The Canyons

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Filmdaten
Originaltitel The Canyons
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Paul Schrader
Drehbuch Bret Easton Ellis
Produktion Braxton Pope, Lindsay Lohan, Ross Levine, Kurt Kittleson, Beau Laughlin, Ricky Horne Jr., Ken Locsmandi
Musik Brendan Canning,
Me and John
Kamera John DeFazio
Schnitt Julian Rodd
Besetzung

The Canyons ist ein US-amerikanischer Erotikthriller aus dem Jahr 2013 mit Lindsay Lohan und dem Pornodarsteller James Deen in den Hauptrollen. Die Regie führte Paul Schrader auf der Grundlage eines Drehbuchs von Bret Easton Ellis.

Der Film feierte seine Premiere am 2. August 2013, nachdem er in große Kritik geraten war, als er von dem Sundance Film Festival ausgeschlossen wurde.

Handlung[Bearbeiten]

Christian ist Filmproduzent und in einer Beziehung zu der ehemaligen Schauspielerin Tara, mit der er regelmäßig dritte Sexualpartner oder gar Paare einlädt, um so ein intensiveres Sexleben zu haben. Als die beiden sich eines Abends mit Ryan und Gina treffen, ist Christian sich noch nicht bewusst, dass Tara eine Affäre mit Ryan hat und mit ihm vor einigen Jahren sogar liiert war. Als Christian dies jedoch langsam aber sicher herausfindet, findet sich Tara in einer bedrohlichen, sexuell aufgeladenen Reise wieder: ein Streifzug durch die dunkle Seite der menschlichen Natur.

Hintergrund[Bearbeiten]

Vorproduktion[Bearbeiten]

Braxton Pope, Bret Easton Ellis, und Paul Schrader waren ursprünglich in die Vorproduktion eines Filmprojektes namens Bait involviert. Als der Film jedoch seine Förderung verlor, wollten die drei einen weniger aufwändigen Film realisieren. Ellis war somit direkt in die Arbeit des neues Drehbuches involviert. Die Gruppe beschloss die Finanzierung durch Crowdfunding bei Kickstarter.com zu ermöglichen.[1] Zwischen Mai und Juni 2012 erreichte der Film fast 160.000 Dollar, obwohl das Ziel auf 100.000 angesetzt war.[2] Das Budget des Filmes belief sich letztendlich auf 250.000 Dollar, wovon die Schauspieler gerade einmal 100 Dollar pro Tag verdienen sollten.[3]

Im Juli wurde bekannt, dass Brendan Canning die Musik zum Film beisteuern wird.[4] Wenige Tage später ging die offizielle Facebookseite online, die wesentlich zur Promotion des Films beisteuerte. Am 24. Juli wurde bekanntgegeben, dass American Apparel die Besetzung mit Kostümen und Garderobe ausstatten wird.[5]

Casting[Bearbeiten]

Pope fragte Lindsay Lohans Manager an, ob Lohan die Rolle der Cynthia, eine Yoga-Lehrerin, übernehmen könnte. Bei einem Treffen mit Pope und Paul Schrader äußerte Lohan jedoch ihr Interesse an der Hauptrolle.[6][1] Zwei Wochen später wurde Lohan nach Testaufnahmen offiziell für die Hauptrolle besetzt. Pope begründete diese Entscheidung gegenüber MTV damit, dass Lohan eine charismatische Schauspielerin sei und Talente mitbringe. Sie sei in vielerlei Hinsichten die perfekte Besetzung.[7] Fleur Saville wurde ebenfalls als Tara in Betracht gezogen.

Anfangs zogen die Produzenten Sean Brosnan als Christian in Betracht. Man entschloss sich jedoch, eine ausgefallenere und unerwartete Besetzung für diese Rolle zu suchen. Drehbuchautor Ellis kam auf den Pornodarsteller James Deen. Pope traf sich schließlich mit dem Darsteller und es wurden Probeaufnahmen gemacht. Paul Schrader äußerte sich stets zwiespältig, einen Pornodarsteller in der Hauptrolle zu besetzen.[8] Auch nach den überraschend guten Testaufnahmen war Schrader immer noch skeptisch, wurde schließlich aber von Pope und Ellis überzeugt.

Dreharbeiten und Postproduktion[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten starteten im Juli 2012 in der Bar des Chateau Marmont Hotels in Los Angeles.[9] Einige wichtige Szenen wurden im Anwesen von Designer Vitus Mataré in Malibu, Kalifornien, gedreht. Weitere Dreharbeiten fanden in der Century City Mall in Los Angeles, auf der Santa Monica Promenade[6] und in der Nähe der Amoeba Records[1] auf dem Sunset Boulevard statt.

Die erste Schnittfassung des Filmes hatte eine Länge von 104 Minuten.[10] Schließlich wurden zahlreiche Änderungen vorgenommen, doch der Film lief trotzdem zu schleppend.[6] Ellis, Schrader und Pope hatten einige Unstimmigkeiten bezüglich der endgültigen Schnittfassung. Am Ende äußerte sich Ellis mit den Worten, dass der Film etwa 90 Minuten lang ist, sich aber wie drei Stunden anfühle. Er hätte beim Schreiben einen Noir-Thriller vor Augen gehabt, aber am Ende hätte Schrader einen typischen Schrader-Film gemacht.[11]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Film wurde nicht zum Sundance Film Festival zugelassen, war aber anschließend für den Verkauf durch William Morris Endeavor im Januar 2013 vorgesehen.[6] Die Veröffentlichung wurde schließlich aber zurückgerufen. Als Begründung wurden Qualitätsprobleme genannt.[12] IFC Films nahm schließlich die Rechte des Filmes an sich zur Verbreitung.[13] Am 2. August folgte die Veröffentlichung im IFC Center in New York City, sowie der Bell Lightbox in Toronto. Es folgte dazu eine Veröffentlichung auf Video on Demand-Plattformen.[14] Schließlich soll der Film nun im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig zu sehen sein.[15][16]

In Deutschland ist der Film am 17. März 2014 direkt auf DVD und Blu-ray erschienen.

Rezeption[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

Negative Kritiken

Der Film bekommt von Rotten Tomatoes eine Bewertung von 25 % mit einem durchschnittlichen Score von 3,8/10, basierend auf 72 Kritiken. Übereinstimmend wird festgestellt, dass der Film "eine saure Fußnote in Paul Schraders Karriere hinterlässt, aber Lohans Arbeit anständig ist".[17] Auf Metacritic erhält der Film ein Rating von 36/100, basierend auf 29 Kritiken.[18] Linda Barnard vom Toronto Star gab dem Film einen von vier möglichen Sternen und bezeichnete den Film als schlechte Kombination von Seifenoper und Softporno.[19]

Positive Kritiken

„[…] Fazit: Paul Schrader und Bret Easton Ellis sezieren in ‚The Canyons‘ den schönen Schein der modernen Welt und blicken dank ihrer sich schonungslos offenbarenden Darsteller tief in die Abgründe der (Alb-)Traumfabrik Hollywood.“

Filmstarts.de[20]

„The Canyons sucht nicht zwanghaft nach dem Neuen. Weniger wohlmeinend könnte man auch sagen, der Film hält sich auf Allgemeinplätzen auf, wenn er von Schauspielern erzählt, die sich im buchstäblichen Sinn prostituieren müssen, von einer glamourösen Welt, hinter der nur triste Leere herrscht, und von Minderwertigkeitskomplexen, die mit finanzieller Macht kompensiert werden. Schrader widmet sich diesen Themen aber mit einer Ernsthaftigkeit und Detailfreude, wie man es nur selten zu sehen bekommt. Seine von Intrigen durchsetzten Szenarien wirken dabei oft wie eine nicht jugendfreie und ohne jegliche postmoderne Ironie inszenierte Seifenopfer. Doch dass der Film teilweise dramatisch überfrachtet oder unfreiwillig (?) komisch wirkt, sollte man nicht gegen ihn verwenden. Schrader versucht erst gar nicht, sein Sujet immer geschmackvoll umzusetzen. Er scheut sich nicht, einem Laiendarsteller einen zu anspruchsvollen Part zu geben oder seinen Film mit einem bedeutungsvollen Blick in die Kamera zu beenden. Er triumphiert mit The Canyons, weil er ständig dazu bereit ist, zu scheitern.“

Critic.de[21]

Einspielergebnis[Bearbeiten]

Während der Veröffentlichung in den USA, die ausschließlich im IFC Center in New York stattfand nahm der Film 13.351 US-Dollar ein.[22] Bei iTunes und Video on Demand-Plattformen soll sich der Film dazu ebenfalls sehr gut (extremely well) schlagen.[23] Bis zum 15. August 2013 nahm der Film fast über 49.500 US-Dollar ein.[22]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Braxton Pope: In Lindsay’s Stardust Orbit. In: Vanity Fair. 1. August 2013. Abgerufen am 17. August 2013.
  2. „The Canyons on Kickstarter.com“. Stand: 7. Juli 2012
  3. Michael Patrick Welch: Living Inside 'The Canyons'. In: VICE. 27. Februar 2013. Abgerufen am 21. August 2013.
  4. Kevin Jagernauth: Exclusive: Broken Social Scene Co-Founder Brendan Canning Scoring Paul Schrader's 'The Canyons'. In: Indiewire. 13. Juli 2012. Abgerufen am 21. August 2013.
  5. "American Apparell, a clothing manufacturer which makes clothes exclusively in the US, has generously supplied us with wardrobe. Saturday Bret, Braxton and I visited their downtown LA factory. Here's Bret on the street outside. They plan to issue logo T-shirts based on BEE, The Canyons and myself. Paul S.". com 25. Juli 2012
  6. a b c d Stephen Rodrick: Here Is What Happens When You Cast Lindsay Lohan in Your Movie. In: The New York Times Magazine, 10. Januar 2013. 
  7. Jocelyn Vena: Lindsay Lohan Has 'Real Talent,' 'Canyons' Producer Says. In: MTV. 14. Juni 2012. Abgerufen am 21. August 2012.
  8. Erin Carlson: Bret Easton Ellis Is Using Kickstarter to Finance 'The Canyons' Indie. In: The Hollywood Reporter. 4. Mai 2012. Abgerufen am 21. August 2012.
  9. Zach Johnson: Lindsay Lohan, Porn Star James Deen Costarring in The Canyons. In: Us Weekly. 13. Juni 2012. Abgerufen am 21. August 2013.
  10. "ROUGH CUT.". Facebook vom 29. August 2012
  11. Ben Child: SXSW follows Sundance in rejecting Lindsay Lohan's The Canyons. In: guardian.co.uk. Guardian News and Media. 24. Januar 2013. Abgerufen am 21. August 2013.
  12. Merle Ginsberg, Baum, Gary: SXSW Rejected Lindsay Lohan's 'Canyons' Over 'Quality Issues'. In: The Hollywood Reporter. Lynne Segall. 23. Januar 2013. Abgerufen am 21. August 2013.
  13. Lindsay Lohan's The Canyons Finally Finds Distributor Cinema Blend. 15. Februar2013
  14. Gregg Kilday: Lindsay Lohan's 'The Canyons' Aims for VOD Success. The Hollywood Reporter. 21. August 2 2013. Abgerufen am 2. August 2013.
  15. Out of Competition. In: labiennale. Abgerufen am 26. Juli 2013.
  16. Venice film festival 2013: the full line-up. In: The Guardian. Abgerufen am 25. Juli 2013.
  17. The Canyons (2013). In: Rotten Tomatoes. Flixter. Abgerufen am 2. August 2013.
  18. The Canyons. In: Metacritic. CBS Interactive. Abgerufen am 2. August 2013.
  19. Linda Barnard: Lindsay Lohan’s The Canyons a career-killing dive: review. Toronto Star. 1. August 2013. Abgerufen am 21. August 2013.
  20. Michael Meyns: Die Filmstarts-Kritik zu The Canyons. Filmstarts, abgerufen am 21. August 2013.
  21. Michael Kienzl: Rezension. Critic.de, abgerufen am 9. September 2013.
  22. a b The Canyons (2013). Box Office Mojo. Abgerufen am 12. August 2013.
  23. Amy Kaufman: Lindsay Lohan's 'Canyons' tanks at New York City theater. In: Los Angeles Times. 4. August 2013. Abgerufen am 5. August 2013.