Tauerntunnel (Autobahn)

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47.20316111111113.427969444444Koordinaten: 47° 12′ 11″ N, 13° 25′ 41″ O

Geographische Lage der Tunnelportale
Nordportal 47° 14′ 25″ N, 13° 25′ 21″ O47.24040277777813.422505555556
Südportal 47° 10′ 53″ N, 13° 26′ 22″ O47.18129166666713.4394

Als Tauerntunnel wird sowohl ein mautpflichtiger Straßentunnel im Zuge der Tauern Autobahn A 10 (Salzburg-Villach), als auch ein Eisenbahntunnel bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Tauerntunnel

Südportal des Tauerntunnels

Der einröhrige Tunnel wurde 1975 fertiggestellt und hat eine Länge von 6.401 m. Er zählt zu den meistbefahrenen Straßentunneln in Österreich. Das Nordportal des Tauerntunnels befindet sich bei Flachauwinkel (Salzburg), das Südportal bei Zederhaus. 2004 betrug der durchschnittliche Tagesverkehr 17.000 Fahrzeuge, ein Viertel davon waren LKW (4.353).

Ursprünglich war dieser Tunnel – ebenso wie der Katschbergtunnel – als zweiröhriger Autobahntunnel geplant. Aus Kostengründen und aufgrund des Verkehrsaufkommens, welches geringer war, als erwartet, wurden die Pläne für eine zweite Röhre 1988 aufgegeben. Erst durch die Brandkatastrophe von 1999 wurden die Planungen für eine zweite Röhre wieder aufgenommen.

[Bearbeiten] Historisches

Es gab auch früher bereits eine Durchquerungsmöglichkeit der Niederen Tauern. Der Stollen, der die Bundesländer Salzburg und Steiermark verbindet, stammt aus der Zeit, als Zink, Silber, Cobalt und Blei abgebaut wurde. Eine genauere Datierung des Stollens in der Zinkwand ist nicht möglich. Der Stollen ist nur 300 m lang und wurde vom österreichischen Alpenverein begehbar gemacht.

[Bearbeiten] Tunnelbrand

Am 29. Mai 1999, gegen 05:00 Uhr früh, kam es im Tauerntunnel zu einem verheerenden Brand, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen und 42 verletzt wurden. Ursache war der Sekundenschlaf eines oberösterreichsichen LKW-Lenkers, dessen Fahrzeug mit 24.000 Lackspraydosen beladen war und der auf eine vor einer Ampel stehenden Pkw-Kolonne auffuhr. Am Brand selber waren anschließend an die 60 Fahrzeuge beteiligt. Die Feuerwehr benötigte 17 Stunden um den Brand zu löschen.

Der Tunnel wurde durch die Hitzeeinwirkung von bis zu 1.200 Grad so stark beschädigt, dass er für drei Monate gesperrt werden musste. Der Schaden wurde mit 28 Millionen Euro beziffert. Im Zuge der Sperre wurden über die Beseitigung der Brandschäden hinausgehende Sanierungsmaßnahmen, u. a. an der Tunnelauskleidung, Beleuchtung, den Signalanlagen und dem Belüftungssystem, durchgeführt. Der Lenker des Lastwagens wurde am 27. Juni 2001 in zweiter Instanz wegen fahrlässiger Gemeingefährdung rechtskräftig zu zwei Jahren Haft verurteilt (davon 21 Monate auf Bewährung).

An den Unfall erinnert heute eine Gedenktafel an der Autobahnkapelle Flachau.

[Bearbeiten] Ausbau

Eine zweite Röhre für den Tauerntunnel befindet sich seit Juli 2006, mehr als 30 Jahre nach der ersten, im Bau. Die Fertigstellung ist für 2009/10 vorgesehen.

Die erste Sprengung war offiziell für den 15. September 2006 gesetzt. Am 8. Juli 2008, 14:32, nach 22 Monaten Vortrieb, erfolgte der Durchstich der zweiten Röhre, die 6546 Meter lang ist. Die 1,3 Millionen Kubikmeter Felsmaterial werden zu einem Teil für die Aufschüttung des Niveaus der neuzubauenden Raststätte Tauernalm in Flachau und für Lärmschutzmaßnahmen verwendet. Die Baukosten – im Voraus auf 193 Millionen Euro veranschlagt – werden derzeit auf 213 Millionen Euro geschätzt.[1][2]

Nach der Fertigstellung der neuen Röhre wird die Bestandsröhre saniert. Während dieser Zeit wird der Verkehr durch die neue Röhre geleitet. Mitte 2011 sollen dann beide Röhren uneingeschränkt für den Autoverkehr zur Verfügung stehen.

[Bearbeiten] Literatur

Zum Tunnelbrand:

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Baubeginn 2. Röhre Tauerntunnel. In: Lungauer Nachrichten. 14. September 2006. Abgerufen am 9. Juli 2008.
  2. Endlich Licht am Ende des Tauerntunnels. In: Salzburger Nachrichten. Aus Stadt und Land. 9. Juli 2008, S. 6/7.
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