Ted Hughes

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Ted Hughes, 1993

Ted Hughes OBE (* 17. August 1930 als Edward James Hughes in Mytholmroyd in West Yorkshire, England; † 28. Oktober 1998) war ein englischer Dichter und Schriftsteller.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Ted Hughes wuchs in Mexborough, einer Stadt in South Yorkshire, auf. Nach dem Abschluss der dortigen Schule diente er zwei Jahre als Radiomechaniker in der Royal Air Force, bis er schließlich mit seinem Studium an der Universität Cambridge begann, das er 1954 erfolgreich abschloss. Er gründete mit einigen Freunden die literarische Zeitschrift St Botolph's Review. Auf einer Studentenfeier traf er die damals unbekannte Schriftstellererin Sylvia Plath. Schon ihr erstes Aufeinandertreffen deutete auf die kommende turbulente Liebesbeziehung der beiden hin (Sylvia soll Ted in die Wange gebissen haben). Sie heirateten im Juni 1956 und hatten zwei Kinder miteinander, Frieda Rebecca (1960) und Nicholas Farrar (1962–2009, Freitod[1]) nach einer Fehlgeburt im Februar 1961.

1957 veröffentlichte Ted Hughes seinen ersten Gedichtband The Hawk in the Rain. Ebenfalls 1957 zog er mit Sylvia Plath nach Massachusetts, wo er Englisch und kreatives Schreiben an der Universität lehrte. Bereits 1959 kehrten beide nach London zurück und zogen schließlich ins ländliche Devon. Sylvia Plath litt damals bereits seit Jahren an schweren Depressionen und beschuldigte ihren Mann Ted anfangs zu Unrecht und schließlich doch rechtens ihr untreu zu sein. Er begann ein Verhältnis mit Assia Wevill. Sylvia Plaths Suizid am 11. Februar 1963 in London traf ihn hart, brachte ihm aber auch Vorwürfe ein, insbesondere aus den wachsenden Reihen von Plaths Anhängerschaft. Sein eigenes Schreiben trat in den folgenden Jahren in den Hintergrund, er beschäftigte sich vor allem mit Sylvia Plaths literarischem Nachlass.

Ein weiterer einschneidender Schicksalsschlag widerfuhr ihm 1969, als Assia Wevill sich ebenfalls das Leben nahm und dabei auch die gemeinsame vierjährige Tochter Shura umbrachte.

Er veröffentlichte einige angesehene Gedichtbände – der bedeutendste war Crow (1970) – und Kinderbücher. Das Kinderbuch "The Iron Man" war 1989 Grundlage für ein Rockmusical gleichen Namens von Pete Townshend und wurde 1999 von Brad Bird als Zeichentrickfilm unter dem Titel „Der Gigant aus dem All“ (The Iron Giant) verfilmt. Der Film wurde unter anderem mit dem renommierten BAFTA-Award als bester Kinderfilm des Jahres ausgezeichnet. Er war auch als Übersetzer aktiv, u.a. von Werken Frank Wedekinds und Federico García Lorcas. Von 1984 bis zu seinem Tod war Ted Hughes der so genannte poet laureate, der von der britischen Königin berufene Nationaldichter. Sein Nachfolger in dieser Position war Andrew Motion.

Sein letztes Werk Birthday Letters wurde einige Monate vor seinem Tod veröffentlicht und kann als Aufarbeitung seiner Beziehung zu Sylvia Plath verstanden werden. Es wurde zum Bestseller und gewann etliche Preise. Kurz vor seinem Tod wurde Hughes von Königin Elisabeth II. in den prestigereichen Order of Merit (OM) aufgenommen, dessen reguläre Mitgliedschaft auf nur 24 Personen begrenzt ist. Im selben Jahr wurde er mit dem T. S. Eliot Prize ausgezeichnet. Am 28. Oktober 1998 starb Edward James Hughes mit 68 Jahren nach einem Krebsleiden an einem Herzanfall. Die Trauerfeier für ihn fand in North Tawton statt, worauf er in Exeter eingeäschert wurde. Seine Asche wurde in Dartmoor verstreut.

2003 entstand der Film Sylvia mit Gwyneth Paltrow und Daniel Craig in den Hauptrollen. Der Film behandelt die Beziehung zwischen Ted Hughes und Sylvia Plath von ihrem ersten Treffen bis zum Suizid Sylvias.

Homage to Ted Hughes, Gemälde von Reginald Gray, 2004, Bankfield Museum, Yorkshire

Wichtige Werke[Bearbeiten]

  • The Hawk in the Rain. (1957)
  • Lupercal. (1960)
  • Wodwo. (1967)
  • Poetry in the Making. (Essays über das Schreiben) (1967)
  • Crow. From the Life and the Songs of the Crow. (1970)
  • Gaudete. (1977)
  • Cave Birds. (1978)
  • Remains of Elmet. (1979)
  • Moortown. (1979)
  • River. (1983)
  • Flowers and Insects. (1986)
  • Wolfwatching. (1989)
  • Shakespeare and the Goddess of Complete Being. (Studie zu Shakespeare) (1992)
  • Winter Pollen. Occassional Prose. (Essays) (1994)
  • Difficulties of a Bridegroom. (Kurzgeschichten) (1995)
  • Birthday Letters. (1998)

Für Kinder:

  • How the Whale Became.
  • The Iron Man.
  • The Iron Woman.
  • Tales of the Early World.
  • The Dreamfighter and other Creation Tales.
  • Moon Whales. (Gedichte)
  • Season Songs. (Gedichte)
  • What is the Truth. (Gedichte)
  • The Cat and the Cuckoo. (Gedichte)
  • The Mermaid's Purse. (Gedichte)

Deutsche Übersetzungen:

  • Ted Hughes: Krähe: Aus dem Leben und den Gesängen der Krähe. (übers. v. Elmar Schenkel)
  • Ted Hughes: Gedichte. (übers. v. Ulrich Horstmann)
  • Ted Hughes: Birthday Letters. (übers. v. Andrea Paluch und Robert Habeck)
  • Ted Hughes: Der Tiger toetet nicht. (übers. v. Jutta und Wolfgang Kaußen)
  • Ted Hughes: Wie Dichtung Entsteht. (Essays) (übers. v. Jutta Kaußen, Wolfgang Kaußen u. Claas Kazzer)
  • Ted Hughes: Prometheus auf seinem Felsen. Insel-Bücherei 1230 (übers. v. Jutta Kaußen)
  • Ted Hughes: Etwas muß bleiben. (übers. v. Jutta und Wolfgang Kaußen)

Für Kinder:

  • Ted Hughes: Der Eisenmann. (übers. v. U.-M. Gutzschhahn)
  • Ted Hughes: Wie der Wal erschaffen wurde und andere Geschichten. (übers. v. Karin Polz)
  • Ted Hughes: Der Rüssel und andere Geschichten vom Anfang der Welt. (übers. v. U.-M. Gutzschhahn)

Doppelbiografie

Vertonungen von Gedichten Ted Hughes':

  • Paul Crabtree: Songs at Year's End. Vier Gesänge nach Gedichten von Ted Hughes. für fünfstimmig gemischten Chor a cappella. Berlin 2006. (There came a Day; The Seven Sorrows; Snow and Snow; The Warm and the Cold)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ted Hughes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulli Kulke: Abschied: Nicholas Hughes, Biologe (1962–2009). In: Welt Online. vom 26. März 2009.