Sulęcin

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Sulęcin
POL Sulęcin COA.svg
Sulęcin (Polen)
Sulęcin
Sulęcin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Landkreis: Sulęcin
Fläche: 8,56 km²
Geographische Lage: 52° 26′ N, 15° 6′ O52.43333333333315.1Koordinaten: 52° 26′ 0″ N, 15° 6′ 0″ O
Einwohner: 10.278
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 69-200
Telefonvorwahl: (+48) 95
Kfz-Kennzeichen: FSU
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Gorzów WielkopolskiGubin
Schienenweg: RzepinMiędzyrzecz
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 19 Ortschaften
Fläche: 319,72 km²
Einwohner: 16.106
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0807043
Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Michał Deptuch
Adresse: ul. Lipowa 18
69-200 Sulęcin
Webpräsenz: www.sulecin.pl

Sulęcin [su'lɛnt͡ɕin] (deutsch: Zielenzig) ist eine polnische Kreisstadt in der Woiwodschaft Lebus mit etwa 10.000 Einwohnern sowie Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Zentrum der Woiwodschaft Lebus im Tal des kleinen Warthenebenflusses Postumfließ (Postomia). Die umgebende Landschaft ist geprägt durch die Lebuser Seeplatte und zahlreiche Erhebungen, von denen sich die Buchwaldhöhe (Góra Bukowiec) mit 227 Metern besonders hervorhebt. Als nächste größere Stadt ist Gorzów Wielkopolski 45 Kilometer nördlich entfernt. Die Autobahn BerlinPosen führt 16 Kilometer südlich vorbei. Anschluss besteht an die Eisenbahnlinie RzepinMiędzyrzecz.

Geschichte[Bearbeiten]

Ausgrabungen belegen, dass in der Zielenziger Region schon im 2. Jahrtausend v. Chr. gesiedelt wurde.

Die heutige Stadt entwickelte sich aus einer slawischen Siedlung und wurde 1241 erstmals dokumentarisch nachgewiesen. Als Stadt wird Zielenzig bereits in der Übertragungsurkunde an den Templerorden von 1244 erwähnt. Nachdem der Orden 1312 durch den Papst aufgelöst wurde, kam die Stadt unter die Herrschaft der Johanniter. Diese wiederum verpfändeten sie 1318 an den brandenburgischen Markgrafen Woldemar, erhielten sie aber bereits acht Jahre später wieder zurück. Danach blieb Zielenzig bis 1810 im Eigentum des Johanniterordens.

Der 1419 in Böhmen ausgebrochene hussitische Bürgerkrieg griff auch bis nach Zielenzig über, wo er großen Schaden anrichtete.

Während der schwedisch-polnisch-brandenburgischen Auseinandersetzungen wurde 1658 in Zielenzig ein Waffenstillstand zwischen Brandenburg und Schweden geschlossen, woraufhin Brandenburg von der polnischen auf die schwedische Seite wechselte.

1733 stattete Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. der Stadt einen Besuch ab. Während der napoleonischen Kriege waren zeitweilig französische Soldaten in Zielenzig stationiert.

Nach der neuen preußischen Kreiseinteilung von 1815 wurde Zielenzig in den neumärkischen Kreis Oststernberg eingegliedert und wurde dessen Verwaltungssitz, der von 1852 bis 1873 wieder nach Drossen verlegt wurde. Nach der Teilung des Kreises im Jahre 1873 war Zielenzig wieder Kreisstadt. Zu dieser Zeit waren Textilmanufakturen und Mühlen die wichtigsten Erwerbszweige, und die Stadt hatte Mitte des 19. Jahrhunderts 4500 Einwohner. Mit der einsetzenden Industrialisierungswelle entstanden vor den Toren der Stadt Braunkohlentagebaue, die zu der Errichtung einer Brikettfabrik in Zielenzig führten. Durch die Verbesserung der Infrastruktur kam es zu einem Anwachsen der Bevölkerung, 1885 war die Einwohnerzahl auf 5769 angestiegen.

Zielenzig um 1900

Nach dem Ersten Weltkrieg siedelten sich Betriebe der Holz verarbeitenden Industrie an. Die letzte deutsche Volkszählung in Zielenzig ermittelte 1939 5867 Einwohner.

Am 2. Februar 1945 fiel Zielenzig in die Hände der Roten Armee. Obwohl sie auf keinerlei Widerstand stieß, wurden die Häuser der Innenstadt von den Soldaten geplündert und in Brand gesteckt, sodass die Stadt schließlich zu fünfzig Prozent zerstört war. Nach Übernahme durch die polnische Verwaltung erfolgte die Umbenennung in Sulęcin.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1875 1880 1890 1933 1939
Einwohnerzahl[2] 5732 5880 5958 5856 6568


Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Denkmalsliste der Woiwodschaft sind eingetragen

  • die gotische St.-Nikolai-Kirche, ursprünglich von den Templern erbaut, nach 1945 wiederhergestellt
  • Altstadthäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

aus Zielenzig
aus Langenfeld

Gemeinde[Bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Sulęcin gehören folgende Ortschaften:

  • Trzebów (Trebow)
  • Miechów (Meekow)
  • Żubrów (Herzogswalde)
  • Długoszyn (Langenfeld)
  • Drogomin (Heinersdorf)
  • Brzeźno (Breesen)
  • Rychlik (Reichen)
  • Ostrów (Ostrow)
  • Tursk (Tauerzig)
  • Małuszów (Malsow)
  • Wędrzyn (Wandern)
  • Trzemeszno Lubuskie (Schermeisel)
  • Grochowo (Grochow)
  • Wielowieś (Langenpfuhl)
  • Zarzyń (Seeren)
  • Sulęcin (Zielenzig)
  • Długoszynek
  • Kolonia Glisno (Gleißen)
  • Osiedle Żubrów

Partnerstädte[Bearbeiten]

Es bestehen Partnerschaften zu den deutschen Städten Beeskow, Friedland (Brandenburg) und Kamen (Nordrhein-Westfalen).

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sulęcin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 8. Dezember 2014.
  2. Deutsche Verwaltungsgeschichte von Michael Rademacher - Einwohnerzahlen im Landkreis Oststernberg