Robert Habeck
Robert Habeck (* 2. September 1969 in Lübeck) ist ein deutscher Schriftsteller und Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Für die vorgezogenen Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2009 war er Spitzenkandidat seiner Partei und zog über die Landesliste in den Schleswig-Holsteinischen Landtag ein.[1] Für die vorgezogene Neuwahl 2012 wurde er im November 2011 auf einem Parteitag als alleiniger Spitzenkandidat seiner Partei gewählt. Von 2009 bis 2012 war Habeck Fraktionsvorsitzender der Fraktion Bündnis'90/Die Grünen im Landtag Schleswig-Holstein. Seit der Landtagswahl 2012 ist er stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume im Kabinett Albig[2].
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Leben[Bearbeiten]
Habeck legte 1989 sein Abitur an der Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf ab. Nach dem Zivildienst beim Hamburger Spastikerverein begann er 1991 ein Studium mit der Fächerkombination Philosophie, Germanistik und Philologie in Freiburg im Breisgau, besuchte nach der Zwischenprüfung 1992/1993 die Universität Roskilde in Dänemark und machte 1996 seinen Magister an der Universität Hamburg. 1996 heiratete er die Schriftstellerin Andrea Paluch und ihr erster Sohn wurde geboren. Habeck erhielt ein Promotionsstipendium der Universität Hamburg und wurde 2000 Doktor der Philosophie.
1999 folgten Zwillinge und die Familie zog nach Lüneburg, 2001 zogen Paluch/Habeck, nach einem erneuten halben Jahr in Dänemark, in die Nähe Flensburgs. 2002 wurde dort ihr vierter Sohn geboren.
Seit 1999 leben Robert Habeck und Andrea Paluch als freie Schriftsteller. Sie arbeiten zusammen und veröffentlichen gemeinsam. In Interviews betonen sie, dass ihre doppelte Autorenschaft eine bewusste Entscheidung für einen gemeinsamen Lebensentwurf ist. Neben Kinderbüchern und Übersetzungen englischer Lyrik veröffentlichte Robert Habeck (mit Andrea Paluch) die Romane „Hauke Haiens Tod“ (2001), „Der Schrei der Hyänen“ (2004), „Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf“ (2005), „Zwei Wege in den Sommer“ (2006), „Unter dem Gully liegt das Meer (2007) und „SommerGIG“ (2009)“.
In den Romanen Habecks, die er mit Andrea Paluch verfasste, erkennt man deutlich skandinavischen und englischen Literatureinfluss. Wiederkehrendes Motiv in den Romanen ist die Frage nach den Einflüssen, die einen Menschen prägen und dem Spannungsverhältnis von Freiheit und Determination. Im Dezember 2008 wurde das erste Theaterstück der beiden mit dem Titel Neunzehnachtzehn über den Matrosenaufstand im Kieler Theater uraufgeführt. 2008 wurde der Roman „Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf" verfilmt.
Politisch engagiert im Sinn von Einsatz für das Zusammenleben war Habeck schon sehr früh. Nach dem Umzug an die dänische Grenze wurde er 2002 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Von 2002 bis 2004 war er Kreisvorsitzender in Schleswig-Flensburg und seit 2004 ist er Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein. Habeck kandidierte 2006 vergeblich für den Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen. Seine politischen Schwerpunkte sind Arbeit und Gerechtigkeit sowie Bildungspolitik. Im Frühjahr 2008 war Robert Habeck als Nachfolger Reinhard Bütikofers für den Bundesvorsitz der Grünen im Gespräch. Er lehnte jedoch ab und führte sein gewähltes Familienmodell als Grund an. 2008 kündigte Habeck an, für den Schleswig-Holsteinischen Landtag als Spitzenkandidat der Grünen zu kandidieren.
2009 wurden Habeck und Monika Heinold zu Spitzenkandidaten bei der Schleswig-Holsteinischen Landtagswahl gewählt. Nach dem besten Wahlergebnis ihrer Geschichte (12,4 %) wurde er Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag.
Nach der vorgezogenen Landtagswahl 2012 wurde Habeck zum stellvertretenden Ministerpräsidenten und zum Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ernannt.
Der ehemalige niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP) ist sein Schwager.[3]
Werke[Bearbeiten]
- Traumblind. Ein Gefühl wie Freiheit. SOLDI-Verlag, Hamburg 1990, ISBN 3-928028-04-9.
- Hauke Haiens Tod. S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-059010-4. Taschenbuchausgabe: S. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-15976-8. Neuauflage Taschenbuch: Piper, München 2006, ISBN 3-492-24699-0.
- Der Schrei der Hyänen. Piper, München 2004, ISBN 3-492-04611-8. Taschenbuchausgabe: Piper, München 2005, ISBN 3-492-24381-9.
- Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf. Piper, München 2005, ISBN 3-492-04706-8.
- Zwei Wege in den Sommer. Patmos, Düsseldorf 2006, ISBN 3-7941-8046-1.
- Unter dem Gully liegt das Meer. Patmos, Düsseldorf 2007, ISBN 3-7941-8071-2.
- Verwirrte Väter – oder: Wann ist der Mann ein Mann. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-06989-0
- 1918 - Revolution in Kiel: Mit dem Schauspiel "Neunzehnachtzehn". Boyens, Heide 2008, ISBN 978-3804212640
- SommerGIG. Patmos, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3794170753
- Patriotismus: ein linkes Plädoyer. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, 1. Aufl., 2010, ISBN 978-3-579-06874-9
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- Preis für literarische Übersetzungen der Stadt Hamburg 1996
- Stipendium Brecht-Haus, Svendborg 1999
- Drehbuchpreis des Landes Schleswig-Holstein 2002
- März 2007: Nominierung für den Deutschen Jugendbuchpreis für „Zwei Wege in den Sommer“
- Juli 2007: Buch des Monats auf der Deutschlandfunk-Bestenliste Neue Kinder- und Jugendbücher „Die besten 7 für junge Leser“
- „Unter dem Gully liegt das Meer“ - Favorit 2007 der Leipziger Jugend-Literatur-Jury
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Robert Habeck im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Literarische Seite: http://www.paluch-habeck.de
- Rezensionsübersicht zu den Jugendbüchern von Robert Habeck (mit Andrea Paluch) bei Jugendbuchtipps.de
- Eikon (Produktionsgesellschaft): Informationen zum Film "Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf"
- Webarchiv vom 11. Mai 2009 der eingelagerten Webseite: Politische Webseite via Internet Archive
- Robert Habeck bei der Grünen-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag: "am 12. Juni 2012 Mandat niedergelegt"
- Robert Habeck im Landtagsinformationssystem Schleswig-Holstein
- Landtagsinformationssystem Schleswig-Holstein: Parlamentarische Initiativen von Habeck
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2009 - Vorläufige Ergebnisse. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
- ↑ Homepage des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume SH
- ↑ http://www.taz.de/FDP-Spitzenkandidat-in-Niedersachsen-/!99694/
Ministerpräsident: Albig (1. Stellvertreter: Habeck, 2. Stellvertreterin: Spoorendonk)
Landesminister: Wende (Bildung) | Habeck (Energiewende) | Heinold (Finanzen) | Breitner (Inneres) | Spoorendonk (Justiz) | Alheit (Soziales) | Meyer (Wirtschaft)
Wilhelm Kuklinski | Hermann Lüdemann | Bruno Diekmann | Wilhelm Käber | Waldemar Kraft | Paul Pagel | Waldemar Kraft | Paul Pagel | Hans-Adolf Asbach | Carl-Anton Schaefer | Bernhard Leverenz | Helmut Lemke | Hartwig Schlegelberger | Ernst Engelbrecht-Greve | Henning Schwarz | Marianne Tidick | Eva Rühmkorf | Günther Jansen | Heide Simonis | Hans Peter Bull | Ekkehard Wienholtz | Rainder Steenblock | Annemarie Lütkes | Ute Erdsiek-Rave | Christian von Boetticher | Heiner Garg | Robert Habeck (Erster Stellvertreter) und Anke Spoorendonk (Zweiter Stellvertreter)
Alexander Bonde (Baden-Württemberg) | Helmut Brunner (Bayern) | Jörg Vogelsänger (Brandenburg) | Lucia Puttrich (Hessen) | Till Backhaus (Mecklenburg-Vorpommern) | Christian Meyer (Niedersachsen) | Johannes Remmel (Nordrhein-Westfalen) | Ulrike Höfken (Rheinland-Pfalz) | Frank Kupfer (Sachsen) | Hermann Onko Aeikens (Sachsen-Anhalt) | Robert Habeck (Schleswig-Holstein) | Jürgen Reinholz (Thüringen)
Willy Rickers | Hans Bundtzen | Erich Arp | Bruno Diekmann | Otto Wittenburg | Claus Sieh | Ernst Engelbrecht-Greve | Günter Flessner | Hans Wiesen | Klaus Buß | Ingrid Franzen | Klaus Müller | Christian von Boetticher | Juliane Rumpf | Robert Habeck
Berndt Heydemann | Edda Müller | Rainder Steenblock | Klaus Müller | Christian von Boetticher | Juliane Rumpf | Robert Habeck
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Habeck, Robert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller und Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), MdL |
| GEBURTSDATUM | 2. September 1969 |
| GEBURTSORT | Lübeck |