Straße von Malakka
| Straße von Malakka | ||
|---|---|---|
| Die Straße von Malakka | ||
| Verbindet Gewässer | Andamanensee | |
| mit Gewässer | Südchinesisches Meer | |
| Trennt Landmasse | Sumatra | |
| von Landmasse | Malaiische Halbinsel | |
| Daten | ||
| 1° N, 103° O1.4633333333333102.80722222222Koordinaten: 1° N, 103° O | ||
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| Länge | 800 km | |
| Geringste Breite | 2,8 km | |
| Küstenorte | Malakka, Singapur. | |
| Inseln | (zahlreiche) | |
| Lage der Straße von Malakka im Hauptschifffahrtsnetz | ||
Die Straße von Malakka ist eine Meeresstraße in Südostasien, die die Andamanensee mit dem Südchinesischen Meer und der Javasee verbindet. Sie verläuft zwischen der malaiischen Halbinsel und der Insel Sumatra, hat eine Länge von etwa 800 km und ist meist zwischen 50 und 300 km, an ihrer engsten Stelle jedoch nur 1,5 Seemeilen (2,8 km) breit. Die Durchfahrt hat an ihrer seichtesten Stelle eine Tiefe von ca. 25m.
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Charakteristik [Bearbeiten]
Die wichtigsten Häfen sind Malakka (Melaka) in Malaysia und Singapur. Die Straße von Malakka ist von großer Bedeutung für den Welthandel, da sie eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen der Welt ist. Zwischen 20 und 25 % des Welthandels der Seeschifffahrt passieren diese Meerenge. Täglich wird sie von ungefähr 2.000 Schiffen befahren.
Durch den Bau immer größerer Schiffe könnte sich die Malakkastraße in absehbarer Zeit zu einem Nadelöhr für die Dimensionierung von Schiffen entwickeln. Malakkamaxschiffe, die die Tiefe der Durchfahrt voll ausreizen, sind jedoch erst in Planung[1][2][3]; vgl. Panamax, Suezmax.
Immer wieder gab es Pläne einer direkten Wasser-Verbindung über die Landenge der malaiischen Halbinsel im Süden Thailands, um den Golf von Thailand mit der Andamanensee durch einen schiffbaren Kanal zu verbinden („Kra-Kanal“ beziehungsweise „Thai-Kanal“). Eine solche Verbindung würde den Nutzen der Straße von Malakka (und den Hafen von Singapur) massiv abwerten und ihre Benutzung zu großen Teilen entbehrlich machen. Experten schätzen die Baukosten eines solchen Kanals auf bis zu 28 Milliarden Dollar.[4]
Eine gewisse Entlastung der Wasserstraße wird durch den Bau der chinesischen Erdöl- und Gaspipeline entlang der Seidenstraße mit dem Knotenpunkt Xinjiang erwartet.[5]
Fischereiwirtschaft wird über Jermal-Plattformen betrieben.
Strategische Bedeutung [Bearbeiten]
Aufgrund des hohen Anzahl des Schifffverkehrs für Import, Export und Energiezufahr in den asiatischen Staaten, allen voran China, hat die Straße von Malakka große strategische Bedeutung. Sicherheitspolitisch steht China hier vor dem „Malakka Dilemma",[6] da die USA im Konfliktfalle diese Lebensader für Chinas Wirtschaft und Energie leicht blockieren könnten. Jedoch sind andere asiatische Staaten wie Indien, Japan, Südkorea und die ASEAN-Mitglieder, aber auch Europa und die USA wirtschaftlich auf die freie Passierbarkeit der Straße von Malakka angewiesen. Aufgrund dieser Bedeutung gilt die Straße von Malakka auch als "Aorta des Indo-Pazifischen Raums".[7]
Auch entsprechend ihrer Bedeutung vor allem für den Ölhandel war sie lange eine der am stärksten von Piraten heimgesuchten Wasserstraßen. Am 9. Januar 2004 wurde z. B. der Tanker Cherry 201 gekapert. Nach langen Lösegeldverhandlungen wurden vier Seeleute von den Piraten erschossen. Das sicherheitspolitische Problem der Piraterie gilt mittlerweile jedoch als erfolgreich bewältigt.[8]
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Michael Stehr: Piraterie und Terror auf See. Nicht-Staatliche Gewalt auf den Weltmeeren 1990 bis 2004. Köster, Berlin 2004
- Münchner Rück: Piraterie – Bedrohung auf See. Eine Risikoanalyse. Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, München 2006
Weblinks [Bearbeiten]
- Michael Richardson, Asia’s Middle East Oil Dependence: Chokepoints on a Vital Maritime Supply Line (Trends in Southeast Asia 1/2007, Institute of Southeast Asian Studies, Singapur – PDF, 32 S., 169 kB)
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ http://benmuse.typepad.com/ben_muse/2007/03/panamax_malacca.html
- ↑ http://www.guardian.co.uk/environment/2007/jan/27/pollution.uknews
- ↑ http://news.thomasnet.com/IMT/archives/2000/10/megaships_the_b.html
- ↑ Wolfgang Hirn: Herausforderung China. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2006, S. 198.
- ↑ China.org.cn: China baut entlang der Seidenstraße Öl- und Gaspipeline, 21. September 2005
- ↑ India Defence Update: China’s Malacca Dilemma Alternate Routes For Shipping. Abgerufen am 1. Februar 2013.
- ↑ Felix F. Seidler: Maritime Machtverschiebungen im Indo-Pazifischen Raum: Geopolitische und strategische Trends, S. 3. Institut für Sicherheitspolitik CAU Kiel, abgerufen am 1. Februar 2013 (PDF; 590 kB).
- ↑ Michael Schuman: How to Defeat Pirates: Success in the Strait. Time Magazine, abgerufen am 1. Februar 2013.