Tamsweg
| Tamsweg | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Bundesland: | Salzburg | |
| Politischer Bezirk: | Tamsweg | |
| Kfz-Kennzeichen: | TA | |
| Fläche: | 117,45 km² | |
| Koordinaten: | 47° 7′ N, 13° 48′ O47.11666666666713.81022Koordinaten: 47° 7′ 0″ N, 13° 48′ 0″ O | |
| Höhe: | 1.022 m ü. A. | |
| Einwohner: | 5.724 (1. Jän. 2011) | |
| Bevölkerungsdichte: | 48,74 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 5580 | |
| Vorwahl: | 06474 | |
| Gemeindekennziffer: | 5 05 10 | |
| NUTS-Region | AT321 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Marktplatz 1 5580 Tamsweg |
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| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Alois Lankmayer (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (2009) (25 Mitglieder) |
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| Lage der Marktgemeinde Tamsweg im Bezirk Tamsweg | ||
Blick auf Tamsweg von St. Leonhard aus |
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| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
Die Marktgemeinde Tamsweg ist der Bezirkshauptort des Lungaus im österreichischen Bundesland Salzburg mit 5724 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Tamsweg liegt am Preber im östlichen Lungauer Becken in einem breiten Talkessel am Zusammenfluss von Mur, Lungauer Taurach und Leißnitzbach. Im Norden umrahmen die Niederen Tauern das Becken. Tamsweg grenzt im Osten an die Steiermark, und wird hauptsächlich von dort erschlossen.
[Bearbeiten] Gliederung des Gemeindegebietes
Tamsweg besteht aus den Katastralgemeinden Haiden, Keusching, Lasaberg, Mörtelsdorf, Sauerfeld (mit den Ortschaften Atzmannsdorf, Burgstall, Penk, Sauerfeld und Traning), Seetal, Tamsweg und Wölting.
[Bearbeiten] Benachbarte Gemeinden
An Tamsweg grenzen
- im Norden Lessach
- im Osten Ranten
- im Südosten Sankt Ruprecht-Falkendorf, Stadl an der Mur und Predlitz-Turrach
- im Süden Ramingstein
- im Südwesten Unternberg
- im Westen Mariapfarr
- im Nordwesten Sankt Andrä im Lungau
[Bearbeiten] Geschichte
Der Lungau wurde ab etwa 600 von Slawen und ab etwa 700 von Bajuwaren besiedelt. Der Name ist um etwa 1156 als Taemswich urkundlich erwähnt und könnte von einem Herrn Domes stammen, der sich um das Jahr 700 mit seiner Sippe hier niederließ. Damals übergab der Kärntner Adlige Eberhard von der Drau dem Salzburger Domkapitel ein Gut bei Tamsweg.
1246 kaufte Erzbischof Eberhard II. den lungauischen Besitz der Herren von Pettau und schenkte die Kirche und den halben Markt dem Domkapitel. Bereits damals dürfte Tamsweg eine eigene Pfarre gewesen sein. Eine Kirche ist erstmals 1231 urkundlich erwähnt, damals noch als Filialkirche von Mariapfarr.
Von 1428 bis 1433 wurde die Wallfahrtskirche St. Leonhard auf einer Anhöhe südlich des Ortes errichtet. Tamsweg wurde zu einem weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten Wallfahrtsort und erfuhr einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung.
Ein Rückschlag erfolgte 1490, als Tamsweg im Laufe der Kriege Kaiser Friedrichs III. gegen den ungarischen König Matthias Corvinus, dessen Truppen sich in der befestigten St. Leonhardskirche festgesetzt hatten, von kaiserlichen Truppen gebrandschatzt und geplündert wurde. Auch die Reformation brachte einen Rückgang der Wallfahrten, die erst mit der Ansiedlung von Kapuzinermönchen im Zuge der Gegenreformation 1644 einen neuen Aufschwung nahmen.
1571 wurde der Ort Residenz der Freiherrn von Kuenburg. Der Salzburger Erzbischof Georg von Kuenburg verlieh dem Ort 1587 ein Marktwappen. Das älteste nachweisbare Wochenmarktprivileg stammt bereits aus dem Jahr 1416; das Marktrecht dürfte aber schon auf die Zeit der Pettauer zurückgehen.
Ab etwa 1700 bildete reger Handel mit Salz und Eisen, was für mehr als 200 Jahre eine bedeutende Einnahmequelle der Tamsweger Bürgerschaft war.
1797 wurde Tamsweg im Zuge der Koalitionskriege von französischen Truppen besetzt und musste eine Brandschatzung von 4.518 Gulden leisten. Außerdem wurden 222 Ochsen und größere Mengen von Lebens- und Futtermitteln requiriert.
Nach dem Frieden von Luneville kam das bisherige Erzbistum Salzburg als Kronland und damit auch Tamsweg an Österreich-Ungarn. Das 19. Jahrhundert brachte für die Region einen Abstieg in Bedeutungslosigkeit, der mit Bevölkerungsrückgang, Armut und Entwicklungsdefiziten einher ging.
Erst um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert erfuhr die Region wieder einen Aufschwung, so wurde 1894 die Murtalbahn eröffnet, 1897 ein Elektrizitätswerk und eine Wasserleitung erbaut und 1908 folgte die Eröffnung des Krankenhauses.
1936 wurden sechs umliegende Landgemeinden eingemeindet und das Gemeindegebiet auf die heutige Fläche vergrößert.
[Bearbeiten] Religionen
Von den Einwohnern gehört die überwiegende Mehrzahl (88,2 %) der römisch-katholischen Konfession an. Zweitgrößte Glaubensgemeinschaft ist der Islam, zu dem sich 3,4 % bekennen. Evangelisch sind 1,3 % der Einwohner. 6 % der Einwohner sind ohne religiöses Bekenntnis.
Bischof Johann Ebser von Chiemsee weihte am 20. September 1433 die neue Kirche. Neben Mariazell und St. Wolfgang zählte die besonders schön gelegene Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg im Spätmittelalter zu den meistbesuchten Wallfahrtsorten auf dem heutigen österreichischen Staatsgebiet.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeindevertretung
Die Gemeindevertretung von Tamsweg hat 25 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2009 wie folgt zusammen:
Direkt gewählter Bürgermeister ist Alois Lankmayer (ÖVP).
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen der Gemeinde ist: „Im goldenen Schild drei spitzige, naturfarbige, von rechts nach links ansteigende Felsen nebeneinander. Von der rechten Felsspitze springt ein brauner Alpensteinbock über die beiden anderen Felsspitzen hinweg.“
Hinweis: Der Austausch von „rechts“ und „links“ entsteht dadurch, dass die Wappen aus Sicht des Wappenträgers beschrieben (blasoniert) werden.
[Bearbeiten] Bürgermeister
- 1949: Johann Hagenauer
- aktuell: Alois Lankmayer
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Der Verein Vereinigte zu Tamsweg, eine von Handwerkern 1738 gegründete Begräbnisbruderschaft im regionalen Umfeld von Tamsweg, wurde 2010 als Immaterielles Welterbe, wie es die UNESCO deklariert, in die Österreichliste (Nationales Kulturgut) aufgenommen. Sie begleiten Begräbnisse, nehmen an kirchlichen Prozessionen teil und halten jährlich zwischen 1. Jänner und dem Samstag nach Aschermittwoch die Vereinigtenoktav (eine Festwoche) ab.[1]
[Bearbeiten] Wirtschaft
Einkaufszentrum Coop Shopping Center, das größte Handelsunternehmen im Lungau mit einer Verkaufsfläche von 3600 m², als Ergänzung des Branchenmix im Kern des Hauptortes, öffnete das City Center Tamsweg im Dezember 2005 seine Pforten.
[Bearbeiten] Verkehr
Tamsweg ist von Osten her durch das Murtal über die Turracher Straße (B95) und die Murtalbahn und über Krakau über die Murtal Straße (B96) erreichbar. Die B95 führt von Tamsweg weiter nach Westen nach Mauterndorf, wo sie in der Katschberg Straße (B99) eine Fortsetzung über den Radstädter Tauernpass nach Radstadt hat. Die B96 führt durch das Murtal nach St. Michael im Lungau, wo sie ebenfalls in die B99 über den Katschberg nach Spittal an der Drau mündet. In St. Michael im Lungau besteht auch Anschluss an die Tauernautobahn (A10).
Außerdem ist Tamsweg auch der Endpunkt der schmalspurigen Murtalbahn aus Unzmarkt.
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
Tamsweg ist Bezirkshauptort und damit Sitz einer Reihe von Ämtern und Behörden sowie Schulen.
[Bearbeiten] Schulen
- Volksschulen:
- Tamsweg
- Sauerfeld (für die Ortschaften Atzmannsdorf, Burgstall, Penk, Sauerfeld und Traning)
- Seetal
- Hauptschulen mit Schulversuch "Neue Mittelschule":
- Neue Sport Mittelschule - mit sportlichem Schwerpunkt
- Neue Informatik Mittelschule - mit technisch-kreativem Schwerpunkt
- Höherbildende Schulen:
- Bundesgymnasium
- Bundeshandelsakademie
- Bundeshandelsschule für Informationstechnik
- Golfleistungszentrum West
- Landwirtschaftsschule
- Landesberufsschule
- Polytechnische Schule
- Sonderschule/Sonderpädagogisches Zentrum
[Bearbeiten] Ämter
- Bezirkshauptmannschaft
- Bezirksgericht
- Finanzamt
- Bezirkspolizeikommando und Polizeipostenkommando
[Bearbeiten] Andere staatliche Einrichtungen
- Postamt
- Arbeitsmarktservice
- Strucker-Kaserne des österreichischen Bundesheeres (JgB 26)
[Bearbeiten] Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen
- öffentliches Krankenhaus
- Seniorenwohnheim
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Franz Eßl (* 1957), Bauer und Politiker
- Manfred Grübl (* 1965), Künstler
- Adolf Ritter von Guttenberg (1839-1917), Professor für Forstwirtschaft
- Emil Ritter von Guttenberg (1841-1941), Marschallleutnant und Eisenbahnminister
- Dietbert Kowarik (* 1974), Politiker
- Die Malerfamilie Lederwasch war in Tamsweg ansässig
- Sandro Lindschinger (* 1985), Fußballspieler
- Eva Moser (* 1982), Schachspielerin
- Florian Pagitsch (* 1959), Organist und Musikpädagoge
- Max Prodinger (* 1976), Tenor
- Ramona Siebenhofer (* 1991), Skirennläuferin
- Leonhard Steinwender (1889–1961), Priester und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
- Ingrid Stöckl (* 1969), Skirennläuferin
- Franz Zaunschirm (* 1953), Hochschullehrer, Musiker und Komponist
[Bearbeiten] Literatur
- Klaus, Anton und Josefine Heitzmann: Tamsweg. Die Geschichte eines Marktes und seiner Landgemeinden. Wolfgang Pfeifenberger Verlag, Tamsweg 2008 ISBN 978-3-901496-15-8
- Franz Martin: Die Denkmale des politischen Bezirkes Tamsweg in Salzburg, Österreichische Kunsttopographie 22, Wien 1929
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Vereinigte zu Tamsweg. nationalagentur.unesco.at
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