Sud-Express

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Laufschild des Sud-Express
Sud-Express noch als Wagengarnitur, gezogen durch eine portugiesische Lok der Baureihe 5600, bei Bobadela (Portugal)
Durchfahrt eines Talgo-Zugverbandes von Lusitânia und Sud-Express im Bahnhof Lissabon Sete Rios (Januar 2013)

Der Sud-Express ist eine europäische Nachtreisezugverbindung zwischen Frankreich, Spanien und Portugal. Er ging aus dem gleichnamigen Luxuszug hervor.

Geschichte[Bearbeiten]

Luxuszug[Bearbeiten]

Der Sud-Express wurde 1884 vom Gründer der CIWL, dem Belgier Georges Nagelmackers, als Teil einer durchgehenden Verbindung Sankt Petersburg-Paris-Lissabon konzipiert und verkehrte ab 1887. Er bediente dabei die Verbindung Paris Gare d’AusterlitzLissabon Santa Apolónia. Die Fortsetzung dieser transeuropäischen Verbindung bildete zwischen Paris Gare du Nord und St. Petersburg der Nord-Express. In Lissabon bestand Anschluss an Dampfschiff-Verbindungen nach Südamerika. Der Sud-Express war eine für damalige Verhältnisse außergewöhnlich schnelle und komfortable Verbindung. Um 1900 galt er als schnellster Zug Europas mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 91,2 km/h. Ab der Fahrplanperiode 1935/36 gelang es in Paris einen direkten Anschluss an den Nord-Express von und nach Warschau und Berlin herzustellen.

Nachtschnellzug[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Verbindung als Nachtschnellzug wieder in den Fahrplan aufgenommen. Zeitweise verkehrten durchgehende Liegewagen zwischen Paris und Lissabon sowie Porto.

Heute ist der Sud-Express ein Nachtreisezug von Irun nach Lissabon und umgekehrt von Lissabon nach Hendaye mit Talgo-Schlaf- und Liegewagen der spanischen RENFE. Die ursprünglich durchgehende Verbindung von und nach Paris wurde Mitte der neunziger Jahre an der spanisch-französischen Grenze gebrochen und der französische Streckenabschnitt der Verbindung mit einem TGV und höherer Reisegeschwindigkeit bedient, ein Zug, der allerdings nicht den Namen „Sud-Express“ führt.

Die portugiesische Staatsbahn Comboios de Portugal errechnete jährliche hohe Verluste mit dem Sud-Express, der allein auf CP-Kosten gefahren wurde. Deshalb fährt seit Oktober 2012 der Sud-Express gemeinsam mit dem Lusitânia-Zug bis Medina del Campo, wo der Zug getrennt und weiter nach Hendaye geführt wird.[1] Mit der Zusammenlegung konnten die Verluste von acht auf zwei Millionen Euro pro Jahr verringert werden.[2] Um Kosten zu sparen, verkehrt der Zug zudem seit Dezember 2013 ohne Bordrestaurant.[2]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Am 18. Dezember 1965 stießen in Villar de los Álamos, Provinz Salamanca, Spanien, der Süd-Express und ein Eilzug zusammen. Mehr als 30 Menschen starben.

Am 11. September 1985 kam es bei Alcafache auf der Beira Alta-Strecke zu einem Frontalzusammenstoß des Sud-Express mit einem Regionalzug. Mindestens 113 Menschen starben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carlos Cipriano: Sud Expresso e Lusitânia Expresso passam a comboio único a partir de 3 de Outubro. Público, 28. September 2012, abgerufen am 2. März 2014 (portugiesisch).
  2. a b Carlos Cipriano: Sud Expresso e Lusitânia perdem carruagem-restaurante. Público, 1. Dezember 2013, abgerufen am 2. März 2014 (portugiesisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sud-Express – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien