Looking Glass Studios

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Looking Glass Studios
Looking Glass Studios Logo (spätere Version)
Rechtsform plc
Gründung 1990 (als Blue Sky Productions)
Auflösung 2000
Sitz Lexington, Massachusetts, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Cambridge, Massachusetts, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten (seit 1994)

Leitung Paul Neurath (Mitgründer)
Ned Lerner (Mitgründer)
Branche Softwareentwicklung
Produkte Computer- und VideospieleVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.lglass.com (archiviert, letzte Version vom 20. Juni 2000)

Looking Glass Studios (ursprünglich Blue Sky Productions, später Looking Glass Technologies) war in den 1990er Jahren ein Entwicklungsstudio für Computerspiele. Ihre Spiele waren Vorbilder für innovatives Gameplay, neue physikalische Effekte und gut geschriebene und durchdachte Geschichten. Trotz guter Kritiken waren die Verkaufszahlen mäßig.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Firma entstand 1990 durch die Fusion der Unternehmen Blue Sky Productions von Paul Neurath und Lerner Research von Ned Lerner. Der ursprüngliche Sitz des Unternehmens war Lexington, Massachusetts; im Jahr 1994 zog es nach Cambridge, Massachusetts, um. Viele Entwickler waren Absolventen des Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Looking Glass' bekannteste Spiele sind Ultima Underworld, System Shock, Flight Unlimited 1-3 und Thief. Das Studio wurde am 24. Mai 2000 aufgrund finanzieller Probleme mit ihrem Publisher Eidos Interactive aufgelöst.

Einfluss und Nachwirkungen[Bearbeiten]

Das Unternehmen beschäftigte im Laufe seiner Existenz zahlreiche renommierte und einflussreiche Spieleentwickler, darunter Doug Church und Austin Grossman. Matt Toschlog gründete 1993 zusammen mit Mike Kulas den Softwareentwickler Parallax Software (Descent). Ken Levine begann seine Karriere als Spieleautor bei Looking Glass, bevor er 1997 mit seinen Studio-Kollegen Jonathan Chey und Robert Fermier Irrational Games gründete, das für das 1999 erschienene System Shock 2 verantwortlich zeichnete.

Nach der Schließung von Looking Glass gingen einige Mitarbeiter zu Ion Storm, Irrational Games, Harmonix und Arkane Studios. Arkane Studios veröffentlichte mit Arx Fatalis einen Titel, der ursprünglich als Nachfolger von Ultima Underworld II konzipiert wurde.[1] Ion Storm Austin, unter Leitung von Warren Spector (u.a. Produzent von Ultima Underworld und System Shock), veröffentlichte später Thief: Deadly Shadows, das dritte Spiel in der Thief-Reihe, das zwar mit verbesserter Grafik aufwarten konnte, bei Fans der Reihe jedoch sehr umstritten blieb. Projektleiter war der langjährige Looking-Glass-Mitarbeiter Randy Smith. Bereits das zuvor von Ion Storm veröffentlichte Deus Ex, maßgeblich entwickelt von Harvey Smith, wurde zu großen Teilen von Thief beeinflusst.[2] Gleiches gilt für das von Smith für Arkane Studios entwickelte Dishonored: Die Maske des Zorns.[3]

Einige Ex-Looking-Glass-Mitarbeiter haben an Spielen wie Half-Life 2 mitgearbeitet, Emil Pagliarulo arbeitete für Bethesda Softworks als Quest-Designer an The Elder Scrolls IV: Oblivion und als Lead Designer und Autor an Fallout 3. Paul Neurath gründete das Unternehmen Floodgate Games, das u.a. für Bioware die Erweiterung Neverwinter Nights: Der Schatten von Undernzit entwickelte und an Dark Messiah of Might & Magic mitwirkte, das wiederum von den Arkane Studios entwickelt wurde.

Liste von Looking Glass-Titeln[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brett Todd: Arx Fatalis Preview (englisch) In: GameSpot. 21. März 2002. Abgerufen am 29. Juli 2007.
  2. http://www.computerandvideogames.com/285479/thief-limitations-inspired-creation-of-deus-ex-spector/
  3. http://www.gamestar.de/spiele/dishonored-die-maske-des-zorns/news/dishonored,46378,3005460.html