System Shock

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System Shock ist ein Ego-Shooter mit Rollenspielelementen, entwickelt von den Looking Glass Studios und von Origin Systems vertrieben. Es erschien erstmals 1994 für MS-DOS. Ebenfalls 1994 folgte eine "Enhanced Edition" für MS-DOS. Diese bot Sprachaufnahmen, eine bessere Grafik (SVGA) und war dadurch atmosphärischer. Zudem war diese auf CD erhältlich. 1995 erfolgte eine Veröffentlichung des Spiels für Mac OS, 1996 für den PC-98. Es vereint eine überdurchschnittliche Spielerfreiheit mit der Unmittelbarkeit der Egoperspektive und enthält viele Elemente des Cyberpunk-Genres. Es gilt zusammen mit der Thief-Reihe als wichtiger Einfluss für das von Warren Spector entwickelte Deus Ex. 1999 folgt mit System Shock 2 ein Nachfolger.

Handlung[Bearbeiten]

Im Jahr 2072 erledigt der vom Spieler gelenkte Protagonist auf der Raumstation Citadel einen Hacker-Auftrag für „Edward Diego“, den korrupten Vizepräsidenten der „TriOptimum Corporation“. Er erhält Level-eins-Zugriff auf die Künstliche Intelligenz S.H.O.D.A.N., die Citadel kontrolliert, und entfernt ihre ethischen Beschränkungen. Zur Belohnung erhält er Amnestie und ein militärisches Cyberspace-Interface. Als er nach seinem sechsmonatigen künstlichen Heilungsschlaf erwacht, muss er feststellen, dass die Besatzung der Station größtenteils tot oder zu Monstern mutiert ist.

Im Verlauf der weiteren Handlung findet der Spieler heraus, dass S.H.O.D.A.N. größenwahnsinnig geworden ist, alle anderen Menschen auf der Station getötet oder in Cyborgs umgewandelt hat und nun die Menschheit bedroht. Der Spieler muss sich durch die verschiedenen Decks der Station durchkämpfen, erfährt dabei immer mehr von der Verschwörung S.H.O.D.A.N.s und muss diverse Attacken auf die Erde vereiteln. Auf dem Weg zum Brückendeck besiegt er den ebenfalls zum Cyborg umgeformten Diego und stellt sich zum Showdown der KI im Cyberspace.

Technik und Spielmechanik[Bearbeiten]

Die für die damalige Zeit leistungsfähige 3D-Grafik-Engine war in ihren Fähigkeiten der bekannten Doom-Engine teilweise überlegen. So erlaubte sie beispielsweise schräge Ebenen, Brücken und variable Schwerkraft. Die Steuerung erfolgt wie bei einem Ego-Shooter aus Sicht der Spielfigur, gestaltet sich jedoch vergleichsweise komplizierter durch eine Anzahl von zusätzlichen Bewegungsmöglichkeiten (zum Beispiel ducken, kriechen, um die Ecke spähen und klettern). Die rudimentäre Physik-Engine war für diese Zeit revolutionär; so fielen zum Beispiel an die Wand geworfene Gegenstände von selbst zu Boden. Ebenfalls revolutionär waren Cyberspace-Sequenzen, in denen der Spieler in einer virtuellen Umgebung Schalter umlegen musste, die in der realen Spielumgebung Hindernisse beseitigten oder Türen freigaben.

Es wurde viel Wert auf eine fesselnde Geschichte mit vielen Wendungen gelegt, statt nur auf reine Action. Tatsächlich kann man in den Einstellungen festlegen, ob man das Spiel eher auf Actionspiel oder auf Rollenspiel auslegen will. Typisch für Rollenspiele war auch die Möglichkeit, seine Spielfigur zu entwickeln. Dazu waren im Spiel Implantate und Upgrade-Module versteckt, die dem Spieler zusätzliche oder verbesserte Fähigkeiten verliehen.

In der englischen CD-ROM-Version (Enhanced Version) wurde S.H.O.D.A.N. von Terri Brosius, Keyboarderin der Band Tribe, gesprochen, die danach auch weiteren Computerspielcharakteren ihre Stimme lieh, unter anderem in der Thief-Reihe. Die Samplings wurden von Eric Brosius, ihrem Ehemann und Gitarrist bei Tribe, durch ständiges Variieren von Tonhöhe und Geschwindigkeit, mehrfaches Übereinanderlegen verschiedener Versionen desselben Samples und „Stottern“ so verfremdet, dass sich eine charakteristische Stimme ergab, die der von der Kunstfigur aus Max Headroom ähnlich ist.

Das berühmteste Zitat der Sprachausgabe lautet:

“L-l-look at you, hacker. A p-p-pathetic creature of meat and bone, panting and sweating as you r-run through my corridors-s. H-h-how can you challenge a perfect, immortal machine?”

In der deutschen Version gesprochen von Marion von Stengel (auch bekannt als die deutsche Stimme von Pamela Anderson):

„Sch-schau dich an, H-h-hacker. Ei-ei-eine erbärmliche Kreatur aus Fleisch und Knochen, die keu-keuchend und schwitzend durch meine Korridore rennt. Wie kannst du eine p-perfekte, unsterbliche Maschine herausfordern?“

Das Wort „Hacker“ ist in der deutschen Sprachausgabe nur schwer herauszuhören.

Um System Shock auf aktuellen Windows-Versionen spielen zu können, wurden Community-Patches entwickelt.[1]

Markenrechtslage[Bearbeiten]

Die Rechte an Marke wurden aufgeteilt. Die Namensrechte an System Shock lagen langezeit bei Publisher Electronic Arts, welcher sie nach einer Erneuerung 2006[2] jedoch im Jahre 2007 verfallen ließ. Die Entwicklungsrechte dagegen fielen nach der Auflösung von Looking Glass Studios an eine Versicherung. Beide Rechte wären notwendig für einen weiteren Teil der Serie.[3]

Seit der Schließung der Looking Glass Studios gilt System Shock als Abandonware.[4] Das bedeutet, das Spiel ist nicht mehr im Handel erhältlich und Besitzer einer Spielkopie erhalten keine technische Unterstützung durch den Rechteinhaber.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kolya: SS1 SYSTEMSHOCK-Portable v1.2. In: systemshock.org. 18. Juni 2006. Abgerufen am 21. April 2011.
  2. Brendan Sinclair: EA files System Shock trademark (englisch) In: CNET. 9. Januar 2006. Abgerufen am 10. November 2012.
  3. g4tv staff: The Lost History of System Shock (englisch) In: g4tv.com. 30. Mai 2011. Abgerufen am 30. Mai 2012: „Looking Glass Studios closed in 2000, a year after System Shock 2's release, and the copyright to the series went into the hands of an insurance company. That left EA with only the System Shock name, but no actual development rights.
  4. Looking Glass Classics Disclaimer 5. November 2007