften:

In der Ortschaft Bieringen (Stadtteil von Rottenburg) fließt die Starzel in den Neckar.

Starzelhochwasser[Bearbeiten]

Am Abend des 2. Juni 2008 kam es bei einem Gewitter zu schweren Regenfällen und Überflutungen, in deren Folge drei Frauen ertranken. Das „Killer valley“ machte so internationale Schlagzeilen.[8][9][10] Für die Beseitigung der materiellen Schäden sind an die Betroffenen rund 3,4 Millionen Euro ausgezahlt wurden (1,5 Millionen aus Spenden, 1,8 Millionen seitens des Landes Baden-Württemberg). Damit ist der gesamte angemeldete Bedarf abgedeckt worden.[11]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Der Name der am Unterlauf gelegenen Gemeinde Starzach wurde von den beiden sie begrenzenden Flüsschen Starzel und Eyach abgeleitet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Starzel (Neckar) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Siehe bei den → Weblinks.
  2. Höhe durch Interpolation zwischen zwei in Blau beschrifteten Höhendreiecken im Neckarlauf ober- und unterhalb der Mündung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.
  3. a b Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  4. a b c Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg: Ausbaupotenzial der Wasserkraft bis 1.000 KW im Einzugsgebiet des Neckars unter Berücksichtigung ökologischer Bewirtschaftungsziele, Mai 2011, S. 8, abgerufen am 8. Oktober 2014 (PDF, 1,9 MByte). Mit geringfügig vom LUBW-Wert abweichendem Einzugsgebiet von 178,1 km².
  5. a b Einzugsgebiet aufsummiert aus den Teileinzugsgebieten nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  6. http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/kurzbeschreibung/4/4104.htm
  7. Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  8. Spiegel Online: Verheerende Überschwemmungen – Drei Menschen ertrinken bei Unwetter-Inferno im Killertal
  9. 3 women drown in flash flood in southwestern Germany
  10. foxnews.com
  11. Staatsanzeiger Nr. 12 vom 3. April 2009, Seite 12