Talmont-sur-Gironde

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Talmont-sur-Gironde
Wappen von Talmont-sur-Gironde
Talmont-sur-Gironde (Frankreich)
Talmont-sur-Gironde
Region Poitou-Charentes
Département Charente-Maritime
Arrondissement Saintes
Kanton Cozes
Gemeindeverband Communauté d'agglomération Royan Atlantique.
Koordinaten 45° 32′ N, 0° 54′ W45.536111111111-0.9066666666666710Koordinaten: 45° 32′ N, 0° 54′ W
Höhe 0–24 m
Fläche 14,32 km²
Einwohner 96 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 7 Einw./km²
Postleitzahl 17120
INSEE-Code
Website www.talmont-sur-gironde.fr

Talmont – Ortsbild mit Kirche Ste-Radegonde

Talmont-sur-Gironde ist eine französische Gemeinde mit 96 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Charente-Maritime in der Region Poitou-Charentes. Der Ort zählt zu den Schönsten Dörfern Frankreichs.

Lage[Bearbeiten]

Talmont liegt unmittelbar am Nordufer der Gironde und ist etwa 88 Kilometer (Fahrtstrecke) in nördlicher Richtung von La Rochelle bzw. 35 Kilometer in nordöstlicher Richtung von Saintes entfernt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 115 92 79 83 83 79

Der Ort hatte im Jahre 1793 noch 444 Einwohner; Ende des 19. Jahrhunderts waren es immer noch deutlich über 200.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Talmont war jahrhundertelang geprägt vom Fischfang, von der Landwirtschaft und vom Weinbau, wobei die Selbstversorgung der Bewohner im Vordergrund stand. Die in der Umgebung angebauten Reben gehören zu den Bons Bois innerhalb der der Weinbauregion Cognac. Bis in die 1970er Jahre wurden in der Gironde-Mündung auch Störe gefangen, was – wegen der Überfischung – seit 1982 verboten ist. Stattdessen spielt der Tourismus mittlerweile eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben des Ortes.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Ortes reicht möglicherweise bis in die römische und gallorömische Zeit zurück. Im Mittelalter befand sich hier wahrscheinlich eine militärische Anlage, die im Jahr 1284 von Eduard I., König von England und Herzog von Aquitanien, erworben und – im Stil der südwestfranzösischen Bastiden – mit einem rechtwinkligen Straßenmuster und einer Stadtmauer versehen wurde. Während des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) war das Gebiet zwischen Engländern und Franzosen umstritten, es blieb jedoch seit dem Ende des 14. Jahrhunderts fest in französischer Hand.

Während der Hugenottenkriege (1562–1598) wechselte der Ort mehrfach den Grundherren und – damit einhergehend – auch die Religion. Im 17. Jahrhundert waren die mittelalterlichen Mauern der Stadtbestigung bereits arg verfallen und mussten instand gesetzt werden; eine Batterie von sechs Kanonen wurde aufgestellt um die Gironde-Mündung vor Angriffen von der Seeseite zu schützen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Ste-Radegonde[Bearbeiten]

Hauptartikel: Ste-Radegonde de Talmont

Sonstige[Bearbeiten]

Talmont – Seemannsfriedhof
  • Der Seemannsfriedhof (Cimetière marin) verdeutlicht die Schattenseiten des Seemannslebens: Neben tatsächlichen Gräbern finden sich hier auch viele Kenotaphe – Scheingräber für die nicht mehr heimgekehrten Seeleute. Bis in die 1950er Jahre war der Friedhof unterteilt in einen katholischen und einen protestantischen Bereich.
  • Das stadtgeschichtliche Museum (Musée de l’histoire de Talmont) liegt unweit der Kirche und ist unterteilt in verschiedene Sektionen (Paläontologie, Fischfang, Geschichte der Kirche Ste-Radegonde etc.).
  • Die Domaine de la Fond ist der ehemalige Grundbesitz eines reichen Cognac-Händlers mitsamt einem aufstehenden Herrenhaus vom Ende des 19. Jahrhunderts. Auf der Westseite des Anwesens befindet sich die einzige Süßwasserquelle des Ortes – ansonsten wurde zur Versorgung mit Trinkwasser das Regenwasser in Zisternen gesammelt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Talmont-sur-Gironde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien