Tauerntunnel (Autobahn)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel erläutert den Autobahntunnel "Tauerntunnel", der Artikel für den Eisenbahntunnel "Tauerntunnel" befindet sich unter Tauerntunnel (Eisenbahn).

Als Tauerntunnel wird sowohl ein mautpflichtiger Straßentunnel im Zuge der Tauern Autobahn A10 (Salzburg-Villach), als auch ein Eisenbahntunnel bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Tauerntunnel

Südportal des Tauerntunnels
Südportal des Tauerntunnels

Der einröhrige Tunnel wurde 1975 fertiggestellt und hat eine Länge von 6.401 m. Er zählt zu den meistbefahrenen Straßentunneln in Österreich. Das Nordportal des Tauerntunnels befindet sich bei Flachauwinkel (Salzburg), das Südportal bei Zederhaus. 2004 betrug der durchschnittliche Tagesverkehr 17.000 Fahrzeuge, ein Viertel davon waren LKW (4.353).

Ursprünglich war dieser Tunnel - ebenso wie der Katschbergtunnel - als zweiröhriger Autobahntunnel geplant. Aus Kostengründen und aufgrund des Verkehrsaufkommens, welches geringer war, als erwartet, wurden die Pläne für eine zweite Röhre 1988 aufgegeben. Erst durch die Brandkatastrophe von 1999 wurden die Planungen für eine zweite Röhre wieder aufgenommen.

[Bearbeiten] Historisches

Es gab auch früher bereits eine Durchquerungsmöglichkeit der Niederen Tauern. Der Stollen, der die Bundesländer Salzburg und Steiermark verbindet, stammt aus der Zeit, als Zink, Silber, Cobalt und Blei abgebaut wurde. Eine genauere Datierung des Stollens in der Zinkwand ist nicht möglich. Der Stollen ist nur 300 m lang und wurde vom österreichischen Alpenverein begehbar gemacht.

[Bearbeiten] Tunnelbrand

Am 29. Mai 1999 kam es im Tauerntunnel zu einem verheerendern Brand, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen. Ursache war eine Massenkarambolage von bis zu 60 Fahrzeugen. Sie wurde gegen fünf Uhr morgens von einem Lastkraftwagen, der auf eine - vor einer (im Tunnel befindlichen) Baustellen-Ampel stehenden - Kolonne von wartenden Fahrzeugen aufgefahren war, ausgelöst.

Wie Gutachter feststellen konnten, kamen acht Menschen durch die Wucht des Auffahrunfalls ums Leben, vier weitere Opfer forderte der nachfolgende Brand, der durch die Beteiligung eines mit nicht korrekt deklarierten, tatsächlich mit Gefahrgut beladenen LKW begünstigt wurde. In Unkenntnis der wahren Ladung löschten die Einsatzkräfte mit Löschwasser statt mit Schaum, dadurch kam es zu einer Explosion im Tunnel, da das Gefahrgut mit dem Löschwasser ausgesprochen heftig reagierte. Außerdem sollen die vorgeschriebenen Feuerlöscher festgerostet gewesen sein. Es wurde auch eine zum Teil fehlende, unterbrochene Fluchtwegmarkierung moniert.

Der Tunnel wurde durch die Hitzeeinwirkung so stark beschädigt, dass er für drei Monate gesperrt werden musste. Im Zuge dieser Sperre wurden über die Beseitigung der Brandschäden hinausgehende Sanierungsmaßnahmen, u. a. an der Tunnelauskleidung, Beleuchtung, den Signalanlagen und dem Belüftungssystem, durchgeführt.

[Bearbeiten] Ausbau

Eine zweite Röhre für den Tauerntunnel befindet sich seit Juli 2006 im Bau. Die Fertigstellung ist für 2009/10 vorgesehen. Nach der Fertigstellung der neuen Röhre wird die Bestandsröhre saniert. Während dieser Zeit wird der Verkehr durch die neue Röhre geleitet. Mitte 2011 sollen dann beide Röhren uneingeschränkt für den Autoverkehr zur Verfügung stehen.

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen