Radstadt

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Radstadt
Wappen von Radstadt
Radstadt (Österreich)
Radstadt
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: St. Johann im Pongau
Kfz-Kennzeichen: JO
Fläche: 60,84 km²
Koordinaten: 47° 23′ N, 13° 28′ O47.38333333333313.466666666667858Koordinaten: 47° 23′ 0″ N, 13° 28′ 0″ O
Höhe: 858 m ü. A.
Einwohner: 4.797 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 79 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5550
Vorwahl: 06452
Gemeindekennziffer: 5 04 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stadtplatz 17
5550 Radstadt
Website: www.radstadt.at
Politik
Bürgermeister: Josef Tagwercher (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(21 Mitglieder)
10
7
4
10 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Radstadt im Bezirk St. Johann im Pongau
Bad Gastein Altenmarkt im Pongau Bad Hofgastein Bischofshofen Dorfgastein Eben im Pongau Filzmoos Flachau (Salzburg) Forstau Goldegg im Pongau Großarl Hüttau Hüttschlag Kleinarl Mühlbach am Hochkönig Pfarrwerfen Radstadt St. Johann im Pongau St. Martin am Tennengebirge Sankt Veit im Pongau Schwarzach im Pongau Untertauern Wagrain (Pongau) Werfen Werfenweng SalzburgLage der Gemeinde Radstadt im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Mandling, die Mautstelle an der Grenze zur Steiermark, lith. um 1830
Der Hauptplatz von Radstadt

Radstadt ist eine Stadt mit 4797 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im österreichischen Bundesland Salzburg.

Sie wird auch die „alte Stadt im Gebirge“ genannt und ist als Wintersportort bekannt.

Geografie[Bearbeiten]

Radstadt liegt auf 858 m Höhe im Pongau im Bundesland Salzburg. Sie ist das Zentrum des Ennspongaus. Die Gemeindefläche beträgt 60,82 km². Die Gemeinde gehörte bis 2004 zum Gerichtsbezirk Radstadt und ist seit dem 1. Jänner 2005 Teil des Gerichtsbezirks Sankt Johann im Pongau. Der Hausberg ist der Roßbrand mit 1768 m Höhe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Höggen (502)
  • Löbenau (705)
  • Mandling (387)
  • Radstadt (2381)
  • Schwemmberg (870)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Höggen, Löbenau, Mandling, Radstadt und Schwemmberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend um Radstadt war bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Zeit der Kelten bewohnt. Später befand sich an der wichtigsten Nord-Süd Verbindung zwischen Salzburg (Juvavum) und Aquileia eine römische Siedlung. Im 7. Jahrhundert begann die Besiedelung durch die Bayern. Der Name des Ortes ist 1074 als Rastat (Raststätte, Pausenort der Fuhrleute), 1092 als Radestat und 1139 wiederum als Rastat erwähnt.

Die Stadterhebung am 27. Juli 1289 durch den Salzburger Erzbischof Rudolf von Hohenegg und die Haltung während der Bauernkriege 1525/1526 (der Ort hielt 5.000 Bauern unter der Führung von Michael Gaismair stand) brachten der Stadt verschiedenen Freiheiten, unter anderem eine eigene Bürgergarde. 1527 erhielt Radstadt für seine Treue von Erzbischof Lang den großen Freiheitsbrief und Titel „Allzeit getreu“. Zur Entschädigung mussten die Belagerer die drei runden Ecktürme zur wehrtechnischen Verbesserung bauen. In Radstadt wurde 1528 der als evangelischer Märtyrer gestorbene Georg Scherer enthauptet.

1731/1732 mussten aufgrund des erzbischöflichen Emigrationsediktes über 3000 Protestanten auswandern, viele davon nach Ostpreußen.

Anfang des 19. Jahrhunderts wechselten österreichische, bayrische und französische Besatzungen einander ab, bis Salzburg 1849/50 ein selbständiges österreichisches Kronland wurde.

1875 wurde die Bahnlinie Bischofshofen—Selzthal fertiggestellt.

1938 wurden die Gemeinden Radstadt-Stadt und Radstadt-Land zusammengeschlossen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich wie folgt zusammen:

  • 10 ÖVP – stellt den Bürgermeister
  • 07 SPÖ – stellt den Vizebürgermeister
  • 04 FPÖ

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt ist: „In rotem Schild eine silberne Stadtmauer mit je zwei Zinnen beiderseits des ebenfalls mit zwei Zinnen bekrönten und zweifenstrigen Stadttorbaues mit rundbogigem Tor. Hinter der Mauer erheben sich beiderseits je ein Turm mit einem viereckigen Fenster unter zwei rundbogigen Doppelfenstern, leicht vorkragendem Obergeschoß mit zwei breitrechteckigen Fenstern und beiderseits abgewalmtem Satteldach. Der Raum zwischen den Türmen und dem Torbau ist durch ein silbernes Rad (seit 1306 im Stadtsiegel) mit acht Speichen ausgefüllt.“

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hauptstandbein der Stadt stellt der Tourismus dar. Radstadt liegt zentral im Skiverbund Ski amadé zwischen weiteren bedeutenden Skigebieten, während das hauseigene Skigebiet an der Kemahdhöhe nur von geringerer überregionaler Bedeutung ist. Eine Vielzahl an Beherbergungsbetrieben in allen Kategorien steht an diesem Urlaubsort zur Verfügung und bringt der Stadt hohe Einnahmen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Radstadt
Radstadt, Stadtpfarrkirche (Hintergrund), Steirertor und Kapuzinerturm

Radstadt ist eine im 13. Jahrhundert (ab 1231) befestigte mittelalterliche Stadt, wobei von mehreren verheerenden Bränden ein Großteil der ursprünglichen Bausubstanz schon vor Jahrhunderten zerstört wurde, das heutige Stadtbild prägen neuzeitlich-bürgerlicher Barock und Klassizismus. Noch erhalten sind Teile der frühneuzeitlichen Stadtmauer mit Hexen-, Teich- und Kapuzinerturm. Vor dem Teichturm findet man noch einen Teil des Stadtgrabens.

  • Stadtpfarrkirche: mehrfach umgebaute dreischiffige Basilika im reromanisch-regotischen Stil. 1314 wurde in Radstadt die erste Kirche gebaut. Durch die Stadtbrände wurde sie immer wieder verwüstet, letztmals 1865. In der Stadtpfarrkirche befindet sich auch die Paul-Hofhaymer-Gedächtnisorgel.
  • Schusterturm: spätgotische Lichtsäule aus 1513 im Friedhof der Stadtpfarrkirche
  • Kapuzinerkirche und Gruft: barocker Hochaltar; der Kapuzinerturm wird als Teil des Heimatmuseums Schloss Lerchen genutzt.
  • Schloss Lerchen: 1298 erstmals urkundlich erwähnt, 1779 renoviert; beherbergt heute das Heimatmuseum
  • Schloss Tandalier: entstand aus einem seit dem 15. Jhdt. nachweisbaren Bauernhaus, das 1569 in ein unbefestigtes Renaissanceschloss umgebaut wurde
  • Heimatmuseum: befindet sich im Schloss Lerchen und zeigt die Geschichte Radstadts, Handwerk und sakrale Kunst
  • Burg Radstadt: ehemals Kapuzinerkloster, heute Pfarrhof
  • Schloss Mauer: umfriedete Anwesen mit einer Mauer mit Türmen bewehrt, in Privatbesitz
  • Befestigungsanlage Mandlingpass: Befestigungsanlage in Mandling an der Ennstal Straße
  • Millenniumspfad: 1000 Schritte rund um die Stadtmauer und durch die Geschichte Österreichs

Radstadt ist Mitglied im Verband Kleine historische Städte.

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

Sport und Freizeitgestaltung im Winter und Sommer:

  • Sportzentrum (Tennis, Skaterpark, Asphaltstockbahnen, Eislaufplatz, Minigolf)
  • Schwimmbad
  • Golf
  • Reiten
  • Bergbahnen (Schischaukel Radstadt - Altenmarkt, Teil des Wintersportgebietes Ski amadé)

Berge in der Umgebung:

  • Kemahdhöhe, 1557 m (Gondelbahn, Wander-, Ski- und Rodelgebiet)
  • Predigtstuhl, 1305 m
  • Roßbrand, der Hausberg von Radstadt, 1768 m (Bergbahn ab Filzmoos)
  • Seekarspitze, 2350 m
  • Seekareck, 2217 m
  • Vorderer und hinterer Gaisstein

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt:

Personen mit Bezug zur Stadt:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Radstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien